Beatsteaks

06.-09.08.2015 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Friday, August 7th, 2015
06.-09.08.2015 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)
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Das Taubertal-Festival wird 20! Immer noch kein Radiohead im Line-Up 😉 – aber dafür alles, was sonst Rang und Namen hat. Am Freitag spielten z.B. gleich drei Bands, die alle als Headliner hätten auftreten können, hintereinander auf der Hauptbühne. Und auch wenn die anderen Tage in meinen Augen ein wenig schwächer besetzt waren, hat das Taubertal insgesamt ein absolut jubiläumswürdiges Programm aufgefahren.

Donnerstag, 6. August – Eröffnung im Steinbruch

Mein letzter Besuch im Steinbruch ist lange her – wenn man bequem in der Stadt übernachtet, ist der Steinbruch schwer zu erreichen. Wenn dort aber Boppin’ B und Sondaschule auf dem Programm stehen, fällt die Entscheidung, schon einen Tag früher anzureisen

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, nicht wirklich schwer!

Beide Bands lieferten tolle Auftritte ab und waren sichtlich begeistert von der Resonanz des Publikums. Boppin’ B hatten ihren letzten Auftritt beim Taubertal eigenen Angaben nach 2004 – was dann auch meine erste Begegnung mit ihnen war. Viele weitere folgten, und auch wenn ich die Musikauswahl diesmal für ein Festival nicht perfekt fand – es war ein sehr gelungener Auftritt!

Sondaschule spielten überraschend viel von ihrem neuen Album, das erst letzte Woche erschienen ist. Genauso überraschend war es, dass das Publikum alle Lieder abfeierte, auch wenn viele vermutlich die neuen Lieder noch gar nicht kannten! Die Stimmung war grandios, die Band total überwältigt und das Festival somit würdig eröffnet!

Taubertal 2015Allerdings muss es für den Eröffnungsabend auch Kritik geben. Hauptsächlich für den Sound – insbesondere Sondaschule lieferten einen einzigen Klangbrei ab. Es wurde im Laufe des Konzertes etwas besser, aber Ansagen und Texte waren kaum zu verstehen. Die Anlage der Steinbruchbühne wirkte, als wäre sie auf deutlich weniger Leute ausgelegt; eventuell war der Sound mittig vor der Bühne besser, aber da war natürlich das Mosh-Pit. Und seitlich und hinten war der Klang unerträglich. 🙁 Sehr sehr schade! Wenn man schon tolle Bands im Steinbruch bucht, sollten sie auch eine vernünftige Anlage zur Verfügung haben. Vor allem, weil beide Bands genauso gut ins “echte” Line-Up auf dem Hauptgelände gepasst hätten.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Security. Die lieferte zwar gute Arbeit – aber zwei Leute im Graben bei Sondaschule? Definitiv zu wenig. Zumal der Großteil des Publikums zu diesem Zeitpunkt doch schon leicht (*hüstel*) alkoholisiert und dementsprechend nicht wirklich zurechnungsfähig war. Was sich auch sonst immer wieder zeigte – z.B. an den zwei Honks, die bei Boppin’ B hinter mir einem Mädel imponieren wollten und lautstark irgendwelchen Mist (wohlgemerkt ohne jeglichen Zusammenhang zum Konzert!) grölten; und das nicht irgendwo hinten, sondern in der zweiten Reihe. Gut gemeint, aber auch eher unglücklich, war die Ruder-Aktion vor der Bühne bei der Sondaschule. Natürlich sieht sowas toll aus, aber sehen konnte aufgrund der niedrigen Bühne und des flachen Geländes eh niemand was, und aufgrund des miesen und leisen Sounds bekam man so auch nichts mehr vom Geschehen auf der Bühne mit …

Und zuguterletzt noch ein “Daumen runter” für die Startzeiten – zum angekündigten Beginn um 21.30 standen Boppin’ B schon lange auf der Bühne, und auch Sondaschule starteten und endeten deutlich vor ihrer Zeit. Gut, selbst schuld, wenn man nicht früher vor Ort ist – aber wenn der Shuttlebus wegen offener Tür nicht weiterfahren kann und man so den Anfang verpasst, obwohl man trotzdem noch pünktlich ist, ist es ärgerlich.

Insgesamt also ein musikalisch toller Auftakt mit wunderbaren Konzerten, aber leider einigen organisatorischen Schwächen.

Freitag, 7. August – gleich drei Headliner!

Taubertal 2015Zumindest auf dem Papier war der Freitag der stärkste Tag im Line-Up. Und auch das Wetter passte hundertprozentig: Temperaturen gut jenseits der 35°C-Marke, kein Wölkchen am Himmel, und gegen Abend kühlte es im Tal (im Gegensatz zur Stadt …) so weit ab, dass man nicht mehr durchgehend schwitzen musste.

Das Programm vor den Abend-Headlinern war in meinen Augen allerdings eher mau. Einige der Emergenza-Bands lieferten richtig gute Konzerte ab, allerdings wie immer vor eher kleinem Publikum. Heißkalt als erste Nicht-Emergenza-Band auf der “Sounds for Nature”-Bühne boten trotz Hitze eine sehr energievolle Show mit viel Bewegung (sowohl vor als auch auf der Bühne) und wagten sich sogar kurz in den staubigen Hexenkessel vor der Bühne! Auf mich sprang der Funke jedoch nicht über, obwohl ich Heißkalt erst letzte Woche beim Mini Rock gesehen hatte; die Lieder blieben bei mir nicht wirklich hängen.

The Menzingers spielten dann vor deutlich kleinerem Publikum. Sehr schade, denn ihr melodiereicher Punk passte perfekt zum Festival und zum Aufwärmen für insbesondere The Offspring. Die wenigen, die vor der Bühne feierten, waren dafür voll und ganz bei der Sache.

Die ersten beiden Bands auf der Hauptbühne waren Django 3000 und The Majority says – zwei Bands, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Django 3000 versammelten mit bayrischem Ska/Gypsy-Pop eine ziemliche Meute vor der Bühne, die aufgrund der noch recht frühen Uhrzeit zwar eher langsam und vorsichtig herumhüpfte, aber sichtlich Spaß hatte. The Majority says waren danach für die eher ruhigen Töne zuständig … vor der Bühne war es so leer wie sonst meist beim Emergenza-Gewinner (was ja an sich sehr schade ist!), aber die Musik passte gut, um sich auf den Hang zu setzen und unterhalten zu lassen. Ehrlich gesagt glaube ich aber nicht, dass der Name vielen im Gedächtnis bleiben wird (und wenn ich mich nicht komplett verhört habe, haben The Offspring sie später als “The Mystery says” bezeichnet … *hüstel*)

Taubertal 2015Während das Gelände den ganzen Tag über eher leer wirkte, füllte es sich schlagartig kurz vor 20 Uhr. Zeit fürs Farin Urlaub Racing Team! Farin Urlaub ist nicht die ärzte, mehr Musiker auf der Bühne machen die Musikqualität nicht unbedingt besser (Autsch, da waren doch sehr viele sehr schiefe Töne dabei!), und dennoch – Farin Urlaub macht grundsätzlich Spaß! Mit einer guten Mischung aus neu und altbekannt (wobei die alten Hits größtenteils neu arrangiert wurden) sowie einer riesengroßen Portion Geblödel (allen voran die “pantomimische” Umsetzung des Anfangs von “Alle dasselbe” – Krähen, die gen Zwickau ziehen, Blitze und perlendes Gelächter) hatte Herr U. das Taubertal fest im Griff, alle waren voll und ganz dabei, und es wurde fleißig gecrowdsurft und getanzt. Und auch wenn noch zwei grandiose Bands folgten: absolut Headliner-würdig!

Bei The Offspring wurde es dann noch mal voller auf dem Gelände. Mein erster Gedanke nach den ersten paar Songs: Oh je, die sind alt geworden … Sonderlich viel Bewegung gab es auf der Bühne definitiv nicht! Umso mehr dafür im Publikum – da wurde gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich The Offspring nie zu ihrer “Hochzeit” gesehen habe – gut möglich, dass sie auch da schon eher eine Shoegazer-Band waren. Allerdings mit richtig guter Musik! Und das stellten sie auch diesmal wieder unter Beweis, und natürlich fehlten auch die alten Hits nicht. Man musste allerdings recht textsicher sein, denn der Sound war nicht perfekt. Es klang aber perfekt nach Offspring, und ich war sicher nicht die Einzige, die sich in die Jugendzeit zurückversetzt fühlte … Die Stimmung war fantastisch, und ich habe schon einige “echte” Headliner auf dem Taubertal erlebt, die diesen Slot nicht wirklich verdient hatten – ganz im Gegensatz zu The Offspring!

