Rothenburg o.d.T.

12-14.08.2011 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Saturday, August 13th, 2011
12-14.08.2011 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Das Gelände von obenWie immer am zweiten August-Wochenende stand das Taubertal-Festival an, und wie immer war das Line-Up grandios und mehr als verlockend! Das hieß für mich natürlich, dass ich trotz Kurztrip zum Øya-Festival in Oslo am Donnerstagabend wieder beim Taubertal dabei sein musste – ganz abgesehen davon, dass das Festival bei mir eigentlich sowieso schon seit Jahren fest im Kalender steht.

Diesmal schien – im Gegensatz zu sonst – sogar das Wetter mitzuspielen. Das Taubertal ist ja dafür bekannt, dass es gerne mal tagelang regnet und das Gelände sich in eine einzige Schlammschlacht verwandelt. Dieses Mal hörte der Regen rechtzeitig zum Festival auf, die wenigen matschigen Stellen auf dem Festivalgelände waren auch ohne Gummistiefel erträglich, und als es am Samstagmorgen regnete, lag ja eh jeder noch erschöpft im Schlafsack. Also quasi perfekt – wenn man die Sintflut am Sonntag einfach mal ignoriert. ;)

Organisatorisch gab es wie immer nichts zu meckern. Die Anreise verlief problemlos (auch wenn der Umweg über die Käffer sicherlich bei einigen Campern für Unmut sorgte), es gab keine kurzfristigen Bandausfälle und wie schon erwähnt – das Wetter passte auch! Das Festival war verhältnismäßig lange im Voraus ausverkauft. Insgesamt waren ca. 18.000 Besucher vor Ort, was sich auf ca. 6.500 3-Tages-Tickets und dreimal 4000 Tagestickets aufteilte.

Das PublikumKeine Frage: Das Gelände direkt an der Tauber ist für ein Festival einfach wunderschön. Zwar gibt es einige Engpässe, hauptsächlich beim Durchgang zur kleinen Bühne, die einem je nach Laune doch ziemlich auf die Nerven fallen können; aber wenn man sich ein paar Minuten vor allen anderen auf den Weg macht (und dennoch den Rest des Konzertes hört, da die Bühnen ja nicht allzu weit voneinander entfernt sind), kann man das Gedränge vermeiden. Wunderbar am Gelände ist einfach der Hang. Sowas kenne ich sonst von kaum einem Festival (höchstens das Slottsfjell in Norwegen fällt mir dazu jetzt ein, wo das ganze Gelände zur Bühne hin abschüssig ist) – aber es ist perfekt. Man findet immer einen Platz, von dem man gut sieht; am Nachmittag kann man entspannt in der Sonne oder wahlweise im Schatten sitzen; und die Beinmuskeln werden vom ständigen Schief-stehen auch noch trainiert. ;) Bei Regen verwandelt sich das Ding zwar in eine furchtbare Rutschpartie, und damit fällt ein Großteil der Publikumsfläche einfach weg, was sicher ein Nachteil ist – aber Regen ist sowieso doof, und nachdem das Festival dieses Jahr schon fast komplett trocken geblieben ist, wird es ab nächstem Jahr für mindestens die nächsten fünf Jahre keinen Tropfen Regen mehr geben. Fest beschlossen!

Also keinerlei Kritikpunkte? Nun ja, doch, natürlich schon. Was ich persönlich als störend empfunden habe, war die Kamera vor der Bühne. Auf einer Schiene wurde dort ein Kameramann ständig hin und her geschoben (übrigens Hut ab für die beiden armen Helfer, die das Schieben übernehmen mussten, das sah nicht wirklich gesund aus…), um die spielenden Bands für die Leinwand einzufangen. Hmm, ich weiß nicht – ist das wirklich nötig? Geht das nicht auch mit einfachen Handkameras sowie den Kameras, die im Publikum aufgestellt sind? Denn zuallererst ist das Konzert doch für die Zuschauer vor Ort, und wenn man vor der Bühne mehr Kameramenschen als Künstler sieht, ist das mMn nicht richtig.

Die HauptbühneEin weiterer Kritikpunkt geht ans Publikum. Im Großen und Ganzen war das Publikum sehr angenehm, aber immer, wenn viele Menschen gleichzeitig von A nach B wollten, wurde es schwierig. Dann blieben gerne mal ganze Gruppen von Leuten mitten im Weg stehen, was den ganzen Fluss ins Stocken brachte; andere beschlossen dann, dass man natürlich mit Drücken viel besser durchkommt – vielleicht löst sich der Vordermann ja in Luft auf, wenn man nur penetrant genug drückt?
Das ist sicher nichts Ungewöhnliches und auf allen Festivals so, aber manchmal wünschte ich mir doch etwas mehr Mitdenken bei einigen Beteiligten. Andererseits war es aber meist ein wirklich entspanntes und nettes Miteinander – wunderbar am Sonntag das Verhalten am Hang, wo jeder jedem half (denn ohne Hilfe war es unmöglich, durch den Schlamm nach oben zu kommen). Und insgesamt hinterließ diese nette Stimmung doch einen größeren Eindruck als die Drängelei. Wie immer also ein Daumen hoch fürs Taubertal und sein Publikum!

 

“Will you suck my Schwanz in the Scheiß-Schloss?” – Freitag, 12. August

Nun zu den diesjährigen Bands. Vorweg eine kurze Anmerkung: Der Freitag war in diesem Jahr der Tag, an dem ich die wenigsten Bands kannte, und außerdem war ich am Donnerstagabend noch beim Øya-Festival in Norwegen. Dies und die Tatsache, dass ich dennoch pünktlich zu ersten Band auf dem Gelände war, lässt wohl darauf schließen, wieviel Schlaf ich in der Zwischenzeit bekommen habe – bzw. nicht bekommen. Daher sorry, wenn die Freitags-Bands ein wenig knapper abgehandelt werden als sonst üblich.

Monsters of LiedermachingDie erste Band auf der Hauptbühne waren die Monsters of Liedermaching. Die sind ja bestens bekannt – nicht nur mir, sondern auch allgemein beim Taubertal-Publikum! Zumal sie am Donnerstag auch schon im Steinbruch gespielt hatten – was man klar merkte. Denn es waren doch deutlich mehr Leute vor der Bühne, als man um die Uhrzeit vermuten würde, ein Großteil war textsicher, und die Setlist enthielt ein paar mehr neue Sachen als z.B. beim Minirock; ich vermute, das lag daran, dass die Monsters das Set zwischen Steinbruch und Hauptbühne unterschiedlich gestalten wollten. Jedenfalls war die Resonanz fantastisch – das “Was wollt ihr hören?”/”Ein Lied über Türen!” musste nicht mal vorab erklärt werden, und in “Suizid” machte das komplette Publikum die “Armsache” (sprich, Hände in der Luft schwenken) mit. Und der Hang sogar in die richtige Richtung, nämlich nach vorne und hinten. Der perfekte Auftakt, und eine gute Möglichkeit fürs Publikum, sich schon mal einzupogen bzw. -tanzen.

Die nächste Band war Talco. Von denen hatte ich vorher nur gehört, dass sie toll sein sollten – und das bestätigte sich absolut! Skapunk auf italienisch, und die Meute tanzte! Außer dem Hang, wo alle um die Uhrzeit natürlich noch entspannt in der Sonne saßen; Spaß am Auftritt von Talco war aber auch dort allen ganz klar anzusehen.

