Monsters of Liedermaching

10-12.08.2012 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Tuesday, August 14th, 2012
10-12.08.2012 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

10-12.08.2012 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Friday, August 10th, 2012
10-12.08.2012 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)
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Taubertal-FestivalRothenburg ob der Tauber ist immer einen Wochenendausflug wert – und ganz besonders im August am Taubertal-Wochenende! 2002 war ich zum ersten Mal beim Taubertal-Festival; damals war alles noch eine Spur kleiner, die Bühnen standen anders, aber schon damals erklärte ich das Festival zu einem der schönsten, die ich je besucht hatte. Wunderschön gelegen im Taubertal mit Blick auf die historische Stadt, keine ellenlangen Wege zwischen den Bühnen, dafür spaßige Nachtwanderungen zum Campingplatz, “Es gibt nur einen Busfahrer”-Chöre im Bus in die Stadt und “Es gibt nur einen Bassisten”-Chöre nachts vorm Backstage (ja, wir waren jung und peinlich, aber es war lustig), die ganze Nacht über System of a Down von unseren Zeltnachbarn, und ganz viele liebe und nette Festivalbesucher mit lustigem Dialekt.

Gut, das mit dem Dialekt mag sich geändert haben, da das Festival mittlerweile Besucher aus ganz Deutschland anzieht, der Rest ist geblieben: Jedes Jahr ein fantastisches Line-Up, ein tolles Areal, solide Organisation und eine Infrastruktur, die zwar nicht mit ganz kleinen Festivals vergleichbar ist (bei der Menge an Besuchern ist es einfach unmöglich, jegliche Schlangen zu vermeiden), die aber immer funktioniert, egal ob bei 40°C im Schatten oder bei 15 cm Schlamm auf dem Gelände.

Taubertal-FestivalDieses Jahr bin ich zum siebten Mal beim Taubertal-Festival, zum fünften Mal in Folge, und auch wenn ich diesmal faul und bequem im Hotel schlafe statt im Auto auf dem Campingplatz, wird das Festival sicher genauso toll wie immer. Die Bands sind vielversprechend, das Wetter soll trocken und sommerlich bleiben, also auf ins Getümmel! Nur die Nachtwanderung werde ich wohl dieses Jahr vermissen … dafür kann ich mich vormittags noch schön mit Rothenburger Schneeballen eindecken. Warum gibt es die eigentlich nicht unten im Tal zu kaufen? Das wäre doch mal eine Marktlücke! Zumal das Festival doch mehr und mehr zum Image von Rothenburg beiträgt und mittlerweile, nach nunmehr 17 Jahren, auch voll und ganz in der Bevölkerung akzeptiert (und natürlich als Wirtschaftsfaktor geschätzt) wird.

Hier nun also mein Bericht. Fotos gibt es diesmal nur einige wenige, um die Stimmung vom Festival wiederzugeben; die Band-Fotos überlasse ich dann doch lieber den “echten” Fotografen. =;-)

“Ich habe Sauerkraut in meinen Lederhosen!” – Freitag, 10. August

Taubertal-FestivalWie immer wurde der Taubertal-Festivaltag von den Emergenza-Bands eröffnet. Als erste Band auf der Hauptbühne standen am Freitag Fiddler’s Green auf dem Programm – Folk-Rock aus Franken, ein perfekter Auftakt für das Festival! Für die Uhrzeit hatte sich schon eine beeindruckende Menge an Zuschauern vor der Bühne versammelt, die begeistert tanzten und im strahlenden Sonnenschein den Festivalbeginn feierten. Fiddler’s Green erklärten, dass der Sinn eines Festivals ja ist, maximalen Spaß zu haben; und dafür organisierten sie auch gleich mal ein Circle Pit und eine “Wall of Folk” – eigentlich dasselbe wie eine Wall of Death, nur mit weniger Gewalt und mit reinem Seitentauschen statt in der Mitte aufeinander einprügeln. Die Lieder musste man nicht kennen, um bei diesem Auftaktkonzert Spaß zu haben, die Stimmung war sofort super.

Als nächste Band waren Sondaschule an der Reihe. Es war offensichtlich, dass sich vor der Bühne die Fans eingefunden hatten – überraschend war, dass außer in den vorderen Reihen relativ wenig los war. Obwohl der Ska-Punk von Sondaschule doch perfekt zum Wetter passte und voll und ganz zum Tanzen einlud … Vor der Bühne passierte auch genau das, sodass sich sofort riesige Staubwolken entwickelten. Für Sondaschule eine Überraschung, da es doch sonst immer regnet beim Taubertal-Festival – “oh, es staubt wieder im Taubertal?” Na, sehr viel lieber Staub als Schlamm! Zusätzlich zu einigen neuen Liedern, inklusive der neuen Single “Es ist wie es ist”, bekamen wir noch ein Rancid-Cover zu hören. So etwas ist bei Festivals ja immer ein super Eisbrecher, so auch hier. Ein toller Auftritt!

Taubertal-FestivalUnd genauso ging es auch weiter – Royal Republic sind als tolle Live-Band bekannt! Und sie stellten das auch unter Beweis, allerdings brauchten die Schweden einige Lieder, um warm zu werden. Zu Beginn ließ der Sound zu wünschen übrig, und so ganz schien der Funke nicht überzuspringen. Sobald sie aber die Hits ihres Debütalbums auspackten, wurde klar, woher sie den Ruf als überragende Liveband haben: Da wurden Drum-Solos zelebriert, mit allen Rockstarklischees gespielt (aber immer sympathisch an der Grenze zu gespielt arrogant – typisch skandinavisch eben), und natürlich das Publikum mit einbezogen in die typischen Publikumsspielchen, links gegen rechts und jetzt alle zusammen … Und auch hier wurden mit Ace of Spades auch die bedient, die vorher keine Royal-Republic-Lieder kannten. Die sich nun aber sicher das bald erscheinende Album besorgen werden!

Ich muss gestehen, mit den darauffolgenden Broilers konnte ich verhältnismäßig wenig anfangen – mir ist bewusst, dass sie ein Urgestein des deutschen Punkrocks sind, aber an mir sind sie relativ vorbeigegangen. Aber das sollte sich ja heute ändern! Vor der Bühne war ordentlich was los, und es war auffällig, dass überall im Publikum mitgesungen wurde, also nicht nur ganz vorne, sondern auch weiter hinten und überall auf dem Hang. Klasse! Die Broilers sorgten sich auch um ihr Publikum und achteten darauf, dass es vorne nicht zu eng wurde, und genauso am Hang: “Kugelt doch alle mal da runter, sodass es hier vorne noch enger wird!” Bei anderen Festivals absolut verboten, hier von der Band gefordert: Alle, die sich mögen, sollen sich auf die Schultern nehmen – ein einzigartiger Anblick!

Taubertal-FestivalMittlerweile war das Gelände sehr gut gefüllt, und dementsprechend wurde langsam auch die kleine Bühne mehr und mehr beachtet. Dort spielten im Anschluss an die Broilers Templeton Pek – mir bekannt von ihrer Tour als Vorband von Itchy Poopzkid, aber offenbar haben sie sich mittlerweile noch deutlich mehr Popularität erspielt. Für die kleine Bühne war recht viel los, und die Stimmung war gut: Es wurde ordentlich gepogt und getanzt, und das komplette Moshpit verschwand in einer riesigen Staubwolke. Dennoch wurde die Band abgefeiert, und sie heizten das Publikum mit ihrem Punkrock auch gut an.

Wieder auf der Hauptbühne waren nun The Wombats an der Reihe. Eine der wenigen echten Charts-Bands, und dementsprechend war jetzt auch ein Großteil der Festivalbesucher vor Ort. Es war aber offensichtlich, dass hier eher “gepflegtes Interesse” vorherrschte als wirkliche Begeisterung – vorne waren natürlich die Fans versammelt, wie nicht anders zu erwarten, aber sonst wurde doch eher auf die Hits gewartet. Die Wombats lieferten ihren Alternative-“Brit-Pop”, sehr professionell, unterhaltsam, aber für mich ohne den zündenden Funken. Wie beim letzten Mal, als ich sie live gesehen habe, war ich nicht vollends überzeugt, auch wenn die Hits natürlich richtig gut ankamen.

Leider bekam ich von Yellowcard im Anschluss nur ein paar Minuten mit, da ich vorher mit meinem Bericht beschäftigt war. Schade! Ich hatte sie letztes Jahr beim Gampel gesehen, und ohne vorher von ihnen gehört zu haben, war ich begeistert. Und die zwei Lieder diesmal reichten aus, um den Eindruck wieder zu bestätigen: Eine wunderbar energievolle Band mit eingängigen Liedern, die sich außerdem auch durch den Geiger auf der Bühne von anderen Bands abhebt. Und die Tatsache, dass der dann mittendrin auch einfach mal so ein Salto macht, zeigt wohl, dass Yellowcard eine tolles Live-Band sind! Das Publikum wusste das zu würdigen – vor der Sounds-for-Nature-Bühne war richtig viel los. Zum Teil lag das sicher daran, dass jeder vom Einlass aus dort vorbei musste, aber dass viele der Zuschauer dort “hängenblieben”, das lag natürlich an der Band!

Taubertal-FestivalDann war es Zeit für den Headliner: Placebo! Los ging’s gleich mit beeindruckender Light-Show und großen “Placebo”-Laufschriften; gefolgt von einem grandiosen Auftritt mit alten und neuen Liedern. Sänger Brian Molko machte alle Ansagen konsequent auf Deutsch (und zwar überraschend gutem Deutsch!), und das, obwohl er behauptete, sein Deutsch sei doch eher eingeschränkt: “Ich kann nicht viel Deutsch sprechen, aber ich kann sagen: Ich habe Sauerkraut in meinen Lederhosen!” Insgesamt fand ich es allerdings schwierig, die Stimmung einzuschätzen. Ich selbst fand das Konzert grandios – um mich rum herrschte aber eine ziemliche Gleichgültigkeit. Der halbe Hang saß noch (beim Headliner!), zu Beginn gab es sogar kurz “Hinsetzen”-Rufe – was aber zum Glück keiner der “Steher” befolgte. Die Menschenmenge vor der Bühne war eindrucksvoll, und es gab ordentlich Applaus. Dennoch fand ich die Stimmung recht ruhig; es wurde kaum mitgemacht oder -geklatscht. Das kann aber auch mein Eindruck gewesen sein, da ich recht weit hinten stand und sich die Stimmung bis dort vielleicht einfach ein bisschen verlor. Interessant fand ich es, als Molko das Publikum abwechselnd zum Jubeln animierte, was vorne dem Eindruck nach auch gut funktionierte, was man weiter hinten aber gar nicht richtig mitbekam. Fakt ist jedenfalls, dass Placebo ein extremst beeindruckender Headliner war, mit einer Wahnsinnspräsenz und -stimme von Brian Molko!

