Vom 1. bis zum 3. Juli 2011 fand im niedersächsischen Sulingen, etwa 50 Kilometer südlich von Bremen, zum ersten Mal das Reload-Festival statt. Bislang wurde dieses Rock- und Metal-Festival im 20 Kilometer entfernten Twistringen veranstaltet. Durch diese Verlagerung wuchs das „Reload“ in immenser Weise: Es hieß, bereits im Vorverkauf seien mehr als zehnmal mehr Tickets verkauft im Vergleich zu den Vorjahren. Diese Zahl konnte sich meiner Einschätzung nach letztendlich aber vermutlich nicht bestätigen. Das „Reload“ ist insgesamt ein eher kleines Festival. Laut einem Bericht der lokalen „Sulinger Kreiszeitung“ im Anschluss an das Festival heißt es, dass täglich etwa 7000 Besucher begrüßt werden konnten. In diesem Bericht kommen auch einige der Besucher zu Wort: Viele mögen es, dass es eine so kleine Veranstaltung ist. Dadurch wird es fast familiär – und so nah an die Musiker kommt man bei keinem anderen Festival heran. „Bitte nicht größer werden“, wird eine Besucherin zitiert.
Ich bin in Sulingen geboren und aufgewachsen und war als Fan von Rock und Metal froh, dass dieses Festival zu uns kam, wenngleich ich noch nie auf einem Festival war. Denn die Besetzung klang sehr überzeugend: Papa Roach, Hatebreed, Soilwork und als Hauptheadliner Limp Bizkit auf einem ihrer wenigen Deutschlandauftritte in Originalbesetzung! Für mich von besonderem Interesse war zudem Fozzy, die ich auch bereits kannte und schätzte. Dass diese Bands nach Sulingen kommen: Für mich unglaublich. Die anderen Bands sagten mir aber wenig bis gar nichts – mein erstes Festival eben. Ich war sehr gespannt und hatte sogar das Glück, eine Presseakkreditierung mit Fotopass zu bekommen, sodass ich direkt vorne in den Fotograben gehen konnte. Für mich als angehenden Journalisten eine sehr interessante Erfahrung.
Freitag, 15 Uhr fiel der Startschuss. Dummerweise waren zu dem Zeitpunkt noch keine Leute im Bühnenbereich, wohl ein kleiner Fehler in der Koordination mit den Security-Kräften. Die ersten Zuhörer kamen dann aber doch nach und nach, um Pay No Respect zu sehen. Das Pogen ging früh los. Der Tag war geprägt von Wetterschwankungen: Pünktlich um 15 Uhr fing es an zu regnen. Typisch Festival, oder? Der Regen hielt nicht lange. Als zweite Band betrat Sulingens Eigengewächs R.Y.O.T. – „Resist Your Own Thoughts“ die Bühne, in neuer Besetzung nach einer Weile Pause. Ein guter Auftritt und die Sulinger waren froh, ihre Band zu sehen. Nach dem Konzert traf ich R.Y.O.T.-Gitarrist Thomas Seebach. Auch er zeigte sich zufrieden mit ihrer Performance, sprach aber davon, dass er auf die Bühne ging und sich voll auf die Musik konzentrierte, quasi Tunnelblick. Viel drum herum habe er wohl nicht mitbekommen.
Für mich die Überraschung des Freitags waren die Emil Bulls, klasse Musik, starke Performance. Die Leute gingen sehr gut mit. Definitiv der Eisbrecher des Tages und meine persönliche Entdeckung des gesamten Festivals. Hörempfehlung: „Nothing in this World“.
Passend zu Fiddlers Green, die ich nicht gesehen habe, kam die Sonne wieder hervor und wir hatten unseren Regenbogen, wahrscheinlich mit Töpfen voller Gold an den Enden: „The Luck of the Irish“, meinte ein Kumpel. Fiddlers Green und ihre Nachfolgerbands setzte ich aus, weil ich mit meinen Kumpels grillen wollte. Das war nicht unbedingt die beste Entscheidung. So verpassten wir Skindred, die wohl einen der besten Auftritte des ganzen Festivals hinlegten. Dies hörte ich von sehr vielen Anwesenden und ärgerte mich jedes Mal erneut. Und meine Kumpels hielten es mir auch andauernd vor. Ich dachte, die wären nicht so gut… Aus der Entfernung konnte man ein wenig über den Zaun lugen, die gute Stimmung war deutlich zu erkennen. Blöd gelaufen. Terror verpasste ich auch. Zu Blood for Blood war ich wieder vor Ort. Nicht unbedingt meine Musik, aber ein guter Auftritt. Erwähnenswert ist ein kleines Geburtstagsständchen, das für den Gitarristen Dylan gespielt wurde.
Wie bei Blood for Blood erwähnt, stehe ich eigentlich ja nicht so auf den wirklich harten Metal mit großen „Schreianteilen“ oder durchgängigem Geschreie ohne cleane Parts der Frontmänner, doch auf einem Festival kommt das trotzdem sehr geil rüber durch eine starke Atmosphäre und aktive Fans. Schließlich kam der Freitagsheadliner Hatebreed, der den musikalisch härtesten Tag des Festivals beenden sollte. Anderthalb Stunden sollten es werden – wurden es aber nicht. Bereits nach einer Stunde war die Band vorerst fertig, spielte dann noch vielleicht zehn Minuten Zugabe. In der Zugabe gab es dann die beiden einzigen Songs, die ich von Hatebreed kannte und dementsprechend hören wollte: „Destroy Everything“ und „I Will Be Heard“. Hatebreed machte jedenfalls den weiteren Bühnenbereich ziemlich voll, was die Zuschauer angeht.
Während des Hatebreed-Auftritts habe ich mich von der Einsatzleitung der Sanitäter briefen lassen, wie die Bilanz des ersten Tages aussah. Es gab etwa 40 Fälle für die Sanitäter, aber nur zweimal mussten Besucher ins Krankenhaus gefahren werden. Meistens waren es Lappalien. Es sei insgesamt im Rahmen gewesen, wurde mir mitgeteilt. Zuvor hatte ich gehört, dass jemand sich beide (!) Knöchel gebrochen haben soll. Dies wurde aber von den Offiziellen verneint.
An diesem ersten Tag konzentrierte ich mich in vielen Fällen auf das Fotografieren im Fotograben, eine für mich neue Erfahrung. Ich war während des gesamten Festivals überrascht, wie vernünftig die Fotografen alle miteinander umgingen, fast schon zuvorkommend. Ich hatte die Befürchtung, bei Limp Bizkit würde es am Samstagabend wegen des großen Interesses im Fotograben einen größeren „Moshpit“ geben als im Feld, aber es sollte eine leere Befürchtung sein. Zumal es besondere Regelungen gab, dass die Fotografen auch nur in zwei kleineren Gruppen in den Graben gelassen wurden.
The Ghost Inside spielten am Samstag. Sehr heftige Musik, die ich persönlich nicht wirklich mag. Anderen gefiel es sehr, es wurde viel gepogt. Am Ende des Auftritts wurde eine Zugabe gefordert und die Band hätte wohl gerne weitergemacht, doch der Zeitplan ließ offenbar nicht mehr zu. Eins noch: Hätte ich den Sänger von The Ghost Inside auf der Straße getroffen, hätte ich nie vermutet, dass er derartige Musik macht. Bei hochgekrempelten Ärmeln sah man zwar große Tattoos, doch ansonsten hat er doch eher einen Schwiegersohnlook: leicht gescheitelte kurze Haare, minimaler Bauchansatz, freundliches Lächeln…
Vor The Ghost Inside spielte noch die Band Dampfmaschine. Ich kam zwar erst inmitten des Auftritts hinzu, doch die Gruppe konnte meiner Meinung nach nicht sonderlich überzeugen. Das Publikum war ziemlich lahm. Und irgendwann auf dem Weg zur Bühne oder auf der Bühne haben die Musiker offenbar auf mysteriöse Weise ihre Shirts verloren. Dem Frontmann rutschte die Hose zudem fast herunter…
Völlig geweckt wurde das Publikum von 4Lyn, die am Samstag den Eisbrecher geben durfte. Klasse Performance, die Leute sind richtig gut mitgegangen, auch die, die 4Lyn vorher nicht kannten. Besonders der Song „Pearls & Beauty“, der zusammen mit den Besuchern gesungen wurde, wusste voll zu überzeugen. Die zweite tolle Entdeckung des Festivals!
An The Bones kann ich mich im Nachhinein kaum erinnern, war da wohl zu sehr aufs Fotografieren fixiert. Aber schlecht waren die wohl keinesfalls. Als Co-Headliner des Tages waren gegen Abend Ill Niño an der Reihe. Die konnten einem da vorne im Fotograben schon etwas Angst einjagen, besonders der Frontmann: Riesengroß, breit wie ein Schrank mit einer Rasterlockenmähne, mit der man jemanden beim Headbangen erschlagen könnte! Die haben auf jeden Fall einen Eindruck hinterlassen.
Dann war es Zeit für die größte Band des Reloads: Limp Bizkit auf einem ihrer wenigen Deutschlandauftritte in Originalbesetzung. Die haben die Hütte vollgemacht wie keine andere Band. Viele Fans waren vermutlich extra wegen Limp Bizkit da. Dementsprechend eine sensationelle Stimmung. „Das ist einfach nur traumhaft“, meinte ein Besucher, der neben mir stand, während des Auftritts. Starke Nummer, aber ich hatte besonders am Ende den Eindruck, dass Fred Durst nicht die ganz große Lust hatte, vielleicht wegen der eher kleinen Größe des Reloads. Untermauert wird dieser Eindruck davon, dass die Band auch früher Schluss gemacht hat als angekündigt war. Es wurde als Zugabe auch lediglich „Rollin‘“ gespielt, dann war Fred Durst fix von der Bühne verschwunden. Einigen Zuschauern gefiel das gar nicht. Ich hörte zudem Beschwerden, dass zu viel Zeit vom DJ an Mischpult und Platten geschunden wurde.
Einen Tag hatten wir dann noch auf der Agenda, der Sonntag, der von der Musik her softer sein und mich insgesamt am meisten interessieren sollte dank den Bands Fozzy, Soilwork und Papa Roach. Your Colorful Black Eyes und Mr. Irish Bastard habe ich verpasst, weil ich mich auf Fozzy vorbereiten musste. Fozzy spielte ab 14 Uhr, im Anschluss sollte ich noch die Möglichkeit erhalten, ein Interview mit Frontmann Chris Jericho zu führen. Manchen mag der Name Chris Jericho bekannt vorkommen. Seine Wurzeln liegen im professionellen Wrestling, im dem er sehr erfolgreich war und von dem er zumindest vorerst eine Auszeit nimmt. Wegen des Interviews verpasste ich auch Luxuslärm und Wirtz danach. Von Weitem konnte ich den zwei Band aber etwas zuhören und die machten soweit einen guten, sympathischen Eindruck. Leichtere Musik eben. Im weiteren Verlauf des Tages verpasste ich ebenfalls Agnostic Front.
Kommen wir zu Fozzy. Das war ein sehr guter Auftritt, vergleichbar mit den Emil Bulls und 4Lyn. Die Besucher waren, da es ja noch relativ früh am Festivaltage war, zunächst eher wenige und auch relativ träge. Einige Wrestling-Fans, denen Chris Jericho noch bestens bekannt ist, riefen „Y2J“ in Anlehnung an Jerichos Spitznamen. Es kostete die Band und Chris Jericho eine Menge Arbeit, aber sie schafften es, das Publikum so langsam mitzureißen – durch Interaktionen mit dem Publikum, gute Musik und eine starke Performance (inklusive Gang ins Publikum und dem Erklimmen eines Metallträgers der Bühne und dem darauffolgenden Singen aus fünf Metern Höhe). Ein Auftritt, an den ich persönlich mich noch gerne erinnern werde mit Ausnahme dessen, dass die Fans nicht die ganze Zeit voll dabei waren. Entsprechend zu einer Aussage Jerichos während des Interviews: Hoffentlich sind viele Leute nach Hause gegangen und denken sich, dass beim Reload viele gute Bands waren, darunter aber auch Fozzy. Auch wenn man sie vorher nicht kannte, haben sie sich jetzt hier womöglich einen Namen gemacht, die Zuhörer des Reloads besuchen vielleicht weitere Konzerte und empfehlen die Band weiter.
Zwei gute Bands sollten am Sonntag noch folgen. Die eine von ihnen war Soilwork. Auf mich machten die einen guten Eindruck. Andere waren etwas enttäuscht, habe ich gehört. Ich kannte nicht so sonderlich viel, aber da gegen Ende „Stabbing the Drama“ und „Nerve“ gespielt wurden, bin ich für meinen Teil zufrieden.