Rag DollsAuf der Sounds-for-Nature-Bühne lief – wie jedes Jahr – das Emergenza-Weltfinale. Es ist immer schade, dass sich doch eher wenig Zuschauer dorthin “verirren”, aber genauso ist es verständlich, dass die meisten das bekanntere Programm der Hauptbühne vorziehen. Da ich Schandmaul schon ein paar mal gesehen habe, machte ich mal einen kurzen Abstecher zur kleinen Bühne und sah dort die Rag Dolls aus der Schweiz. Und die konnten durchaus überzeugen! Musikalisch mit Indie-Rock gemischt mit ein wenig Rock’n'Roll nicht allzu innovativ, aber gute und eingängige Melodien sowie Mut, die Zuschauer (die doch recht überschaubar waren) mit einzubeziehen. Im Mitsingteil ins Publikum zu gehen und willkürlichen Menschen das Mikro ins Gesicht zu halten, braucht schon Mumm – aber es funktionierte, und die Anwesenden schienen sehr gut unterhalten.

Zurück an der anderen Bühne riefen Schandmaul, die schon eine gehörige Horde vor der Bühne versammelt und am tanzen hatten, gerade zu einer “Wall of Polka” auf. Zum Schreien, das vom Hang aus zu beobachten, wie mitten im Pogo-Pit plötzlich alle in Zweierpärchen von links nach rechts und zurück hüpften! Und auch sonst konnten Schandmaul super Stimmung machen, und das Publikum sang lauthalt mit.

NoFXAls nächstes standen an der Hauptbühne DIE Urgesteine des Punks auf dem Programm: NoFX! Ich muss gestehen, außer dem Namen kannte ich sie nicht weiter, aber der Auftritt war extremst unterhaltsam. Erster Gedanke: Es gibt also doch Bands, die auf der Bühne noch mehr reden als die ärzte! Schon vor dem ersten Lied wurde erst mal gequatscht, und auch danach wurde fast mehr geredet als gespielt. Dabei nahmen sie Iggy “und die drei Stooges” auf die Kippe, beklagten ihr winziges Bühnenbanner (und diskutierten die Banner anderer Bands), beschwerten sich über die Kameraleute vor der Bühne (oder warfen sich ihnen direkt in den Weg), jammerten über die Insekten auf der Bühne und protzten mit ihren Deutschkenntnissen (“Will you suck my Schwanz in the Scheiß-Schloss?” – Wobei das Schloss natürlich das von Rothenburg war, was ja von der Bühne aus zu sehen ist). Derweil ging auch im Publikum der Punk ab – das Pogo-Pit (genauer gesagt der komplette Bereich vor dem ersten Wellenbrecher) sah echt übel aus; aber die Leute hatten Spaß, und vom Hang aus sah es auch nicht so aus, als hätte es ernsthaftere Verletzungen gegeben. Was ich allerdings nicht verstand, war die Sache mit dem Crowdsurfing-Verbot. Es wurde nämlich durchaus gesurft; und es schien auch nicht so, als hätte das irgendwelche Konsequenzen (was ich an sich super finde – aber dann doch einfach gar nicht verbieten?!).

In der Umbaupause ging ich kurz noch mal rüber zur Sounds-for-Nature-Bühne – na ja, oder nicht soo kurz, denn hier offenbarte sich mal wieder ein Problem des Taubertal-Festivals. Die Verbindung zwischen beiden Bühnen ist einfach zu schmal (was sich nicht ändern lässt, da eben das Tal so schmal ist), sodass ein ziemliches Chaos entsteht, wenn alle gleichzeitig von der Hauptbühne zur kleinen Bühne und vom Hang runter zu den Essensständen wollen. Für den 2-Minuten-Weg von einer Bühne zur anderen braucht man dann gerne mal eine Viertelstunde – und gute Nerven.

Reste von gesternAuf der kleinen Bühne standen derweil Reste von gestern, die deutschen Pop-Rock spielten, vor einem doch sehr überschaubaren Publikum. Die Musik war nett, aber nichts wirklich Besonderes.

Gleichzeitig sammelte sich an der Hauptbühne die Masse für den Hauptact des Tages: Rise Against. Man würde erwarten, dass die letzte Band auf der Hauptbühne der Headliner ist, das war diesmal aber definitiv nicht der Fall. Es schien, als war zu Rise Against JEDER vor der Hauptbühne – und zu Recht! Die vier Chicagoer lieferten eine super Punk-Show, das Publikum war enthusiastisch bei der Sache, und Punk-Kracher und Balladen wurden gleichermaßen abgefeiert. Circle Pits vor der Bühne, erhobene Fäuste, … so muss das aussehen, echt beeindruckend!

Iggy PopIggy Pop konnte da später dann nicht wirklich mithalten. Vor der Bühne leerte es sich deutlich (eine halbe Stunde nach Konzertbeginn konnte man an der Seite problemlos in die vierte, fünfte Reihe spazieren!), und ein Teil des Publikums wirkte eher verwirrt als begeistert. Und ja, irgendwie nachvollziehbar – denn der gute Herr ist nun wirklich kein Augenschmauß mehr, “die drei Stooges” (laut NoFX) gar keine so unpassende Bezeichnung für seine Band, und die bekannten Lieder (allen voran “The Passenger”) ließ Iggy Pop auch in der Trickkiste. Aber, und das muss man ihm echt lassen – er lieferte eine extremst energievolle und mitreißende Show ab! Eindrucksvoll, und zwar ohne jede Ironie; und genau das feierten die Zuschauer vor der Bühne auch zu Recht.

Als Abschluss des Tages spielten dann auf der kleinen Bühne noch Blumentopf. Das klang extremst vielversprechend – allerdings hat sich ja schon oft gezeigt, dass die kleine Bühne für solche Midnight-Special-Konzerte nicht wirklich geeignet ist. Wenn auch nur ein Teil der Zuschauer von der großen zur kleinen Bühne wechselt, ist es dort so überfüllt, dass es voll und ganz unmöglich ist, sich dort zu bewegen. Ein heilloses Chaos also, was mit meiner Übermüdung nicht wirklich zusammenpasste, sodass ich den Tag – ohne Besuch im Steinbruch – für beendet erklärte.

 

“Ich glaub, wir haben einen Gitarristen verloren!” – Samstag, 13. August

Freibier!Der Samstag begann wieder mit dem Emergenza-Finale. Als erste Band waren Emmacosta aus Schweden an der Reihe – netter Alternative-Rock, aber nichts, was einem dauerhaft in Erinnerung bleiben würde. Ähnlich bei den folgenden Kerouac aus Irland, die allerdings deutlich härter zur Sache gingen.

Klimmstein auf der Hauptbühne fuhren dann ganz andere Geschütze auf – nämlich Publikumsbestechung! Sie ließen Freibier ausschenken; denn die Gage muss ja am Gig-Tag noch versoffen werden, und da muss im Zweifelsfalle das Publikum helfen. Musikalisch lieferten sie soliden Rock mit leichten Ska/Reggae-Einschlägen und österreichischen Texten.