Taubertal-FestivalAls letzte Band des Abends spielten nun Kraftklub auf der kleinen Bühne. Ich hatte bis kurz vorher nicht entschieden, ob ich mir dieses Konzert ansehen wollte oder nicht – Kraftklub will man zwar natürlich nicht verpassen, ich erwartete aber ein furchtbares Chaos und Gedrücke. Kurzentschlossen machte ich mich dann doch ein paar Minuten vor dem Ende von Placebo auf den Weg zur kleinen Bühne, um zu sehen, wie überfüllt es denn ist, und konnte mich nach ganz rechts vorne durchschlängeln. Dort war zwar (verständlicherweise) der Sound grausam, dafür war es dort vom Gedränge her absolut erträglich. Ich kann also nicht berichten, wie voll es wirklich war – es sah teilweise recht übel aus, aber laut Kraftklub wurde das Gelände schon vor dem Ende von Placebo abgeriegelt. “Einlassstopp! Ihr müsst also für die mit abgehen, die sich Placebo zu Ende angeguckt haben!” Und das tat das Publikum! Zu Beginn waren Kraftklub zwar ein wenig skeptisch – die Taubertal-Besucher seien doch eher mittelmäßige “Klätscher” – aber zum Ende hin waren sie voll und ganz überzeugt, spätestens, als das Publikum ohne jegliche Aufforderung von selbst anfing, “Scheiß in die Disko” zu singen. Vom poppenden Pärchen auf dem Hang neben der Bühne bekam die Band offenbar nichts mit, das hätte sonst sicher noch amüsante Kommentare gegeben, aber auch so wurde zwischen den Liedern viel gequatscht und in den Liedern gerockt. Der perfekte Abschluss für den ersten Festivaltag!

Übrigens stimmte es, dass das Gelände um die kleine Bühne zum Konzertbeginn von Kraftklub abgeriegelt werden musste; aber schon nach drei oder vier Liedern hatte sich die Situation entspannt, sodass der Einlass wieder freigegeben werden konnte. Das befürchtete Chaos blieb also aus, auch wenn natürlich einige Fans den Auftritt leider nicht mitverfolgen konnten.

“Sitting on your bed watching YouTube is not gonna replace a live concert!” – Samstag, 11. August

Taubertal-FestivalIm letzten Jahr eröffneten die Monsters of Liedermaching das Festival, diesmal waren sie die erste Band am Samstag. Überraschenderweise wirkte es so, als wäre weniger los als bei Fiddler’s Green am Freitag – vielleicht täuschte der Schein und es kamen im Laufe der Show noch mehr Zuschauer, aber auch wenn nicht, tat es der Stimmung keinen Abbruch. Wie immer witzelten die Monsters sich durch ihr Programm, das Publikum (inklusive Hügel) war voll und ganz dabei, und es gab einen bunten Mix aus alten Hits und Liedern vom neuen Album “Schnaps & Kekse”, das passenderweise gestern erschienen ist. Dafür wurde natürlich ordentlich Werbung gemacht, denn: “Wir haben gerade ein Sommerloch in den Charts, und wenn ihr alle hier die Platte kauft, dann sind wir auf Platz eins!” – oder zumindest irgendwas mit eins, es könnte auch 101 sein … Natürlich wurden Hang, Hügel und VIP-Tribüne gegeneinander ausgespielt, nur um sie nachher allesamt wieder zu vereinen: “Wir sind doch alle eine große Familie!” Und das stimmte – beim letzten Lied sprang sogar der Hügel wie aufgefordert auf und tanzte kurz mit. Toll!

Taubertal-FestivalNach ein bisschen Emergenza und viiiieeeel Staub vor der kleinen Bühne ging’s auf der großen weiter – nicht nur mit dem Staub, sondern natürlich mit Skindred! Eine wunderbare Live-Band … ich kann ja eigentlich nichts mit Hardcore anfangen, aber “Hardcore-Reggae” ist noch mal was ganz anderes! Harte Musik, dazu melodischer Gesang, und das Ganze mit einer Energie, bei der man einfach mittanzen muss. Zu Beginn war noch nicht allzu viel los, bis auf die vor der Bühne versammelten Fans – aber Skindred erspielten sich problemlos ihr Publikum! Am Ende war gute Laune überall, und alle stimmten mit Skindred überein, dass “Sitting on your bed watching YouTube is not gonna replace a live concert!” Der Frontmann verstand es bestens, das Publikum zu “beschimpfen” und so noch mehr anzupeitschen, nur um kurz darauf zu erklären, wie toll die Stimmung auch auf der Bühne ankommt. Nur Beyoncé mitsingen, das geht ja gar nicht (auch wenn sie doch selbst das Lied eingespielt haben!): “I’m fucking disgusted with you guys singing Beyoncé! Don’t you like your music with guitars?” Und klaro – das kam natürlich noch viel viel besser an! Ein klarer Triumphzug; viele, die Skindred bisher nicht auf dem Schirm hatten, werden den Namen sicher in Erinnerung behalten.

Bei den H-Blockx waren die Voraussetzungen natürlich ganz andere – die sagten wohl so ziemlich jedem etwas! Ich habe bei ihnen schon sehr unterschiedliche Konzerte erlebt; manche eher durchwachsen, andere klasse. Ihr Konzert beim Taubertal gehörte ganz klar zu den tollen Konzerten! Insbesondere die Hits wurden vom Publikum tierisch abgefeiert, aber auch sonst war die Stimmung super. Frontmann Henning Wehland wirkte ernsthaft gerührt: “Es ist wichtig, dass man sich nach 22 Jahren auch mal wieder richtig wie ein Rockstar fühlen kann – danke dafür!” Taubertal-FestivalUnd außerdem versprach er noch, dass die nächste H-Blockx-Tour ausschließlich auf dem Taubertal stattfinden würde – das sagt vermutlich alles über die Stimmung aus, oder? Zum Abschluss gab es noch “Ring of Fire” – wobei für das zugehörige Circle Pit vor der Bühne wohl die Bezeichnung “Ring of Dust” besser gepasst hätte …

Nachdem auf der kleinen Bühne ZSK die Menge begeistert hatte, war es Zeit für Madsen. Die sind ja gerne mal als “Mädchenband” verschrien, und ich muss gestehen, dass auch ich immer wieder darauf reinfalle und daher ein ruhiges Konzert erwartete. So hatte ich es mir gerade auf dem Hang bequem gemacht, als Madsen gleich mit “Du schreibst Geschichte” loslegten – und rockten! Lang hielt es mich daher nicht auf dem Hügel … Es wurde auch sehr schnell voll vor der Bühne, und vermutlich wurde jeder, der wie ich die Band immer wieder unterschätzt, schnell eines Besseren belehrt. Und ich hatte das Gefühl, dass sie durch den zusätzlichen Live-Gitarristen auch noch einmal eine Schippe Rock draufgelegt haben. Dafür spielten sie aber recht viel Neues, was der Stimmung nicht unbedingt gut tat – “Lass die Musik an” kam super an, da es ein richtig guter Stadionrocksong ist und außerdem auch schon bekannt, die anderen neuen Lieder klangen zwar auch vielversprechend, wurden aber nicht so sehr abgefeiert. Nett die Überraschung beim Hit “Die Perfektion”, wo Sänger Sebastian und Schlagzeuger Sascha kurz die Plätze tauschten – so bleiben auch alte Songs interessant! Wie gut Madsen beim Publikum insgesamt ankamen, konnte man beim letzten Lied sehen, als sie sich beim Hang entschuldigten: “Ich müsst dann auch mal aufstehen, tut uns leid!” – und der KOMPLETTE Hang stand auf. Wahnsinn!

Taubertal-FestivalIch war vorab sehr gespannt auf den Auftritt von Bush. Vor 15 Jahren hatte ich sie bei Rock am Ring gesehen, mich in ihr Album verliebt, sie danach aber komplett aus den Augen verloren. Dementsprechend kannte ich verhältnismäßig wenige Lieder – und dennoch war der Auftritt sehr eindrucksvoll. Schade war, wie wenige Zuschauer vor der Bühne waren – für den Co-Head war es doch sehr leer. Der Hang war gefüllt, aber das Konzert war da nur Nebensache. Zumindest zu Beginn! Denn Gavin Rossdale wusste, wie er ein Publikum für sich begeistern kann, und zog alle Register. Als er mittendrin für ein Lied die Gitarre ablegte und sich stattdessen ein Funkmikro schnappte, machte er einen “kleinen” Ausflug ins Publikum – einmal quer über den ganzen Hügel, besoffene Schläfer aufwecken, dann quer durchs ganze Gelände auf die Rollstuhltribüne und zurück auf die Bühne. Die Security kam kaum hinterher, und alle Umstehenden waren voll und ganz begeistert. Klasse! Und danach stand dann auch der Hang: “I found a way to get you guys to stand up!” Dementsprechend war die Stimmung am Ende grandios – es mag ein ziemlicher Arbeitssieg gewesen sein, aber es war ein klarer Sieg. Das erklärte auch Frontmann Rossdale: “This is way better than I expected – not sure what I expected, but this is definitely better!”

Taubertal-FestivalOb nun Bush oder The Boss Hoss der eigentliche Headliner des Abends waren, darüber kann man sich sicher streiten. Die letzte Band des Abends waren jedenfalls The Boss Hoss. Sie fuhren eine Texas-Country-Show auf, im kompletten Outfit, mit texanischem Akzent und konsequent englischen Ansagen. Im Vergleich zu anderen Headlinern war allerdings relativ wenig los – vor der Bühne war es gut voll, aber weiter hinten und am Hang war doch viel Platz. Auch die Stimmung war eher ruhig, so ganz konnte die Musik von The Boss Hoss nicht zünden. Ich persönlich hätte auch zumindest ein paar der alten Coverversionen bekannter Lieder erwartet – so kannte man nur sehr wenig, und das wirkte sich natürlich auf die Stimmung aus. Außerdem war es, trotz des schönen Sommerwetters tagsüber, am Abend doch recht kalt und unangenehm – kein Wunder, dass sich viele schon in ihre Zelte verkrochen hatten.

Wie immer wurde der Abend auf der Sounds-for-Nature-Bühne beendet. Dort lieferten Bonaparte ihre abgefahrene Zirkus-Show ab – äußerst energievoll, mit wilden Kostümen und einem Haufen Action auf der Bühne. Diesmal war es nicht allzu überfüllt; vermutlich waren die meisten Besucher wirklich schon auf dem Zeltplatz. Dennoch konnten Bonaparte sich nicht über mangelndes Publikum beklagen, und sie feierten eine begeisterte – und begeisternde! – Party.

“Alle Hände machen klatsch, auch die Sitzhände!” – Sonntag, 12. August

Taubertal-FestivalWie schon die anderen beiden Tage fing auch der Festivalsonntag mit einer absoluten Stimmungsband an: Russkaja kommen zwar nicht wirklich aus Russland, sondern aus Österreich, aber der “Ska”-Teil des Namens stimmt dafür absolut. Das allein reicht eigentlich schon, um ein partyhungriges Festivalpublikum zum Tanzen zu bringen; wenn dazu dann aber auch noch Aufforderungen wie “Alle Hände machen klatsch, auch die Sitzhände!” kommen und das Publikum zum “Traktor” aufgefordert wird – die vegetarische Alternative zur Stierhatz von Pamplona, in Russland läuft man statt vor Stieren halt vor Traktoren weg – dann bleibt keiner mehr ruhig stehen!

Genauso ging es dann natürlich auch bei Panteón Rococó weiter. Diesmal kam der Ska aus Mexiko, und im strahlenden Sonnenschein wurde weiter getanzt! Ich hätte zwar insgesamt mehr Publikum erwartet, aber die, die schon auf dem Festivalgelände waren, hatten offensichtlich einen Heidenspaß. Panteón Rococó heizten unter anderem mit einer Ska-Coverversion von “Krawall und Remmidemmi” ein und ließen das Publikum von einer Seite auf die andere und wieder zurück marschieren, was wunderbar aussah – und den Beteiligten mindestens genauso viel Spaß machte wie den Zuschauern.