Eine Band hatten wir dann noch, und zwar die Hauptband des Tages Papa Roach. Ich erwähne es dieses Mal vorweg: Auch dieser Auftritt war zu kurz und es gab keine Zugabe. Die haben sie zudem selber vorweggenommen und „Last Resort“ gespielt. Das erwähne ich bewusst vorab, denn das Konzert war der helle Wahnsinn. Es waren zwar etwas weniger Leute als bei Limp Bizkit da, aber die Stimmung war spitzenmäßig. Es gab etliche „Crowddiver“. Man kann sagen: Die anderen Bands haben lediglich die Möbel rausgebracht – Papa Roach hat die Hütte dann vollständig abgerissen! Papa Roach war die meiner Meinung nach vermutlich beste Band auf dem ganzen Reload-Festival und hat somit die drei Tage mit einem Knall beendet.
Vor dem Fazit noch zwei Kleinigkeiten, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind: Kreative Fans, die mit diversen Kostümen auffielen: Leute waren unter anderem verkleidet als Eisbär, Nonne oder mexikanischer Wrestler. Unterhaltsam fand ich auch, dass einige Besucher Seifenblasen gepustet haben.
Fazit: Dies war mein erstes Festival und ich bin begeistert. Drei tolle Tage, Auszeit vom Alltag, mit guten Kumpels, guter Musik und gutem Bier (ok, es war Billigbier…). Man konnte eine wirklich gute Zeit verbringen und für mich war es durch den Fotograben und das Interview eine wertvolle Erfahrung in journalistischer Hinsicht. Das Festival wird nächstes Jahr zwar während der Fußball-EM stattfinden (15. bis 17. Juni), aber es ist dennoch ein Pflichttermin für mich. Es wird überdies wieder auf der gleichen optimalen Location stattfinden wie dieses Jahr. Hoffentlich kommen wieder ähnlich hochkarätige Bands. Meine persönlichen Entdeckungen des Festivals waren die Emil Bulls und 4Lyn; Fozzy machte ebenfalls gute Eigenwerbung. Die drei Headliner Hatebreed, Limp Bizkit und Papa Roach spielten zwar alle nicht die vorher angekündigten anderthalb Stunden. Dennoch waren es gute bis sehr gute Auftritte und Papa Roach hat den wohl besten Auftritt des ganzen Reload-Festivals abgeliefert. Vielen Dank, gerne wieder!
Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich dieses Jahr einen Abstecher zu Rock im Park machen sollte. Meine To-Do-Liste ist zurzeit so überfüllt, dass ich jedes freie Wochenende brauche, und stattdessen dann in Regen und Kälte in einer Menschenmasse stehen? Aber verdammt, es gibt Tageskarten und da spielen System of a Down!
Als sich dann abzeichnete, dass das Wetter vielleicht doch ganz schön werden könnte, gewannen System dann endgültig die Oberhand. Los ging’s also am Samstag nach Nürnberg! Und ja, es war die absolut richtige Entscheidung, besser kann die Festivalsaison kaum losgehen. Nur ein kurzer Schauer (der aber eher erfrischend war), sonst strahlender Sonnenschein. Rock im Park war dieses Jahr nicht ausverkauft (daher auch die Tageskarten), was bedeutete, dass man auch samstags noch Parkplätze bekommen konnte, dass die Schlangen überall voll und ganz im vertretbaren Bereich waren und dass auch das Gedrängel sich in Grenzen hielt. Und genau so muss ein Festival aussehen! =:-)
Ich war zu Millencolin auf dem Gelände, deren Konzert gut ankam; war halt direkt nach dem Regenguss, daher war nicht allzu viel los. Danach ging es für mich kurz zur Alternastage – da spielte nämlich Duff McKagan’s Loaded. Und dazu muss ich zwei Dinge gestehen: 1. Noch nie was gehört von der Band. 2. Ich war Anfang der 90er unsterblich in Duff McKagan verknallt. Bzw. ich hab “So fine” von der “Use your Illusion II” so geliebt, dass ich es heute noch Wort für Wort in breitestem amerikanischen Dialekt mitsingen kann. Ich hatte ihn ja vor Jahren beim Pukkelpop schon mal live und faltig auf der Bühne bewundern dürfen – und irgendwie sah er diesmal gesünder aus als damals. Die Musik war austauschbar, aber hey… es geht halt doch nicht immer NUR um die Musik. *hüstel*
Danach machte ich mich auf den Weg zur Hauptbühne, um mich für den Wellenbrecher anzustellen. Avenged Sevenfold bekam ich daher nur über die Leinwände zu sehen, aber es sah durchaus vielversprechend aus! Nach einer Stunde Anstehen kam ich dann pünktlich zu Volbeat vorne rein. Die wurden mir schon mehrfach von den verschiedensten Leuten empfohlen, und: Daumen hoch! Die sind echt klasse – energievoll, aber trotzdem tanzbar. Ich hatte sie mir härter vorgestellt, aber die Mischung ist super. Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe.
Danach die Beatsteaks – ich persönlich bin ja der Meinung, dass sie mittlerweile so “groß” geworden sind, dass ihre Konzerte keinen Spaß mehr machen. Und doch, dabei bleibe ich auch nach ihrem RiP-Auftritt. Der hat zwar durchaus Spaß gemacht, aber lange nicht so viel, wie ein kleines Clubkonzert vor “normalem” Publikum (also keine Clubtour vor Hardcore-Fans) es tun würde. Schade! Aber objektiv betrachtet: Super Auftritt!
Schade war sowohl bei Volbeat als auch bei den Beatsteaks das typische Wellenbrecher-Phänomen: “Ich will den Headliner sehen, also campiere ich den ganzen Tag vorne.” Das ist verständlich. Das ist legitim. Genau deshalb war auch ich ab Volbeat vorne. Aber ich hab mir die “Vor-”Bands auch angesehen und nicht wie einige andere auf dem Boden gelegen und gepennt oder Zeitung gelesen. Das ist einfach voll und ganz respektlos!
Aber meiner Meinung nach sind da die Festivals gefragt, denn mit dieser Wellenbrecherlösung (übrigens an der Stelle ein großes Lob an die Wellenbrecherorganisation – im Gegensatz zum Southside hab ich bei RiP bisher nämlich nur einen top organisierten Wellenbrechereinlass erlebt!) ist das einfach vorprogrammiert. Vielleicht sollte der Wellenbrecher nach jeder Band geleert werden, oder es werden vorab Tickets für den vorderen Bereich bei bestimmten Bands vergeben. Aber wahrscheinlich gibt es einfach keine handhabbare Lösung…
Zeit für den Headliner! System of a Down… ich hatte sie einmal zuvor live gesehen. Oder besser gehört – denn das war beim Southside 2005, und da die Sicherheitsbedingungen schon nachmittags nicht verantwortbar waren, habe ich mich weit weg von der Bühne gehalten. Es ist dann auch während des Konzerts eine Absperrung eingebrochen, so dass das Konzert unterbrochen werden musste… Und trotz all dieser widrigen Umstände war das Konzert extrem eindrucksvoll.
Jetzt also eine zweite Chance – vorne im Wellenbrecher. Zwar recht weit hinten, aber immerhin konnte ich die Bühne sehen, und die Stimmung war fantastisch. Leider war ich weniger textsicher, als ich erwartet hatte (“So fine” von vor fast zwanzig Jahren kann ich noch auswendig, aber die Lieder, die bei mir “erst” seit fünf Jahren rauf und runter laufen nicht?!), aber das konnte das Gesamterlebnis kaum trüben. Ich kann gar nicht beschreiben, was mich an dieser Band so fasziniert. Ich glaube, es ist einfach die Glaubhaftigkeit, der Ernst, das Herzblut; die Lieder berühren mich einfach. Und nicht nur mich, ich glaube, das ist auch etwas Besonderes an dieser Band – irgendwie fühle ich mich all den anderen, denen diese Lieder so viel bedeuten, verbunden. So geht es mir mit anderen Bands eigentlich gar nicht. Auf jeden Fall war ihr Auftritt extrem beeindruckend und ich danach voll und ganz happy.
Zum Ausklang gab es dann noch In Extremo auf der Alternastage. Da war ich erst mal vom Gelände beeindruckt – bei Duff McKagan war ja kaum jemand da, sodass es egal war, ob man etwas sieht. Bei In Extremo war das Gelände natürlich voll; und trotzdem konnte man an der Seite nach vorne laufen, bis man super Sicht hatte. Wow! Wenn ich mich recht an meinen letzten RiP-Besuch erinnere, wurde einfach die Bühne umgedreht. Und plötzlich ist alles super! =:-)
In Extremo habe ich schon öfter gesehen. Ist zwar nicht meine Musik, aber es macht doch immer wieder Spaß, und man hat was zu gucken. Dennoch wollte ich … And you will know us by the Trail of Dead auf der Clubstage sehen – nach zwei Minuten stellte sich aber heraus, dass ich die entweder mit irgendeiner anderen Band verwechselt habe oder dass sie sich extremst verändert haben. Das, was in den ersten zwei Minuten passierte, war jedenfalls todlangweilig – also ging’s doch lieber noch mal zurück zu In Extremo.
Danach dann noch ein 45minütiger Marsch zurück ans Auto, zwei Stunden Heimfahrt und die Erkenntnis: Es hat sich voll und ganz gelohnt, und der Festivalsommer kann kommen!
About every big and small town in Norway has its own rock festival – that’s quite typical for the Norwegian music scene. Stavanger has been struggling with this a bit over the last couple of years. The last rock festival in Stavanger, Pulpit Rock, went bankrupt after the third year. But fortunately, it didn’t take long until a new festival was planned for the city, namely Rått og Råde! Not everybody welcomed this plan though, because the festival was scheduled to be in the middle of a residential area, where a lot of elderly people are living. However, the plans were approved, and so Stavanger was all set for a new festival for about 10000-15000 people.
I was really curious about how this would turn out, mostly because this festival was really HUGE for Norway. I gotta admit that I don’t like big festivals, I’m much more into the small and cozy ones, but then – even huge festivals in Norway seem more like medium-sized festivals in Germany, and I was wondering how they would manage to set up such a festival for the first time.
And I was impressed! Overall, the festival was just amazing. The area was big enough for the amount of people, there were enough bar and food stands and toilets so that you didn’t have to queue for long, the organization worked out very well, there were enough securities and volunteers to get everything to run really smoothly. Thumbs up!
A big plus was the weather of course: three days of sunshine without even the slightest clouds. Would you ever expect that in Norway in September? That was so nice, and even though it did get quite cold at night, this made the festival perfect. So it’s hard for me to really judge the festival… No clue how it would have been in the rain. But like this, it was just amazing!
So does that mean there was nothing to criticize? Almost, but not quite. The area was really nice for a festival. The stages were arranged nicely, you could see very well, and it never got too crowded – you could always find a nice spot in the audience. So that was perfect. But then, the festival was far from sold out. From what I heard, there were 10.000 people there the first and last night (and about 6000 on Friday), which wasn’t too bad, but still under capacity. With a few thousand people more, I think it would have been quite crowded. Not necessarily in front of the stages, but everywhere in between. There was a nice “market street” in between the two stages, where the food stands were located and where you could sit down and rest a bit. That part was usually quite crowded, especially when everybody was walking from one stage to the other. And as bands on both stages took turns playing (which means that there was always some music playing – great!), that happened quite frequently. There were a few narrow paths that just weren’t suited for a lot of people walking there at the same time. It worked out fine with the amount of people that actually was at the festival, but I’m not sure if it would be the same with even more people. And the same was true for the exit, by the way. It looked quite frightening to see everyone head toward the same narrow path at the same time right after the concerts. The organizers took every precaution they could, the path was well-lit, and there was just no way to get the crowd off the area more quickly. But this is clearly a bottleneck for the festival, which might pose a problem if the festival is continued and might even grow.
Apart from that, the area seemed perfect for a festival. Very easy to get to from the city center (and the bus transfer worked out just great – except that it was VERY hard to actually get hold of one of the bus passes that were advertised; nobody seemed to know about them), mostly gravel grounds (so it wouldn’t get too muddy with rain), and lots of space. I can understand it though that the people living in the area were not too fond of the festival, even though the concerts ended by 11 p.m. at the latest – there’s still 10.000 people invading your neighborhood, seven hours of noise every day, and quite a bit of hassle walking around the festival grounds. However, I think that this should be bearable, as it’s only one weekend in the year – and a big plus for Stavanger.