Itchy PoopzkidItchy Poopzkid konnten in Folge auf die Publikumsbestechung verzichten. Zwar waren vor der Bühne – wie für die frühe Spielzeit zu erwarten – keine Menschenmasse zu verzeichnen, aber von Lied zu Lied kamen mehr Zuschauer hinzu. Und alle Anwesenden waren sehr enthusiastisch bei der Sache! Sogar der Hang war so aktiv wie sonst nur beim Headliner; bei Tricky sprang der Großteil sogar wirklich auf und machte mit. Und nebenbei betrieben die drei noch ein bisschen Publikumserziehung… Circle Pits sind nämlich nicht immer und bei jedem Lied angebracht. “Wir spielen hier nicht Faules Ei, das ist ein Rockkonzert!” Und bei diesem wurden die Herren Poopzkid abgefeiert – außer, als sie erwähnten, dass sie ja gestern auf dem Open Flair ein sehr schönes Konzert gehabt hätten, was das Taubertal wohl kaum würde toppen können. Das wusste das Publikum aber zu widerlegen; spätestens, als alle geschlossen nur auf dem rechten Bein hüpften, aus Solidarität zum bänderrissgeschwächten Panzer. Und am Ende waren Itchy Poopzkid sich wieder sicher, dass das Taubertal das schönste Festival überhaupt ist. Womit sie definitv Recht haben!

Als Norwegenfan musste ich danach natürlich mal kurz wieder beim Emergenza-Finale vorbeischauen und mir die norwegischen Teilnehmer Envy anschauen. Viel erwartet hatte ich nicht, da HipHop im Allgemeinen nicht mein Ding ist – aber hier wurde ich mehr als positiv überrascht. Zehn Leute auf der Bühne, selbstgemachte Beats, souveräne Show – so passt das doch absolut!

The LocosGleichzeitig spielten auf der Hauptbühne The Locos, die Nachfolgeband von Ska-P. Und die lieferten genau das, was man auch erwartete: mitreißenden Ska-Punk auf Spanisch mit wilder Band und wüsten Verkleidungen. Sehr amüsant, und mit einer Coverversion von Song 2 und einem “Ska-Walzer” konnten sie natürlich noch Extrapunkte sammeln. Das Publikum hatte sichtlich Spaß – im Vergleich zu Talco gestern kam es mir aber so vor, als hätten The Locos weniger Leute vor die Bühne gezogen als Talco.

Die nächste Band auf der Hauptbühne waren zum wiederholten Male die Donots. Ich persönlich finde ihre Konzerte ja sehr wechselhaft – mal liebe ich sie, mal geben sie mir überhaupt nichts. Dieses Konzert war ein klarer Fall von ersterem! Das Gelände war voll, das Publikum wollte feiern, und die Donots mussten nur noch den Anstoß dazu geben; und das taten sie. Wie schon Itchy Poopzkid betonten sie, dass das Taubertal das schönste Festival Deutschlands ist. Und um Publikumsnähe zu beweisen, schickten sie gleich mal einen von ihnen in die Höhle des Löwen. Guido Donot wurde in die Menge geschickt und spielte und sang dort, bis ihm die Pogomeute dann doch zu nahe kam. “Ich glaub, wir haben einen Gitarristen verloren!” Aber nachdem sich das Publikum komplett (und ich MEINE komplett!) hingesetzt hatte, war der Gitarrist wiedergefunden – und so sehr ich Müll-Schmeißereien hasse, es sah schon beeindruckend aus, als alle beim aus der Hocke hochspringen noch Müll in die Luft schmissen. Als das Publikum die von Itchy Poopzkid initiierten “Scheiß Tribüne”-Sprechchöre starteten (mit denen eigentlich der Hang gemeint war), drehten die Donots die Sache um und forderten “Scheiß Bühne”-Sprechchöre. Mal gucken, ob sich das auf Dauer durchsetzen kann…

Bullet for my ValentineDen Co-Head des Abends gaben diesmal Bullet for my Valentine. Ich liebe ihre Musik, live konnten sie mich diesmal aber nicht überzeugen. Es war klar ersichtlich, dass nur ein Teil des Publikums mit ihnen etwas anfangen konnte; dementsprechend war die Stimmung auch nicht allzu überwältigend. Dazu kam ein (vermutlich absichtlich) “schlechter” Sound, bei dem man den Gesang kaum hören, geschweige denn verstehen konnte. Schade! Im Laufe des Konzertes besserte sich die Stimmung im Publikum aber deutlich, und so wurden dann am Ende doch noch Zugaben gefordert – obwohl es lange dauerte und eigentlich erst mit einem White-Stripes-Chor so richtig in Gang kam. Ein irgendwie durchwachsener Auftritt, fand ich; wobei ich aber auch in gewisser Weise vorbelastet bin, da ich zurzeit doch ein wenig schlucken muss, wenn ich “Scream Aim Fire” höre… zuletzt hab ich das nämlich live am Tag nach dem Amoklauf in Norwegen gehört.

Disco EnsembleHätte ich gewusst, dass BfmV überpünktlich (sprich, fünf Minuten zu früh) aufhören, hätte ich mir vorab keine Gedanken machen müssen, ob ich nun das Ende von Bullet oder lieber den Anfang von Disco Ensemble verpassen will. Die Entscheidung fiel natürlich auf “Disco Ensemble muss ich komplett sehen!”, und das passte auch genau. Wie bei Disco Ensemble üblich, ging es im Publikum vom ersten Takt an rund, und zwar so enthusiastisch, dass die Band am Ende des Konzertes komplett geflasht war. Es war zwar offensichtlich, dass nur die Zuschauer vorne Disco Ensemble kannten, aber alle anderen waren innerhalb weniger Stücke zu Fans konvertiert. Da konnten auch die doch sehr… hmm, nennen wir sie “interessanten” Ansagen von Frontmann Miikka nichts dran ändern. “You look really healthy, especially in the back!” – “There are lots of canyons around here; we are surrounded by canyons!” – “After the concert, we’ll drink from the river, and next time there is no river!” Äh ja, kann dem mal jemand das Mikro wegnehmen? Natürlich nur ZWISCHEN den Liedern!

PendulumHeadliner des Abends waren Pendulum, auch wenn es auf dem Papier ähnlich zu Freitag eher so aussah, als wäre der Co-Head der wahre Headliner. Bei Pendulum lauerte eine Überraschung – obwohl kaum jemand die Band zu kennen schien, waren alle (und zwar wirklich ALLE!) innerhalb von Minuten hin und weg. Die Amerikaner zogen das Publikum mit ihrem Elektro-Hardcore-Punk (oder so ähnlich) komplett in den Bann, und egal ob vorne oder hinten, das Publikum war am Tanzen. Mittendrin wurden Bengalos im Publikum gezündet – mag schön anzuschauen sein, ist aber einfach gefährlich. Aber Pendulum riefen ja auch mehr als einmal dazu auf, jetzt das Chaos ausbrechen zu lassen. Das passierte zum Glück nicht, aber jeder einzelne Festivalbesucher konnte bei Pendulum voll und ganz die Sau rauslassen. Und dabei einen Heidenspaß haben, auch ohne Band oder Lieder zu kennen!

JohnossiAuch heute gab es wieder ein Midnight-Special an der kleinen Bühne. Allerdings scheinen Johnossi unbekannter oder uninteressanter zu sein als Blumentopf, denn diesmal war der Weg zur Sounds-for-Nature-Bühne zwar auch beschwerlich, aber man kam immerhin durch. Es war also deutlich weniger los als bei Blumentopf am Vortag – aber die Anwesenden genossen den Auftritt und hatten sichtlich Spaß. Ob das auf Gegenseitigkeit beruht, ist bei Johnossi ja gerne mal ein wenig schwierig zu sagen; als Anzeichen kann man vielleicht sehen, dass die beiden ohne Zugabe die Bühne verließen – was aber auch eigentlich typischer Johnossi-Stil ist.