Taubertal-FestivalDirekt im Anschluss daran wurden auf der Sounds-for-Nature-Bühne die Emergenza-Gewinner verkündet. Zufällig hatte ich genau die ersten beiden Gewinnerbands gesehen – mir persönlich hatte zwar der 2. Sieger besser gefallen, der 1. Sieger konnte aber kurz darauf auf der Hauptbühne beweisen, dass sie würdige Gewinner waren. Hurricane Love aus Schweden spielten eingängige Popmusik – man könnte jetzt das böse Wort “Kommerz” erwähnen, aber das wäre sicher nicht fair. Ihr Auftritt auf der kleinen Bühne konnte beeindruckend viele Zuschauer halten, das zeugt klar von ihren Qualitäten, und auch wenn sich wie (leider!) gewohnt doch recht wenige Besucher für ihr Sieger-Konzert auf der Hauptbühne interessierten, machten sie da klar, dass ihre Lieder einen ziemlichen Wiedererkennungswert haben und auch im großen Rahmen absolut funktionieren!

Weiter ging es dann aber mit dem absoluten Kontrastprogramm: Heaven Shall Burn waren an der Reihe. Wie schon erwähnt kann ich mit Hardcore nicht wirklich etwas anfangen, und mit Metalcore noch weniger … Daher bin ich sicherlich die Falsche, um den Auftritt qualitativ zu bewerten – ich könnte höchstens sagen, dass die Jungs schicke Hemden und einen lustigen Dialekt hatten, aber das ist wohl wenig objektiv. Ganz objektiv war es aber mehr als eindrucksvoll, dass Heaven Shall Burn tatsächlich einen Circle Pit über das gesamte Gelände zustande brachten – und ich meine das gesamte Gelände inklusive Hang! Wahnsinn, wie eine Horde von Menschen den Hang hinauf und einige Meter weiter wieder runterjoggte. Die Stimmung war also bestens!

Zumindest bei denjenigen, die mit Metalcore etwas anfangen konnten; die anderen fanden zu der Zeit an der kleinen Bühne ein tolles Alternativprogramm. Taubertal-FestivalAls dritte des Emergenza-Festivals durften dort noch einmal Rhys Crimmin & The Toms spielen. Die Australier spielten tanzbaren “Aussie-Folk” mit Kontrabass, Geige, Akustikgitarre und Didgeridoo und kamen sehr gut an.

Auch die darauffolgenden Vize-Sieger, The Joking aus Frankreich, wussten zu begeistern. Es gab Old-School-Rock’n’Roll, und das Publikum tanzte! Nur das Mitsingen klappte nicht ganz so, wie von der Band beabsichtigt – das könnte aber auch an gewissen Kommunikationsschwierigkeiten gelegen haben. Ich brauchte auch ein bisschen, um ihre Frage “Are you ‘ot?” zu verstehen … Das änderte aber nichts daran, wie toll ihre Musik und die Show (inklusive Tanzeinlage am Ende) war.

Auf der Hauptbühne läuteten nun Social Distortion die Endphase des Festivals ein. Die Band rund um Mike Ness war von vielen heiß erwartet worden; allerdings wirkte es so, als wäre ihr Auftritt zwar absolut massentauglich, aber nicht unbedingt “massenbegeisternd”. Vor der Bühne waren klar die Fans versammelt, und auch wenn weiter hinten alle durchaus interessiert schienen, gab es da überraschend wenig vollauf begeisterte Die-Hard-Fans. Der solide, super gespielte Rock konnte sicher dennoch alle überzeugen – und zum Abschluss gab es dann sogar zum zweiten Mal bei diesem Festival den “Ring of Fire” zu hören.

Taubertal-FestivalHeadliner des Tages waren die Beatsteaks. Ich muss gestehen, dass ich sehr skeptisch war, wie sie als Headliner funktionieren sollten – klar, sie haben in den letzten Jahren eine riesige Popularität erlangt, aber kann man sie deshalb in eine Klasse mit Placebo stecken?! Oh ja, man kann, das bewiesen sie mit ihrem Auftritt voll und ganz. Natürlich war das Beatsteaks-Konzert absolut nicht mit dem von Placebo zu vergleichen, aber vom Spaß- und Feierfaktor her hatten die Beatsteaks vielleicht sogar die Nase vorne. Gleich mit zwei Schlagzeugern, Arnims typisch berlinerischem Gequatsche zwischen den Songs und einem Haufen Publikumsinteraktion (von einfachem Mitsingen über La Olas, Hinsetzen und auf die Schultern nehmen war alles dabei) schafften sie es, das komplette Publikum zu fesseln, nicht nur den vorderen Bereich – so viel Bewegung war auf dem Hang und hinten bei den Bierständen bei den anderen Headlinern definitiv nicht: “Können die auf dem Hang eigentlich auch springen, oder haut’s euch dann nach unten weg?” Vorne regnete es nur so Crowdsurfer (was wohl weder der Security noch den Zuschauern in den ersten Reihen so furchtbar gut gefallen haben dürfte), und im Publikum wurden mittendrin mehrfach Bengalos angezündet; die wurden dann aber immer schnellstens (und mitsamt dem Anzünder) nach draußen verfrachtet. Und auf der Bühne lieferten die Beatsteaks derweil alle ihre Hits sowie ein paar Perlen ab – wunderbar. Arnim brachte es zum Abschluss auf den Punkt: “Wegen genau diesen Abenden machen wir Musik!”

Und wegen genau diesen Abenden lieben wir Musik. Danke Beatsteaks, danke Taubertal!

… und sonst?

Taubertal-FestivalViel hat sich nicht geändert beim Taubertal – der Tal-Campingplatz wurde in ein “Green Camping” umgewandelt, was mitten in der Natur natürlich äußerst sinnvoll ist und gut angenommen wurde; auch im nächsten Jahr soll es wieder ein Green Camping geben. Das Gelände an sich war unverändert (wobei ich das Gefühl hatte, dass die Absperrung vom Hang zur Bühne dieses Mal ein wenig weiter weg von der Bühne stand, das kann ich aber nicht sicher sagen). Die Kamera vor der Hauptbühne, die ich im letzten Jahr als sehr störend empfunden hatte, war diesmal nach unten verlagert, sodass man sie fast nicht wahrnahm – sehr gut, denn die Bilder sind dadurch sicher nicht schlechter, aber das Publikum wird weniger gestört. Die Anreise und die komplette Abwicklung lief absolut problemlos, alle kleinen Probleme und Wehwehchen scheinen also mittlerweile behoben zu sein, und die Zahl der Sanitätseinsätze blieb deutlich unter der der Vorjahre. Überschattet wurde der Festivalbeginn durch einen Unfall im Steinbruch am frühen Freitagmorgen, bei dem ein Besucher abstürzte – nachdem er Absperrgitter überkletterte. Ganz klar ein Schock für den Veranstalter, auch wenn es natürlich streng genommen unter “eigene Blödheit” verbucht werden muss.

Taubertal-FestivalNicht genug gelobt werden kann der tolle Hang an der Hauptbühne – auf welchem anderen Festival hat man einen solch tollen Blick auf die Bühne? Und dazu kann man bei schönem Wetter entspannt auf dem Boden sitzen und gleichzeitig die Auftritte der Bands mitverfolgen. Das bringt einerseits jeder Band mehr Zuschauer – diejenigen, die sonst noch auf dem Zeltplatz “abhängen” würden, können das genauso gut auf dem Hang tun. Andererseits sorgt es auch dafür, dass man immer ein Plätzchen findet, von dem aus man das Geschehen auf der Bühne gut mitverfolgen kann; nicht wie bei anderen Festivals, wo man ganz früh da sein muss, um einen halbwegs akzeptablen Platz zu ergattern. Angenehm sind auch die relativ lockeren Regeln; die Tatsache, dass man bis zu einem Liter Nicht-Alkoholisches im Tetrapak oder PET mitnehmen darf, lässt die Zuschauer natürlich früher aufs Festivalgelände kommen. Sich bei anderen auf die Schultern zu setzen wird geduldet, genau wie Crowdsurfing (auch wenn das offiziell verboten ist); das alles sorgt dafür, dass sich Securities und Zuschauer im Allgemeinen bestens verstehen und das Miteinander sehr locker und sympathisch abläuft. Auch das trägt zur tollen Stimmung des Festivals bei!

Taubertal-FestivalZum ersten Mal in der siebzehnjährigen Geschichte verlief das Festival ohne einen Tropfen Regen. Sehr angenehm! Auch wenn fehlender Schlamm natürlich zur Folge hat, dass der trockene Boden staubt … Hin und wieder wurde der Bereich vor den Bühnen gewässert, was viel half, und sonst sorgte der Staub beim tanzenden Mob vor der Bühne halt für die gehörige Festivalbräune. =;-)

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt – der Haupteingang am hinteren Ende des Festivalgeländes ist für alle Tagesbesucher und “Berg-Camper” ein wenig störend, da man erst einmal ums Gelände herum muss, dafür sorgt dieser Einlass aber dafür, dass auch die “kleine” Sounds-for-Nature-Bühne mehr frequentiert wird. Diese ist ja nachmittags für die Emergenza-Bands reserviert, die im Allgemeinen unbekannt sind, dennoch aber ein Publikum verdient haben. Es ist ein bisschen schade, dass sich die Emergenza-Auftritte mit denen auf der Hauptbühne überschneiden; allerdings ist es anders natürlich nicht machbar. Taubertal-FestivalEs sei aber jedem ans Herz gelegt, die Emergenza-Konzerte nicht einfach zu ignorieren: Durch die kurze Spielzeit kann man so viele kleine Bands in kompakten Auftritten für sich entdecken und sie zusätzlich natürlich auch noch unterstützen! Eine tolle Chance für die jungen Bands aus den verschiedensten Ländern, für die das Emergenza-Finale immer eine tolle Erfahrung (und natürlich eine super Chance zum Kontakteknüpfen!) ist.

Wie immer also ein wunderbares Festival – diesmal mit Staub statt Schlamm, Sommerwetter am Tag und herbstlicher Kälte nachts, aber wie immer mit toller, sehr abwechslungsreicher Musik und entspannter Atmosphäre. Für 2013 sind bisher keine großen Neuerungen geplant. Viele Bands sind schon so gut wie gebucht, und wir können uns auf “viele Bekannte” und “abwechslungsreiche Headliner” freuen – und das tun wir natürlich!

12-14.08.2011 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Saturday, August 13th, 2011
12-14.08.2011 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)
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Das Gelände von obenWie immer am zweiten August-Wochenende stand das Taubertal-Festival an, und wie immer war das Line-Up grandios und mehr als verlockend! Das hieß für mich natürlich, dass ich trotz Kurztrip zum Øya-Festival in Oslo am Donnerstagabend wieder beim Taubertal dabei sein musste – ganz abgesehen davon, dass das Festival bei mir eigentlich sowieso schon seit Jahren fest im Kalender steht.

Diesmal schien – im Gegensatz zu sonst – sogar das Wetter mitzuspielen. Das Taubertal ist ja dafür bekannt, dass es gerne mal tagelang regnet und das Gelände sich in eine einzige Schlammschlacht verwandelt. Dieses Mal hörte der Regen rechtzeitig zum Festival auf, die wenigen matschigen Stellen auf dem Festivalgelände waren auch ohne Gummistiefel erträglich, und als es am Samstagmorgen regnete, lag ja eh jeder noch erschöpft im Schlafsack. Also quasi perfekt – wenn man die Sintflut am Sonntag einfach mal ignoriert. 😉

Organisatorisch gab es wie immer nichts zu meckern. Die Anreise verlief problemlos (auch wenn der Umweg über die Käffer sicherlich bei einigen Campern für Unmut sorgte), es gab keine kurzfristigen Bandausfälle und wie schon erwähnt – das Wetter passte auch! Das Festival war verhältnismäßig lange im Voraus ausverkauft. Insgesamt waren ca. 18.000 Besucher vor Ort, was sich auf ca. 6.500 3-Tages-Tickets und dreimal 4000 Tagestickets aufteilte.