I gotta admit that this was more or less a “surprise festival” for me. The line-up sounded great to me, because I knew almost all names on the list. However, for most of them I had NO clue what to expect. This made it really exciting, especially since there was always a band playing. So I could just walk up, check them out, and decide whether I liked it or not. Pretty cool – but it also means that I can’t report too much about the bands, because most of them were completely unknown to me. However, I’ll try to do my best now to report on the festival concerts!
The first artist of the festival was Susanne Sundfør on the big stage. I didn’t make it to the festival until halfway through her concert, but I was impressed. Not only by the crowd of people that was already gathered in front of the stage, but also by the music. When I arrived, Susanne Sundfør was doing a part alone, which was very nice. After a few songs, the band joined her. I hadn’t even noticed they were missing! But they did give a different touch to her concert and added some variety. A very nice opening concert!
After Susanne Sundfør, Line Larsen took over on the second stage. Gotta admit that she didn’t convince me. It was nice music, but not catchy at all.
Next up was Karpe Diem, and my first surprise. I suspected… hmm… maybe some “dark” rock band? I got a hip hop act, which actually wasn’t too surprising I guess, I think I’ve even heard them on the radio before. They managed to get the crowd moving! I liked the show quite a lot, and so did the rest of the audience, as it seemed.
Then, before the main act, Casiokids played on the small stage. And I left after the first song… Sorry, but what was that? Indie-alternative-wannabe-rock? Not my thing, not at all.
So I had time to grab something to eat before a-ha came on. I didn’t really expect a lot from the a-ha concert. I knew that I didn’t really know them (just the hits of course), I knew that it’s not necessarily the kind of music I usually listen to, and I knew that it was really cool to get to see them play live once! And I got pretty much what I expected: A professional show, a bit too reserved in my opinion, a lot of nice pop songs, and a dedicated audience that was impressively loud when singing along. In the beginning, my attitude was mostly “okay, it’s something you gotta see once, but well…” Towards the end, they played more and more hits and thus songs that I knew, and I started to really enjoy it. Yes, guess you HAVE to have seen a-ha on stage once, and if it’s only to note that Morten Harket looks like David Hasselhoff, or that it sounds pretty awkward if a whole audience suddenly squeaks “STAY!”. *lol* But yeah… that probably sounds rather insulting to any a-ha fan, sorry about that. But they were never my heroes. =;-) And I did enjoy the concert, more than I had expected.
The second day of the festival was the big “Kaizers day”. =;-) First up everybody faced a hard decision: While Uncle Deadly (aka Geir Kaizer) opened the festival day on the main stage, Skambankt were doing a signing session downtown. Not sure how the signing session went (’cause I didn’t have any doubt when deciding for Uncle Deadly), but the Uncle Deadly concert was really nice. It was a bit of a downside though that it was so early in the day and there were only very few people on the festival grounds at that time. Too bad! You can read more about the Uncle Deadly concert in my report.
After Uncle Deadly, a band called Rub A Dubs played on the small stage. I hadn’t heard of them before, but they sounded very promising! I’m really bad at finding genres for bands – but they had brass, which is always a big plus, and they got people dancing!
Next up on the main stage was Mew from Denmark. Again, I didn’t know more than the name, but this time my expectations were about right. A nice rock band with some “weird” influences, with a front man in a dark leather coat, singing sometimes in normal voice, sometimes two octaves up… =;-) But it was really fun to listen to! And to watch the guy whose only job on stage it seemed to be to dance. Hmm… does that mean he’s part of the band?
The next band was also from Denmark, and my first impression was “they sound Danish”. Honestly, I have no clue what made their sound typical Danish (nor do I have any idea what typical Danish sound IS *g*). The band was Oh No Ono, and actually, I even knew one of their songs – which doesn’t mean I knew the band. They reminded me a bit of Casiokids. Just standing, hardly moving, pretty monotonic music… not quite my style. And it seemed that most people were thinking the same, as it was quite empty in front of the stage at that time.
Or maybe this was already because of the next band and people preparing for the BIG concert of the evening: Band of Horses. You don’t know them? Well, I didn’t either. But EVERYBODY in Norway does, and they really were the big highlight of the day for many. So people were really enjoying their concert. I found it was nice, but without knowing the songs (I had heard one on Norwegian radio though! *g*), I couldn’t quite figure out what makes them so special. It was nice music, well performed, but it didn’t really catch on for me.
Anyway, I think it would have taken a lot to take my mind away from the upcoming concert at that time. Because next up were Skambankt, who delivered a fantastic concert in front of an even more fantastic crowd! All about the concert here.
The headliner on Friday was The Prodigy. I’ve seen them before, twice even, and I always hated it – not because of the music which I find is quite suitable for festivals, but because it was impossible to listen to their concerts, as the bass was turned up so loud that it hurt. And not even in your ears, but in your whole body… It turned out though this time that it wasn’t too bad! The sound was absolutely okay, and I stayed almost until the end of their concert, even though I had planned to leave after five minutes. But no, I gotta admit, that was a fun concert! The crowd loved it as well – but it was obvious that there were a lot less people at the main concert than the day before.
The next day, like the first two, started in bright sunshine and warm temperatures, so that everybody arrived at the festival grounds early and everything started out very relaxed and happy. First up was Bare Egil Band. One guy with guitar and microphone, obviously quite funny, but I found out that my Norwegian might be sufficient for daily conversation, but not to understand what all this was about and whether it was good or bad. =;-)
That was much easier for me with the next band: Madcon! One of the few Norwegian bands of the festival which are known outside of Norway as well. In the beginning, it seemed like they had a hard time getting the audience to go along. They worked really hard though, making the audience scream again and again, splitting them into two groups and having them compete, making them jump – and it worked! The crowd was quite impressive for this time of the day, and it was obvious that everybody had fun. And rightfully so! Madcon seemed like the perfect band for that time and that crowd.
The next band, Tôg on the small stage, also had quite a few people in the audience. Not sure in which genre they should be placed – electro-alternative maybe? It was a nice mixture, in any case. At least from the musical side. Not sure why they all had black clothes and white scarves on their heads, that looked a bit silly. But it’s the music that counts, right? =;-)
Then we went back to the hip hop. Lars Vaular was another band where I knew only the name and nothing else – at least that’s what I thought. I did know their sunglasses song though. =;-) I watched their performance from the very back, so it’s hard for me to judge the reaction of the audience, but it seemed to me that they managed to capture the audience – but there weren’t as many people who let themselves capture as under Madcon’s concert.
While the main stage was turned into a hip hop stage, the small one now became the hardcore stage. I don’t like that genre, I can’t tell what is good or bad, but Purified in Blood were quite impressive. Less because of their music (it just sounded like “noise” to me), but because of the audience. There was actually a pretty big circle pit! OK, there’s circle pits at about every concert I see in Germany, but you can’t compare Germany and Norway in this respect. Honestly, I had never expected a real pit in Norway. But then I wasn’t surprised that it was _extremely_ aggressive in there. OK, it was nothing compared to later on, but before that…
… Thomas Dybdahl played on the main stage. Talk about different styles! =;-) Nice, melodic pop rock. The main stage audience seemed to like it. I found the concert quite nice, but I didn’t know any of the songs, and nothing really stuck.
So then it was time for Kvelertak on the small stage. Very similar to Purified in Blood, but more melodic and thus easier to listen to, in my opinion. But it might be that PiB is just as melodic, I just haven’t found the underlying melodies yet. =;-) I saw Kvelertak a few times as support for Skambankt, and while it’s not my kind of music, I have total respect for what they do on stage. I was pretty shocked by what was going on in front of the stage though. I’m quite used to seeing pogo pits, but that looked terribly aggressive. And I always thought people are in there together and not against one another… guess that doesn’t count for Norwegian pits, who knows. If I saw that correctly, it ended with the PiB singer being escorted out by the police… uhem.
For some reason, they were done fifteen minutes early (my guess was that they had planned for an encore, but people just left, but I don’t know whether that’s true), and then the waiting for Ozzy Osbourne began! I had seen him once before, in 1997 if I recall correctly. Don’t really remember anything from that concert except that it was raining and he covered “Singing in the rain”. =;-) Again, I didn’t really know any songs, just some fragments here and there, but it turned out to be an amazing concert! The audience was absolutely crazy, Ozzy was very friendly and entertaining, the music was great (well, except for the singing maybe – Ozzy was a bit off-key sometimes…), there was a foam sprayer and the first row, the securities and camera got covered in foam a few times, and Ozzy seemed very excited about the great audience. Honestly, that seemed a little bit fake to me… not sure why, because the audience was quite enthusiastic. But not really that loud, I thought. However, Ozzy seemed amazed and said he was amazed, so maybe he actually was. =;-) He played a really long set – almost two hours – and it seemed as if he would have continued if the hour hadn’t been after eleven, which was the strict curfew.
That definitely was a nice conclusion to a great festival. From what I read up to now, the sales weren’t as good as expected, so it’s not quite clear yet whether the festival will be repeated next year. I really hope so though, because it’s a great thing – and yep, every Norwegian town needs its own festival! Especially if it’s such a nice one. =:-)
After I spent basically every weekend this summer at some festival in Germany, I finally made it to Norway now for… a festival, of course. =;-) Festivals in Norway are interesting: pretty tiny (compared to German festivals), a line-up ranging from “very local and unknown band” to “international star”, very cozy and nice with people really “living” for their festival. So in a way you can compare Norwegian festivals to some of the really tiny German festivals, just that there are much bigger bands playing at the Norwegian festivals.
This year, I decided to go to Kartfestivalen – the line-up was nice and interesting, and the festival wasn’t too hard to get to with only a 2-hour drive from Oslo. Gvarv, where the festival took place, is a tiny little town right next to Bø in Telemark. So there wasn’t really anything else to do in the area – but that didn’t matter; we spent a great weekend at the festival!
When we got to Gvarv, it had already been raining for quite a while. Grr… not the way you want to start a festival, of course! But well, Skambankt would be playing, so we got out our rain coats and umbrellas and got going. The first impression of the festival grounds was very positive: Not too big (but actually impressively big for a festival in a town of this size!), two stages (a tiny one where the first bands of the day played and a “normal” one for the main acts), some food stands of course and a lot of tables and benches to sit down – all under a tent roof, so that was perfect with all the rain.
The only downside (except for the rain, of course, but that’s not in the responsibility of the festival organizers…) was the food and drinks. Food and beer was ecological – I think it’s a great idea to have such a motto for a festival, and especially to really stick to it for everything that is on offer. But then, the choice was fairly limited. For the food, it wasn’t that bad (even though I have to admit I didn’t really like it, but that’s a matter of taste of course), but with drinks? There was beer, wine, coffee, and water. Pretty limited if you have to drive afterwards… OK, there was also apple juice, but it was out the second day. =:-(
Well, to make up for that, there was a supermarket and a gas station right next to the festival grounds, so you could get something from there – but that’s not really the way it’s supposed to be, and I felt a bit bad getting my drinks there. I’d rather supported the festival by buying stuff on the festival grounds, but that wasn’t possible, unfortunately.
OK, so back to the festival itself. We got there at the time when the second band of the day, Ellen M Trio, was just finishing their set, so unfortunately I can’t really report about them. Next up was And her name was Frank, followed by Lemmy Caution Strikes Back. Both sounded pretty nice, but the rain ruined their concerts a bit. There weren’t really a lot of people in the audience yet – those who had ventured to the festival grounds already were mostly seeking cover under the roof.
But then, everybody seemed to accept the rain. Lady Moscow played on the main scene, and even though there weren’t that many people there yet, those who were decided to ignore the rain and see what was going on on stage. And that was a good decision, because Lady Moscow played a great concert and managed to get the audience involved! From what I had read before, I placed them somewhere between Kaizers Orchestra and Tom Waits, which wasn’t that far off. Not that much Kaizers actually, but some unusual instruments; they had a stand-up bass, accordeon, and violin. And yep, the singer undoubtably likes Tom Waits. =;-) A very nice performance!
After that, more and more people arrived, so that it filled up very nicely in front of the stage before the next concert. Because then it was time for the “Kings of rock” (as the announcer called them): Skambankt! I really loved the concert, and the atmosphere was great – the audience seemed to really have fun throughout the show, which is just the way it’s got to be! You can read a detailed report about the Skambankt concert here.