Auf K.I.Z. im Steinbruch verzichtete ich danach… die hatte ich ja schon beim Serengeti-Festival gesehen, und auch wenn ich mir sicher bin, dass sie in der richtigen Stimmung (und der Steinbruch verspricht eigentlich beste Stimmung) richtig Laune machen können, war das den Weg den Berg hoch nicht wert.

 

“Da ist ein Planschbecken!” – Sonntag, 14. August

Sommer! Sonnenschein!Nachdem die ersten beiden Festivaltage größtenteils trocken und teilweise sogar richtig schön sonnig waren, machte der Sonntag seinem Namen alle Ehre – die Sonne knallte. Wunderbar, so muss Festivalwetter aussehen! Und da die Temperaturen mich verhältnismäßig früh dazu veranlassten, die Nacht für beendet zu erklären, reichte die Zeit sogar noch für den obligatorischen Schneeballen-Kauf-Ausflug in die Stadt. Dabei überlegte ich kurz, ob das nicht noch DIE Marketingidee fürs Festival wäre – ein Schneeballenstand unten im Tal direkt am Festival! Andererseits hat es ja auch Vorteile, wenn man die Kalorien schon auf dem steilen Weg in die Stadt abtrainiert, bevor man die Schneeballen überhaupt erst kauft. ;)

Wie schon die ersten beiden Tage begann auch der Festival-Sonntag mit den Emergenza-Bands, bevor dann auf der Hauptbühne Jupiter Jones an der Reihe waren. Für die erste Band des Tages füllte sich das Gelände recht gut – wenn auch die Verteilung des Publikums wetterbedingt ein wenig ungewöhnlich war: Der Hang war voll, vor der Bühne eine Handvoll Leutchen, und quadratisch angeordnet neben dem Mischpult auch noch ein Pulk (da war nämlich Schatten!). Jupiter Jones spielten ein solides Konzert, wobei ich gestehen muss, dass ich mit ihrer Musik nicht viel anfangen kann. Sie erinnern mich stark an Kettcar, und auch die zünden bei mir leider so gar nicht. Aber es muss ja nicht jeder alles mögen.

OhrbootenDie nächste Band auf der Hauptbühne sagte mir dann umso mehr zu: Die Ohrbooten aus Berlin brachten im wunderschönen Sommerwetter mit ihrem Reggae/Trip Hop die Menge vor der Bühne zum Tanzen und den Hang zum Chillen. Vor der Bühne wurden die Lieder lauthals mitgesungen, aber man musste nichts kennen, um den Auftritt zu genießen. Ich persönlich hatte die Ohrbooten vor einem Monat zum ersten Mal gesehen und erkannte die meisten Lieder wieder – immer ein gutes Zeichen! Am Ende forderte das Publikum lautstark “Autobahn”, und der Sänger antwortete mit einem “So ein Zufall, genau das Lied wollten wir jetzt gerade… oh, es wird dunkel!” Und ganz genau – es hatte sich während des Auftritts ziemlich zugezogen, und pünktlich zum letzten Lied fing es an zu schütten. Und zwar wirklich zu schütten! Dabei soll man bei Festivals doch nicht duschen… ;) Die Ohrbooten spielten natürlich trotzdem zu Ende, und der Großteil des Publikums hielt tapfer durch – wer nicht schon vorab geflüchtet war, für den war es jetzt sowieso zu spät. Eine Zugabe wurde von den Ohrbooten aber seltsamerweise nicht gefordert…

The Subways im PlanschbeckenDie Emergenza-Teilnehmer taten mir daraufhin extremst leid, denn just zum Zeitpunkt des Wolkenbruchs lief die Siegerehrung. Dementsprechend wird wohl wenig Publikum zur Verkündung und zu den anschließenden Auftritten der Siegerbands vor Ort gewesen sein – sicher sagen kann ich es nicht, da ich mich erst mal auf den Weg zum Auto machte, um die klatschnassen Klamotten gegen trockene zu tauschen. Laut Emergenza-Webseite haben die Norweger Envy gewonnen – da sag ich doch: gratulerer! Ein absolut verdienter Gewinner.

Zum Glück klarte das Wetter nach dem Schauer wieder auf – das Gelände stand natürlich ziemlich unter Wasser, aber mit Gummistiefeln bewaffnet konnte der Festivalabend weitergehen. Eröffnet wurde der Festivalteil “nach der Sintflut” von The Subways. Die Sonne kam wieder raus, aber dennoch war der Wolkenbruch für die Subways sehr schade. Denn dieses Konzert mit einem prall gefüllten Festivalgelände und einem vollbesetzten Hang wäre das Konzert des Festivals geworden – so was es “nur” ein sehr gutes und energievolles Konzert. Das Publikum tanzte in den Pfützen, und ein Zuschauer hatte ein Planschbecken dabei, das später auf der Bühne und dann mitsamt Sänger Billy auf den Armen des Publikums landete.

Die Überbleibsel der SintflutWechsel zur Sounds-for-Nature-Bühne, wo Wirtz auf dem Programm stand. Wirtz ist bislang völlig an mir vorbeigegangen, was sicher auch mit an der Vergangenheit liegt. Dennoch hat mich dieser Auftritt voll und ganz begeistert. Daniel Wirtz kam sehr sympathisch rüber, man hat ihm jede Ansage zu 100% abgenommen, und musikalisch sowie textlich war der Auftritt sowieso top. Allzu viele Zuschauer hatten sich nicht an die kleine Bühne verirrt, aber die Anwesenden machten mit ihrem engagierten Mitsingen und Mit”leben” die Masse absolut wett.

Nun waren die Dropkick Murphys an der Reihe. Die habe ich schon mehrfach bei Festivals gesehen, und wie gewohnt machten sie auch beim Taubertal richtig Stimmung. Wobei man zum Tanzen teilweise schon hart im Nehmen sein musste; denn das Gelände stand nach wie vor unter Wasser. Und ich muss gestehen, ich konnte mich kaum aufs Konzert konzentrieren und daher hier nicht wirklich viel berichten; denn ich stand am Hang. Und der Hang war wirklich… spannend. Vom Regen völlig aufgeweicht war er (wie aus den letzten Jahren gewohnt) eine einzige Rutschbahn, und es war fast unmöglich, nach oben zu kommen. Und jede kleinste Gewichtsverlagerung konnte dazu führen, dass man – für alle anderen ohne jeden ersichtlichen Grund – einfach umfiel. Aber alle nahmen es mit so viel Humor, Leute wurden hochgezogen, angefeuert, festgehalten… wunderbar. Was wäre das Taubertal ohne (unfreiwilliges oder freiwilliges) Schlammrutschen am Hang?

La Vela PuercaEndspurt auf der Sounds-for-Nature-Bühne: Als vorletzte Band dort (den letzten Act, Frank Turner, habe ich leider nicht mehr mitbekommen) waren La Vela Puerca gebucht. Wie gewohnt brachten sie mit ihrem Ska die Masse zum Tanzen! Interessant fand ich, dass sie die Setlist bezogen auf ihren Auftritt beim Mini-Rock letztes Wochenende umgestellt hatten – dort hatte ich noch zu bemängeln, dass das Konzert mit vielen neuen Lieder anfing. Das war diesmal nicht so; nach dem Eröffnungslied bekamen wir gleich “bekannte Kost”. Super! Und dennoch – so ungern ich von Bands fordere, dass nur die alten Kamellen gespielt werden “dürfen” – in der Mitte des Konzerts folgten dann einige unbekannte Stücke, was die Stimmung ein wenig dämpfte. Aber so war es auf jeden Fall besser als beim Mini-Rock. Und überhaupt: Das Publikum tanzte von Anfang bis Ende, die Kritik ist also sowieso nicht wirklich angebracht.