Das PublikumKeine Frage: Das Gelände direkt an der Tauber ist für ein Festival einfach wunderschön. Zwar gibt es einige Engpässe, hauptsächlich beim Durchgang zur kleinen Bühne, die einem je nach Laune doch ziemlich auf die Nerven fallen können; aber wenn man sich ein paar Minuten vor allen anderen auf den Weg macht (und dennoch den Rest des Konzertes hört, da die Bühnen ja nicht allzu weit voneinander entfernt sind), kann man das Gedränge vermeiden. Wunderbar am Gelände ist einfach der Hang. Sowas kenne ich sonst von kaum einem Festival (höchstens das Slottsfjell in Norwegen fällt mir dazu jetzt ein, wo das ganze Gelände zur Bühne hin abschüssig ist) – aber es ist perfekt. Man findet immer einen Platz, von dem man gut sieht; am Nachmittag kann man entspannt in der Sonne oder wahlweise im Schatten sitzen; und die Beinmuskeln werden vom ständigen Schief-stehen auch noch trainiert. 😉 Bei Regen verwandelt sich das Ding zwar in eine furchtbare Rutschpartie, und damit fällt ein Großteil der Publikumsfläche einfach weg, was sicher ein Nachteil ist – aber Regen ist sowieso doof, und nachdem das Festival dieses Jahr schon fast komplett trocken geblieben ist, wird es ab nächstem Jahr für mindestens die nächsten fünf Jahre keinen Tropfen Regen mehr geben. Fest beschlossen!

Also keinerlei Kritikpunkte? Nun ja, doch, natürlich schon. Was ich persönlich als störend empfunden habe, war die Kamera vor der Bühne. Auf einer Schiene wurde dort ein Kameramann ständig hin und her geschoben (übrigens Hut ab für die beiden armen Helfer, die das Schieben übernehmen mussten, das sah nicht wirklich gesund aus…), um die spielenden Bands für die Leinwand einzufangen. Hmm, ich weiß nicht – ist das wirklich nötig? Geht das nicht auch mit einfachen Handkameras sowie den Kameras, die im Publikum aufgestellt sind? Denn zuallererst ist das Konzert doch für die Zuschauer vor Ort, und wenn man vor der Bühne mehr Kameramenschen als Künstler sieht, ist das mMn nicht richtig.

Die HauptbühneEin weiterer Kritikpunkt geht ans Publikum. Im Großen und Ganzen war das Publikum sehr angenehm, aber immer, wenn viele Menschen gleichzeitig von A nach B wollten, wurde es schwierig. Dann blieben gerne mal ganze Gruppen von Leuten mitten im Weg stehen, was den ganzen Fluss ins Stocken brachte; andere beschlossen dann, dass man natürlich mit Drücken viel besser durchkommt – vielleicht löst sich der Vordermann ja in Luft auf, wenn man nur penetrant genug drückt?
Das ist sicher nichts Ungewöhnliches und auf allen Festivals so, aber manchmal wünschte ich mir doch etwas mehr Mitdenken bei einigen Beteiligten. Andererseits war es aber meist ein wirklich entspanntes und nettes Miteinander – wunderbar am Sonntag das Verhalten am Hang, wo jeder jedem half (denn ohne Hilfe war es unmöglich, durch den Schlamm nach oben zu kommen). Und insgesamt hinterließ diese nette Stimmung doch einen größeren Eindruck als die Drängelei. Wie immer also ein Daumen hoch fürs Taubertal und sein Publikum!

 

“Will you suck my Schwanz in the Scheiß-Schloss?” – Freitag, 12. August

Nun zu den diesjährigen Bands. Vorweg eine kurze Anmerkung: Der Freitag war in diesem Jahr der Tag, an dem ich die wenigsten Bands kannte, und außerdem war ich am Donnerstagabend noch beim Øya-Festival in Norwegen. Dies und die Tatsache, dass ich dennoch pünktlich zu ersten Band auf dem Gelände war, lässt wohl darauf schließen, wieviel Schlaf ich in der Zwischenzeit bekommen habe – bzw. nicht bekommen. Daher sorry, wenn die Freitags-Bands ein wenig knapper abgehandelt werden als sonst üblich.

Monsters of LiedermachingDie erste Band auf der Hauptbühne waren die Monsters of Liedermaching. Die sind ja bestens bekannt – nicht nur mir, sondern auch allgemein beim Taubertal-Publikum! Zumal sie am Donnerstag auch schon im Steinbruch gespielt hatten – was man klar merkte. Denn es waren doch deutlich mehr Leute vor der Bühne, als man um die Uhrzeit vermuten würde, ein Großteil war textsicher, und die Setlist enthielt ein paar mehr neue Sachen als z.B. beim Minirock; ich vermute, das lag daran, dass die Monsters das Set zwischen Steinbruch und Hauptbühne unterschiedlich gestalten wollten. Jedenfalls war die Resonanz fantastisch – das “Was wollt ihr hören?”/”Ein Lied über Türen!” musste nicht mal vorab erklärt werden, und in “Suizid” machte das komplette Publikum die “Armsache” (sprich, Hände in der Luft schwenken) mit. Und der Hang sogar in die richtige Richtung, nämlich nach vorne und hinten. Der perfekte Auftakt, und eine gute Möglichkeit fürs Publikum, sich schon mal einzupogen bzw. -tanzen.

Die nächste Band war Talco. Von denen hatte ich vorher nur gehört, dass sie toll sein sollten – und das bestätigte sich absolut! Skapunk auf italienisch, und die Meute tanzte! Außer dem Hang, wo alle um die Uhrzeit natürlich noch entspannt in der Sonne saßen; Spaß am Auftritt von Talco war aber auch dort allen ganz klar anzusehen.

Rag DollsAuf der Sounds-for-Nature-Bühne lief – wie jedes Jahr – das Emergenza-Weltfinale. Es ist immer schade, dass sich doch eher wenig Zuschauer dorthin “verirren”, aber genauso ist es verständlich, dass die meisten das bekanntere Programm der Hauptbühne vorziehen. Da ich Schandmaul schon ein paar mal gesehen habe, machte ich mal einen kurzen Abstecher zur kleinen Bühne und sah dort die Rag Dolls aus der Schweiz. Und die konnten durchaus überzeugen! Musikalisch mit Indie-Rock gemischt mit ein wenig Rock’n’Roll nicht allzu innovativ, aber gute und eingängige Melodien sowie Mut, die Zuschauer (die doch recht überschaubar waren) mit einzubeziehen. Im Mitsingteil ins Publikum zu gehen und willkürlichen Menschen das Mikro ins Gesicht zu halten, braucht schon Mumm – aber es funktionierte, und die Anwesenden schienen sehr gut unterhalten.

Zurück an der anderen Bühne riefen Schandmaul, die schon eine gehörige Horde vor der Bühne versammelt und am tanzen hatten, gerade zu einer “Wall of Polka” auf. Zum Schreien, das vom Hang aus zu beobachten, wie mitten im Pogo-Pit plötzlich alle in Zweierpärchen von links nach rechts und zurück hüpften! Und auch sonst konnten Schandmaul super Stimmung machen, und das Publikum sang lauthalt mit.

NoFXAls nächstes standen an der Hauptbühne DIE Urgesteine des Punks auf dem Programm: NoFX! Ich muss gestehen, außer dem Namen kannte ich sie nicht weiter, aber der Auftritt war extremst unterhaltsam. Erster Gedanke: Es gibt also doch Bands, die auf der Bühne noch mehr reden als die ärzte! Schon vor dem ersten Lied wurde erst mal gequatscht, und auch danach wurde fast mehr geredet als gespielt. Dabei nahmen sie Iggy “und die drei Stooges” auf die Kippe, beklagten ihr winziges Bühnenbanner (und diskutierten die Banner anderer Bands), beschwerten sich über die Kameraleute vor der Bühne (oder warfen sich ihnen direkt in den Weg), jammerten über die Insekten auf der Bühne und protzten mit ihren Deutschkenntnissen (“Will you suck my Schwanz in the Scheiß-Schloss?” – Wobei das Schloss natürlich das von Rothenburg war, was ja von der Bühne aus zu sehen ist). Derweil ging auch im Publikum der Punk ab – das Pogo-Pit (genauer gesagt der komplette Bereich vor dem ersten Wellenbrecher) sah echt übel aus; aber die Leute hatten Spaß, und vom Hang aus sah es auch nicht so aus, als hätte es ernsthaftere Verletzungen gegeben. Was ich allerdings nicht verstand, war die Sache mit dem Crowdsurfing-Verbot. Es wurde nämlich durchaus gesurft; und es schien auch nicht so, als hätte das irgendwelche Konsequenzen (was ich an sich super finde – aber dann doch einfach gar nicht verbieten?!).

In der Umbaupause ging ich kurz noch mal rüber zur Sounds-for-Nature-Bühne – na ja, oder nicht soo kurz, denn hier offenbarte sich mal wieder ein Problem des Taubertal-Festivals. Die Verbindung zwischen beiden Bühnen ist einfach zu schmal (was sich nicht ändern lässt, da eben das Tal so schmal ist), sodass ein ziemliches Chaos entsteht, wenn alle gleichzeitig von der Hauptbühne zur kleinen Bühne und vom Hang runter zu den Essensständen wollen. Für den 2-Minuten-Weg von einer Bühne zur anderen braucht man dann gerne mal eine Viertelstunde – und gute Nerven.

Reste von gesternAuf der kleinen Bühne standen derweil Reste von gestern, die deutschen Pop-Rock spielten, vor einem doch sehr überschaubaren Publikum. Die Musik war nett, aber nichts wirklich Besonderes.

Gleichzeitig sammelte sich an der Hauptbühne die Masse für den Hauptact des Tages: Rise Against. Man würde erwarten, dass die letzte Band auf der Hauptbühne der Headliner ist, das war diesmal aber definitiv nicht der Fall. Es schien, als war zu Rise Against JEDER vor der Hauptbühne – und zu Recht! Die vier Chicagoer lieferten eine super Punk-Show, das Publikum war enthusiastisch bei der Sache, und Punk-Kracher und Balladen wurden gleichermaßen abgefeiert. Circle Pits vor der Bühne, erhobene Fäuste, … so muss das aussehen, echt beeindruckend!

Iggy PopIggy Pop konnte da später dann nicht wirklich mithalten. Vor der Bühne leerte es sich deutlich (eine halbe Stunde nach Konzertbeginn konnte man an der Seite problemlos in die vierte, fünfte Reihe spazieren!), und ein Teil des Publikums wirkte eher verwirrt als begeistert. Und ja, irgendwie nachvollziehbar – denn der gute Herr ist nun wirklich kein Augenschmauß mehr, “die drei Stooges” (laut NoFX) gar keine so unpassende Bezeichnung für seine Band, und die bekannten Lieder (allen voran “The Passenger”) ließ Iggy Pop auch in der Trickkiste. Aber, und das muss man ihm echt lassen – er lieferte eine extremst energievolle und mitreißende Show ab! Eindrucksvoll, und zwar ohne jede Ironie; und genau das feierten die Zuschauer vor der Bühne auch zu Recht.

Als Abschluss des Tages spielten dann auf der kleinen Bühne noch Blumentopf. Das klang extremst vielversprechend – allerdings hat sich ja schon oft gezeigt, dass die kleine Bühne für solche Midnight-Special-Konzerte nicht wirklich geeignet ist. Wenn auch nur ein Teil der Zuschauer von der großen zur kleinen Bühne wechselt, ist es dort so überfüllt, dass es voll und ganz unmöglich ist, sich dort zu bewegen. Ein heilloses Chaos also, was mit meiner Übermüdung nicht wirklich zusammenpasste, sodass ich den Tag – ohne Besuch im Steinbruch – für beendet erklärte.