Taubertal 2015Und dann war es Zeit für den letzten der drei Headliner: Kraftklub! Vor drei Jahren noch auf der kleinen Bühne, waren sie erst mal überwältigt – von der Menge an Zuschauern und Resonanz (“Erst mal alle die Arme nach oben!” Alle Hände auf dem GANZEN Gelände gehen in die Luft. “Alter …!!”) sowie von der Tatsache, dass sie nach The Offspring und Farin Urlaub auf die Bühne dürfen. Aber: zu Recht! Die Show ging vielleicht ein wenig verhalten los, steigerte sich dann aber von Lied zu Lied. Mit Slow-Motion-Wall-of-Death, einer mobilen Bühne mitten im Publikum und Wettstagediven zurück zur Hauptbühne, T-Shirt-Wedeln, Müll-Hochschmeißen in Randale (und auch hier saß das KOMPLETTE Taubertal vorher auf dem Boden!) und natürlich ordentlich Konfetti am Ende … grandios. Strahlende Gesichter, wohin man blickte – genau so muss ein perfekter Festivaltag enden!

Der einzige Wermutstropfen bei der Sache: Das war Tag eins – kann das am Samstag oder Sonntag tatsächlich noch getoppt werden?

Samstag, 8. August – die letzten 20 Sekunden!

Taubertal 2015Dieser Tag hätte um einiges verkürzt werden können – denn bei den meisten Bands waren eh die letzten 20 Sekunden die wichtigsten. 😉 Bei Schmutzki waren es sogar nur die letzten 19, bei Madsen sollte das Publikum (inklusive Hang) beim regulär letzten Song Nachtbaden am Ende das komplette Gelände zum Beben bringen, und bei Marteria dauerten die letzten 20 Sekunden mindestens fünf Minuten.

Aber der Reihe nach …

Schmutzki auf der kleinen Bühne konnte ich zwar leider nicht komplett sehen, aber die letzten paar Lieder reichten aus um sicher zu sein, dass sie wie schon beim Mini Rock ein super Konzert ablieferten. Vor der Bühne (oder genauer gesagt seitlich vor der Bühne – war da mehr Schatten? ;-)) staubte es ordentlich, und der Schmutzki-Mob hatte es rechtzeitig aus den Zelten und vor die Bühne geschafft.

Danach wurde es dann allerdings eher ruhig … erst Team Me auf der Hauptbühne konnten wieder ein paar Leute aufs Gelände locken. Zumindest auf den Hang! Der Großteil ihrer Lieder lud doch eher zum Chillen und Rumsitzen ein, sodass vor der Bühne kaum jemand stand. Obwohl die wenigen schnelleren und energievolleren Stücke sehr gut rüberkamen; die reichten aber nicht, um das Publikum zum Tanzen zu bringen.

Das sah bei The story so far an der kleinen Bühne anders aus. Ihr sehr amerikanischer “Auf die Fresse”-Rock kam richtig gut an, und auch wenn immer noch nicht allzu viel los war – die Zuschauer hatten offensichtlich Spaß!

Taubertal 2015Es folgte die erste richtig große Überraschung des Festivals für mich: Babylon Circus auf der Hauptbühne! Ich wollte es mir gerade auf dem Hang bequem machen, weil die ersten Töne und Sätze auf Französisch mich doch eher skeptisch werden ließen, aber zwei Minuten später stand ich vor der Bühne und tanzte mit. Reggae/Ska/Gypsy, mit Bläsern und tollen Melodien, und das Ganze auf Französisch! Grandios und äußerst unterhaltsam – perfekt für einen sonnigen Nachmittag. Die Band schaffte es sogar, die Leute auf dem Hang zum Aufstehen und Mittanzen zu bewegen, und das ist um die Uhrzeit nun wirklich nicht einfach. Aber voll und ganz verdient!

Danach standen Against Me! auf dem Programm – eine gute Spur rockiger, aber auch mit super Musik. Allzu voll war es vor der Bühne zwar immer noch nicht und die meisten schienen die Musik nicht zu kennen, aber die Resonanz war dennoch gut. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Lieder noch deutlich besser ankommen würden, wenn man sie vorab schon mal gehört hätte.

Dieses Problem hatten Madsen natürlich nicht, denn so ziemlich jeder hat schon mal ein paar Madsen-Songs gehört. Dafür haben sie von jeher das Problem, dass sie den Ruf der “Mädchenpunks” haben, die man nicht ernst nehmen kann – das konnte man auch vor Beginn des Konzertes von einigen Besuchern hören. Eigentlich wollten sie Madsen ja gar nicht anhören, aber ach ja, mal gucken … Und ich bin mir sicher: Jeder Zweifler wurde (mal wieder!) eines Besseren belehrt, denn Madsen rocken einfach! Schade war nur die doch recht kurze Spielzeit, die sie zudem auch ein wenig verplemperten – natürlich wollten sie auch Stücke vom neuen Album spielen, das nächste Woche erscheint. Allerdings kannte die ja noch keiner, sodass das die Stimmung ein wenig drückte. Dazu dann noch eine lange Zugabenpause … Schade, da hätten sonst noch ein paar mehr Hits reingepasst! Aber auch so ein toller Auftritt mit klasse Stimmung und vollem Gelände – und ausdauerndem “ohohoh”-Chor, noch lange nachdem Madsen von der Bühne gegangen waren.

Taubertal 2015Headliner des Tages: Marteria. Nicht unbedingt meine Musik, aber ganz ehrlich: Der Anfang war extremst eindrucksvoll! Wie schon bei Kraftklub am Freitag war das Publikum von Beginn an voll dabei – und ich meine das ganze Publikum, so weit man sehen konnte! Bei allen Hits wurde lauthals mitgesungen, und Marteria lieferte eine komplette Show mit richtig guter Band, Licht- und Videoshow und allerhand Pyro. Echt klasse und unterhaltsam! Allerdings schaffte er es dann, mittendrin die Stimmung ziemlich zu töten, als er drei, vier Lieder als Marsimoto performte. Von einem Moment auf den anderen verwandelte sich das mitreißende Rockkonzert in eine Chill- und Kiffershow, und ich war nicht die Einzige in meinem Umfeld, der die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben standen. Plötzlich war auch nur noch maximal die Hälfte des Publikums bei der Sache … Danach dauerte es dann einige Songs, bis die Stimmung wieder da war. Aber spätestens bei den schon erwähnten letzten “20” Sekunden (inklusive Viva-con-Agua-Schlauchboot und T-Shirt-Wedeln und -Wegwerfen) zeigte sich, dass Marteria das Publikum fest im Griff hatte. Insgesamt ein durchaus gelungener Auftritt – und sicher nicht der letzte auf dem Taubertal, denn Marteria war selbst äußerst begeistert.

Als “Rausschmeißer” spielten danach noch Funeral for a friend auf der Sounds-for-Nature-Bühne. Übrigens eine tolle Neuerung, den Headliner der kleinen Bühne erst eine Viertelstunde nach dem Ende des Haupt-Headliners spielen zu lassen! So konnten diejenigen, die sich nicht für Funeral for a friend interessierten, in Ruhe das Gelände verlassen, ohne dass sich Leute zur anderen Bühne durchdrängelten, und vor der kleinen Bühne war es deutlich entspannter als sonst oft. Daumen hoch! Auch für die Band natürlich – Hardcore mit Melodien und “late night circle pit”. Ein perfekter Abschluss für den Festivaltag!

Sonntag, 9. August – 2 x 20 Jahre!

Taubertal 2015Wie immer stand der Festival-Sonntag ganz im Sinne von Emergenza – los ging es mit den letzten Teilnehmerbands auf der Sounds-for-Nature-Bühne, und nach der Siegerehrung spielten dann die Gewinner auf der Hauptbühne und die zweit- und viertplatzierte Band (Nummer drei war schon auf dem Weg nach Hause) noch mal auf der kleinen Bühne. Den Hauptpreis absahnen konnten diesmal Ninja Beats aus Japan, die mit einem wilden Stilmix aus Elektro/Beatboxing und traditionellen japanischen Instrumenten einen sehr abwechslungsreichen Auftritt ablieferten. Im Gegensatz zu den letzten Jahren war vor der Bühne auch erstaunlich viel los beim Emergenza-Gewinner!