Die Fantastischen VierKlare Headliner des Sonntags waren natürlich Die Fantastischen Vier. Sie haben schon mehrfach beim Taubertal gespielt – dass allerdings Thomas D sich sicher war, dass der Hügel doch auf der anderen Seite wäre, war ein wenig verwunderlich. Zuletzt waren sie 2008 da, da stand die Bühne schon dort, wo sie jetzt auch steht (und auch der Hang hat sich in der Zwischenzeit nicht bewegt ;) ). Irgendwie fanden die Fantas es ja “schade, dass es nicht regnet” – das sah das Publikum aber anders. Sonst waren Band und Publikum sich aber voll und ganz darin einig, das Konzert zum perfekten Abschluss für ein tolles Festival werden zu lassen. Zwar waren offenbar schon einige Besucher abgereist, aber die verbliebenen genossen den Auftritt der Fantastischen Vier voll und ganz.

Auch für mich ging es danach nach Hause – völlig übermüdet, schlammig und glücklich bleibt für mich nur zu sagen: Danke Taubertal – bis nächstes Jahr!

12-14.08.2011 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Saturday, August 13th, 2011
12-14.08.2011 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Mit on3 Tickets fürs Taubertal-Festival gewinnen!

Monday, August 8th, 2011

TTF2011Am Wochenende steht endlich wieder das Taubertal-Festival an! Und wie immer sollte man sich das nicht entgehen lassen, wie ja auch schon berichtet. Tickets gesichert? Nein? Ausverkauft?

Kein Problem! Denn die on3-Festivalheimat verlost noch Tickets! Der on3-Festivalbus ist ja aus den letzten Jahren beim Taubertal bestens bekannt. Auch dieses Jahr wird es dort wieder Live-Sendungen geben; der Haupt-Fokus liegt diesmal allerdings auf der on3-Fotobox, wo Ihr Euch fotografieren lassen könnt. Die Fotos gibt’s nicht nur “in echt” zum Mitnehmen, sondern auch auf Facebook. Alle Infos dazu gibt’s bei der on3-Festivalheimat bei Facebook.

Und dank on3 könnt Ihr auch hier auf www.konzertjunkie.com Tickets gewinnen! Wir verlosen zwei Drei-Tages-Pässe (zweimal je einen) fürs Taubertal-Festival 2011. Um zu gewinnen, schicke bis Dienstag, 09.08.2011, 23:59 Uhr eine E-Mail an gewinnen@konzertjunkie.com mit Deinem Namen und Deiner Adresse. Unter allen Einsendern wird gelost, und die beiden glücklichen Gewinner werden am Mittwoch benachrichtigt – damit Ihr auch noch genug Zeit zum Packen habt. =;-)

Viel Glück – wir sehen uns in Rothenburg!

Update 10.08.2011: Das Gewinnspiel ist vorbei, und die beiden Gewinner wurden soeben benachrichtigt. Herzlichen Glückwunsch!
Ein dickes Sorry an alle, die diesmal kein Glück hatten. Vielleicht schafft Ihr es ja doch noch irgendwie zum Taubertal, ich drücke die Daumen!

12.-14.08.2011 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Monday, July 11th, 2011

TTF2011
Jedes Jahr Mitte August wird Rothenburg o.d. Tauber, ein malerisches historisches Städtchen voller fotografierender Japaner, von einer Horde Festivalbesucher heimgesucht. Obwohl, heimgesucht ist das falsche Wort, denn es klingt so negativ. Und die Festivalbesucher fallen in der Stadt definitiv nicht negativ auf! (Unter den ganzen fotografierenden Japanern, die es an diesem Wochenende natürlich genauso gibt wie immer.) Und ich für meinen Teil kann sagen, dass ich noch keine Festivalstadt so gut kennengelernt habe wie Rothenburg, denn – obwohl es zu Fuß ein ziemlicher Gewaltmarsch in die Stadt ist und die Shuttlebusse gerne mal andersrum fahren als erwartet, sodass man ein wenig länger unterwegs ist als geplant – es lohnt sich doch immer, einen Abstecher in die Stadt zu machen. Sei es zum Sightseeing oder nur, um sich mit Rothenburger Schneeballen einzudecken.

Danach geht es dann aber schnell zurück zur Eiswiese, denn schließlich ist das Festival der eigentliche Höhepunkt! Das Festivalgelände liegt wunderschön mitten im Taubertal, zu beiden Seiten von Hügeln eingeschlossen. Das Gelände selbst ist an der Kapazitätsgrenze, das Festival daher schon seit Jahren immer ausverkauft, aber man empfindet es nicht als überfüllt. Dazu trägt sicherlich der Hang bei, von dem man immer eine tolle Sicht auf die Bühne hat – egal ob nachmittags im Sitzen (beim “Chillen” quasi) oder abends beim Headliner. Nur bei anhaltendem Regen wird der Hang gerne mal zur Rutschbahn – was man aber auch positiv sehen kann und sich begeistert in den Schlamm stürzen!

Denn ganz klar: Egal welches Wetter, Taubertal macht Spaß. Natürlich, drei Tage Dauerregen können an den Nerven zehren – aber das ist ja die Ausnahme. Matsch ist schon eher die Regel, einfach weil das Gelände nunmal ist, wie es ist. Aber im Gegensatz zu anderen Festivals (wie z.B. dem Southside), wo die Veranstalter die Schultern zucken und die Besucher allein gegen den Schlamm ankämpfen lassen, ist beim Taubertal eigentlich immer alles unter Kontrolle. Gummistiefel schaden natürlich trotzdem nicht. ;)

Einziger Kritikpunkt ist vielleicht der allabendliche, erzwungene Marsch zum Campingplatz Berg und zum Parkplatz. Zwei Kilometer steil bergauf, mitten in der Nacht, teilweise im Stockfinstern – nicht jedermanns Sache. Aber: Zusammen mit den anderen Festivalbesuchern. In einer wunderbaren, begeisterten Stimmung. Nach einem tollen Konzert. Und erst mal nur den halben Weg, denn unterwegs liegt ja noch der Steinbruch und damit das Nachtprogramm des Festivals. Nein, das ist kein Negativpunkt. Sondern Teil des Taubertal-Festivals, ohne wäre das Taubertal nicht das Taubertal.

Und dann wäre da noch das Wichtigste: Die Musik! Ich weiß nicht, wie die Booker das hinkriegen… jedes Jahr denke ich, das Programm ist perfekt und es sind SOO viele wunderbare Bands da, das können sie nicht wiederholen. Und im nächsten Jahr setzt das Taubertal noch einen drauf und bietet mal wieder das beste Festivalprogramm des Sommers. Jeweils zusammen mit dem Open Flair, versteht sich; die beiden Festivals sind zwar keine “offiziellen” Schwesterfestivals, aber das Line-Up ist immer fast identisch – was sich ja auch anbietet. Und keine Frage, auch das Open Flair ist ein tolles Festival, mit einem schönen Gelände, quasi mitten in der Stadt gelegen. Und dennoch: Das Flair vom Taubertal schlägt das Flair vom Flair. Man könnte fast sagen, das Taubertal ist das Original und das Flair ist die Kopie… eine gute Kopie, aber eine Kopie kommt eben nie ans Original ran.