 

“Ich glaub, wir haben einen Gitarristen verloren!” – Samstag, 13. August

Freibier!Der Samstag begann wieder mit dem Emergenza-Finale. Als erste Band waren Emmacosta aus Schweden an der Reihe – netter Alternative-Rock, aber nichts, was einem dauerhaft in Erinnerung bleiben würde. Ähnlich bei den folgenden Kerouac aus Irland, die allerdings deutlich härter zur Sache gingen.

Klimmstein auf der Hauptbühne fuhren dann ganz andere Geschütze auf – nämlich Publikumsbestechung! Sie ließen Freibier ausschenken; denn die Gage muss ja am Gig-Tag noch versoffen werden, und da muss im Zweifelsfalle das Publikum helfen. Musikalisch lieferten sie soliden Rock mit leichten Ska/Reggae-Einschlägen und österreichischen Texten.

Itchy PoopzkidItchy Poopzkid konnten in Folge auf die Publikumsbestechung verzichten. Zwar waren vor der Bühne – wie für die frühe Spielzeit zu erwarten – keine Menschenmasse zu verzeichnen, aber von Lied zu Lied kamen mehr Zuschauer hinzu. Und alle Anwesenden waren sehr enthusiastisch bei der Sache! Sogar der Hang war so aktiv wie sonst nur beim Headliner; bei Tricky sprang der Großteil sogar wirklich auf und machte mit. Und nebenbei betrieben die drei noch ein bisschen Publikumserziehung… Circle Pits sind nämlich nicht immer und bei jedem Lied angebracht. “Wir spielen hier nicht Faules Ei, das ist ein Rockkonzert!” Und bei diesem wurden die Herren Poopzkid abgefeiert – außer, als sie erwähnten, dass sie ja gestern auf dem Open Flair ein sehr schönes Konzert gehabt hätten, was das Taubertal wohl kaum würde toppen können. Das wusste das Publikum aber zu widerlegen; spätestens, als alle geschlossen nur auf dem rechten Bein hüpften, aus Solidarität zum bänderrissgeschwächten Panzer. Und am Ende waren Itchy Poopzkid sich wieder sicher, dass das Taubertal das schönste Festival überhaupt ist. Womit sie definitv Recht haben!

Als Norwegenfan musste ich danach natürlich mal kurz wieder beim Emergenza-Finale vorbeischauen und mir die norwegischen Teilnehmer Envy anschauen. Viel erwartet hatte ich nicht, da HipHop im Allgemeinen nicht mein Ding ist – aber hier wurde ich mehr als positiv überrascht. Zehn Leute auf der Bühne, selbstgemachte Beats, souveräne Show – so passt das doch absolut!

The LocosGleichzeitig spielten auf der Hauptbühne The Locos, die Nachfolgeband von Ska-P. Und die lieferten genau das, was man auch erwartete: mitreißenden Ska-Punk auf Spanisch mit wilder Band und wüsten Verkleidungen. Sehr amüsant, und mit einer Coverversion von Song 2 und einem “Ska-Walzer” konnten sie natürlich noch Extrapunkte sammeln. Das Publikum hatte sichtlich Spaß – im Vergleich zu Talco gestern kam es mir aber so vor, als hätten The Locos weniger Leute vor die Bühne gezogen als Talco.

Die nächste Band auf der Hauptbühne waren zum wiederholten Male die Donots. Ich persönlich finde ihre Konzerte ja sehr wechselhaft – mal liebe ich sie, mal geben sie mir überhaupt nichts. Dieses Konzert war ein klarer Fall von ersterem! Das Gelände war voll, das Publikum wollte feiern, und die Donots mussten nur noch den Anstoß dazu geben; und das taten sie. Wie schon Itchy Poopzkid betonten sie, dass das Taubertal das schönste Festival Deutschlands ist. Und um Publikumsnähe zu beweisen, schickten sie gleich mal einen von ihnen in die Höhle des Löwen. Guido Donot wurde in die Menge geschickt und spielte und sang dort, bis ihm die Pogomeute dann doch zu nahe kam. “Ich glaub, wir haben einen Gitarristen verloren!” Aber nachdem sich das Publikum komplett (und ich MEINE komplett!) hingesetzt hatte, war der Gitarrist wiedergefunden – und so sehr ich Müll-Schmeißereien hasse, es sah schon beeindruckend aus, als alle beim aus der Hocke hochspringen noch Müll in die Luft schmissen. Als das Publikum die von Itchy Poopzkid initiierten “Scheiß Tribüne”-Sprechchöre starteten (mit denen eigentlich der Hang gemeint war), drehten die Donots die Sache um und forderten “Scheiß Bühne”-Sprechchöre. Mal gucken, ob sich das auf Dauer durchsetzen kann…

Bullet for my ValentineDen Co-Head des Abends gaben diesmal Bullet for my Valentine. Ich liebe ihre Musik, live konnten sie mich diesmal aber nicht überzeugen. Es war klar ersichtlich, dass nur ein Teil des Publikums mit ihnen etwas anfangen konnte; dementsprechend war die Stimmung auch nicht allzu überwältigend. Dazu kam ein (vermutlich absichtlich) “schlechter” Sound, bei dem man den Gesang kaum hören, geschweige denn verstehen konnte. Schade! Im Laufe des Konzertes besserte sich die Stimmung im Publikum aber deutlich, und so wurden dann am Ende doch noch Zugaben gefordert – obwohl es lange dauerte und eigentlich erst mit einem White-Stripes-Chor so richtig in Gang kam. Ein irgendwie durchwachsener Auftritt, fand ich; wobei ich aber auch in gewisser Weise vorbelastet bin, da ich zurzeit doch ein wenig schlucken muss, wenn ich “Scream Aim Fire” höre… zuletzt hab ich das nämlich live am Tag nach dem Amoklauf in Norwegen gehört.

Disco EnsembleHätte ich gewusst, dass BfmV überpünktlich (sprich, fünf Minuten zu früh) aufhören, hätte ich mir vorab keine Gedanken machen müssen, ob ich nun das Ende von Bullet oder lieber den Anfang von Disco Ensemble verpassen will. Die Entscheidung fiel natürlich auf “Disco Ensemble muss ich komplett sehen!”, und das passte auch genau. Wie bei Disco Ensemble üblich, ging es im Publikum vom ersten Takt an rund, und zwar so enthusiastisch, dass die Band am Ende des Konzertes komplett geflasht war. Es war zwar offensichtlich, dass nur die Zuschauer vorne Disco Ensemble kannten, aber alle anderen waren innerhalb weniger Stücke zu Fans konvertiert. Da konnten auch die doch sehr… hmm, nennen wir sie “interessanten” Ansagen von Frontmann Miikka nichts dran ändern. “You look really healthy, especially in the back!” – “There are lots of canyons around here; we are surrounded by canyons!” – “After the concert, we’ll drink from the river, and next time there is no river!” Äh ja, kann dem mal jemand das Mikro wegnehmen? Natürlich nur ZWISCHEN den Liedern!

PendulumHeadliner des Abends waren Pendulum, auch wenn es auf dem Papier ähnlich zu Freitag eher so aussah, als wäre der Co-Head der wahre Headliner. Bei Pendulum lauerte eine Überraschung – obwohl kaum jemand die Band zu kennen schien, waren alle (und zwar wirklich ALLE!) innerhalb von Minuten hin und weg. Die Amerikaner zogen das Publikum mit ihrem Elektro-Hardcore-Punk (oder so ähnlich) komplett in den Bann, und egal ob vorne oder hinten, das Publikum war am Tanzen. Mittendrin wurden Bengalos im Publikum gezündet – mag schön anzuschauen sein, ist aber einfach gefährlich. Aber Pendulum riefen ja auch mehr als einmal dazu auf, jetzt das Chaos ausbrechen zu lassen. Das passierte zum Glück nicht, aber jeder einzelne Festivalbesucher konnte bei Pendulum voll und ganz die Sau rauslassen. Und dabei einen Heidenspaß haben, auch ohne Band oder Lieder zu kennen!

JohnossiAuch heute gab es wieder ein Midnight-Special an der kleinen Bühne. Allerdings scheinen Johnossi unbekannter oder uninteressanter zu sein als Blumentopf, denn diesmal war der Weg zur Sounds-for-Nature-Bühne zwar auch beschwerlich, aber man kam immerhin durch. Es war also deutlich weniger los als bei Blumentopf am Vortag – aber die Anwesenden genossen den Auftritt und hatten sichtlich Spaß. Ob das auf Gegenseitigkeit beruht, ist bei Johnossi ja gerne mal ein wenig schwierig zu sagen; als Anzeichen kann man vielleicht sehen, dass die beiden ohne Zugabe die Bühne verließen – was aber auch eigentlich typischer Johnossi-Stil ist.

Auf K.I.Z. im Steinbruch verzichtete ich danach… die hatte ich ja schon beim Serengeti-Festival gesehen, und auch wenn ich mir sicher bin, dass sie in der richtigen Stimmung (und der Steinbruch verspricht eigentlich beste Stimmung) richtig Laune machen können, war das den Weg den Berg hoch nicht wert.

 

“Da ist ein Planschbecken!” – Sonntag, 14. August

Sommer! Sonnenschein!Nachdem die ersten beiden Festivaltage größtenteils trocken und teilweise sogar richtig schön sonnig waren, machte der Sonntag seinem Namen alle Ehre – die Sonne knallte. Wunderbar, so muss Festivalwetter aussehen! Und da die Temperaturen mich verhältnismäßig früh dazu veranlassten, die Nacht für beendet zu erklären, reichte die Zeit sogar noch für den obligatorischen Schneeballen-Kauf-Ausflug in die Stadt. Dabei überlegte ich kurz, ob das nicht noch DIE Marketingidee fürs Festival wäre – ein Schneeballenstand unten im Tal direkt am Festival! Andererseits hat es ja auch Vorteile, wenn man die Kalorien schon auf dem steilen Weg in die Stadt abtrainiert, bevor man die Schneeballen überhaupt erst kauft. 😉

Wie schon die ersten beiden Tage begann auch der Festival-Sonntag mit den Emergenza-Bands, bevor dann auf der Hauptbühne Jupiter Jones an der Reihe waren. Für die erste Band des Tages füllte sich das Gelände recht gut – wenn auch die Verteilung des Publikums wetterbedingt ein wenig ungewöhnlich war: Der Hang war voll, vor der Bühne eine Handvoll Leutchen, und quadratisch angeordnet neben dem Mischpult auch noch ein Pulk (da war nämlich Schatten!). Jupiter Jones spielten ein solides Konzert, wobei ich gestehen muss, dass ich mit ihrer Musik nicht viel anfangen kann. Sie erinnern mich stark an Kettcar, und auch die zünden bei mir leider so gar nicht. Aber es muss ja nicht jeder alles mögen.