Das könnte teilweise auch daran gelegen haben, dass sonst nicht allzu viel auf dem Programm stand. Die erste Band auf der Hauptbühne, Get dead, konnte mit ihrem amerikanischen Punkrock zwar voll und ganz überzeugen – aber es war offensichtlich, dass sie kaum jemand kannte. Daher tanzte sich auch nur eine Handvoll Leute warm …

Nach der Emergenza-Band war dann Ferris MC an der Reihe – aber auch hier war es doch eher leer vor der Bühne. Immerhin der Hang war gut besetzt, aufstehen wollte aber niemand. Schade, denn das Konzert war super, aber es war einfach noch zu früh am Tag.

Direkt danach setzte aber eine Massenwanderung Richtung Festivalgelände ein … die Dropkick Murphys wollte dann doch jeder sehen! Damit wurde mein ursprünglicher Plan, mir Schlaraffenlandung und Kyle Gass Band auf der kleinen Bühne anzusehen, allerdings vereitelt … Der eine große Schwachpunkt des Taubertal-Festivals ist der Weg zwischen den beiden Bühnen. Die Entfernung ist absolut machbar, aber sobald das Gelände ein wenig voller wird, ist kein Durchkommen mehr in der schmalen Passage, zumal an beiden Seiten Buden platziert sind (und die Leute dort natürlich auch mal stehen bleiben). Sehr sehr schade! Am ersten Abend wäre ich vermutlich noch außenrum gelaufen, aber am letzten Tag des Festivals siegte dann doch die Faulheit, auch wenn ich beide Bands gerne gesehen hätte.

Stattdessen sicherte ich mir also ein schönes Plätzchen auf dem Hang, wo ich beim Auftritt der Dropkick Murphys sowohl die Bühne als auch das Publikum im Blick hatte. Der perfekte Platz, besonders für dieses Konzert! Die Band lieferte, wie schon 2011, ein grandioses und energiegeladenes Konzert ab – und das Publikum vorne drehte komplett durch. Moshpits, Circle pits und gaaaaanz viel Gesurfe! In Kostümen, im Schlauchboot … ich hätte nicht vorne drin stehen wollen, aber es sah von oben fantastisch aus. Die Murphys holten dann kurzentschlossen zwei kleine Kinder, die vorne standen und ständig Crowdsurfer auf den Kopf bekamen, für den Rest des Konzertes auf die Bühne. Eine tolle Aktion! Aber ernsthaft: Wer stellt sich bitte mit zwei kleinen Kindern in die erste Reihe bei so einem Konzert?! Nun ja …

Taubertal 2015Abschlussheadliner des Festivals waren wie schon 2012 die Beatsteaks. Für mich persönlich nicht unbedingt der stärkste Headliner – ich habe zwar schon einige fantastische Beatsteaks-Shows gesehen, genauso aber auch einige, die mich absolut nicht umgehauen haben. Mein erster Eindruck dieses Jahr war, dass dies wohl eher eines der schwächeren Konzerte werden würde. Im Gegensatz zu Kraftklub und Marteria waren zu Beginn nicht alle Hände in der Luft, und überhaupt wirkte es etwas weniger gedrängt vor der Bühne. Dieser Eindruck dauerte aber nur ungefähr anderthalb Lieder – dann sprang Arnim von der Bühne vorne auf die Plattform direkt am Gitter, schnappte sich einen Wasserschlauch, und Band und Publikum drehten durch. (Ich will ja nicht wissen, was die Security zu der Kombination Frontmann im Publikum, Wasser und Fotografen im Graben gesagt hat … *hüstel*) Das Publikum machte genau so weiter, wie es bei den Dropkick Murphys begonnen hatte, und die Stimmung war grandios. Die Beatsteaks feierten ihren 20. Geburtstag, genau wie das Taubertal, und endlich gab es auch ein “Happy Birthday”! Ein tolles Headlinerkonzert, und auch wenn Kraftklub in meinen Augen knapp gewonnen haben: das war ein extremst knappes Rennen. Und das bedeutet, es war ein extremst tolles Festival!

Auf der kleinen Bühne gab es zuguterletzt noch ein ordentliches Schmankerl: AnnenMayKantereit. Da ich letztes Jahr ins Ausland umgezogen bin, ist diese Band bisher komplett an mir vorbeigegangen – ein Fehler! Ich habe zwar nur ein paar Lieder mitbekommen, da ich mir das Beatsteaks-Konzert bis zum Ende angesehen habe, aber das Konzert war klar ein würdiger Abschluss fürs Festival. Wunderbar!

Fazit

Taubertal 2015Außer “toll toll toll” und “heiß heiß heiß” gibt es als Fazit zum Festival kaum etwas zu sagen! Kein Tropfen Regen, Temperaturen zwischen 30 und 40 °C mit nur sehr geringer Abkühlung am Abend und wundervolle Konzerte. 🙂 Etwas schade war es natürlich, dass am Nachmittag eher wenig Leute auf dem Gelände waren – das lag aber sicher nicht nur am Wetter, sondern auch an eher unbekannten Namen auf den Bühnen. Was aber nicht schlimm ist: wer sich für gute Musik interessiert, der kommt trotzdem, und wer zu dem Zeitpunkt einfach schon “gesättigt” ist und nichts Neues mehr entdecken will, der verpasst für sich persönlich nichts.

Die Organisation passte wie immer – die große Hitze bot neue Herausforderungen (z.B. die Brandgefahr und die Wassersituation auf dem Berg-Campingplatz, die sich in den letzten Jahren bewährt hatte, die aber nie mit so hohen Temperaturen getestet wurde …). Das Problem des Durchgangs zur kleinen Bühne habe ich schon erwähnt, da gibt es aber vermutlich keine Alternative. Die Variante, das letzte Konzert auf der kleinen Bühne erst eine Weile nach dem Headliner beginnen zu lassen, war aber schon mal ein sehr guter Ansatz!

Was noch erwähnt werden muss, ist die Security. Bei einem Festival dieser Größenordnung geht natürlich nicht immer alles locker zu, sodass es mit Sicherheit auch Situationen gab, die weniger entspannt waren – meist jedoch war es ein sehr nettes Miteinander, die Securities hatten Spaß im Graben wie an den Einlässen, immer nette Worte, und bei den Konzerten wurde auch schon mal mitgetanzt. Und das ist toll! Crowdsurfen wurde wie in den letzten Jahren toleriert (auch wenn es gefährlich ist) – bei Bengalos dagegen gab es keine Gnade, und die Anzünder wurden (sofern möglich) rausgeschmissen. Beide Daumen hoch!

06.-09.08.2015 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Sunday, May 24th, 2015
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Taubertal-Festival 2015Das Taubertal-Festival wird 20! Und zum zehnten Mal geht es auch für mich nach Rothenburg – wenn auch diesmal mit etwas längerem Anreiseweg. Nachdem ich im letzten Jahr nach Norwegen umgezogen bin, war ich nicht sicher, ob ich es in diesem Jahr wieder zum Festival schaffen würde. Dann aber immer wieder die News aus der Heimat: Kraftklub gehen auf Tour! Madsen gehen auf Tour! Farin Urlaub und sein Racing Team! Und jedes Mal ein kleiner Stich … Können die sich nicht absprechen und gleichzeitig auf Tour gehen, sodass sich ein Trip nach Deutschland lohnt?

Können sie. Oder zumindest können sie einfach alle beim Taubertal spielen! 🙂 Und damit macht das Taubertal-Festival mal wieder seinem Ruf alle Ehre, immer alle tollen Bands zu versammeln. Man nehme die Creme de la Creme aus Deutschland – Kraftklub, Beatsteaks, Farin Urlaub, Marteria, Sondaschule, Olli Schulz. Ausgeschmückt wird das Ganze dann mit internationalen Bands: The Offspring, Dropkick Murphys, Against me!, Funeral for a friend, Everlast. Vielleicht nicht die größten Namen, aber alles Bands, die man sich nicht entgehen lassen würde, wenn sie im Zwei-Stunden-Umkreis spielen. Und alle beim selben Festival; wie immer drei Tage prall gefüllt mit grandioser Live-Musik.