The headliner of the first day was Big Bang then. I gotta admit that I’m not that fond of them – I’ve seen them twice at some other festivals, and I was always pretty bored. This time, they did surprise me though; I enjoyed the concert quite a bit! Again, it was pretty crowded in front of the stage, despite the rain, and the atmosphere was really nice. I would have expected a bit more enthusiasm from the crowd maybe, but well, everybody was cold and wet after all. And when Big Bang finished up with “Prettiest girl in Oslo”, everybody was celebrating and having a great time.
After that, it was time to get back to our cabin at Beverøya camping (didn’t see any beavers though, he he) and dry up. The next day, we woke up to really nice, warm, and sunny weather – yay, that’s the weather you want to have at a festival, not the stupid rain!
The festival day actually started with some free concerts downtown. OK, as much “downtown” as you can expect from a tiny little town like Gvarv, I mean. =;-) But hey, that sounds so negative, but I really don’t mean it like that. It was a great way to start the festival day, and it was very very cozy – at the town square, with a tiny improvised stage, some seats in front of it, a little café and great sunshine. And it actually got quite crowded after a while! First up was Raven Coloured Love, who also played at the festival lateron, playing some acoustic cover songs. Next was Ugrass, a band formed just for this occasion, playing some country/western/bluegrass style songs. And last but not least it was time for Roy Lønhøiden, a singer/songwriter that I actually knew from my Norwegian class. =;-) All in all, this was a great start for the festival day – a nice and cozy get-together on the town square, involving not only the people who came for the festival, but all Gvarv inhabitants, no matter whether they cared for the rest of the festival or not.
Shortly after, the “real” festival started again. It seemed to me a bit like I was seeing two completely different festivals those two days. Now, the sun was out, it remained dry troughout the evening, and even though it got quite cold at night, this was the perfect festival weather. And of course that left its traces on the audience as well, and everybody seemed to be enjoying themselves.
The first band on the small stage was Bad Hair Day, a very young band from the area, with one of their first “big” concerts, I assume. They did a great job! Of course there’s room for improvement and they seemed to feel quite insecure on stage, but they knew how to play their instruments and had their own songs even. Just that maybe “When I was young I found a river of wisdom” is not exactly the right topic for a teenager band… =;-) But it was a nice gig!
Next up was May Kristin Steffensen, alone on stage with her guitar. She did a few very nice songs in singer/songwriter style, before Raven Coloured Love had their turn again. Actually, I liked their acoustic cover set a bit better, but they played some nice and energetic rock music now – with their own songs this time. For both of these concerts, it was a bit of a pity that there were so few people in the audience. But those who were at the festival grounds already enjoyed themselves.
We missed Emma Ejwertz after that but were back in time for Tellusalie (by the way, the name makes sense, if you look at it again *g*). I have to admit though that they didn’t leave an impression, even though they had some strange instruments. I do remember the tree that was used as percussion instrument though. I felt sorry for it. =;-)
Then it was time for the highlights of the night. First up: Katzenjammer! I don’t have to write much about the four girls, I guess – they are just amazing, and they manage to conquer any audience within minutes. I’ve seen them play in Germany a lot lately, and somehow, this was the complete opposite. In Germany, they are playing in tiny clubs that are crammed with people who know they have to expect something weird (but great!). Here, there were a few people (actually quite a few, ’cause it started to fill up again) who had probably heard the name Katzenjammer but had no clue what to expect. So at first, everybody was just watching. Then for the next two or three songs, everyone was astounded and… amused. People were actually laughing at the band! But in a very nice way. =:-) And then Katzenjammer had won, and everybody was cheering, dancing and singing. I LOVE it when that happens and a band just takes over! And Katzenjammer so deserve it. Especially ’cause they had to cut down on their set, as it seemed Jethro Tull wanted more time…
The whole day, there had been lots of people around wearing Jethro Tull t-shirts, so it was clear who the headliner of the day would be. Or well, honestly I was always confused as soon as his name was mentioned. It took me a while to figure out why everybody was talking about some guy called Jedro Tyll, uhem. *g* Honestly, I didn’t expect much from that concert. Of course I knew “Bourrée”, and since I play the flute as well I had of course stumbled across Jethro Tull, but yeah… well, overrated. And when the strict regulations were announced – no smoking in front of the stage and a 100% photo ban (thus no Jethro Tull pictures) -, that only confirmed my attitude towards him. The typical snotty, arrogant rock star… pff.
I was mistaken. I was sooo mistaken! The concert was absolutely amazing. Perfectly performed, very varied and entertaining. I just didn’t get the “standing on one leg” thing. Maybe I oughta try it… =;-) And no, neither snotty nor arrogant, the guy came across very very likeable. And humorous! After the first two songs he announced: “Okay, these songs were from 1968 and 1969. But don’t be afraid that we’ll play only this old stuff, no, by far not! The next song is from 1971…” *rofl* And so on and so on. Perfectly entertaining and absolutely awesome. Can you tell I was amazed? =;-)
Jethro Tull was the headliner, but not the last artist of the evening. As last band, Grand Island went on stage. I saw them as support for Kaizers Orchestra earlier this year and had gotten the latest album right away – and fallen in love with it. So I enjoyed the concert a lot; and I wasn’t the only one! A lot of people had gone home already, so it really wasn’t crowded anymore, but all the people who were still there were really enjoying themselves. There was line dancing, singing, screaming, … the perfect conclusion for the festival!
So all in all I can just say: yeah! That was a really really nice festival. The weather the first day was stupid, but well, nothing anyone could do about it. And the organizers did the best they could – there was cover, there was no mud, and there were rain ponchos on sale. =;-) Everybody, also the people who were working, seemed to be enjoying themselves, the atmosphere was very friendly, and the program was great. Two thumbs up!
Kurzer Disclaimer vorab: Da ich diesmal ausnahmsweise nicht in journalistischer Funktion – also, schon in journalistischer Funktion, aber nicht für konzertjunkie.de – unterwegs war, gibt’s hier nur ein paar Eindrücke vom Festival, keinen ausgearbeiteten Bericht. Nächstes Jahr dann vielleicht… =;-)
Das dritte Jahr Taubertal in Folge für mich – erst waren die Ärzte da, dann Farin solo, jetzt Bela solo. Daher kenne ich die Leute, die für “Fotopässe über Gästeliste” (ein völlig verqueres und eigentlich unmögliches Konzept übrigens *g*) zuständig sind, mittlerweile allesamt persönlich, und sie erkennen mich auch schon wieder. =;-) Aber nach einer knappen Stunde war diesmal alles geklärt und ich konnte aufs Gelände. Wie immer ging es erst mal ganz nach hinten zur On3-Bühne – denn dort könnte ja etwas Spannendes auf dem Programm stehen!
Tat es auch – denn gerade hatte die Live-Sendung angefangen, in der später auch Bela auftreten sollte. Bingo! Es war erstaunlich wenig los dafür, dass Bela erwartet wurde, aber man bekam im Publikum auch nicht wirklich viel von der Sendung mit; die erste halbe Stunde war also doch eher langweilig. Dann kam allerdings Bela: Zuerst gab es “Liebe und Benzin” live, dann ein Interview, dann den Rest der Sendung und zum Ende noch mal Bela live mit “In diesem Leben nicht”. Ohne den tollen Mittelteil… *grmbl* Bela wirkte definitiv sehr sympathisch, witzelte ein wenig mit dem Publikum rum, aber wirklich Vielsagendes gab es nicht. Wer nicht dabei war, hat Bela zwar nicht aus der Nähe gesehen, aber verpasst hat man auch nichts. Gegen Ende stellte sich der Großteil des Publikums für Autogramme an und war dementsprechend enttäuscht, als es keine gab – es waren allerdings auch keine angekündigt, es hätte mich also auch gewundert, wenn es welche gegeben hätte.
Wirklich ätzend war, dass nach der Sendung vom Taubertal-Blog aus getwittert wurde, dass Bela einen Ärzte-Auftritt beim Taubertal 2011 angekündigt hätte – hat er nämlich nicht. Zumindest nicht im Interview. Er soll danach zum On3-Musikchef gesagt haben, dass er gerne wiederkommt – “2011 dann mit den Ärzten”. Aber dass das reiner Smalltalk und keine Ankündigung war, sollte ja nun wirklich jedem klar sein… aber natürlich gleich alles breittreten und weiterverkünden, schon klar. Denn was angekündigt ist, muss dann auch passieren, oder wie? Absolut zum Kotzen, diese Art von Journalismus.
Egal. Danach ging’s für mich schnell rüber zur Hauptbühne und LaBrassBanda – die kannte ich nicht, hatte keine Ahnung, was mich erwartet. Umso überraschter war ich dann über den Ska auf Bayrisch. *rofl* Die machten richtig gut Stimmung, und das Publikum feierte!
Danach Essenspause und Warten auf die nächste Band – aus “Produktionsgründen” (die mich ja ECHT mal interessieren würden…) wurden Bela B und Ska-P getauscht. Als nächstes kamen dann also Ska-P auf die Bühne, und auch sie begeisterten das Publikum. Völlig zu Recht! Auch wenn ich der Meinung bin, dass ein paar Ansagen auf Englisch die Sache deutlich vereinfachen würden… =;-) Ein tolles Konzert jedenfalls.
Und dann… leerte sich das Gelände. Bei Bela waren definitiv sehr viel weniger Leute vor der Bühne als bei Ska-P. *hüstel* Berechtigt? Nun ja, als alter Bela-Fan behaupte ich natürlich “nein”, auch wenn ich absolut jeden verstehen kann, der mit Bela solo (und insbesondere seinen aktuellen Festivalauftritten) so gar nichts anfangen kann. Ich finde die Hemden mit Berufsbezeichnung (“Gitarre”, “Bass”, “Drums”, “Human Boss”, “Babe” und – wie ich diesmal zum ersten mal gesehen habe – auch “Monitor”, “Tourmanagerin” und “Security” *rofl*) zum Schreien. Aber wer – ohne Kontext – eine Künstlerin auf der Bühne im “Babe”-Shirt sieht, der sieht das wohl doch eher anders. Zumal diese dann auch noch dem Human Boss mitten im Song eine weiße Schießer-Unterhose aus der Hose zieht. Hrmpf. Denkt denn keiner an die Nicht-Fans?!
Nu ja. Mir persönlich hat das Konzert gefallen. Es war zwar ziemlicher Standard, aber ich fühlte mich nostalgisch an die Winter-Tour zurückerinnert… Für Otto-Normal-Festivalbesucher war das aber klar der schwächste Auftritt des Abends. War aber ja auch kaum jemand da. *hüstel*
Headliner war dann Fettes Brot – wie beim Mini-Rock lieferten sie eine klasse Show und wurden gefeiert. Die Sprüche waren noch mal einen Tick besser, Schneeballen versteht man am besten, indem man sie einfach isst, und die Leute im Haus da oben auf dem Berg haben noch nie auf Ansprachen reagiert. *g* Ein toller Abschluss für einen schönen Festivalabend!
Da ich leider nur ein Tagesbändchen hatte, war das für mich auch der einzige Tag am Taubertal dieses Jahr – schade. Und irgendwie hab ich mich dabei auch vom Taubertal verabschiedet… werde ich langsam aber sicher zu alt dafür? Das Festival ist mittlerweile ECHT groß geworden, evtl. zu groß. Und dennoch, es hängen so viele tolle Erinnerungen daran… die erste Nacht auf dem Zeltplatz mit SOAD-Beschallung rund um die Uhr (wann war das? 2002?), diverse Schlammrutschbahnen, Rothenburger Schneeballen, nächtliche Wanderungen zum Zeltplatz, mein erstes Dúné-Konzert bei strömendem Regen im Steinbruch, die Entdeckung von Boppin’ B, “Es gibt nur ein Rudi-Völler”-Gesänge im Shuttlebus und “Es gibt nur ein Hardy Appich”-Gesänge vorm Backstage, erste Reihe bei den Hosen, Kaizers statt Fanta Vier – und nicht zuletzt natürlich das Jahr, an dem ich direkt von meinem Vorstellungsgespräch bei meinem jetzigen Arbeitgeber nach Rothenburg gefahren bin und tags darauf im strömenden Regen, untergestellt in den Arkaden des Rothenburger Rathauses, mein Handy klingelte… “Wir würden Ihnen gerne ein Angebot machen”.
Hach ja, the memories. Nein, auch wenn ich mir am Freitag sicher war, dass ich nicht mehr komme – ich glaube, ich werde nächstes Jahr wieder dabei sein. Hoffentlich.