OhrbootenDie nächste Band auf der Hauptbühne sagte mir dann umso mehr zu: Die Ohrbooten aus Berlin brachten im wunderschönen Sommerwetter mit ihrem Reggae/Trip Hop die Menge vor der Bühne zum Tanzen und den Hang zum Chillen. Vor der Bühne wurden die Lieder lauthals mitgesungen, aber man musste nichts kennen, um den Auftritt zu genießen. Ich persönlich hatte die Ohrbooten vor einem Monat zum ersten Mal gesehen und erkannte die meisten Lieder wieder – immer ein gutes Zeichen! Am Ende forderte das Publikum lautstark “Autobahn”, und der Sänger antwortete mit einem “So ein Zufall, genau das Lied wollten wir jetzt gerade… oh, es wird dunkel!” Und ganz genau – es hatte sich während des Auftritts ziemlich zugezogen, und pünktlich zum letzten Lied fing es an zu schütten. Und zwar wirklich zu schütten! Dabei soll man bei Festivals doch nicht duschen… 😉 Die Ohrbooten spielten natürlich trotzdem zu Ende, und der Großteil des Publikums hielt tapfer durch – wer nicht schon vorab geflüchtet war, für den war es jetzt sowieso zu spät. Eine Zugabe wurde von den Ohrbooten aber seltsamerweise nicht gefordert…

The Subways im PlanschbeckenDie Emergenza-Teilnehmer taten mir daraufhin extremst leid, denn just zum Zeitpunkt des Wolkenbruchs lief die Siegerehrung. Dementsprechend wird wohl wenig Publikum zur Verkündung und zu den anschließenden Auftritten der Siegerbands vor Ort gewesen sein – sicher sagen kann ich es nicht, da ich mich erst mal auf den Weg zum Auto machte, um die klatschnassen Klamotten gegen trockene zu tauschen. Laut Emergenza-Webseite haben die Norweger Envy gewonnen – da sag ich doch: gratulerer! Ein absolut verdienter Gewinner.

Zum Glück klarte das Wetter nach dem Schauer wieder auf – das Gelände stand natürlich ziemlich unter Wasser, aber mit Gummistiefeln bewaffnet konnte der Festivalabend weitergehen. Eröffnet wurde der Festivalteil “nach der Sintflut” von The Subways. Die Sonne kam wieder raus, aber dennoch war der Wolkenbruch für die Subways sehr schade. Denn dieses Konzert mit einem prall gefüllten Festivalgelände und einem vollbesetzten Hang wäre das Konzert des Festivals geworden – so was es “nur” ein sehr gutes und energievolles Konzert. Das Publikum tanzte in den Pfützen, und ein Zuschauer hatte ein Planschbecken dabei, das später auf der Bühne und dann mitsamt Sänger Billy auf den Armen des Publikums landete.

Die Überbleibsel der SintflutWechsel zur Sounds-for-Nature-Bühne, wo Wirtz auf dem Programm stand. Wirtz ist bislang völlig an mir vorbeigegangen, was sicher auch mit an der Vergangenheit liegt. Dennoch hat mich dieser Auftritt voll und ganz begeistert. Daniel Wirtz kam sehr sympathisch rüber, man hat ihm jede Ansage zu 100% abgenommen, und musikalisch sowie textlich war der Auftritt sowieso top. Allzu viele Zuschauer hatten sich nicht an die kleine Bühne verirrt, aber die Anwesenden machten mit ihrem engagierten Mitsingen und Mit”leben” die Masse absolut wett.

Nun waren die Dropkick Murphys an der Reihe. Die habe ich schon mehrfach bei Festivals gesehen, und wie gewohnt machten sie auch beim Taubertal richtig Stimmung. Wobei man zum Tanzen teilweise schon hart im Nehmen sein musste; denn das Gelände stand nach wie vor unter Wasser. Und ich muss gestehen, ich konnte mich kaum aufs Konzert konzentrieren und daher hier nicht wirklich viel berichten; denn ich stand am Hang. Und der Hang war wirklich… spannend. Vom Regen völlig aufgeweicht war er (wie aus den letzten Jahren gewohnt) eine einzige Rutschbahn, und es war fast unmöglich, nach oben zu kommen. Und jede kleinste Gewichtsverlagerung konnte dazu führen, dass man – für alle anderen ohne jeden ersichtlichen Grund – einfach umfiel. Aber alle nahmen es mit so viel Humor, Leute wurden hochgezogen, angefeuert, festgehalten… wunderbar. Was wäre das Taubertal ohne (unfreiwilliges oder freiwilliges) Schlammrutschen am Hang?

La Vela PuercaEndspurt auf der Sounds-for-Nature-Bühne: Als vorletzte Band dort (den letzten Act, Frank Turner, habe ich leider nicht mehr mitbekommen) waren La Vela Puerca gebucht. Wie gewohnt brachten sie mit ihrem Ska die Masse zum Tanzen! Interessant fand ich, dass sie die Setlist bezogen auf ihren Auftritt beim Mini-Rock letztes Wochenende umgestellt hatten – dort hatte ich noch zu bemängeln, dass das Konzert mit vielen neuen Lieder anfing. Das war diesmal nicht so; nach dem Eröffnungslied bekamen wir gleich “bekannte Kost”. Super! Und dennoch – so ungern ich von Bands fordere, dass nur die alten Kamellen gespielt werden “dürfen” – in der Mitte des Konzerts folgten dann einige unbekannte Stücke, was die Stimmung ein wenig dämpfte. Aber so war es auf jeden Fall besser als beim Mini-Rock. Und überhaupt: Das Publikum tanzte von Anfang bis Ende, die Kritik ist also sowieso nicht wirklich angebracht.

Die Fantastischen VierKlare Headliner des Sonntags waren natürlich Die Fantastischen Vier. Sie haben schon mehrfach beim Taubertal gespielt – dass allerdings Thomas D sich sicher war, dass der Hügel doch auf der anderen Seite wäre, war ein wenig verwunderlich. Zuletzt waren sie 2008 da, da stand die Bühne schon dort, wo sie jetzt auch steht (und auch der Hang hat sich in der Zwischenzeit nicht bewegt ;)). Irgendwie fanden die Fantas es ja “schade, dass es nicht regnet” – das sah das Publikum aber anders. Sonst waren Band und Publikum sich aber voll und ganz darin einig, das Konzert zum perfekten Abschluss für ein tolles Festival werden zu lassen. Zwar waren offenbar schon einige Besucher abgereist, aber die verbliebenen genossen den Auftritt der Fantastischen Vier voll und ganz.

Auch für mich ging es danach nach Hause – völlig übermüdet, schlammig und glücklich bleibt für mich nur zu sagen: Danke Taubertal – bis nächstes Jahr!

12-14.08.2011 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Saturday, August 13th, 2011
12-14.08.2011 – Photos Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

05-06.08.2011 Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)

Sunday, August 7th, 2011
05-06.08.2011 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)
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Die BühneZum siebten Mal in Folge fand dieses Wochenende in Horb wieder das Mini-Rock-Festival statt; und wie letztes Jahr gab es auch diesmal wieder ein neues Gelände. Letztes Jahr betraf der Umzug hauptsächlich die Park- und Campingsituation; das Gelände an sich war zwar deutlich größer, aber von der Anordnung her sehr ähnlich zum “alten” Mini-Rock. Dieses Jahr war dies anders: Zum ersten Mal gab es eine zweite Bühne, der Campingplatz war ein paar Schritte entfernt, und das Gelände war nicht mehr ein großer, übersichtlicher Platz, sondern ein bisschen verwinkelt. Und dann war da noch das Wetter… aber dazu später mehr.

Die Hauptveränderung zu den letzten Jahren war ganz klar die Zeltbühne. Statt nur einer großen Open-Air-Bühne gab es jetzt also noch eine zweite Bühne im Zelt, die immer in den Pausen der großen Bühne bespielt wurde. So etwas ist natürlich logistisch eine ziemliche Herausforderung – der komplette organisatorische Aufwand verdoppelt sich, was aber souverän gemeistert wurde. Auch sonst passte mit der zweiten Bühne eigentlich alles: Der Wechsel von der Hauptbühne zur Zeltbühne war in wenigen Minuten zu schaffen, das Zelt war nie total überfüllt (auch wenn es teilweise sehr gut gefüllt war), und manche Bands funktionieren im “intimeren” Rahmen einfach deutlich besser als auf einer riesigen Open-Air-Bühne.

Die ZeltbühneWar also alles super mit den zwei Bühnen? Hmm, ich weiß nicht. Eigentlich ja; ganz unvoreingenommen würde ich klar beide Daumen nach oben recken! Die Frage, die sich mir allerdings mehrfach stellte, war: Ist das noch das Mini-Rock? Ich kann den Finger nicht so ganz drauflegen, was mich an der zweiten Bühne “gestört” hat (wichtig: Die Anführungszeichen sind beabsichtigt. Denn eigentlich fand ich’s toll und mich hat nichts gestört). Für mich ist das Mini-Rock ein kleines, gemütliches und entspanntes Festival. Ein viereckiges, übersichtliches Festivalgelände, an einer Seite eine Bühne; in den Pausen setzt man sich irgendwohin hin und relaxt; bei der nächsten Band steht man wieder an der Bühne, egal ob man sie kennt oder nicht, man lernt sie ja kennen. Diesmal gab es durchgehendes Programm, ohne Pausen, sodass man – um alle Bands mitzubekommen – ständig von einer Bühne zur anderen gehetzt ist und nur dann mal eine Pause hatte, wenn man eine Band gar nicht oder nur halb angesehen hat. Das Gelände war für die beiden Bühnen ideal – die Hauptbühne an einer Seite, über einen schmaleren Durchgang der Zugang zum Zelt und die Basar-Stände in einer kleinen Ausbuchtung an der Seite. Perfekt eigentlich. Nur irgendwie nicht “Mini-Rock”; und genau das ist es, was mich ein kleines bisschen zum Zweifeln brachte. Das Gelände ist super und sehr praktisch angelegt, es gibt durchgehend Musik und man kann sich die Rosinen rauspicken – absolut super für ein Festival. Nur das Flair des Mini-Rock ist dabei ein bisschen verlorengegangen, und für mich wirkte es wie ein x-beliebiges Festival. Das fand ich schade; aber es ist definitiv kein objektiver Kritikpunkt. Es ist nur “anders” – und objektiv betrachtet besser! Subjektiv sollte ich wohl den Nostalgie-Faktor abschalten. =;-)

 

“Da muss mehr Hass rein!” – Freitag, 5. August

ZebraheadLeider schafften wir es am Freitag erst recht spät aufs Gelände. Kraftklub standen schon auf der Zeltbühne und begeisterten dort das Publikum. Das Zelt war für die Uhrzeit auch recht gut gefüllt – wobei Kraftklub noch deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt hätten! Die, die da waren, feierten jedoch ausgelassen, und es wurde lauthals mitgegrölt. Und natürlich auch gleich mal wieder geübt, wie das mit der Wall of Death ging. Super Auftakt!

Auf der Hauptbühne waren danach Zebrahead dran. Auch die zogen für die Uhrzeit eine beträchtliche Menge an Zuschauern vor die Bühne, und auch hier galt wieder: völlig zu Recht! Die fünf Jungs aus Kalifornien hatten die Menge fest im Griff. Schade nur, dass das Wetter nicht so ganz mitspielte und immer wieder ein paar Tropfen fielen… was Grund zur Sorge gab.

Publikum bei Disco EnsembleIm Zelt danach eine mir völlig unbekannte Band namens Transmitter. Auf den ersten Blick eher unspektakulär – sehr elektronisch, der Frontmann irgendwie unauffällig, und los war im Zelt auch so überhaupt gar nichts. In dem Moment fragte ich mich ein wenig, ob das mit den zwei Bühnen eine gute Idee war – denn traditionell war es beim Mini-Rock ja immer so, dass vor der Bühne außer beim Headliner nicht allzu viel los war, und jetzt sollte sich das also noch auf zwei Bühnen verteilen? Und Transmitter hätten echt ein größeres Publikum verdient gehabt, die setzten nämlich einiges an Energie frei. Mich erinnerten sie stark an Prodigy. Und der Gedanke, für den ich mich später verfluchen sollte: “Jetzt müsste es einen ordentlichen Regenguss geben, damit das Zelt voll wird und die ein ordentliches Publikum haben!”