Genauer genommen sogar vier Tage – den Donnerstag habe ich in den letzten Jahren meist ausfallen lassen. Aber gerade habe ich mein Hotel umgebucht … Eröffnet wird das Festival nämlich im Steinbruch mit u.a. Boppin’ B und Sondaschule – mehr als genug Grund, um schon am Donnerstag anzureisen! Oder (für die Camper) sogar schon am Mittwoch; das wird nach viel berechtigter Kritik im letzten Jahr diesmal nämlich wieder erlaubt sein.

Zusätzlich zum tollen Line-Up (das noch nicht vollständig ist) kündigen die Veranstalter zum Jubiläum auch eine Reihe Extras und Specials an. Lassen wir uns überraschen, was es damit auf sich haben wird – aber auch so ist und bleibt das Taubertal eines der schönsten deutschen Festivals. Wunderschön gelegen, praktisch in Laufweite nach Rothenburg für den Sonntagsbrunch (oder die Dusche im Schwimmbad), mit bewährter und “grüner” Infrastruktur – was inmitten eines Naturschutzgebietes natürlich grundlegende Voraussetzung ist, aber für ein Festival dieser Größenordnung absolut keine Selbstverständlichkeit. Das Taubertal ist seit Jahren Vorreiter für “Sounds for Nature”, mit 100% Ökostrom, Green-Camping, der “Love your tent”-Kampagne und enger Kooperation mit dem Bund Naturschutz.

Noch gibt es Tickets – das Taubertal war in den letzten Jahren aber immer restlos ausverkauft. Wer dabei sein will, sollte sich also schnell seine Tickets sichern! Wochenendtickets inkl. Camping kosten 109 Euro (198 Euro für VIP-Tickets)

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, Tagestickets kosten 50-55 Euro (80 Euro für VIP-Tickets). Alle Infos, Ticketlinks und das bisherige Line-Up gibt es auf http://taubertal-festival.com/.

10-12.08.2012 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Friday, August 10th, 2012
10-12.08.2012 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)
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Taubertal-FestivalRothenburg ob der Tauber ist immer einen Wochenendausflug wert – und ganz besonders im August am Taubertal-Wochenende! 2002 war ich zum ersten Mal beim Taubertal-Festival; damals war alles noch eine Spur kleiner, die Bühnen standen anders, aber schon damals erklärte ich das Festival zu einem der schönsten, die ich je besucht hatte. Wunderschön gelegen im Taubertal mit Blick auf die historische Stadt, keine ellenlangen Wege zwischen den Bühnen, dafür spaßige Nachtwanderungen zum Campingplatz, “Es gibt nur einen Busfahrer”-Chöre im Bus in die Stadt und “Es gibt nur einen Bassisten”-Chöre nachts vorm Backstage (ja, wir waren jung und peinlich, aber es war lustig), die ganze Nacht über System of a Down von unseren Zeltnachbarn, und ganz viele liebe und nette Festivalbesucher mit lustigem Dialekt.

Gut, das mit dem Dialekt mag sich geändert haben, da das Festival mittlerweile Besucher aus ganz Deutschland anzieht, der Rest ist geblieben: Jedes Jahr ein fantastisches Line-Up, ein tolles Areal, solide Organisation und eine Infrastruktur, die zwar nicht mit ganz kleinen Festivals vergleichbar ist (bei der Menge an Besuchern ist es einfach unmöglich, jegliche Schlangen zu vermeiden), die aber immer funktioniert, egal ob bei 40°C im Schatten oder bei 15 cm Schlamm auf dem Gelände.

Taubertal-FestivalDieses Jahr bin ich zum siebten Mal beim Taubertal-Festival, zum fünften Mal in Folge, und auch wenn ich diesmal faul und bequem im Hotel schlafe statt im Auto auf dem Campingplatz, wird das Festival sicher genauso toll wie immer. Die Bands sind vielversprechend, das Wetter soll trocken und sommerlich bleiben, also auf ins Getümmel! Nur die Nachtwanderung werde ich wohl dieses Jahr vermissen … dafür kann ich mich vormittags noch schön mit Rothenburger Schneeballen eindecken. Warum gibt es die eigentlich nicht unten im Tal zu kaufen? Das wäre doch mal eine Marktlücke! Zumal das Festival doch mehr und mehr zum Image von Rothenburg beiträgt und mittlerweile, nach nunmehr 17 Jahren, auch voll und ganz in der Bevölkerung akzeptiert (und natürlich als Wirtschaftsfaktor geschätzt) wird.

Hier nun also mein Bericht. Fotos gibt es diesmal nur einige wenige, um die Stimmung vom Festival wiederzugeben; die Band-Fotos überlasse ich dann doch lieber den “echten” Fotografen. =;-)

“Ich habe Sauerkraut in meinen Lederhosen!” – Freitag, 10. August

Taubertal-FestivalWie immer wurde der Taubertal-Festivaltag von den Emergenza-Bands eröffnet. Als erste Band auf der Hauptbühne standen am Freitag Fiddler’s Green auf dem Programm – Folk-Rock aus Franken, ein perfekter Auftakt für das Festival! Für die Uhrzeit hatte sich schon eine beeindruckende Menge an Zuschauern vor der Bühne versammelt, die begeistert tanzten und im strahlenden Sonnenschein den Festivalbeginn feierten. Fiddler’s Green erklärten, dass der Sinn eines Festivals ja ist, maximalen Spaß zu haben; und dafür organisierten sie auch gleich mal ein Circle Pit und eine “Wall of Folk” – eigentlich dasselbe wie eine Wall of Death, nur mit weniger Gewalt und mit reinem Seitentauschen statt in der Mitte aufeinander einprügeln. Die Lieder musste man nicht kennen, um bei diesem Auftaktkonzert Spaß zu haben, die Stimmung war sofort super.

Als nächste Band waren Sondaschule an der Reihe. Es war offensichtlich, dass sich vor der Bühne die Fans eingefunden hatten – überraschend war, dass außer in den vorderen Reihen relativ wenig los war. Obwohl der Ska-Punk von Sondaschule doch perfekt zum Wetter passte und voll und ganz zum Tanzen einlud … Vor der Bühne passierte auch genau das, sodass sich sofort riesige Staubwolken entwickelten. Für Sondaschule eine Überraschung, da es doch sonst immer regnet beim Taubertal-Festival – “oh, es staubt wieder im Taubertal?” Na, sehr viel lieber Staub als Schlamm! Zusätzlich zu einigen neuen Liedern, inklusive der neuen Single “Es ist wie es ist”, bekamen wir noch ein Rancid-Cover zu hören. So etwas ist bei Festivals ja immer ein super Eisbrecher, so auch hier. Ein toller Auftritt!

Taubertal-FestivalUnd genauso ging es auch weiter – Royal Republic sind als tolle Live-Band bekannt! Und sie stellten das auch unter Beweis, allerdings brauchten die Schweden einige Lieder, um warm zu werden. Zu Beginn ließ der Sound zu wünschen übrig, und so ganz schien der Funke nicht überzuspringen. Sobald sie aber die Hits ihres Debütalbums auspackten, wurde klar, woher sie den Ruf als überragende Liveband haben: Da wurden Drum-Solos zelebriert, mit allen Rockstarklischees gespielt (aber immer sympathisch an der Grenze zu gespielt arrogant – typisch skandinavisch eben), und natürlich das Publikum mit einbezogen in die typischen Publikumsspielchen, links gegen rechts und jetzt alle zusammen … Und auch hier wurden mit Ace of Spades auch die bedient, die vorher keine Royal-Republic-Lieder kannten. Die sich nun aber sicher das bald erscheinende Album besorgen werden!

Ich muss gestehen, mit den darauffolgenden Broilers konnte ich verhältnismäßig wenig anfangen – mir ist bewusst, dass sie ein Urgestein des deutschen Punkrocks sind, aber an mir sind sie relativ vorbeigegangen. Aber das sollte sich ja heute ändern! Vor der Bühne war ordentlich was los, und es war auffällig, dass überall im Publikum mitgesungen wurde, also nicht nur ganz vorne, sondern auch weiter hinten und überall auf dem Hang. Klasse! Die Broilers sorgten sich auch um ihr Publikum und achteten darauf, dass es vorne nicht zu eng wurde, und genauso am Hang: “Kugelt doch alle mal da runter, sodass es hier vorne noch enger wird!” Bei anderen Festivals absolut verboten, hier von der Band gefordert: Alle, die sich mögen, sollen sich auf die Schultern nehmen – ein einzigartiger Anblick!