Anfang August steht wieder das Mini-Rock-Festival in Horb an – ein Festival, um das man kaum drumherum kommt, wenn man in der Gegend wohnt. Denn obwohl das Mini-Rock-Festival klar zu den kleineren Festivals gehört, ist das Line-Up doch jedes Jahr spitze. Sicherlich nicht allzu hochkarätig besetzt (das würde sich finanziell wohl kaum lohnen), dafür sind aber immer einige “Perlen” dabei: Bands, die früh gebucht und seitdem bekannter wurden, solche, die eine vielleicht nicht riesige, dafür aber etablierte und treue Fanbasis mitbringen und zusätzlich lokale Bands, die super Stimmung verbreiten.
Ich war 2006 und 2008 für jeweils einen Tag auf dem Festival (Headliner waren damals La Vela Puerca, Disco Ensemble und Madsen). In den anderen Jahren hielten mich nur andere Festivals davon ab, dem Mini Rock einen Besuch abzustatten – denn das Booking war immer ausgezeichnet. Und die Stimmung und Atmosphäre des Festivals ist auch super: Alles ist klein und familiär, kein Gedränge vor der Bühne, dafür ein sehr lockeres und gut gelauntes, feierwütiges Publikum. Also alles genau so, wie man es sich wünscht!
Dieses Jahr könnte alles anders sein – und hoffentlich noch besser! Das Festival ist nämlich umgezogen und findet jetzt auf den Neckarwiesen statt. Der Plan verspricht ein deutlich größeres Gelände. Außerdem gibt es jetzt einen (kostenpflichtigen) Parkplatz mit Shuttlebus (also kein Parken am Schwimmbad mehr ). Das Festival wurde außerdem um einen “Warm-up-Tag” am Donnerstag erweitert.
Und das Line-Up? Mit Fettes Brot hat sich das Mini-Rock-Festival dieses Jahr einen Headliner geangelt, der um einiges größer ist als die bisherigen Headliner. Die anderen Hauptbands, The Sounds, Life Of Agony und Johnossi, sind dann schon eher die “gewohnten” Kaliber. Und auch das restliche Line-Up ist mit Bands wie u.a. Caliban, Karamelo Santo und Yakuzi wieder vom Allerfeinsten. Stellt sich die Frage, inwieweit da Fettes Brot reinpassen – sowohl stilistisch als auch vom vermutlich deutlich größeren Andrang als in anderen Jahren. (Wobei dem Andrang insofern Rechnung getragen wird, als dass es dieses Jahr erstmalig Tagestickets für die einzelnen Tage gibt – statt wie bisher “allgemeine” Tagestickets, die beliebig an einem der beiden Tage verwendet werden konnten -, und dass diese nur an der Tageskasse verkauft werden.)
Ich freue mich sehr darauf, die Brote in Horb zu sehen, und drücke die Daumen, dass die Stimmung des Festivals auf dem neuen Gelände und mit der etwas größeren Ausrichtung so schön bleibt wie bisher. Aber so, wie ich in den vergangenen Jahren Publikum und Verantwortliche erlebt habe, habe ich keine großen Bedenken – sicher wird das Mini Rock auch diesmal wieder ein riesiges Fest!
Das Mini-Rock-Festival in Horb war in den letzten Jahren ein wunderschönes kleines, teilweise leicht improvisiert wirkendes (was aber absolut positiv zu verstehen ist!) Festival mit einem durchweg tollen, alternativen Line-Up. Für dieses Jahr stand ein Umzug und damit eine Vergrößerung des ganzen Festivals an. Fettes Brot als Headliner am Samstagabend stellten die bisherigen Headliner klar in den Schatten, und das Gelände bot nun bis zu 12.000 Besuchern Platz, statt wie bisher “nur” maximal 8.000.
Eine solche Vergößerung geht ja leider gerne mal nach hinten los, wenn damit der Charme eines Festivals verloren geht oder wenn die Organisation den größeren Aufwand einfach nicht stemmen kann. Im Falle Mini-Rock waren diese Befürchtungen aber zum Glück völlig unbegründet!
Schon der erste Eindruck vom Gelände war äußerst positiv – sehr weiträumig (das Konzertgelände wirkte mindestens doppelt so groß wie beim alten Gelände, und die Campingplätze waren deutlich geräumiger), gleichzeitig aber trotzdem übersichtlich, so dass die Besucher Platz hatten, sich zu verteilen, dass man aber trotzdem von überall eine gute Sicht zur Bühne hatte und sich auch hinten noch “nah dran am Geschehen” fühlte. Der Boden vor der Bühne, der vom Dauerregen vor dem Festival (an beiden Festivaltagen blieb es durchgehend trocken) aufgeweicht war, war großzügig mit Stroh abgedeckt, so dass die Gummistiefel zu Hause bleiben konnten. Und nachdem das Stroh am ersten Abend willkommenes, wenn auch unangenehmes Wurfmaterial war und am zweiten Tag aufgrund des schönen Wetters eh nicht mehr gebraucht wurde, wurde es fein säuberlich wieder aufgesammelt. Lange Warteschlangen gab es weder am Einlass noch an den Essens- und Getränkeständen. Beim Essen war die Auswahl nicht allzu groß – aber es reichte zum sattwerden, und bei einem Festival dieser Größenordnung würde ich eher mit weniger als mit mehr Auswahl rechnen.
An der Organisation gab es also nichts zu bemängeln – wobei ich sagen muss, dass ich weder gezeltet noch auf dem offiziellen Festivalparkplatz geparkt habe, so dass ich zum Camping und zum Shuttlebus nichts sagen kann. Dass eine Parkgebühr von 8 Euro pro PKW nicht gerade gut ankommen würde, war zu erwarten – zumal ja das Festivalticket dieses Jahr fast 20 Euro mehr kostete als noch 2009, und damals war das Parken inklusive. Teurer ist das Festival durch den Umzug also auf jeden Fall geworden – aber es wurde auch deutlich aufgewertet und wirkte deutlich professioneller.
Gleichzeitig war das Festival aber weiterhin typisch “das Mini-Rock”. (Wobei Mini-Rock jetzt eigentlich ein Understatement ist. Aber “Medium-Rock” klingt ja doof, und “Maxi-Rock” wäre zum Glück noch übertrieben. =;-)) Ich kann nicht genau in Worte fassen, wo der Charme des Festivals liegt – teilweise sicher in der Tatsache, dass das Line-Up sehr gemischt ist und sich daher Punk-, Pop-, Hardcore-, Ska- und HipHop-Bands abwechseln. Das bedeutet natürlich auch, dass wohl kaum einer der Zuschauer sich für alle Bands begeistern kann und viele vermutlich auch nur einen Bruchteil der Bands überhaupt kennen. Dementsprechend “geht man halt mal gucken” und lässt sich bei Gefallen von der Musik hinreißen. Gedrängel vor der Bühne gab es höchstens bei den Headlinern, sonst konnte man auch ganz vorne unbedrängt tanzen.
Allerdings – und das ist mein einziger Kritikpunkt am Festival, für den aber die Macher absolut nichts können und der sich auch nicht durch die Vergrößerung ergeben hat, sondern vorher schon ganz genauso war: Ein Großteil des Publikums hat definitiv Koordinationsschwierigkeiten und/oder noch nie etwas von Distanzzonen gehört. Mag jetzt seltsam klingen, und ich nehme auch klar diejenigen aus, die aufgrund von Alkohol/sonstigen Drogen sowieso nicht mehr wissen, wo sie hinlaufen, aber ich habe noch kein anderes Festival erlebt, wo ich so oft und penetrant von Leuten umgerannt/angerempelt wurde wie beim Mini-Rock. Man kann alleine dastehen, rund herum anderthalb Meter Platz, und trotzdem wird man von jedem zweiten, der vorbeikommt, angerempelt, oder ein anderer stellt sich einem direkt vor die Nase. Ich weiß absolut nicht, woran es liegt, dass das für mich gerade fürs Mini-Rock-Festival “typisch” geworden ist – vielleicht einfach daran, dass das Gelände viel Platz bietet und daher nie gerammelt voll ist/war, und da fällt es dann natürlich besonders auf.
Das ist aber durchaus verschmerzbar. Mit der Zeit wird man immer besser im Ausweichen. =;-) Natürlich gab es auch andere Kritikpunkte bezüglich des Publikums – hauptsächlich, dass ständig Dinge Richtung Bühne geworfen wurden. Ob das nun am ersten Abend das Stroh war oder sonst Becher und Schuhe – eigentlich sollte mittlerweile jeder wissen, dass das extrem schlechter Stil ist. Aber sowas hat man nunmal immer. Und genauso gab es die wunderschönen Aspekte eines Festivalpublikums: verträumt tanzende Fans vor der Bühne, bunte Kostümierungen, Begeisterung auch für völlig unbekannte Bands.
Nun aber, nach langer Vorbetrachtung, zum eigentlichen Festivalbericht! An beiden Tagen kam ich leider erst zur zweiten Band aufs Gelände, kann daher also über die ersten Bands nicht berichten – sorry dafür.
Freitag, 6. August
Los ging es am Freitag mit The Jerks. Die Stuttgarter Alternative-Rocker konnten leider nicht allzu viele Zuschauer vor die Bühne locken, obwohl die Musik absolut vielversprechend war. Die Band wirkte sehr routiniert und störte sich auch nicht daran, dass noch nicht allzu viel los war. Die Zuschauer, die da waren, feierten dafür auch richtig, es gab sogar erste Crowdsurfing-Versuche. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass das irgendetwas mit The Jerks zu tun hatte; im Gegenteil, das Publikum schien sich leider eher wenig dafür zu interessieren, was auf der Bühne passierte.
Als nächste Band waren dann Scumbucket an der Reihe. Und im Gegensatz zu den Jerks war hier klar, dass sie Fans im Publikum hatten. Das merkte man nicht nur daran, dass der Altersschnitt im Publikum wie auf der Bühne merklich nach oben ging, sondern hauptsächlich daran, dass begeistert mitgegangen und -gesungen wurde. Auch wenn auch hier das Publikum sehr überschaubar war…
In eigener Sache sie mir noch kurz die Bemerkung erlaubt, dass es für einen Skambankt-Fan (wie mich) total irritierend ist, wenn auf der Bühne eines deutschen Festivals plötzlich “Skamba…cket” angekündigt wird. =;-)
Danach kam dann eine Band, von der ich noch nie auch nur den Namen gehört hatte, nämlich The Black Box Revelation. Offenbar ging das aber nur mir so, denn die beiden Belgier kamen sehr gut an. Nur mit Gitarre und Schlagzeug brachten die beiden das Publikum zum Tanzen und Feiern.
Zum Auftritt von Caliban wurde es auf dem Gelände dann erstmals richtig voll. Da ich mit Hardcore überhaupt gar nichts anfangen kann, kann ich den Auftritt nicht bewerten, aber das Publikum hatte seinen Spaß mit diversen Walls of Death und Circle Pits – und zwar nicht nur vorne vor der Bühne, sondern über das halbe Gelände, was schon eindrucksvoll war, auch wenn man wie ich mit der Musik nichts anfangen konnte. Und dass der Sänger aussah wie Sheamus, nur mit schwarzen Haaren, ist total unsachlich und gehört daher nicht in diesen Bericht. =;-)
Als nächstes spielten Life of Agony, die ich vorab unwissenderweise in eine ähnliche Ecke wie Caliban gesteckt hatte. Damit lag ich aber völlig falsch – die Amerikaner präsentierten melodiösen Metal und eine absolut professionelle Show. Die Musik gefiel mir sehr gut, die Show selbst war allerdings in meinen Augen ein wenig zu professionell – typisch amerikanisch eigentlich. Die Band wirkte ein wenig desinteressiert und schien mir einfach nur ihr Programm herunterzuspielen. Vielleicht hatten sie ein größeres Publikum erwartet, vielleicht sind sie es gewöhnt, dass auch ein Festivalpublikum sie kennt und mitsingen kann – keine Ahnung. Auf jeden Fall spielten sie ihr Konzert und verschwanden schon zehn Minuten zu früh ohne Zugabe. Schade.
Headliner des Abends waren dann The Sounds aus Schweden. Auch hier hatte ich ein wenig das Gefühl, dass die Band mit höheren Erwartungen an das Konzert herangegangen ist. Aber bei einem Festival mit einem solch gemischten Programm wie dem Mini-Rock, wo es außerdem ein großes “Stammpublikum” gibt, kann nunmal auch der Headliner nicht erwarten, dass das Publikum alle Lieder kennt und mitsingen kann. Dass dem nicht so war, schien Frontfrau Maja ein wenig zu irritieren. Die Band schaffte es zwar, das Publikum zu begeistern, aber auch hier wirkte es für mich eher nach professionell heruntergespieltem Konzert als nach Spaß auf der Bühne.