Nass...Tja. Den Regenguss gab es. Das Zelt wurde davon nicht voller (keine Ahnung, wohin alle verschwunden sind?), aber das Gelände stand danach komplett unter Wasser… Ich hab ja schon viel Dauerregen auf Festivals erlebt, ich habe mich auch schon oft über mangelnde oder auch gute Organisation bei verregneten Festivals ausgelassen, aber hier war einfach nichts mehr drin. Innerhalb von zwanzig Minuten ist das Festival abgesoffen – und egal, was man danach hätte tun können (und das Orgateam leistete da alles, was irgendwie möglich war), da war nicht mehr viel zu retten, da das Gelände einfach komplett voll Wasser stand.

Die blödeste Entscheidung des Tages dann: Hey, der Regenguss ist rum, ich lauf mal schnell ans Auto und hol doch noch meine Gummistiefel! Also, das mit den Gummistiefeln war definitiv KEINE blöde Idee, aber das “der Regenguss ist rum” dafür umso mehr. Ums kurz zu machen: Bis zum Auto war ich schon völlig durchnässt, und die frische, trockene Regenausstattung aus dem Auto war zurück auf dem Festivalgelände dann auch nicht mehr frisch oder trocken.

Prinz PiShantel & Bucovina Club Orkestar war danach aber eine ganz eigene Erfahrung. Es goss wie aus Kübeln, alle waren nass bis auf die Haut, und logischerweise war die Menge vor der Bühne doch recht überschaubar. Aber alle, die da waren, tanzten und feierten, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Musik passte dazu natürlich auch perfekt, denn bei dem Klezmer/Gypsy/Ska kann man nicht stillstehen. Und nass war man ja eh, da störte auch das Wasser (ja, Wasser, nicht Schlamm!) auf dem Boden kaum mehr.

Langsam ließ der Regen nach, und die nächste Band war ja eh wieder im Zelt dran: Supershirt! Das Zelt war gerammelt voll, und beim Reinkommen fühlte man sich, als liefe man gegen eine Wand, so feucht und warm war es. Und ich würde behaupten, das war DAS Konzert des Festivals! Egal, ob man die Jungs vorher kannte oder nicht, die Stimmung war der helle Wahnsinn, das Publikum war heiß, von der Bühne flogen die Leuchtstäbe, im Zelt floss der Alkohol, es war eng, heiß, schwitzig – und toll. Außerdem gaben Supershirt zu, dass sie den Regen mitgebracht hatten: “Diese große schwarze Regenwolke war den ganzen Weg über uns. Buht uns aus!” Das tat das Publikum natürlich gerne, aber viel zu brav. “Da muss mehr Hass rein!!”

Friska ViljorOffenbar hatte sich die komplette Feuchtigkeit jetzt ins Zelt verlagert, denn draußen hatte der Regen pünktlich zum Auftritt von Friska Viljor aufgehört. Ich muss gestehen, mit denen kann ich nichts anfangen – obwohl ich ja grundsätzlich riesiger Fan skandinavischer Bands bin, aber die haben bei mir (noch?) nicht gezündet. Dennoch war ich positiv überrascht, da sie deutlich energievoller und enthusiastischer rüberkamen als bei anderen Auftritten, die ich gesehen habe.

Ich nutzte die Zeit, um noch mal zum Auto zu laufen und meine Kamera zu holen (die ich dort vor der Sintflut in Sicherheit gebracht hatte). Das hätte ich mir allerdings sparen können – denn als Prinz Pi auf die Zeltbühne ging, betrug die Luftfeuchtigkeit dort mindestens 100%, und an Fotografieren war nicht zu denken. Wie Supershirt kam auch Prinz Pi super gut an, wobei es allerdings erkennbar war, dass sich das Zelt mit der Zeit leerte. Ein absoluter Wahnsinn aber, wie sowohl Prinz Pi als auch das Publikum die Energie aufbringen konnten, so abzugehen. Und das Ganze quasi ohne Sauerstoff und bei tropischen Verhältnissen!

AmplifierDen Abschluss des Tages bildeten dann Amplifier. Die machten einen tollen Eindruck, ich hätte sie mir gerne noch angehört – aber durchnässt wie wir waren wäre das nicht gut gewesen, sodass wir uns nach ein paar Liedern auf den Weg machten. Wie auch der Großteil des restlichen Publikums; Amplifier hatten wohl den schlechtesten Slot des Abends erwischt.


 

“Ein Glück ist es jetzt hier trocken!” – Samstag, 6. August

SchlammAm nächsten Mittag die große Frage: Wie wird wohl heute das Festivalgelände aussehen? In den letzten Jahren war ich begeistert von der tollen Organisation beim Mini-Rock, aber… ist es diesmal überhaupt möglich, das Gelände nach der Sintflut innerhalb von ein paar Stunden irgendwie wieder instand zu setzen? Die Antwort: nein, war es nicht. Die Organisatoren hatten ihr Möglichstes getan; der Einlassbereich und die Flächen vor den Ständen waren komplett mit Stroh abgedeckt, was die Rutschgefahr doch deutlich minimierte (nicht allerdings die Nässe – man trat nun halt durch das Stroh hindurch in den Matsch), und die wichtigsten Wege, insbesondere der Zugang zum Zelt, waren durch Bretter und Paletten begehbar gemacht. Das Wasser hatte sich aber in schönsten Matsch verwandelt, und ohne Gummistiefel war man definitiv aufgeschmissen. Was viele Nicht-Gummistiefel-Besitzer dazu brachte, einfach barfuß zu laufen – was anhand des warmen Wetters die beste Alternative war!

Während des Tages öffneten sich immer wieder die Schleusen, und es gab noch zwei heftige Wolkenbrüche, sodass es definitiv unmöglich war, das Gelände irgendwie trockenzulegen. Aber das schien kaum jemanden zu stören – nach den ersten paar Schritten war man sowieso eingeschlammt, also war die einzige Option: trotzdem feiern!

Die SupersiegerWir waren schon zu Cirque Royal auf dem Gelände, die uns allerdings nicht überzeugen konnten. Absoluter 08/15-Poprock, nichts Besonderes.

Die Supersieger auf der Open-Air-Bühne waren da schon eher mitreißend. Die beiden Münchner konnten zwar nicht viele Leute vor die Bühne ziehen, aber die, die da waren, hatten Spaß und tanzten im Schlamm. Zumindest ein bisschen…

Ein Wolkenbruch ließ uns dann ins Pressezelt flüchten, sodass wir von On top of the avalanche nur zwei Songs gegen Ende mitbekamen. Die Lokalmatadoren klangen vielversprechend, allerdings erwischten wir zwei Songs, die gegensätzlicher nicht sein könnten, sodass ich nicht mal eine Stil-Einschätzung geben kann, sorry. =;-)

SchlammmenschenLa Vela Puerca waren für mich einer der Gründe, zum Festival zu fahren. Die Uruguayaner machen einfach immer Stimmung – völlig egal wo, wann, und bei welchem Wetter. Leider hatten sie zu Beginn des Konzertes mit schlechtem Sound zu kämpfen und begannen mit einigen unbekannten Liedern, sodass es ein wenig dauerte, bis der Funken übersprang. Aber er sprang, und wie! Wenn sich der Auftritt auch mit der Zeit eher zur “Nebensache” entwickelte – denn das Mosh-Pit wurde im Nullkommanix zum Schlammpit, und das Schlammpit weitete sich auf die komplette Fläche vor der Bühne aus. Und irgendwann bekamen die Schlammrutscher mehr Applaus von den Umstehenden als die Band auf der Bühne… ungewöhnlich. Aber eine Band wie La Vela Puerca lässt sich davon nicht beirren, und das Konzert war wundervoll!

Publikum bei CasperNach Adolar im Zelt, die soliden Rock auf Deutsch darboten, war es auf der großen Bühne Zeit für den insgeheimen Headliner des Tages: Casper! Die Publikumsresonanz war unglaublich; Casper konnte ganz klar die größte Menge an Zuschauern vor die Bühne locken. Und das, obwohl der Untergrund ein reines Schlammbad war! Die Stimmung war genial, und man konnte den Auftritt auch genießen, wenn man wie ich eher skeptisch am Rand stand. Wobei einige Ansagen doch etwas daneben waren – Sätze wie “Ein Glück ist es jetzt hier trocken” zeugen doch eher davon, dass man keinen Schritt nach draußen gewagt hat (denn diese Schlammlache als “trocken” zu bezeichnen… na ja), und es ist nicht gerade guter Stil, die zuvor spielende Band zu dissen à la “diese komische Ska-Band” und “Ska: nein! Rap: fick ja!” Na ja, ich bin wohl die falsche Generation. Und fand den Auftritt trotzdem klasse!

Dann war es Zeit für eine kurze Pause – der Nachteil bei einem ununterbrochenen Programm. Zu Colour Haze kann ich also nichts berichten. Bei Blackmail war ich wieder am Start! Tolle Rockmusik, allerdings muss man vermutlich die Lieder kennen, um die Band richtig abfeiern zu können. Einzelne Zuschauer vor der Bühne waren begeistert am Mitsingen; insgesamt konnte die Band zwar unterhalten, aber nicht vollends begeistern.

Disco EnsembleBei Disco Ensemble sah das dann ganz anders aus! Ich war überrascht, dass das Zelt nicht gerammelt voll war, da Disco Ensemble für mich eine der größten Bands des Festivals waren. Und so sahen es auch die Leute vor der Bühne – weiter hinten schienen die Zuschauer es ein wenig gelassener aufzufassen. Nichtsdestotrotz kochte das Zelt, und die vier Finnen lieferten eine gewohnt energievolle Show ab. Die Setlist (die mir zufällig vor die Kameralinse lief =;-)): Pitch black cloud, Drop dead Casanova, Threat letter typewriter, Semi-eternal flame/Undo, Bad luck charm, Black Euro, Protector, So cold, We might fall apart, White flag, Headphones, Zugaben Bay of Biscay und Stun Gun.

Hot Water Music zogen dann wieder viele Zuschauer vor die Open-Air-Bühne. Die Band hat ja einen gehörigen Kult-Faktor, der mir allerdings bislang verborgen blieb. Zünden konnten sie bei mir nicht, aber das Publikum hatte Spaß.

Als letzte Band im Zelt dann eine gewisse Kuriosität: Long Distance Calling aus Münster. Die fünf Musiker kommen nämlich ohne Sänger aus, spielen also reine Instrumentalmusik! Das ist auf jeden Fall “eigen” – wenn auch in meinen Augen nicht wirklich mitreißend.

Monsters of LiedermachingIch entschied mich also doch fürs Parallelprogramm, nämlich den Soundcheck der Monsters of Liedermaching an der Hauptbühne! Ja, bei denen gehört auch der Soundcheck schon zum Programm… wobei das echte Konzert natürlich noch um einiges besser ist. Wie auch Amplifier hatten die Monsters allerdings mit dem Fluch des “Midnight specials” zu kämpfen, denn viele Zuschauer hatten sich schon in ihre Schlafsäcke verabschiedet. Und die verbleibende Zuschauermenge wurde auch immer geringer, je mehr der Regen zunahm… völlig verständlich. Weniger verständlich war dafür, dass das Publikum im Laufe des Auftritts immer lauter wurde. Genial! Wie immer: Die Monsters sind einfach die Besten! Und der Regen störte kaum, es wurde halt trotzdem gefeiert. Immerhin waren wir so nicht nur das beste Publikum, sondern auch das sauberste! Und Fred und Totte ließen es sich nicht nehmen, mit uns mitzuleiden, und setzten sich an die Bühnenkante in den strömenden Regen… (wo natürlich nicht nur der Regen landete, sondern auch das gesamte Wasser vom Bühnendach – GANZ so schlimm war’s also im Publikum gar nicht *g*)

SchlammIn jedem Fall war das ein wunderbarer und perfekter Abschluss fürs Mini-Rock 2011! Es war nass, es war schlammig, es war eklig – aber die Musik hat begeistert, die Organisation hat gestimmt, und auch wenn das Mini-Rock für mich diesmal irgendwie nicht mehr typisch Mini-Rock war, so ist es meilenweit davon entfernt, ein anonymes 08/15-Festival zu werden, sondern es ist einfach was ganz Besonderes, was hoffentlich noch lange in dieser Form stattfinden wird!