Taubertal-FestivalMittlerweile war das Gelände sehr gut gefüllt, und dementsprechend wurde langsam auch die kleine Bühne mehr und mehr beachtet. Dort spielten im Anschluss an die Broilers Templeton Pek – mir bekannt von ihrer Tour als Vorband von Itchy Poopzkid, aber offenbar haben sie sich mittlerweile noch deutlich mehr Popularität erspielt. Für die kleine Bühne war recht viel los, und die Stimmung war gut: Es wurde ordentlich gepogt und getanzt, und das komplette Moshpit verschwand in einer riesigen Staubwolke. Dennoch wurde die Band abgefeiert, und sie heizten das Publikum mit ihrem Punkrock auch gut an.

Wieder auf der Hauptbühne waren nun The Wombats an der Reihe. Eine der wenigen echten Charts-Bands, und dementsprechend war jetzt auch ein Großteil der Festivalbesucher vor Ort. Es war aber offensichtlich, dass hier eher “gepflegtes Interesse” vorherrschte als wirkliche Begeisterung – vorne waren natürlich die Fans versammelt, wie nicht anders zu erwarten, aber sonst wurde doch eher auf die Hits gewartet. Die Wombats lieferten ihren Alternative-“Brit-Pop”, sehr professionell, unterhaltsam, aber für mich ohne den zündenden Funken. Wie beim letzten Mal, als ich sie live gesehen habe, war ich nicht vollends überzeugt, auch wenn die Hits natürlich richtig gut ankamen.

Leider bekam ich von Yellowcard im Anschluss nur ein paar Minuten mit, da ich vorher mit meinem Bericht beschäftigt war. Schade! Ich hatte sie letztes Jahr beim Gampel gesehen, und ohne vorher von ihnen gehört zu haben, war ich begeistert. Und die zwei Lieder diesmal reichten aus, um den Eindruck wieder zu bestätigen: Eine wunderbar energievolle Band mit eingängigen Liedern, die sich außerdem auch durch den Geiger auf der Bühne von anderen Bands abhebt. Und die Tatsache, dass der dann mittendrin auch einfach mal so ein Salto macht, zeigt wohl, dass Yellowcard eine tolles Live-Band sind! Das Publikum wusste das zu würdigen – vor der Sounds-for-Nature-Bühne war richtig viel los. Zum Teil lag das sicher daran, dass jeder vom Einlass aus dort vorbei musste, aber dass viele der Zuschauer dort “hängenblieben”, das lag natürlich an der Band!

Taubertal-FestivalDann war es Zeit für den Headliner: Placebo! Los ging’s gleich mit beeindruckender Light-Show und großen “Placebo”-Laufschriften; gefolgt von einem grandiosen Auftritt mit alten und neuen Liedern. Sänger Brian Molko machte alle Ansagen konsequent auf Deutsch (und zwar überraschend gutem Deutsch!), und das, obwohl er behauptete, sein Deutsch sei doch eher eingeschränkt: “Ich kann nicht viel Deutsch sprechen, aber ich kann sagen: Ich habe Sauerkraut in meinen Lederhosen!” Insgesamt fand ich es allerdings schwierig, die Stimmung einzuschätzen. Ich selbst fand das Konzert grandios – um mich rum herrschte aber eine ziemliche Gleichgültigkeit. Der halbe Hang saß noch (beim Headliner!), zu Beginn gab es sogar kurz “Hinsetzen”-Rufe – was aber zum Glück keiner der “Steher” befolgte. Die Menschenmenge vor der Bühne war eindrucksvoll, und es gab ordentlich Applaus. Dennoch fand ich die Stimmung recht ruhig; es wurde kaum mitgemacht oder -geklatscht. Das kann aber auch mein Eindruck gewesen sein, da ich recht weit hinten stand und sich die Stimmung bis dort vielleicht einfach ein bisschen verlor. Interessant fand ich es, als Molko das Publikum abwechselnd zum Jubeln animierte, was vorne dem Eindruck nach auch gut funktionierte, was man weiter hinten aber gar nicht richtig mitbekam. Fakt ist jedenfalls, dass Placebo ein extremst beeindruckender Headliner war, mit einer Wahnsinnspräsenz und -stimme von Brian Molko!

Taubertal-FestivalAls letzte Band des Abends spielten nun Kraftklub auf der kleinen Bühne. Ich hatte bis kurz vorher nicht entschieden, ob ich mir dieses Konzert ansehen wollte oder nicht – Kraftklub will man zwar natürlich nicht verpassen, ich erwartete aber ein furchtbares Chaos und Gedrücke. Kurzentschlossen machte ich mich dann doch ein paar Minuten vor dem Ende von Placebo auf den Weg zur kleinen Bühne, um zu sehen, wie überfüllt es denn ist, und konnte mich nach ganz rechts vorne durchschlängeln. Dort war zwar (verständlicherweise) der Sound grausam, dafür war es dort vom Gedränge her absolut erträglich. Ich kann also nicht berichten, wie voll es wirklich war – es sah teilweise recht übel aus, aber laut Kraftklub wurde das Gelände schon vor dem Ende von Placebo abgeriegelt. “Einlassstopp! Ihr müsst also für die mit abgehen, die sich Placebo zu Ende angeguckt haben!” Und das tat das Publikum! Zu Beginn waren Kraftklub zwar ein wenig skeptisch – die Taubertal-Besucher seien doch eher mittelmäßige “Klätscher” – aber zum Ende hin waren sie voll und ganz überzeugt, spätestens, als das Publikum ohne jegliche Aufforderung von selbst anfing, “Scheiß in die Disko” zu singen. Vom poppenden Pärchen auf dem Hang neben der Bühne bekam die Band offenbar nichts mit, das hätte sonst sicher noch amüsante Kommentare gegeben, aber auch so wurde zwischen den Liedern viel gequatscht und in den Liedern gerockt. Der perfekte Abschluss für den ersten Festivaltag!

Übrigens stimmte es, dass das Gelände um die kleine Bühne zum Konzertbeginn von Kraftklub abgeriegelt werden musste; aber schon nach drei oder vier Liedern hatte sich die Situation entspannt, sodass der Einlass wieder freigegeben werden konnte. Das befürchtete Chaos blieb also aus, auch wenn natürlich einige Fans den Auftritt leider nicht mitverfolgen konnten.

“Sitting on your bed watching YouTube is not gonna replace a live concert!” – Samstag, 11. August

Taubertal-FestivalIm letzten Jahr eröffneten die Monsters of Liedermaching das Festival, diesmal waren sie die erste Band am Samstag. Überraschenderweise wirkte es so, als wäre weniger los als bei Fiddler’s Green am Freitag – vielleicht täuschte der Schein und es kamen im Laufe der Show noch mehr Zuschauer, aber auch wenn nicht, tat es der Stimmung keinen Abbruch. Wie immer witzelten die Monsters sich durch ihr Programm, das Publikum (inklusive Hügel) war voll und ganz dabei, und es gab einen bunten Mix aus alten Hits und Liedern vom neuen Album “Schnaps & Kekse”, das passenderweise gestern erschienen ist. Dafür wurde natürlich ordentlich Werbung gemacht, denn: “Wir haben gerade ein Sommerloch in den Charts, und wenn ihr alle hier die Platte kauft, dann sind wir auf Platz eins!” – oder zumindest irgendwas mit eins, es könnte auch 101 sein … Natürlich wurden Hang, Hügel und VIP-Tribüne gegeneinander ausgespielt, nur um sie nachher allesamt wieder zu vereinen: “Wir sind doch alle eine große Familie!” Und das stimmte – beim letzten Lied sprang sogar der Hügel wie aufgefordert auf und tanzte kurz mit. Toll!

Taubertal-FestivalNach ein bisschen Emergenza und viiiieeeel Staub vor der kleinen Bühne ging’s auf der großen weiter – nicht nur mit dem Staub, sondern natürlich mit Skindred! Eine wunderbare Live-Band … ich kann ja eigentlich nichts mit Hardcore anfangen, aber “Hardcore-Reggae” ist noch mal was ganz anderes! Harte Musik, dazu melodischer Gesang, und das Ganze mit einer Energie, bei der man einfach mittanzen muss. Zu Beginn war noch nicht allzu viel los, bis auf die vor der Bühne versammelten Fans – aber Skindred erspielten sich problemlos ihr Publikum! Am Ende war gute Laune überall, und alle stimmten mit Skindred überein, dass “Sitting on your bed watching YouTube is not gonna replace a live concert!” Der Frontmann verstand es bestens, das Publikum zu “beschimpfen” und so noch mehr anzupeitschen, nur um kurz darauf zu erklären, wie toll die Stimmung auch auf der Bühne ankommt. Nur Beyoncé mitsingen, das geht ja gar nicht (auch wenn sie doch selbst das Lied eingespielt haben!): “I’m fucking disgusted with you guys singing Beyoncé! Don’t you like your music with guitars?” Und klaro – das kam natürlich noch viel viel besser an! Ein klarer Triumphzug; viele, die Skindred bisher nicht auf dem Schirm hatten, werden den Namen sicher in Erinnerung behalten.