Samstag, 7. August
Der nächste Tag begann dann im strahlenden Sonnenschein mit den Kleinstadthelden. Die vier Jungs aus dem Norden hatten offenbar einige Fans im Publikum, die begeistert mitfeierten – obwohl es zu dieser Uhrzeit noch nicht viele Zuschauer aufs Konzertgelände verschlagen hatte. Die Band verteilte jedenfalls eine “1 plus Sternchen” für das Publikum und versprach, die Zeugnisse nachher am Merchstand auszustellen.
Weiter ging es mit den lokal sehr beliebten Yakuzi, die wie immer ihren eigenen Fanblock dabeihatten. Oder aber den gemeinen Mini-Rock-Zuschauer mittlerweile zum Yakuzi-Fan erzogen haben, was auch nicht weiter verwunderlich wäre. =;-) Im Konzert wussten sie jedenfalls mit ihrer Spielfreude zu überzeugen (wie immer), und auch wenn meiner Meinung nach die Setlist nicht wirklich ideal war (ich fand, dass viele “untypische” Stücke dabei waren – aber es ist schließlich immer noch die Band selbst, die definiert, was “typisch” ist =;-)), kamen sie bestens an, und das Publikum bekam schon früh am Nachmittag genügend Möglichkeit zum Tanzen. Höhepunkt war natürlich wie immer der “Wutbauch”, der im Publikum – auch wie immer – begeistert niedergemetzelt wurde. Die Hymne “One to all” wurde am Ende des Konzertes dann lautstark mitgesungen – noch ein Zeichen dafür, dass das Mini-Rock von einem Haufen Yakuzi-Fans besucht wurde und die Band daher durchaus eine spätere Spielzeit verdient gehabt hätte.
Es folgte The Blackout Argument aus München, die mich sehr stark an Disco Ensemble erinnerten. Allerdings ohne “das gewisse Etwas” – wobei ich den Finger nicht drauf legen konnte, was denn dieses mysteriöse Etwas war. Die Musik klang sehr ähnlich, Sänger Raphael könnte jederzeit als Kopie von Miikka von Disco Ensemble durchgehen, und auch in Energie und Kraft standen sie ihren Vorbildern (wie ich jetzt einfach mal unterstelle =;-)) in nichts nach. Trotzdem waren die Publikumsreaktionen eher mau. Das geforderte Circle Pit war zwar groß, aber von maximal zehn Leuten bevölkert, die dann mal zwei Runden Dauerlauf machten. Hmm… ein durchwachsener Auftritt, warum auch immer.
Danach kam dann für mich die Überraschung des Festivals: Stompin’ Souls. Von dieser schwedischen Band hatte ich noch nie etwas gehört, aber sie überzeugten mich innerhalb weniger Minuten mit ihrem tanzbaren Rock. Bei den (wieder mal recht wenigen) anwesenden Zuschauern schien die Band gar nicht mal so unbekannt zu sein – und insgesamt sehr beliebt. Dementsprechend wirkte die Band beim Konzert auch sehr spielfreudig und hinterließ einen absolut positiven Eindruck. Einzig die Ansagen von Frontmann Thomas waren verbesserungswürdig. “And now we play something different… another song!” Nun ja… =;-) Kann natürlich auch einfach daran gelegen haben, dass er die Ansagen auf Englisch machen musste. Hin und wieder rutschte er dabei auch (versehentlich?) ins Schwedische.
Dass Karamelo Santo dann der erste Headliner des Abends sein würden, war von Anfang an klar und bestätigte sich, als sich der Platz vor der Bühne pünktlich zu ihrem Auftritt füllte. Wie zu erwarten wurde dem Mini-Rock bei immer noch tropischen Temperaturen ordentlich eingeheizt mit argentinischem Skapunk. Mehr braucht man dazu eigentlich nicht schreiben – die Energie auf der Bühne übertrug sich sofort aufs Publikum und es wurde ausgelassen getanzt und gefeiert. Genau so, wie es bei einer Band wie Karamelo Santo sein muss!
Auch Johnossi wurden vom Publikum heiß erwartet. Sobald die beiden (auch hierbei handelte es sich wieder um eine Band bestehend aus “nur” Schlagzeug und Gitarre) auf die Bühne kamen, wurden sie gefeiert und umjubelt – leider nur für wenige Sekunden, denn dann verabschiedete sich die Gitarre von John… was bei einer Zwei-Instrumente-Band natürlich fatal ist. Nach kurzer Unterbrechung schien das Problem behoben – allerdings nur bis zur Hälfte des zweiten Songs, wo die Gitarre wieder den Dienst versagte. Es war mehr als nachvollziehbar, wie sehr sich John darüber ärgerte… die beiden verließen erst einmal die Bühne, und nach fünf Minuten war dann zum Glück auch alles gerichtet. Allerdings hatte es natürlich wertvolle Spielzeit gekostet. Der Rest des Konzertes konnte dann wie geplant ablaufen, allerdings wirkten die beiden ein wenig gereizt, und so ganz konnte der Funke nicht überspringen, auch wenn das Publikum die Songs absolut abfeierte.
Und dann war es Zeit für den Höhepunkt des Festivals: Fettes Brot! Trotz der Verzögerung bei Johnossi und des nicht gerade unaufwendigen Bühnenaufbaus kamen sie fast pünktlich auf die Bühne. Der Platz vor der Bühne war – wie zu erwarten – gut gefüllt, und die Stimmung war bestens. Auch wie zu erwarten wurden natürlich die Hits von allen gefeiert und lauthals mitgegröhlt, während die eher unbekannteren/älteren Stücke eher “interessiert verfolgt” wurden. Kurz gesagt also ein typisches Festivalkonzert. =;-) Fettes Brot waren gut aufgelegt, rissen (natürlich!) diverse Witze zum Thema Minirock, improvisierten lustig vor sich hin und brachten die Highlights ihrer Hallentour. Ein absolut würdiger Abschluss für ein tolles Festival!
Zuguterletzt noch ein kurzes Fazit: Das Mini-Rock hat den Sprung zum “Medium-Rock” definitiv geschafft, ohne dabei an Charme einzubüßen. Die Organisation läuft top und wirkt noch professioneller als bei der kleinen Ausgabe. Ausbaumöglichkeit gäbe es eventuell noch in Form einer zweiten Bühne, so dass zwei Bühnen abwechselnd bespielt werden können und somit die Aufbauzeiten überbrückt werden – allerdings ist dies natürlich noch mal ein großer Schritt, der vielleicht auch gar nicht gewünscht ist. In meinen Augen sollte das Festival erst mal einige Jahre im Ausmaß von diesem Jahr weitermachen und somit dem Publikum die Möglichkeit geben, sich an das veränderte Festival anzupassen. Denn ein wenig wirkt es so, als wäre das Publikum in Gedanken noch beim “alten” Festival, bei dem es mehr ums Festival an sich als um die Bands ging. Jetzt, in dieser Größe, wäre es wünschenswert, wenn sich auch mehr Zuschauer für die Bands interessieren würden und bei den ersten Bands des Tages nicht gähnende Leere vor der Bühne herrschen würde. Denn das ist für die auftretenden Bands natürlich schade – das Programm war durchaus hochwertig, und jede einzelne der Bands hätte ein großes Publikum verdient gehabt. Bei den Headlinern (zu denen ich jetzt jeweils die letzten drei Bands des Tages zähle) war dann alles so, wie es bei einem Festival dieser Größenordnung aussehen muss. Also Daumen hoch fürs Mini-Rock – wir sehen uns nächstes Jahr!
So, und gleich das nächste Bela-Konzert! Das Fest in Karlsruhe ist mir vom letzten Mal nicht sehr positiv in Erinnerung geblieben (wobei, der Bericht ist ja eigentlich total positiv?!), einfach weil es furchtbar groß und voll und unpraktisch war, insbesondere an der Hauptbühne. Aber dort wurde das Konzept ja umgestellt, so dass man nur mit Ticket reinkommt, womit vermieden wird, dass sich zu viele Zuschauer auf dem Gelände befinden.
Leer war es aber trotzdem beim besten Willen nicht. Ich fühlte mich von Anfang an ziemlich “überrannt” – was allerdings nicht nur an den vielen Leuten lag, sondern auch daran, dass ich gleichzeitig mit verschiedenen Leuten per Handy kommunizieren musste, nicht wusste wohin und außerdem noch ein Ticket besorgen musste, da meines noch unterwegs war… Alles hochkompliziert also.
Mit Glück kam ich dann aber noch gerade so in den Wellenbrecherbereich rein, und das hieß: perfekte Sicht zur Bühne und kein Gedrängel, yeah! So konnte ich das Bela-Konzert wieder schön genießen. Also, nachdem ich mich von meinem Lachanfall erholt hatte, denn die Helmstedts kamen diesmal in Hemden mit Beschriftung auf die Bühne: Gitarre, Bass, Drums, Babe (= Paule) und – Boss. *rofl* Hach, wie cool! Es ging dann auch amüsant weiter, allerdings wurde weniger gequatscht als in Tuttlingen. Wir mussten uns wieder im Kreis drehen, wir mussten den Zeigefinger (mit dem wir doch ALLE an der Ampel in der Nase popeln) genauer untersuchen und später küssen, es gab wieder Bananen (diesmal während “Als wir unsterblich waren” – Olsen schaffte seine Banane nicht ganz, und auch Danny wurde zum Verlierer erklärt, obwohl er meiner Meinung nach die perfekte Idee hatte: er aß seine Banane einfach in aller Ruhe am Ende des Liedes, als noch das Sample lief), und natürlich wurde ein wenig gegen Jan Delay gestichelt (und das “Heute scheint die Sonne, nimm das, Jan Delay!” fand ich mit dem Gedanken ans Sonnenrot ja sehr amüsant *g*). Statt Cheap Trick gab’s diesmal “Money changes everything” – hmm, schade, ich mag Cheap Trick lieber. Dafür liebe ich allerdings, was ich gestern vergessen habe zu berichten, das neue, rockige Traumfrau-Intro und den neuen Spring-Teil am Ende von “Gitarre runter”.
Und schon war der Graf fertig… *seufz* Die Editors sparten wir uns, besorgten was zu essen und gammelten rum, bis wir uns dann zu den Monsters of Liedermaching wieder vor die Bühne begaben. Schon der Soundcheck war zum Schreien komisch, und danach ging es genau so weiter. Das Publikum war laut und enthusiastisch (und zu allem willig und bereit!), die Monsters waren völlig geflasht von den vielen Leuten (und ja, das Gelände ist mit dem Hügel einfach wunderbar und eindrucksvoll). Konnte man am Anfang noch ein klitzekleines bisschen vermuten, dass die Monsters ordentlich AngstRespekt vor dem riesigen Publikum hatten, wurde das immer unwichtiger, denn schließlich machten alle mit. Ob mit den Armen wedeln, Schwingtüren nachahmen oder hinsetzen – völlig egal, wurde alles abgefeiert. Der absolute Wahnsinn, und ein würdiger Abschluss fürs Fest!
Irgendwann im Frühjahr ging es bei mir – wie jedes Jahr – langsam aber sicher an die grobe Festivalplanung. Nein, ich bin kein Festivalfan und werde es wohl auch nie werden – aber wenn alle Bands im Sommer nun mal nur auf Festivals unterwegs sind, muss man als Konzertjunkie eben auch mal Kompromisse eingehen. =;-) Also ging die Planung mit einem “OK, wen will ich denn dieses Jahr alles sehen?” los, und dann wurden die Band-Websites abgesurft.
Kandidat 1: Itchy Poopzkid, weil man die live einfach immer wieder sehen muss. Und, keine Überraschung: Haufenweise Festivals im Sommer, haufenweise seltsame Ortsnamen. Cool, Twistringen, das klingt nach Süden! Äh ja. Okay, wenn man Bremen als Süden bezeichnen will… *hüstel* Also weiter in der Suche. Eching? Das klingt nun aber wirklich nach Süden. München? Volltreffer! Ja, das wäre doch schon mal eine Option, wenn da auch noch andere interessante Bands spielen…
Also mal kurz auf die Festivalseite. Ui, scheint ein schickes, kleines Festival zu sein, mit der S-Bahn von München aus zu erreichen, und die anderen Bands klingen auch alle ganz gut. Und, äh… DÚNÉ??? Jippieh! Die hatte ich kurz vorher endlich mal auf Clubtour gesehen, nach ein paar Festival- bzw. Vorbandauftritten, und mich frisch wieder neu verliebt. Damit war das Sonnenrot schon mal im Kalender eingetragen. Mit Bleistift zwar, weil an dem Wochenende auch noch furchtbar viel anderes zur Auswahl stand, aber schon mal vorgemerkt.