Meine persönlichen Band-Highlights dieses Jahr sind Bullet for my Valentine, Disco Ensemble, La Vela Puerca und die Monsters of Liedermaching – aber Namen wie Die Fantastischen Vier, Iggy & the Stooges, NOFX, Dropkick Murphys, Pendulum, Donots, Itchy Poopzkid und Johnossi können definitiv nicht unerwähnt bleiben. Wie schon geschrieben – das Programm ist jedes Jahr erstklassig! Das komplette Line-Up gibt es hier, und alle weiteren Infos auf 2011.taubertal-festival.de. Das Dreitagesticket inklusive Camping kostet 87,50 Euro – und wie üblich steht das Festival kurz vor dem Ausverkauft-Status. Wer noch hinwill, sollte sich also sputen.

Zu den Neuerungen dieses Jahr zählt das FLEXotel; ein mobiles Containerhotel direkt auf dem Festivalgelände. Klingt definitiv spannend, und für nicht mal 40 Euro pro Person und Nacht auch einigermaßen erschwinglich. Alternativ kann man natürlich auch in der Stadt übernachten (die Shuttlebusse Richtung Stadt fahren bis nach Konzertende) – oder festivaltypisch auf dem Campingplatz, der auch bei tagelangem Dauerregen noch in besserem Zustand ist als z.B. beim Southside. So verpasst man dann auch nicht die Erfahrung der kollektiven Nachtwanderung bergauf, die zum Taubertal einfach dazugehört.

13.08.2010 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d.T.)

Sunday, August 15th, 2010

Kurzer Disclaimer vorab: Da ich diesmal ausnahmsweise nicht in journalistischer Funktion – also, schon in journalistischer Funktion, aber nicht für konzertjunkie.de ;) – unterwegs war, gibt’s hier nur ein paar Eindrücke vom Festival, keinen ausgearbeiteten Bericht. Nächstes Jahr dann vielleicht… =;-)

Das dritte Jahr Taubertal in Folge für mich – erst waren die Ärzte da, dann Farin solo, jetzt Bela solo. Daher kenne ich die Leute, die für “Fotopässe über Gästeliste” (ein völlig verqueres und eigentlich unmögliches Konzept übrigens *g*) zuständig sind, mittlerweile allesamt persönlich, und sie erkennen mich auch schon wieder. =;-) Aber nach einer knappen Stunde war diesmal alles geklärt und ich konnte aufs Gelände. Wie immer ging es erst mal ganz nach hinten zur On3-Bühne – denn dort könnte ja etwas Spannendes auf dem Programm stehen!

Tat es auch – denn gerade hatte die Live-Sendung angefangen, in der später auch Bela auftreten sollte. Bingo! Es war erstaunlich wenig los dafür, dass Bela erwartet wurde, aber man bekam im Publikum auch nicht wirklich viel von der Sendung mit; die erste halbe Stunde war also doch eher langweilig. Dann kam allerdings Bela: Zuerst gab es “Liebe und Benzin” live, dann ein Interview, dann den Rest der Sendung und zum Ende noch mal Bela live mit “In diesem Leben nicht”. Ohne den tollen Mittelteil… *grmbl* Bela wirkte definitiv sehr sympathisch, witzelte ein wenig mit dem Publikum rum, aber wirklich Vielsagendes gab es nicht. Wer nicht dabei war, hat Bela zwar nicht aus der Nähe gesehen, aber verpasst hat man auch nichts. Gegen Ende stellte sich der Großteil des Publikums für Autogramme an und war dementsprechend enttäuscht, als es keine gab – es waren allerdings auch keine angekündigt, es hätte mich also auch gewundert, wenn es welche gegeben hätte.

Wirklich ätzend war, dass nach der Sendung vom Taubertal-Blog aus getwittert wurde, dass Bela einen Ärzte-Auftritt beim Taubertal 2011 angekündigt hätte – hat er nämlich nicht. Zumindest nicht im Interview. Er soll danach zum On3-Musikchef gesagt haben, dass er gerne wiederkommt – “2011 dann mit den Ärzten”. Aber dass das reiner Smalltalk und keine Ankündigung war, sollte ja nun wirklich jedem klar sein… aber natürlich gleich alles breittreten und weiterverkünden, schon klar. Denn was angekündigt ist, muss dann auch passieren, oder wie? Absolut zum Kotzen, diese Art von Journalismus.

Egal. Danach ging’s für mich schnell rüber zur Hauptbühne und LaBrassBanda – die kannte ich nicht, hatte keine Ahnung, was mich erwartet. Umso überraschter war ich dann über den Ska auf Bayrisch. *rofl* Die machten richtig gut Stimmung, und das Publikum feierte!

Danach Essenspause und Warten auf die nächste Band – aus “Produktionsgründen” (die mich ja ECHT mal interessieren würden…) wurden Bela B und Ska-P getauscht. Als nächstes kamen dann also Ska-P auf die Bühne, und auch sie begeisterten das Publikum. Völlig zu Recht! Auch wenn ich der Meinung bin, dass ein paar Ansagen auf Englisch die Sache deutlich vereinfachen würden… =;-) Ein tolles Konzert jedenfalls.

Und dann… leerte sich das Gelände. Bei Bela waren definitiv sehr viel weniger Leute vor der Bühne als bei Ska-P. *hüstel* Berechtigt? Nun ja, als alter Bela-Fan behaupte ich natürlich “nein”, auch wenn ich absolut jeden verstehen kann, der mit Bela solo (und insbesondere seinen aktuellen Festivalauftritten) so gar nichts anfangen kann. Ich finde die Hemden mit Berufsbezeichnung (“Gitarre”, “Bass”, “Drums”, “Human Boss”, “Babe” und – wie ich diesmal zum ersten mal gesehen habe – auch “Monitor”, “Tourmanagerin” und “Security” *rofl*) zum Schreien. Aber wer – ohne Kontext – eine Künstlerin auf der Bühne im “Babe”-Shirt sieht, der sieht das wohl doch eher anders. Zumal diese dann auch noch dem Human Boss mitten im Song eine weiße Schießer-Unterhose aus der Hose zieht. Hrmpf. Denkt denn keiner an die Nicht-Fans?!
Nu ja. Mir persönlich hat das Konzert gefallen. Es war zwar ziemlicher Standard, aber ich fühlte mich nostalgisch an die Winter-Tour zurückerinnert… Für Otto-Normal-Festivalbesucher war das aber klar der schwächste Auftritt des Abends. War aber ja auch kaum jemand da. *hüstel*

Headliner war dann Fettes Brot – wie beim Mini-Rock lieferten sie eine klasse Show und wurden gefeiert. Die Sprüche waren noch mal einen Tick besser, Schneeballen versteht man am besten, indem man sie einfach isst, und die Leute im Haus da oben auf dem Berg haben noch nie auf Ansprachen reagiert. *g* Ein toller Abschluss für einen schönen Festivalabend!