Bei den H-Blockx waren die Voraussetzungen natürlich ganz andere – die sagten wohl so ziemlich jedem etwas! Ich habe bei ihnen schon sehr unterschiedliche Konzerte erlebt; manche eher durchwachsen, andere klasse. Ihr Konzert beim Taubertal gehörte ganz klar zu den tollen Konzerten! Insbesondere die Hits wurden vom Publikum tierisch abgefeiert, aber auch sonst war die Stimmung super. Frontmann Henning Wehland wirkte ernsthaft gerührt: “Es ist wichtig, dass man sich nach 22 Jahren auch mal wieder richtig wie ein Rockstar fühlen kann – danke dafür!” Taubertal-FestivalUnd außerdem versprach er noch, dass die nächste H-Blockx-Tour ausschließlich auf dem Taubertal stattfinden würde – das sagt vermutlich alles über die Stimmung aus, oder? Zum Abschluss gab es noch “Ring of Fire” – wobei für das zugehörige Circle Pit vor der Bühne wohl die Bezeichnung “Ring of Dust” besser gepasst hätte …

Nachdem auf der kleinen Bühne ZSK die Menge begeistert hatte, war es Zeit für Madsen. Die sind ja gerne mal als “Mädchenband” verschrien, und ich muss gestehen, dass auch ich immer wieder darauf reinfalle und daher ein ruhiges Konzert erwartete. So hatte ich es mir gerade auf dem Hang bequem gemacht, als Madsen gleich mit “Du schreibst Geschichte” loslegten – und rockten! Lang hielt es mich daher nicht auf dem Hügel … Es wurde auch sehr schnell voll vor der Bühne, und vermutlich wurde jeder, der wie ich die Band immer wieder unterschätzt, schnell eines Besseren belehrt. Und ich hatte das Gefühl, dass sie durch den zusätzlichen Live-Gitarristen auch noch einmal eine Schippe Rock draufgelegt haben. Dafür spielten sie aber recht viel Neues, was der Stimmung nicht unbedingt gut tat – “Lass die Musik an” kam super an, da es ein richtig guter Stadionrocksong ist und außerdem auch schon bekannt, die anderen neuen Lieder klangen zwar auch vielversprechend, wurden aber nicht so sehr abgefeiert. Nett die Überraschung beim Hit “Die Perfektion”, wo Sänger Sebastian und Schlagzeuger Sascha kurz die Plätze tauschten – so bleiben auch alte Songs interessant! Wie gut Madsen beim Publikum insgesamt ankamen, konnte man beim letzten Lied sehen, als sie sich beim Hang entschuldigten: “Ich müsst dann auch mal aufstehen, tut uns leid!” – und der KOMPLETTE Hang stand auf. Wahnsinn!

Taubertal-FestivalIch war vorab sehr gespannt auf den Auftritt von Bush. Vor 15 Jahren hatte ich sie bei Rock am Ring gesehen, mich in ihr Album verliebt, sie danach aber komplett aus den Augen verloren. Dementsprechend kannte ich verhältnismäßig wenige Lieder – und dennoch war der Auftritt sehr eindrucksvoll. Schade war, wie wenige Zuschauer vor der Bühne waren – für den Co-Head war es doch sehr leer. Der Hang war gefüllt, aber das Konzert war da nur Nebensache. Zumindest zu Beginn! Denn Gavin Rossdale wusste, wie er ein Publikum für sich begeistern kann, und zog alle Register. Als er mittendrin für ein Lied die Gitarre ablegte und sich stattdessen ein Funkmikro schnappte, machte er einen “kleinen” Ausflug ins Publikum – einmal quer über den ganzen Hügel, besoffene Schläfer aufwecken, dann quer durchs ganze Gelände auf die Rollstuhltribüne und zurück auf die Bühne. Die Security kam kaum hinterher, und alle Umstehenden waren voll und ganz begeistert. Klasse! Und danach stand dann auch der Hang: “I found a way to get you guys to stand up!” Dementsprechend war die Stimmung am Ende grandios – es mag ein ziemlicher Arbeitssieg gewesen sein, aber es war ein klarer Sieg. Das erklärte auch Frontmann Rossdale: “This is way better than I expected – not sure what I expected, but this is definitely better!”

Taubertal-FestivalOb nun Bush oder The Boss Hoss der eigentliche Headliner des Abends waren, darüber kann man sich sicher streiten. Die letzte Band des Abends waren jedenfalls The Boss Hoss. Sie fuhren eine Texas-Country-Show auf, im kompletten Outfit, mit texanischem Akzent und konsequent englischen Ansagen. Im Vergleich zu anderen Headlinern war allerdings relativ wenig los – vor der Bühne war es gut voll, aber weiter hinten und am Hang war doch viel Platz. Auch die Stimmung war eher ruhig, so ganz konnte die Musik von The Boss Hoss nicht zünden. Ich persönlich hätte auch zumindest ein paar der alten Coverversionen bekannter Lieder erwartet – so kannte man nur sehr wenig, und das wirkte sich natürlich auf die Stimmung aus. Außerdem war es, trotz des schönen Sommerwetters tagsüber, am Abend doch recht kalt und unangenehm – kein Wunder, dass sich viele schon in ihre Zelte verkrochen hatten.

Wie immer wurde der Abend auf der Sounds-for-Nature-Bühne beendet. Dort lieferten Bonaparte ihre abgefahrene Zirkus-Show ab – äußerst energievoll, mit wilden Kostümen und einem Haufen Action auf der Bühne. Diesmal war es nicht allzu überfüllt; vermutlich waren die meisten Besucher wirklich schon auf dem Zeltplatz. Dennoch konnten Bonaparte sich nicht über mangelndes Publikum beklagen, und sie feierten eine begeisterte – und begeisternde! – Party.

“Alle Hände machen klatsch, auch die Sitzhände!” – Sonntag, 12. August

Taubertal-FestivalWie schon die anderen beiden Tage fing auch der Festivalsonntag mit einer absoluten Stimmungsband an: Russkaja kommen zwar nicht wirklich aus Russland, sondern aus Österreich, aber der “Ska”-Teil des Namens stimmt dafür absolut. Das allein reicht eigentlich schon, um ein partyhungriges Festivalpublikum zum Tanzen zu bringen; wenn dazu dann aber auch noch Aufforderungen wie “Alle Hände machen klatsch, auch die Sitzhände!” kommen und das Publikum zum “Traktor” aufgefordert wird – die vegetarische Alternative zur Stierhatz von Pamplona, in Russland läuft man statt vor Stieren halt vor Traktoren weg – dann bleibt keiner mehr ruhig stehen!

Genauso ging es dann natürlich auch bei Panteón Rococó weiter. Diesmal kam der Ska aus Mexiko, und im strahlenden Sonnenschein wurde weiter getanzt! Ich hätte zwar insgesamt mehr Publikum erwartet, aber die, die schon auf dem Festivalgelände waren, hatten offensichtlich einen Heidenspaß. Panteón Rococó heizten unter anderem mit einer Ska-Coverversion von “Krawall und Remmidemmi” ein und ließen das Publikum von einer Seite auf die andere und wieder zurück marschieren, was wunderbar aussah – und den Beteiligten mindestens genauso viel Spaß machte wie den Zuschauern.

Taubertal-FestivalDirekt im Anschluss daran wurden auf der Sounds-for-Nature-Bühne die Emergenza-Gewinner verkündet. Zufällig hatte ich genau die ersten beiden Gewinnerbands gesehen – mir persönlich hatte zwar der 2. Sieger besser gefallen, der 1. Sieger konnte aber kurz darauf auf der Hauptbühne beweisen, dass sie würdige Gewinner waren. Hurricane Love aus Schweden spielten eingängige Popmusik – man könnte jetzt das böse Wort “Kommerz” erwähnen, aber das wäre sicher nicht fair. Ihr Auftritt auf der kleinen Bühne konnte beeindruckend viele Zuschauer halten, das zeugt klar von ihren Qualitäten, und auch wenn sich wie (leider!) gewohnt doch recht wenige Besucher für ihr Sieger-Konzert auf der Hauptbühne interessierten, machten sie da klar, dass ihre Lieder einen ziemlichen Wiedererkennungswert haben und auch im großen Rahmen absolut funktionieren!