Tja, und ein paar Wochen später gaben dann Disco Ensemble ihre Festivaldaten bekannt – inklusive Sonnenrot! Damit war die Entscheidung so gut wie gefallen, denn genau wie die Poopzkids kann man sich Disco Ensemble einfach nicht entgehen lassen. Die haben so viel Energie auf der Bühne – der absolute Wahnsinn!
Und zu dem Zeitpunkt gab es dann auch schon ein Programm auf der Seite – was doch eher ungewöhnlich ist, die meisten Festivals lassen einen ja bis zwei Tage vorher warten… Und das Programm hielt sowohl positive als auch negative Überraschungen bereit. Die negative: Was macht man eigentlich auf einem Festival, wenn die letzte der Bands, wegen denen man hinfährt, um spätestens 17 Uhr fertig ist?! Die positive Überraschung allerdings: Das Line-up ist super (na ja, außer Danko Jones natürlich, den braucht nun wirklich niemand… *seufz*). Von den mittlerweile 23 Bands sagen mir gerade mal vier nichts, und bestimmt zehn davon würde ich mir auch im Einzelkonzert angucken, wenn sie hier in die Nähe kommen. Oder auch nicht in die Nähe, bei einigen der Bands, ähem. *hüstel*
Heute wurde dann noch Jan Delay als Headliner bekanntgegeben, das ist noch ein weiterer Pluspunkt – und die Donots natürlich auch, denn sie ziehen mich halt doch an, auch wenn ich vom letzten Donots-Konzert ja eher enttäuscht war. Am zweiten Abend dann Maximo Park als Headliner – na, vielleicht muss ich doch nicht immer um 17 Uhr nach Hause! =;-)
Seit drei Wochen nichts als Sonnenschein und Hitze über Deutschland. Letztes Wochenende mein erstes Sommerfestival des Jahres, wobei das eher zwei Abende mit Open-Air-Konzerten waren als ein “echtes” Festival. Richtig sollte die Festivalsaison also dieses Wochenende mit dem Sonnenrot-Festival in München eröffnet werden!
Wie im Vorbericht schon geschrieben, war das Lineup für dieses Festival absolut perfekt. Viele tolle kleine Bands und ein paar Headliner, die absolut “massenkompatibel” sind und daher zwangsläufig jeden Musikinteressierten ansprechen. Besser geht es eigentlich nicht!
“Nein, hier ist Backstage, ihr müsst außen rumfahren.”
Eigentlich eher ungewöhnlich, dass ein Festival am Freitag Mittag um eins schon anfängt – und dann auch gleich noch mit richtig guten Bands! Aber damit stellte sich zumindest nicht die Frage, ob man sich den Freitag frei nehmen sollte oder später kommen. Schließlich spielten schon um zwei Uhr Anajo, und die konnte man ja nicht verpassen, richtig? Also ging es morgens früh los, ohne Stau durch bis München, kurz ins Hotel und dann zum Festival. In Eching angekommen dann aber die große Frage: Wohin? Es war zwar alles ausgeschildert… “Artist” gleich am Ortseingang links, “Crew” ein bisschen später links, “Festival” geradeaus – und dann waren wohl die Schilder aus. Denn dann kam nichts mehr… Also am Ortsausgang wieder umgedreht, hier geguckt, da gesucht, mal beim Creweingang vorbeigefahren, und irgendwann an einer der Straßensperrungen gefragt. Antwort: “Hier ist Backstage. Ihr müsst außenrum.” Nu ja, das hatten wir auch schon vermutet. Die Frage wäre eher das wie und wo außenrum gewesen… Jedenfalls nicht in die Richtung, in die der Ordner zeigte, denn da war nur Autobahn. Also nochmal zurück, diesmal am Ortsausgang weitergefahren und bingo, irgendwann war dann auch “Presse/VIP” ausgeschildert. Und gaaaaanz winzig auch der Parkplatz für Normalo-Festivalbesucher. =;-) Da hätte ein Schild am Ortsausgang uns ‘ne halbe Stunde Sucherei erspart…
Das ließ uns ja schon ein heilloses Organisationschaos befürchten! Aber, um das gleich vorwegzunehmen: Dem war absolut nicht so. Natürlich gab’s immer wieder den einen oder anderen Mitarbeiter, der die Schultern gezuckt hat und nicht weiterhelfen konnte, aber das ist absolut normal. Wenn es nicht so ist, mache ich persönlich mir eher Sorgen, ob mein Gegenüber sich die Auskunft nicht gerade ausgedacht hat, um nicht blöd dazustehen. =;-) Über die gesamte Orga konnte man sich definitiv nicht beklagen.
Mit dem Einkaufswagen in den See
Und auch sonst machte das Festival einen mehr als positiven Eindruck! Das fing schon mit den kurzen Wegen an – direkt vom Parkplatz kam man zur Bändchenausgabe (wo zumindest am Freitag Mittag mehr als genug Personal da war, sprich: Wartezeit gleich null), ein paar Schritte weiter war man am See, direkt daneben der Campingplatz (zu dem ich sonst aber nichts schreiben kann, da ich nicht gezeltet habe, man ist schließlich nicht mehr die Jüngste *g*), und zum Festivalgelände waren es dann auch nur maximal zwei Minuten Fußweg. So macht das Spaß! Und man kann alles Nötige im Auto deponieren, denn da kann man nun wirklich jederzeit mal schnell wieder zum Parkplatz laufen.
Und das Highlight überhaupt: der See! Gut, natürlich lag es auch am Wetter, dass der See ein Highlight des Festivals war. Bei dem Wetter war Erfrischung eigentlich Pflicht, trotzdem war der “Strand” nicht völlig überrannt, man fand immer noch ein schönes Plätzchen, und nebenbei konnte man sogar noch hören, was gerade auf den Bühnen vor sich ging. Und selbst wenn man selbst nicht reinspringen wollte, konnte man sich die Zeit mit Leutegucken vertreiben. Denn es ging echt locker und lustig zu, jeder hatte Spaß – und was man nicht alles in Badeutensilien verwandeln kann… Ein Einkaufswagen und abfallendes Gelände ist jedenfalls ein perfekter Ersatz für eine Rutschbahn. =;-)
“Rainer, das stört!”
Nun aber zum wirklich wichtigen Teil des Festivals: das Festivalgelände. Insgesamt sehr schön übersichtlich, ohne weite Wege, mit großen Flächen vor den Bühnen, wo man von überall gut sehen konnte. Und damit ist auch schon fast alles gesagt, denn genau das verstehe ich unter einem perfekten Festivalgelände!
Dazu passte natürlich auch das sehr entspannte Publikum. Ich hatte, im Gegensatz zu vielen anderen Festivals, das Gefühl, dass JEDE Band abgefeiert wurde. Die Stimmung war immer super, und das Publikum war durchgehend am Tanzen und Mitmachen, egal ob mittags um zwölf oder nachts um eins. Und es klebten auch keine Fan ab Einlass in der ersten Reihe – warum auch? Man konnte da ja auch zehn Minuten, bevor die jeweilige Band spielte, noch hin! Insgesamt also absolut Daumen hoch fürs Publikum, das war spitze!
Vermutlich lag das auch ein wenig an dem Konzept der zwei Bühnen, von denen im Wechsel jeweils eine bespielt wurde. Meine Befürchtung, als ich das vorab gelesen hatte: “Oh nein, da muss man ja ständig hin und her rennen.” Das war aber, wie sich schnell zeigte, völliger Quatsch. Denn von der einen zur anderen Bühne waren es nur wenige Schritte, und eigentlich konnte man auch einfach in der Mitte stehen bleiben und sich nur immer umdrehen. =;-) Und das extrem positive an dieser Sache: Es gab immer Musik, und man musste keine Band wegen Überschneidungen verpassen! Zwischen den Bands gab es fünf Minuten Pause – genug Zeit, um sich etwas zu trinken oder essen zu besorgen, und schon konnte man sich ein schönes Plätzchen an der anderen Bühne suchen.
Nachteile? Nun ja, wenn einen eine Band nicht interessierte, gab es kein Alternativprogramm. Also, vom See mal abgesehen… =;-) Und natürlich bedeutete dieser Ablauf, dass immer auf der gerade nicht bespielten Bühne Soundcheck gemacht wurde, was man in den Liedpausen hören konnte. Mit ein bisschen Mitdenken der Soundleute und ein wenig Rücksicht war das aber absolut nicht störend. Zitat Anajo: “Ey, Rainer, das stört!” Rainer von Vielen (auf der anderen Bühne): “Okay, sorry.” Anajo: “Äh, Quatsch, das war ein Witz!!!” =;-)
“Nein, ich rauche nicht.”
Auf dem Festivalgelände fand ich es sehr angenehm, dass es nicht die “typischen” Fressstände gab, die man von anderen Festivals her kennt (fettige Pommes, labbrige American Hotdogs und geschmacklose China-Nudeln), sondern verschiedene kleinere Anbieter. Negativ aufgefallen ist mir allerdings die allgegenwärtige Zigarettenwerbung… teilweise hätte ich mir ein T-Shirt mit der Aufschrift “Nein, ich rauche nicht!” gewünscht, um nicht immer wieder angequatscht zu werden. =:-/
Was mich insgesamt wunderte, war, dass Freitag nach Festivalbeginn die Hälfte der Stände noch nicht fertig besetzt war und überall noch der Aufbau in vollem Gange war. Auch die Trinkwasserstelle war, trotz fast unerträglicher Hitze, noch nicht aufgebaut – das war schon ein wenig dreist, da ein kleiner Becher Wasser mit einem Euro zwar erschwinglich war (Softdrinks für 3 Euro für 0,4 Liter fand ich für ein kleines Festival doch ziemlich teuer), aber wenn gar nichts zu trinken mitgenommen werden darf, muss es von Beginn an kostenlos Wasser geben. Aber die Wasserstelle wurde dann auch recht bald eingerichtet.
“Oh nein, jetzt rennen die alle weg!”
So, jetzt aber genug zum Festival im Allgemeinen und zum wichtigsten Punkt überhaupt, nämlich zu den Konzerten!
Los ging’s am Freitag mit An Horse. Die GHVC-Band eröffnete das Festival – zugegebenermaßen vor nicht allzu vielen Zuschauern, und ein Teil des Publikums entschied sich verständlicherweise für die wenigen Schattenplätze am Rande des Geländes. Dennoch ernteten die beiden viel Applaus, voll und ganz berechtigt.
Danach standen auf der großen Bühne Anajo auf dem Programm, und offenbar hatten die Augsburger ihre Fans mitgebracht, denn es wurde merklich voller. Und hier fiel mir zum ersten Mal die “Feierlust” des Publikums auf, denn alle hatten offensichtlich einen riesigen Spaß, sangen und tanzten mit, und schon gleich zu Beginn war fast das halbe Publikum in eine Polonaise verwickelt. Toller Auftritt, tolle Band, tolles Publikum!
Die nächste Band war Rainer von Vielen, die auch ordentlich Stimmung verbreitete. Ich fand ihren Auftritt ein wenig durchwachsen – mit einigen Stücken konnten sie punkten, andere waren eher farblos.
Und dann mein erstes Highlight im Programm: Itchy Poopzkid! Eigentlich viel zu früh am Tag, die hätten durchaus auch später spielen können, aber das Publikum bewies, dass man auch bei deutlich über 30 °C tanzen und pogen kann. Panzer bemerkte beim zweiten Lied urplötzlich, dass es vielleicht keine gute Idee war, ganz in schwarz gekleidet auf die Bühne zu gehen. Dafür berichtete er dann aber auch von Itchy Poopzkids letztem Auftritt beim Sonnenrot-Festival, wo Sibbi aus dem Backstage-Bereich eine Liege geklaut hatte. Oh, hätte er das jetzt nicht sagen sollen? Egal, die macht sich gut im Garten. =;-) Nun ja, weiter ging’s in typischer Itchy-Poopzkid-Manier (sprich: volle Fahrt voraus!), natürlich mit der Solo-auf-Gitarrenkoffer-im-Publikum-Aktion, Panzers Solo-Einlage “Against the wall”, der Crew an den Instrumenten bei “Tricky” und natürlich ein bisschen Stagediving (inklusive blutiger Lippe). Mittendrin ein entsetztes “Oh nein, jetzt rennen die alle weg!”, als die Feuerwehr für ein bisschen Abkühlung sorgte und natürlich ein großer Teil des Publikums losrannte, um im künstlichen Regen zu duschen. Aber kein Grund zur Sorge, die kamen auch wieder zurück, um den Rest des Auftritts zu genießen. =;-)
“My name is Schweinsteiger!”