Da ich leider nur ein Tagesbändchen hatte, war das für mich auch der einzige Tag am Taubertal dieses Jahr – schade. Und irgendwie hab ich mich dabei auch vom Taubertal verabschiedet… werde ich langsam aber sicher zu alt dafür? Das Festival ist mittlerweile ECHT groß geworden, evtl. zu groß. Und dennoch, es hängen so viele tolle Erinnerungen daran… die erste Nacht auf dem Zeltplatz mit SOAD-Beschallung rund um die Uhr (wann war das? 2002?), diverse Schlammrutschbahnen, Rothenburger Schneeballen, nächtliche Wanderungen zum Zeltplatz, mein erstes Dúné-Konzert bei strömendem Regen im Steinbruch, die Entdeckung von Boppin’ B, “Es gibt nur ein Rudi-Völler”-Gesänge im Shuttlebus und “Es gibt nur ein Hardy Appich”-Gesänge vorm Backstage, erste Reihe bei den Hosen, Kaizers statt Fanta Vier – und nicht zuletzt natürlich das Jahr, an dem ich direkt von meinem Vorstellungsgespräch bei meinem jetzigen Arbeitgeber nach Rothenburg gefahren bin und tags darauf im strömenden Regen, untergestellt in den Arkaden des Rothenburger Rathauses, mein Handy klingelte… “Wir würden Ihnen gerne ein Angebot machen”.
Hach ja, the memories. Nein, auch wenn ich mir am Freitag sicher war, dass ich nicht mehr komme – ich glaube, ich werde nächstes Jahr wieder dabei sein. Hoffentlich.

08-09.08.2009 Taubertal-Festival

Saturday, August 15th, 2009

So, mal wieder zum Taubertal-Festival – langsam werde ich da Stammgast! Dieses Mal ging es allerdings nur für zwei Tage hin, Samstag und Sonntag. Und das, obwohl die meisten interessanten Bands am Freitag gespielt haben… *seufz*

Das hatte dann auch zur Folge, dass ich das Programm dieses Mal ziemlich langweilig fand. Samstags kam ich erst relativ spät (und durfte dann erst mal wieder eine – allerdings in meinen Augen doch ziemlich amüsante – Odyssee zwischen Kasse, Passbüro und Pressestelle durchlaufen). Dann erstmal was zu essen, ‘ne halbe Stunde In Extremo (okay, aber nicht wirklich meine Musik) und ‘ne halbe Stunde The (Int.) Noise Conspiracy (klasse!), und dann ging es los zum Fotografieren beim Farin Urlaub Racing Team.

Natürlich hatte es mittlerweile angefangen zu regnen… *grmbl* Im Gegensatz zu meinen letzten Festivals war es dabei allerdings WARM, und daher konnte mir der Regen nicht die Laune verderben. Eher schon der Hang… das war schon eine schwer rutschige Angelegenheit, sich da nach dem Fotografieren noch einen brauchbaren Platz zu sichern. Und vor allem, da dann auch stehen zu bleiben, wenn einem mal wieder jemand von hinten in die Haxen gerutscht ist… Ich will ja gar nicht wissen, wie die “Hang-Wall-of-Death” ausgesehen hat – da war ich noch mit Durchkämpfen beschäftigt. ;-)

Das Konzert war insgesamt jedenfalls sehr unterhaltsam, auch wenn ich mir keine Details gemerkt habe. Und die Festivalatmosphäre war (trotz der natürlich auch vorhandenen Menge an Idioten) doch wieder sehr nett, so dass es keine schwierige Entscheidung war, ob ich noch den Sonntag bleibe oder nicht.

Das Problem am Sonntag war aber das gleiche wie am Samstag: Keine interessanten Bands! Ursprünglich hatte ich vor, noch in die Stadt zu fahren, aber das war mir dann irgendwie auch zu viel Aufwand – also lieber unten am Gelände in die Sonne setzen… das war auch sehr schön und tat gut, nur auf Dauer war es halt etwas langweilig. Und außer Sondaschule konnte mich am Sonntag nunmal wirklich keine Band begeistern. Die Emergenza-Gewinner waren sehr nett, das stimmt, aber ein absolutes Highlight waren sie auch nicht. Aber sie haben Potential…

Bei Taking Back Sunday hab ich mich dann nach vorne begeben, denn von den Hosen wollte ich schon auch was sehen. Das hat auch geklappt – teilweise wurde es zwar schwer eng (obwohl ich ganz an der Seite stand), und mit einigen Vollhonks mussten auch diverse Ellbogenkämpfe ausgetragen werden, aber hey, das war es wert! Wieder ein tolles Hosenkonzert – wobei mir die immer gleichen Ansagen mittlerweile doch so ein klitzekleines bisschen auf den Keks gehen. ;)

Da ich am Montag wieder arbeiten musste, hieß es dann möglichst schnell den Berg hoch, mit dem Auto mitten durch die Menschenmenge und dann erstmal 40 Minuten durch die Pampa zur Autobahn…

Aber das Taubertal war mal wieder richtig schön, und damit hat sich der Stress mehr als gelohnt!

10.8.2008 Die Ärzte (Taubertal-Festival)

Sunday, August 10th, 2008

Vor vier Jahren beim Taubertal stand die Hauptbühne noch andersrum, es waren nicht ganz so viele Leute da und ich kam zu spät zum Ärzte-Konzert, weil ich vorher noch Mothertongue im Zelt fertiggucken wollte. Diesmal kam ich auch zu spät, allerdings deshalb, weil die Fotografen nach den drei Liedern im Fotograben erstmal komplett vom Gelände geschmissen wurden und dann ganz hinten durch den Eingang wieder reindurften. Na danke auch. Und die vielen Leute und der durch die gedrehte Bühne noch steilere Hang machten ein Vorwärtskommen nicht gerade einfach – so dass ich die erste Hälfte des Konzerts nicht so wirklich mitbekommen hab. Nachher entwickelte sich der Ärzte-Auftritt aber auf jeden Fall in ein solides und amüsantes Konzert.
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8.8.2008 Kaizers Orchestra (Taubertal-Festival, Rothenburg o.d.T.)

Friday, August 8th, 2008

Kaizers Orchestra endlich mal beim Taubertal – juchhe! OK, Open Flair wäre natürlich noch besser gewesen, aber man nimmt, was man kriegt. Und wenn dann gleich Kaizers und DÄ beim selben Festival spielen, ist das natürlich super.
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Kaizers Orchestra playing at Taubertal festival – yippieh! OK, Open Flair would have been even better, but you take what you get, and who would complain about a festival where both Kaizers and Die Ärzte are playing? Right.
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7-10.8.2008 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d.T)

Friday, August 8th, 2008

So, hier dann mal ein kurzer “Rahmenbericht” zum Taubertal – richtig ausführlich sind eigentlich nur die Berichte zu den Konzerten von Kaizers Orchestra und die Ärzte.

Los ging’s für mich schon donnerstags, da ich einerseits “meinen” Parkplatz ganz am Anfang des Zeltplatzes wieder haben wollte (was erfolgreich war *g*) und mir andererseits das im Stau stehen sparen wollte. Das gab’s diesmal aber gar nicht, scheinbar verteilt sich die Anreisewelle mittlerweile doch besser. Kaum angekommen fing es an zu regnen – trotzdem machte ich mich auf den Weg in den Steinbruch, um zumindest noch ein bisschen von Duné mitzubekommen – am Ende bekam ich sogar das ganze Konzert zu sehen, weil sie wegen des Regens und der kaum anwesenden Zuschauer deutlich später anfingen. Und die waren klasse! Da freu ich mich doch schon gleich aufs Chiemsee-Ärzte-Konzert!