Weiter ging es dann aber mit dem absoluten Kontrastprogramm: Heaven Shall Burn waren an der Reihe. Wie schon erwähnt kann ich mit Hardcore nicht wirklich etwas anfangen, und mit Metalcore noch weniger … Daher bin ich sicherlich die Falsche, um den Auftritt qualitativ zu bewerten – ich könnte höchstens sagen, dass die Jungs schicke Hemden und einen lustigen Dialekt hatten, aber das ist wohl wenig objektiv. Ganz objektiv war es aber mehr als eindrucksvoll, dass Heaven Shall Burn tatsächlich einen Circle Pit über das gesamte Gelände zustande brachten – und ich meine das gesamte Gelände inklusive Hang! Wahnsinn, wie eine Horde von Menschen den Hang hinauf und einige Meter weiter wieder runterjoggte. Die Stimmung war also bestens!

Zumindest bei denjenigen, die mit Metalcore etwas anfangen konnten; die anderen fanden zu der Zeit an der kleinen Bühne ein tolles Alternativprogramm. Taubertal-FestivalAls dritte des Emergenza-Festivals durften dort noch einmal Rhys Crimmin & The Toms spielen. Die Australier spielten tanzbaren “Aussie-Folk” mit Kontrabass, Geige, Akustikgitarre und Didgeridoo und kamen sehr gut an.

Auch die darauffolgenden Vize-Sieger, The Joking aus Frankreich, wussten zu begeistern. Es gab Old-School-Rock’n’Roll, und das Publikum tanzte! Nur das Mitsingen klappte nicht ganz so, wie von der Band beabsichtigt – das könnte aber auch an gewissen Kommunikationsschwierigkeiten gelegen haben. Ich brauchte auch ein bisschen, um ihre Frage “Are you ‘ot?” zu verstehen … Das änderte aber nichts daran, wie toll ihre Musik und die Show (inklusive Tanzeinlage am Ende) war.

Auf der Hauptbühne läuteten nun Social Distortion die Endphase des Festivals ein. Die Band rund um Mike Ness war von vielen heiß erwartet worden; allerdings wirkte es so, als wäre ihr Auftritt zwar absolut massentauglich, aber nicht unbedingt “massenbegeisternd”. Vor der Bühne waren klar die Fans versammelt, und auch wenn weiter hinten alle durchaus interessiert schienen, gab es da überraschend wenig vollauf begeisterte Die-Hard-Fans. Der solide, super gespielte Rock konnte sicher dennoch alle überzeugen – und zum Abschluss gab es dann sogar zum zweiten Mal bei diesem Festival den “Ring of Fire” zu hören.

Taubertal-FestivalHeadliner des Tages waren die Beatsteaks. Ich muss gestehen, dass ich sehr skeptisch war, wie sie als Headliner funktionieren sollten – klar, sie haben in den letzten Jahren eine riesige Popularität erlangt, aber kann man sie deshalb in eine Klasse mit Placebo stecken?! Oh ja, man kann, das bewiesen sie mit ihrem Auftritt voll und ganz. Natürlich war das Beatsteaks-Konzert absolut nicht mit dem von Placebo zu vergleichen, aber vom Spaß- und Feierfaktor her hatten die Beatsteaks vielleicht sogar die Nase vorne. Gleich mit zwei Schlagzeugern, Arnims typisch berlinerischem Gequatsche zwischen den Songs und einem Haufen Publikumsinteraktion (von einfachem Mitsingen über La Olas, Hinsetzen und auf die Schultern nehmen war alles dabei) schafften sie es, das komplette Publikum zu fesseln, nicht nur den vorderen Bereich – so viel Bewegung war auf dem Hang und hinten bei den Bierständen bei den anderen Headlinern definitiv nicht: “Können die auf dem Hang eigentlich auch springen, oder haut’s euch dann nach unten weg?” Vorne regnete es nur so Crowdsurfer (was wohl weder der Security noch den Zuschauern in den ersten Reihen so furchtbar gut gefallen haben dürfte), und im Publikum wurden mittendrin mehrfach Bengalos angezündet; die wurden dann aber immer schnellstens (und mitsamt dem Anzünder) nach draußen verfrachtet. Und auf der Bühne lieferten die Beatsteaks derweil alle ihre Hits sowie ein paar Perlen ab – wunderbar. Arnim brachte es zum Abschluss auf den Punkt: “Wegen genau diesen Abenden machen wir Musik!”

Und wegen genau diesen Abenden lieben wir Musik. Danke Beatsteaks, danke Taubertal!

… und sonst?

Taubertal-FestivalViel hat sich nicht geändert beim Taubertal – der Tal-Campingplatz wurde in ein “Green Camping” umgewandelt, was mitten in der Natur natürlich äußerst sinnvoll ist und gut angenommen wurde; auch im nächsten Jahr soll es wieder ein Green Camping geben. Das Gelände an sich war unverändert (wobei ich das Gefühl hatte, dass die Absperrung vom Hang zur Bühne dieses Mal ein wenig weiter weg von der Bühne stand, das kann ich aber nicht sicher sagen). Die Kamera vor der Hauptbühne, die ich im letzten Jahr als sehr störend empfunden hatte, war diesmal nach unten verlagert, sodass man sie fast nicht wahrnahm – sehr gut, denn die Bilder sind dadurch sicher nicht schlechter, aber das Publikum wird weniger gestört. Die Anreise und die komplette Abwicklung lief absolut problemlos, alle kleinen Probleme und Wehwehchen scheinen also mittlerweile behoben zu sein, und die Zahl der Sanitätseinsätze blieb deutlich unter der der Vorjahre. Überschattet wurde der Festivalbeginn durch einen Unfall im Steinbruch am frühen Freitagmorgen, bei dem ein Besucher abstürzte – nachdem er Absperrgitter überkletterte. Ganz klar ein Schock für den Veranstalter, auch wenn es natürlich streng genommen unter “eigene Blödheit” verbucht werden muss.

Taubertal-FestivalNicht genug gelobt werden kann der tolle Hang an der Hauptbühne – auf welchem anderen Festival hat man einen solch tollen Blick auf die Bühne? Und dazu kann man bei schönem Wetter entspannt auf dem Boden sitzen und gleichzeitig die Auftritte der Bands mitverfolgen. Das bringt einerseits jeder Band mehr Zuschauer – diejenigen, die sonst noch auf dem Zeltplatz “abhängen” würden, können das genauso gut auf dem Hang tun. Andererseits sorgt es auch dafür, dass man immer ein Plätzchen findet, von dem aus man das Geschehen auf der Bühne gut mitverfolgen kann; nicht wie bei anderen Festivals, wo man ganz früh da sein muss, um einen halbwegs akzeptablen Platz zu ergattern. Angenehm sind auch die relativ lockeren Regeln; die Tatsache, dass man bis zu einem Liter Nicht-Alkoholisches im Tetrapak oder PET mitnehmen darf, lässt die Zuschauer natürlich früher aufs Festivalgelände kommen. Sich bei anderen auf die Schultern zu setzen wird geduldet, genau wie Crowdsurfing (auch wenn das offiziell verboten ist); das alles sorgt dafür, dass sich Securities und Zuschauer im Allgemeinen bestens verstehen und das Miteinander sehr locker und sympathisch abläuft. Auch das trägt zur tollen Stimmung des Festivals bei!

Taubertal-FestivalZum ersten Mal in der siebzehnjährigen Geschichte verlief das Festival ohne einen Tropfen Regen. Sehr angenehm! Auch wenn fehlender Schlamm natürlich zur Folge hat, dass der trockene Boden staubt … Hin und wieder wurde der Bereich vor den Bühnen gewässert, was viel half, und sonst sorgte der Staub beim tanzenden Mob vor der Bühne halt für die gehörige Festivalbräune. =;-)

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt – der Haupteingang am hinteren Ende des Festivalgeländes ist für alle Tagesbesucher und “Berg-Camper” ein wenig störend, da man erst einmal ums Gelände herum muss, dafür sorgt dieser Einlass aber dafür, dass auch die “kleine” Sounds-for-Nature-Bühne mehr frequentiert wird. Diese ist ja nachmittags für die Emergenza-Bands reserviert, die im Allgemeinen unbekannt sind, dennoch aber ein Publikum verdient haben. Es ist ein bisschen schade, dass sich die Emergenza-Auftritte mit denen auf der Hauptbühne überschneiden; allerdings ist es anders natürlich nicht machbar. Taubertal-FestivalEs sei aber jedem ans Herz gelegt, die Emergenza-Konzerte nicht einfach zu ignorieren: Durch die kurze Spielzeit kann man so viele kleine Bands in kompakten Auftritten für sich entdecken und sie zusätzlich natürlich auch noch unterstützen! Eine tolle Chance für die jungen Bands aus den verschiedensten Ländern, für die das Emergenza-Finale immer eine tolle Erfahrung (und natürlich eine super Chance zum Kontakteknüpfen!) ist.