Get Well Soon und die Stereophonics klangen vom See aus dann echt nett – mehr kann ich dazu allerdings nicht berichten, da es am See irgendwie noch schöner war. =;-) Zurück aufs Festivalgelände ging’s dann bei den Kilians. Nochmal GHVC, nochmal schöne Musik. Und für mich die freudige Erkenntnis, dass sie sich von den ersten “Wow wir sind jetzt Stars und besaufen uns vor den Auftritten und reden arroganten Schwachsinn”-Anwandlungen offenbar wieder vollends erholt haben und jetzt auch wieder sympathisch rüberkommen.
Weiter ging’s mit Flogging Molly – die erste Band des Abends, die wirklich das ganze Publikum anzusprechen schien. Mit der Folge, dass von Anfang bis Ende alle Zuschauer am tanzen und feiern waren, yeah! Super Stimmung, vor wie auf der Bühne, zwischendurch immer wieder ein bisschen Interaktion und Gequatsche (und Lob für deutsche Fußballer *g*), Guiness-Duschen und Schimpansenkostüme im Publikum. Und zwei Lieder mit ausgefallener PA und nur Bühnensound, was sehr schade war und die Stimmung im Publikum doch ein wenig trübte – aber zum Glück klappte dann wieder alles.
2Raumwohnung danach waren für mich persönlich dann völlig uninteressant, schienen aber auch recht gut anzukommen. Ich entschied mich dann doch für die Feuershow, die nebendran aufgeführt wurde und wirklich beindruckend war. Danach noch schnell ans Auto und was zum überziehen holen, denn es würde doch sicher noch abkühlen…
“Zum Glück gibt’s hier keine Buchen!”
Und dann stand der Headliner des ersten Tages auf dem Programm: Jan Delay & Disko Nr. 1! Die Erwartungen waren groß, das Publikum gespannt, und pünktlich um 23.25 … fing es an zu regnen und gewittern. An sich nicht weiter schlimm: Das Publikum war über jede Abkühlung dankbar! Und oh ja, man kann auch gut im Regen tanzen. Auch wenn man nach zwei Minuten bis auf die Haut durchnässt ist – oder vielleicht sogar gerade dann. =;-) Es wurde also weiter gefeiert. Jan Delay dagegen fand das ganze offenbar nicht ganz so toll – keine Ahnung, ob er einfach Angst vor Gewitter hat, aber er hatte von Anfang an kein anderes Pausen-Gesprächsthema als das Gewitter… Dass bei Gefahr abgebrochen wird, ist ja selbstverständlich, da braucht man nicht ständig drüber reden. Aber so wurde jeder Blitz kommentiert, Buchen-und-Eichen-Sprüche zitiert, mittendrin der Abstand zwischen Blitz und… äh, Blitz gezählt (wenn auch gerade kein Donner kommt, ähem) und versucht, das Gewitter mit dem Nachahmen von Donner (echtem Donner “uuuh” und Kölner Donner “eeeh”) zu verscheuchen. Aber es half alles nichts – nach einer Dreiviertelstunde war dann Ende, weil – so die einzig offizielle Info – “die Blitze jetzt zu nahe sind und es zu gefährlich wäre, weiterzuspielen”. Klar, kann man nichts machen. Der Zeitpunkt war aber zumindest für diese Ansage doch recht unglücklich gewählt, da gerade sowohl der Regen aufgehört hatte als auch kaum noch Blitze zu sehen waren.
Kurz darauf wurde auf der großen Bühne auch schon abgebaut. Schade! Einige Minuten später kam dann aber immerhin die Ansage, dass es noch Hoffnung gibt, dass die Donots spielen könnten. Und genau so war es dann auch, yeah! Kurz vor eins ging es dann also auf der kleinen Bühne weiter, und auch wenn das verbliebene Publikum patschnass war, wurde gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Denn wer tanzt, friert nicht, ne? Ein absolut gelungener Abschluss des Festivaltages also!
“You like circles here in Germany, right?”
Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, um pünktlich zu Disco Ensemble auf dem Gelände zu sein. Dabei spielten die als zweite Band – The Marble Man verpassten wir daher leider, wie offenbar auch sonst ein großer Teil des Publikums. Auch bei Disco Ensemble war nicht wirklich viel los… Was die aber nicht weiter störte, sie zogen trotzdem ihre Show durch, und die Stimmung war zumindest vorne so grandios, dass es völlig egal war, wie viele Leute hintendran noch standen. Und ich bin jedesmal wieder beeindruckt: Natürlich sehe ich Disco Ensemble lieber im Club als auf einer Festivalbühne – aber sie passen genauso perfekt auf die große Bühne und schaffen es, ein Festivalpublikum innerhalb von ein paar wenigen Songs zu begeistern! Ich persönlich fand ihre Setlist diesmal zwar fast zu “ruhig” (also, für eine Disco-Ensemble-Variante von “ruhig”, versteht sich *g*), da viele Songs dabei waren, die nicht die absoluten Up-Tempo-Kracher sind, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Super Band, super Auftritt, mit Sicherheit neue Fans!
Ja, Panik aus Österreich fand ich dann ein wenig farblos, und bei Friska Viljor aus Schweden gefiel mir die Musik sehr gut, ich vermisste allerdings ein bisschen Publikumsinteraktion. Oder zumindest ein paar mehr Ansagen! Wenn ich ein Lied nach dem nächsten hören will, lege ich eine CD ein…
Und schon war es Zeit für mein zweites Highlight des Tages: Dúné aus Dänemark! Ich komme mir bei dieser Band aufgrund des doch sehr… *hüstel* jugendlichen Alters von sowohl Band als auch Fans immer ganz furchtbar alt vor, aber ihren Konzerte sind so extremst energievoll und mitreißend, dass ich das dann auch gleich wieder vergesse. =;-) So auch diesmal. Das war für mich ganz klar das beste Konzert des Festivals, ein absoluter Wahnsinn! Im Publikum wurde getanzt, mitgesungen, geschrien und gepogt (Hallo? Ein Circle Pit bei einer Elektro-/Pop-Band? Ja, seid ihr narrisch?!? *lol*), und die Band selbst war so aufgepusht, dass die Mitglieder sogar noch am headbangen und tanzen waren, wenn sie kurz von der Bühne runter sind. Absoluter Wahnsinn und mindestens zwölf Punkte auf einer Skala von null bis zehn!
Da sich das Wetter, das morgens nach “sehr durchwachsen” aussah, mittlerweile dann doch für “schwül und sonnig” entschieden hatte, brauchten wir danach erstmal eine Pause. Die ersten paar Minuten von Danko Jones überraschten mich dann aber doch sehr positiv – ich kann Danko Jones absolut nicht ausstehen, da er bisher alle Konzerten, die ich von ihm erlebt habe, mit üblen und primitiven Publikumsbeschimpfungen begonnen hatte. Das tat er diesmal nicht. Was allerdings noch nicht ausreicht, mit vollends zu überzeugen, dass er eigentlich gar nicht so doof ist. =;-)
WhoMadeWho machten auf mich dann musikalisch einen ähnlichen Eindruck wie Dúné. Das Konzert schien auch gut angenommen zu werden, allerdings war der See zu dem Zeitpunkt dann doch verlockender…
“Wenigstens schneit’s nicht!”
Und, was wir noch nicht ahnten: Damit ist der Bericht des zweiten Festivaltages auch schon fast zu Ende. =:-( Kurz vor dem Auftritt von The Sounds war es nämlich offensichtlich, dass es nicht trocken bleiben würde. Wir verzogen uns also in Auto, um den Gewitterguss auszusitzen und danach den Rest des Abends trocken genießen zu können – und schmissen uns dann fünf Stunden später in Gummistiefel und Regenjacken, um zumindest noch Maximo Park zu sehen. Es hatte sich nämlich so richtig schön eingeregnet… =:-(
Dafür amüsierten wir uns köstlich über die Bemerkung eines Mädchens, das an unserem Auto vorbeilief und das Wetter offenbar nicht allzu toll fand. Aber: “Wenigstens schneit’s nicht!” Ein weiteres Zeichen für die grenzenlose Positivität der Festivalbesucher an diesem Wochenende – eigentlich ist doch alles toll, und was macht schon ein bisschen Regen?
Ich fand es sehr schade, den Auftritt von Bonaparte nur im Auto mithören zu können – ich kannte und kenne sie zwar gar nicht, aber das klang sehr sehr vielversprechend. Zum Glück sind sie bald auf Tour in Deutschland! Tocotronic vermisste ich dann gar nicht – ich glaube, keine Band spaltet die Musikwelt so sehr wie Tocotronic, und ich stehe da klar auf der “bloß nicht!”-Seite. =;-) The Notwist kenne ich nicht weiter, tat mir also auch nicht weh, sie zu verpassen.
“It’s very nass!”
Headliner des zweiten Tages waren dann Maximo Park. Als wir auf’s Festivalgelände schwammenkamen, wurden unsere Befürchtungen bestätigt: Da war kaum noch jemand da… Absolut verständlich natürlich – mittlerweile war es richtig kalt, der Boden bestand nur noch aus Schlamm und Pfützen, und es regnete weiterhin (wie die fünf Stunden vorher) wie aus Kübeln. Da musste man schon entweder sehr hartgesotten sein, um durchzuhalten, oder wie wir mittendrin ein paar Stunden Auszeit im Trockenen genommen haben (was im Zelt vermutlich etwas schwieriger gewesen sein dürfte…).
Aber Maximo Park spielten natürlich trotzdem! Die Stimmung war ein wenig durchwachsen – kein Wunder bei so wenig Leuten und strömendem Regen. Beim Klatschen lief einem nur so das Wasser in die Ärmel… Zum Glück ließ sich Frontmann Paul Smith davon nicht die Laune verderben – ganz im Gegenteil! Er turnte selbst ständig im Regen rum und zeigte sowohl Verständnis als auch Respekt für das Publikum. Falls er der Meinung war, dass zu wenig Resonanz kam, zeigte er das kein bisschen. Absolut super und professionell – das kennt man besonders von großen Bands ja auch ganz anders.
Einzig bei den Ansagen wirkte er ein kleines bisschen irritiert – allerdings schien es mir so, als wäre er der Meinung, das Publikum versteht sein Englisch nicht. Also wurden die Ansagen halt so weit wie möglich eingedeutscht. “Das Wetter ist nicht so gut. It’s very nass!” Oh ja…
“Die Sonne muss runter!”
Mitten im Konzert dann eine Schrecksekunde, als der Moderator auf die Bühne kam – es würde doch nicht auch noch das Konzert des zweiten Headliners abgebrochen werden? Nein, zum Glück nicht. Das Problem: Die aufblasbare Sonne oben auf dem Bühnendach hatte dem Regen nicht standgehalten, und jetzt sammelte sich dort schon seit Stunden das Regenwasser. Das musste abgelassen werden, bevor es weitergehen konnte. Also fuhr mitten im Konzert die Feuerwehr vor und entschärfte die Situation – sehr schade, weil das natürlich eine Viertelstunde Spielzeit von Maximo Park kostete, aber im Gegensatz zum Konzertabbruch am Tag zuvor voll und ganz verständlich. Und insgesamt eine ziemlich skurrile Sache. Wie dann auch Maximo Park beim von-der-Bühne-gehen bemerkten: “This was our weirdest concert ever.”
Als Late-Night-Special spielte danach dann noch Adam Green – auch von ihm war ich sehr positiv überrascht. Als ich ihn zuletzt gesehen hatte, konnte er sich auf der Bühne fast nicht aufrecht halten, geschweige denn einen Ton treffen oder einen Text behalten. Er scheint sich also mittlerweile gefangen zu haben – sehr erfreulich, und ein schönes Konzert!
Und wer spielt nächstes Jahr?
Und damit war das Festival für dieses Jahr beendet! Ich war zum ersten Mal da und kann nur sagen: Wow! Das Line-Up war super, die Organisation sehr gut, die Location und Anordnung perfekt. Dazu ein sehr entspanntes und nettes Publikum, freundliche Ordner, lockere Atmosphäre – besser geht es nicht! Nach dem ersten Besuch kann ich natürlich nicht abschätzen, ob das Festival immer so schön ist wie dieses Jahr oder ob viel auch am schönen Wetter (zumindest tagsüber =;-)) lag, aber das werde ich dann hoffentlich nächstes Jahr herausfinden, schätze ich. Wer spielt denn nächstes Jahr alles?