Der Freitag war insgesamt eher wenig ereignisreich – erstmal ging’s in die Stadt, weil nichts wirklich Interessantes auf dem Programm stand. Da schockte mich dann allerdings der Geräuschpegel doch etwas, muss ich sagen – vielleicht hätten sie die Hauptbühne doch nicht so aufstellen sollen, dass sie direkt Richtung Stadt strahlt… Klar, natürlich ist es angenehm, dass man beim Bühnenwechsel nicht vom Gelände runtermuss, und die kleine Bühne bekommt so deutlich mehr Zulauf als das Zelt früher. Aber abgesehen davon, dass so ja eine Bühne komplett weggefallen ist (früher gab es ja die Hauptbühne, die Zeltbühne und die Emergenza-Bühne!), ist so halt auch das Gelände und damit das Gedrängel viel größer. Und dass sich die Sicht verbessert hätte, finde ich eigentlich nicht. Fakt ist aber: Mir ist das Taubertal mittlerweile echt zu groß. Schade… =:-(
Als ich dann gegen Abend aufs Gelände kam, gab’s erstmal She male trouble und ein bisschen Turbostaat, bevor ich zu Nephew an die Hauptbühne wechselte. Die gefielen mir auch echt gut, aber da musste ich mich echt übers Publikum aufregen. Denen war nämlich größtenteils scheißegal, was da auf der Bühne passierte. OK, hatte den Vorteil, dass ich problemlos bis in die fünfte, sechste Reihe vorlaufen konnte – aber da war dann ein Desinteresse, das war nicht mehr feierlich. Ständiger Durchgangsverkehr, Gequatsche ohne Ende, und ständig irgendwelche Sauflieder. Kein Wunder, dass Nephew sichtlich angepisst waren… Apropos angepisst – dass ich an dem Abend mindestens dreimal beobachtet habe, dass Leute mitten in die Menge gepisst haben, fand ich ja echt die Höhe. Zumal es für die Jungs nu echt genügend Pinkelmöglichkeiten gab, und es war ja auch nicht so, dass es einen geschlossenen Wellenbrecher gegeben hätte, in den man nicht mehr reingekommen wäre, wenn man mal raus geht zum pinkeln… Absolut eklig.

Nu ja, nach Nephew waren dann die Fantastischen Vier dran, die mich nicht so wirklich überzeugen konnten – hauptsächlich, weil ich kaum was kannte von dem, was sie so gespielt haben. Und am Ende, als wahrscheinlich die Hits kamen, war ich ja schon auf dem Weg zu Kaizers Orchestra. Die übrigens toll waren, näheres siehe hier.

Tagesabschluss dann im Steinbruch mit den Donots im Regen, die komplett geflasht vom Publikum waren. Tolles Konzert! Danach legten dann noch die Beatsteaks auf, obwohl sie für den nächsten Tag angekündigt waren – war mir persönlich herzlichst schnuppe, aber die Informationspolitik war doch etwas daneben.

Samstags ging’s dann schon früh aufs Gelände. Lily Electric und Slut konnten mich aber beide nicht so ganz mitreißen. Panteón Rococó schon eher, aber ich war definitiv nicht in Tanzlaune und schaute mir das Ganze im Sitzen am Hang an – trotzdem sehr nett. Statt den Editors gab’s für mich dann die Schwarzwald Library an der kleinen Bühne, die waren klasse, wenn auch so gar nicht das, was ich erwartet hätte. Dann noch ein bisschen Bloodlights (auch super, aber das, was ich erwartet hatte *g*) ging’s dann zu Fettes Brot zurück an die Hauptbühne.

Und die waren echt der Hammer! War ja zu erwarten, aber die begeisterten echt das ganze Gelände. Und waren davon selbst sichtlich begeistert. *g* Super Konzert!

Da ich mir einen recht guten Platz ergattert hatte und Moneybrother mich ja noch nie begeistern konnte, blieb ich einfach gleich mal da und wartete auf die Hives. Auch die machten ordentlich Stimmung und hatten einen riesigen Spaß auf der Bühne – für mich spielt gerade bei Hives-Auftritten aber immer so ein bisschen die Wehmut mit, dass da auf der Bühne ganz genauso Kaizers stehen könnten – die würden ganz genauso Stimmung machen und auch so toll ankommen! Nur würden bei ihnen halt keine Leute kommen… *grmbl*

Culcha Candela sparte ich mir dann, und was auch immer im Steinbruch los war, klang auf die Entfernung am Zeltplatz echt gut, aber ich war müde und bevorzugte dann doch mein Bettchen… =;-)

Der erste Höhepunkt des Sonntags waren natürlich die Schröders – der Auftritt war auch echt gut, und für die Tageszeit hatten es echt viele Leute vor die Bühne geschafft. Allerdings überzeugten sie mich diesmal nicht absolut. Denn bis auf ihre drei Hits spielten sie nur Lieder, die es so (noch) nicht auf Platte gibt… und das find ich bei Festivals halt echt doof. Zumindest bei mir wäre die Stimmung doch besser gewesen, hätte ich das eine oder andere Lied gekannt. Und die drei Hits hätten sie dafür dann auch rauslassen können. =;-)

Die Zeit danach hatte ich mir eigentlich für die Fotopass-Abhol-Odyssee aufgespart – wider Erwarten klappte das aber alles problemlos (von dem kleinen Problemchen, dass man mit einem Pass, auf dem groß “No Backstage” draufsteht, natürlich nicht zum Backstage gelegenen Fotografentreffpunkt kommt, mal abgesehen *g*), so dass ich mir dann doch noch Danko Jones ansehen musste (nein, kann ich immer noch nicht ausstehen). Ich verzog mich dann auch schnellstmöglich zur kleinen Bühne, da spielten The Heavy – na ja, auch nicht sooo mein Ding, aber immerhin besser als Danko Jones. Danach dann noch ein bisschen Anti-Flag und auf zur nächsten Odyssee, die da diesmal fotografieren hieß… und so ungefähr ‘ne halbe Stunde nach Konzertbeginn von DÄ konnte ich dann auch anfangen, das Konzert zu genießen. =;-) Näheres hier.

Weil ich nach DÄ dann nicht mit dem großen Strom den Berg raufschwimmen wollte, guckte ich mir noch die letzte Band auf der kleinen Bühne an (The Courteeners) – die hätte ich wahrscheinlich gut gefunden, wenn ich nicht so furchtbar fertig gewesen wäre. So hatte ich dann nochmal die Möglichkeit, mich über die kleinen Ärgernisse des Festivals aufzuregen. Warum stellt man nicht mal hier und da eine Mülltonne auf?!? Und warum gab’s auf dem Gelände so wenig Klos? Und warum machen die Wasserklos so früh wie irgend möglich zu?

Nu ja, aber das waren Kleinigkeiten. Insgesamt ist das Taubertal schon immer noch ein schönes Festival (und das von mir, meines Zeichens Festivalhasser!). Allerdings wird es immer größer, und auch wenn die Leute weiterhin sehr nett und umgänglich sind – langsam aber sicher wird es einfach zu viel für den begrenzten Platz. Also bitte nicht NOCH größer nächstes Jahr!

8.8.2008 – Photos Kaizers Orchestra (Taubertal-Festival, Rothenburg o.d.T.)

Friday, August 8th, 2008
8.8.2008 – Photos Kaizers Orchestra (Taubertal-Festival, Rothenburg o.d.T.)