Wie immer also ein wunderbares Festival – diesmal mit Staub statt Schlamm, Sommerwetter am Tag und herbstlicher Kälte nachts, aber wie immer mit toller, sehr abwechslungsreicher Musik und entspannter Atmosphäre. Für 2013 sind bisher keine großen Neuerungen geplant. Viele Bands sind schon so gut wie gebucht, und wir können uns auf “viele Bekannte” und “abwechslungsreiche Headliner” freuen – und das tun wir natürlich!

04.06.2011 Rock im Park (Nürnberg)

Wednesday, June 8th, 2011
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Und damit ist der Festivalsommer eröffnet!

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich dieses Jahr einen Abstecher zu Rock im Park machen sollte. Meine To-Do-Liste ist zurzeit so überfüllt, dass ich jedes freie Wochenende brauche, und stattdessen dann in Regen und Kälte in einer Menschenmasse stehen? Aber verdammt, es gibt Tageskarten und da spielen System of a Down!

Als sich dann abzeichnete, dass das Wetter vielleicht doch ganz schön werden könnte, gewannen System dann endgültig die Oberhand. Los ging’s also am Samstag nach Nürnberg! Und ja, es war die absolut richtige Entscheidung, besser kann die Festivalsaison kaum losgehen. Nur ein kurzer Schauer (der aber eher erfrischend war), sonst strahlender Sonnenschein. Rock im Park war dieses Jahr nicht ausverkauft (daher auch die Tageskarten), was bedeutete, dass man auch samstags noch Parkplätze bekommen konnte, dass die Schlangen überall voll und ganz im vertretbaren Bereich waren und dass auch das Gedrängel sich in Grenzen hielt. Und genau so muss ein Festival aussehen! =:-)

Ich war zu Millencolin auf dem Gelände, deren Konzert gut ankam; war halt direkt nach dem Regenguss, daher war nicht allzu viel los. Danach ging es für mich kurz zur Alternastage – da spielte nämlich Duff McKagan’s Loaded. Und dazu muss ich zwei Dinge gestehen: 1. Noch nie was gehört von der Band. 2. Ich war Anfang der 90er unsterblich in Duff McKagan verknallt. Bzw. ich hab “So fine” von der “Use your Illusion II” so geliebt, dass ich es heute noch Wort für Wort in breitestem amerikanischen Dialekt mitsingen kann. Ich hatte ihn ja vor Jahren beim Pukkelpop schon mal live und faltig auf der Bühne bewundern dürfen – und irgendwie sah er diesmal gesünder aus als damals. Die Musik war austauschbar, aber hey… es geht halt doch nicht immer NUR um die Musik. *hüstel*

Danach machte ich mich auf den Weg zur Hauptbühne, um mich für den Wellenbrecher anzustellen. Avenged Sevenfold bekam ich daher nur über die Leinwände zu sehen, aber es sah durchaus vielversprechend aus! Nach einer Stunde Anstehen kam ich dann pünktlich zu Volbeat vorne rein. Die wurden mir schon mehrfach von den verschiedensten Leuten empfohlen, und: Daumen hoch! Die sind echt klasse – energievoll, aber trotzdem tanzbar. Ich hatte sie mir härter vorgestellt, aber die Mischung ist super. Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe.

Danach die Beatsteaks – ich persönlich bin ja der Meinung, dass sie mittlerweile so “groß” geworden sind, dass ihre Konzerte keinen Spaß mehr machen. Und doch, dabei bleibe ich auch nach ihrem RiP-Auftritt. Der hat zwar durchaus Spaß gemacht, aber lange nicht so viel, wie ein kleines Clubkonzert vor “normalem” Publikum (also keine Clubtour vor Hardcore-Fans) es tun würde. Schade! Aber objektiv betrachtet: Super Auftritt!

Schade war sowohl bei Volbeat als auch bei den Beatsteaks das typische Wellenbrecher-Phänomen: “Ich will den Headliner sehen, also campiere ich den ganzen Tag vorne.” Das ist verständlich. Das ist legitim. Genau deshalb war auch ich ab Volbeat vorne. Aber ich hab mir die “Vor-“Bands auch angesehen und nicht wie einige andere auf dem Boden gelegen und gepennt oder Zeitung gelesen. Das ist einfach voll und ganz respektlos!
Aber meiner Meinung nach sind da die Festivals gefragt, denn mit dieser Wellenbrecherlösung (übrigens an der Stelle ein großes Lob an die Wellenbrecherorganisation – im Gegensatz zum Southside hab ich bei RiP bisher nämlich nur einen top organisierten Wellenbrechereinlass erlebt!) ist das einfach vorprogrammiert. Vielleicht sollte der Wellenbrecher nach jeder Band geleert werden, oder es werden vorab Tickets für den vorderen Bereich bei bestimmten Bands vergeben. Aber wahrscheinlich gibt es einfach keine handhabbare Lösung…

Zeit für den Headliner! System of a Down… ich hatte sie einmal zuvor live gesehen. Oder besser gehört – denn das war beim Southside 2005, und da die Sicherheitsbedingungen schon nachmittags nicht verantwortbar waren, habe ich mich weit weg von der Bühne gehalten. Es ist dann auch während des Konzerts eine Absperrung eingebrochen, so dass das Konzert unterbrochen werden musste… Und trotz all dieser widrigen Umstände war das Konzert extrem eindrucksvoll.
Jetzt also eine zweite Chance – vorne im Wellenbrecher. Zwar recht weit hinten, aber immerhin konnte ich die Bühne sehen, und die Stimmung war fantastisch. Leider war ich weniger textsicher, als ich erwartet hatte (“So fine” von vor fast zwanzig Jahren kann ich noch auswendig, aber die Lieder, die bei mir “erst” seit fünf Jahren rauf und runter laufen nicht?!), aber das konnte das Gesamterlebnis kaum trüben. Ich kann gar nicht beschreiben, was mich an dieser Band so fasziniert. Ich glaube, es ist einfach die Glaubhaftigkeit, der Ernst, das Herzblut; die Lieder berühren mich einfach. Und nicht nur mich, ich glaube, das ist auch etwas Besonderes an dieser Band – irgendwie fühle ich mich all den anderen, denen diese Lieder so viel bedeuten, verbunden. So geht es mir mit anderen Bands eigentlich gar nicht. Auf jeden Fall war ihr Auftritt extrem beeindruckend und ich danach voll und ganz happy.

Zum Ausklang gab es dann noch In Extremo auf der Alternastage. Da war ich erst mal vom Gelände beeindruckt – bei Duff McKagan war ja kaum jemand da, sodass es egal war, ob man etwas sieht. Bei In Extremo war das Gelände natürlich voll; und trotzdem konnte man an der Seite nach vorne laufen, bis man super Sicht hatte. Wow! Wenn ich mich recht an meinen letzten RiP-Besuch erinnere, wurde einfach die Bühne umgedreht. Und plötzlich ist alles super! =:-)

In Extremo habe ich schon öfter gesehen. Ist zwar nicht meine Musik, aber es macht doch immer wieder Spaß, und man hat was zu gucken. Dennoch wollte ich … And you will know us by the Trail of Dead auf der Clubstage sehen – nach zwei Minuten stellte sich aber heraus, dass ich die entweder mit irgendeiner anderen Band verwechselt habe oder dass sie sich extremst verändert haben. Das, was in den ersten zwei Minuten passierte, war jedenfalls todlangweilig – also ging’s doch lieber noch mal zurück zu In Extremo.

Danach dann noch ein 45minütiger Marsch zurück ans Auto, zwei Stunden Heimfahrt und die Erkenntnis: Es hat sich voll und ganz gelohnt, und der Festivalsommer kann kommen!