05-06.08.2011 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)

Sunday, August 7th, 2011
05-06.08.2011 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)

12.-14.08.2011 Taubertal-Festival (Rothenburg o.d. Tauber)

Monday, July 11th, 2011
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TTF2011
Jedes Jahr Mitte August wird Rothenburg o.d. Tauber, ein malerisches historisches Städtchen voller fotografierender Japaner, von einer Horde Festivalbesucher heimgesucht. Obwohl, heimgesucht ist das falsche Wort, denn es klingt so negativ. Und die Festivalbesucher fallen in der Stadt definitiv nicht negativ auf! (Unter den ganzen fotografierenden Japanern, die es an diesem Wochenende natürlich genauso gibt wie immer.) Und ich für meinen Teil kann sagen, dass ich noch keine Festivalstadt so gut kennengelernt habe wie Rothenburg, denn – obwohl es zu Fuß ein ziemlicher Gewaltmarsch in die Stadt ist und die Shuttlebusse gerne mal andersrum fahren als erwartet, sodass man ein wenig länger unterwegs ist als geplant – es lohnt sich doch immer, einen Abstecher in die Stadt zu machen. Sei es zum Sightseeing oder nur, um sich mit Rothenburger Schneeballen einzudecken.

Danach geht es dann aber schnell zurück zur Eiswiese, denn schließlich ist das Festival der eigentliche Höhepunkt! Das Festivalgelände liegt wunderschön mitten im Taubertal, zu beiden Seiten von Hügeln eingeschlossen. Das Gelände selbst ist an der Kapazitätsgrenze, das Festival daher schon seit Jahren immer ausverkauft, aber man empfindet es nicht als überfüllt. Dazu trägt sicherlich der Hang bei, von dem man immer eine tolle Sicht auf die Bühne hat – egal ob nachmittags im Sitzen (beim “Chillen” quasi) oder abends beim Headliner. Nur bei anhaltendem Regen wird der Hang gerne mal zur Rutschbahn – was man aber auch positiv sehen kann und sich begeistert in den Schlamm stürzen!

Denn ganz klar: Egal welches Wetter, Taubertal macht Spaß. Natürlich, drei Tage Dauerregen können an den Nerven zehren – aber das ist ja die Ausnahme. Matsch ist schon eher die Regel, einfach weil das Gelände nunmal ist, wie es ist. Aber im Gegensatz zu anderen Festivals (wie z.B. dem Southside), wo die Veranstalter die Schultern zucken und die Besucher allein gegen den Schlamm ankämpfen lassen, ist beim Taubertal eigentlich immer alles unter Kontrolle. Gummistiefel schaden natürlich trotzdem nicht. 😉

Einziger Kritikpunkt ist vielleicht der allabendliche, erzwungene Marsch zum Campingplatz Berg und zum Parkplatz. Zwei Kilometer steil bergauf, mitten in der Nacht, teilweise im Stockfinstern – nicht jedermanns Sache. Aber: Zusammen mit den anderen Festivalbesuchern. In einer wunderbaren, begeisterten Stimmung. Nach einem tollen Konzert. Und erst mal nur den halben Weg, denn unterwegs liegt ja noch der Steinbruch und damit das Nachtprogramm des Festivals. Nein, das ist kein Negativpunkt. Sondern Teil des Taubertal-Festivals, ohne wäre das Taubertal nicht das Taubertal.

Und dann wäre da noch das Wichtigste: Die Musik! Ich weiß nicht, wie die Booker das hinkriegen… jedes Jahr denke ich, das Programm ist perfekt und es sind SOO viele wunderbare Bands da, das können sie nicht wiederholen. Und im nächsten Jahr setzt das Taubertal noch einen drauf und bietet mal wieder das beste Festivalprogramm des Sommers. Jeweils zusammen mit dem Open Flair, versteht sich; die beiden Festivals sind zwar keine “offiziellen” Schwesterfestivals, aber das Line-Up ist immer fast identisch – was sich ja auch anbietet. Und keine Frage, auch das Open Flair ist ein tolles Festival, mit einem schönen Gelände, quasi mitten in der Stadt gelegen. Und dennoch: Das Flair vom Taubertal schlägt das Flair vom Flair. Man könnte fast sagen, das Taubertal ist das Original und das Flair ist die Kopie… eine gute Kopie, aber eine Kopie kommt eben nie ans Original ran.

Meine persönlichen Band-Highlights dieses Jahr sind Bullet for my Valentine, Disco Ensemble, La Vela Puerca und die Monsters of Liedermaching – aber Namen wie Die Fantastischen Vier, Iggy & the Stooges, NOFX, Dropkick Murphys, Pendulum, Donots, Itchy Poopzkid und Johnossi können definitiv nicht unerwähnt bleiben. Wie schon geschrieben – das Programm ist jedes Jahr erstklassig! Das komplette Line-Up gibt es hier, und alle weiteren Infos auf 2011.taubertal-festival.de. Das Dreitagesticket inklusive Camping kostet 87,50 Euro – und wie üblich steht das Festival kurz vor dem Ausverkauft-Status. Wer noch hinwill, sollte sich also sputen.

Zu den Neuerungen dieses Jahr zählt das FLEXotel; ein mobiles Containerhotel direkt auf dem Festivalgelände. Klingt definitiv spannend, und für nicht mal 40 Euro pro Person und Nacht auch einigermaßen erschwinglich. Alternativ kann man natürlich auch in der Stadt übernachten (die Shuttlebusse Richtung Stadt fahren bis nach Konzertende) – oder festivaltypisch auf dem Campingplatz, der auch bei tagelangem Dauerregen noch in besserem Zustand ist als z.B. beim Southside. So verpasst man dann auch nicht die Erfahrung der kollektiven Nachtwanderung bergauf, die zum Taubertal einfach dazugehört.

24.07.2010 Das Fest (Karlsruhe)

Sunday, July 25th, 2010
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So, und gleich das nächste Bela-Konzert! Das Fest in Karlsruhe ist mir vom letzten Mal nicht sehr positiv in Erinnerung geblieben (wobei, der Bericht ist ja eigentlich total positiv?!), einfach weil es furchtbar groß und voll und unpraktisch war, insbesondere an der Hauptbühne. Aber dort wurde das Konzept ja umgestellt, so dass man nur mit Ticket reinkommt, womit vermieden wird, dass sich zu viele Zuschauer auf dem Gelände befinden.

Leer war es aber trotzdem beim besten Willen nicht. Ich fühlte mich von Anfang an ziemlich “überrannt” – was allerdings nicht nur an den vielen Leuten lag, sondern auch daran, dass ich gleichzeitig mit verschiedenen Leuten per Handy kommunizieren musste, nicht wusste wohin und außerdem noch ein Ticket besorgen musste, da meines noch unterwegs war… Alles hochkompliziert also. 😉

Mit Glück kam ich dann aber noch gerade so in den Wellenbrecherbereich rein, und das hieß: perfekte Sicht zur Bühne und kein Gedrängel, yeah! So konnte ich das Bela-Konzert wieder schön genießen. Also, nachdem ich mich von meinem Lachanfall erholt hatte, denn die Helmstedts kamen diesmal in Hemden mit Beschriftung auf die Bühne: Gitarre, Bass, Drums, Babe (= Paule) und – Boss. *rofl* Hach, wie cool! Es ging dann auch amüsant weiter, allerdings wurde weniger gequatscht als in Tuttlingen. Wir mussten uns wieder im Kreis drehen, wir mussten den Zeigefinger (mit dem wir doch ALLE an der Ampel in der Nase popeln) genauer untersuchen und später küssen, es gab wieder Bananen (diesmal während “Als wir unsterblich waren” – Olsen schaffte seine Banane nicht ganz, und auch Danny wurde zum Verlierer erklärt, obwohl er meiner Meinung nach die perfekte Idee hatte: er aß seine Banane einfach in aller Ruhe am Ende des Liedes, als noch das Sample lief), und natürlich wurde ein wenig gegen Jan Delay gestichelt (und das “Heute scheint die Sonne, nimm das, Jan Delay!” fand ich mit dem Gedanken ans Sonnenrot ja sehr amüsant *g*). Statt Cheap Trick gab’s diesmal “Money changes everything” – hmm, schade, ich mag Cheap Trick lieber. Dafür liebe ich allerdings, was ich gestern vergessen habe zu berichten, das neue, rockige Traumfrau-Intro und den neuen Spring-Teil am Ende von “Gitarre runter”.

Und schon war der Graf fertig… *seufz* Die Editors sparten wir uns, besorgten was zu essen und gammelten rum, bis wir uns dann zu den Monsters of Liedermaching wieder vor die Bühne begaben. Schon der Soundcheck war zum Schreien komisch, und danach ging es genau so weiter. Das Publikum war laut und enthusiastisch (und zu allem willig und bereit!), die Monsters waren völlig geflasht von den vielen Leuten (und ja, das Gelände ist mit dem Hügel einfach wunderbar und eindrucksvoll). Konnte man am Anfang noch ein klitzekleines bisschen vermuten, dass die Monsters ordentlich AngstRespekt vor dem riesigen Publikum hatten, wurde das immer unwichtiger, denn schließlich machten alle mit. Ob mit den Armen wedeln, Schwingtüren nachahmen oder hinsetzen – völlig egal, wurde alles abgefeiert. Der absolute Wahnsinn, und ein würdiger Abschluss fürs Fest!

22.04.2010 Monsters of Liedermaching (Röhre, Stuttgart)

Friday, April 23rd, 2010
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“Die Monsters of Liedermaching sind echt lustig, wenn man sie zum ersten Mal sieht. Das reicht dann aber auch, dann kennt man die Lieder ja schon.” Das denke ich jedes Mal, wenn mal wieder ein Monsters-Konzert ansteht – und natürlich beschließe ich dann auch, diesmal nicht hinzugehen, denn ich hab sie ja schon gesehen… und natürlich geh ich trotzdem jedes Mal wieder hin. Zum Glück!

Beim Konzert erwarte ich dann, dass ich die vier, fünf Stücke, die ich von ihnen kenne, zu hören bekomme und sonst haufenweise Lieder, die ich nicht kenne, nicht mitsingen kann und die zwar lustig sind, wo ich mich aber irgendwo “außenvor” fühle. *grmbl*
Und was krieg ich? Drei Stunden pures Entertainment, zum Schreien komisch. Aus irgendeinem, mir selbst nicht nachvollziehbaren Grund kenne ich immer fast alle Lieder – und die, die ich nicht kenne, kann ich ab der Hälfte auch mitsingen. Ein paar Neuentdeckungen sind auch immer wieder dabei. Und ganz viele Wiederentdeckungen!
Und irgendwann kurz vor Ende dann die Erkenntnis: Die spielen bestimmt auch noch “Frösche weinen nie”! =:-)

Ja, ich weiß, man soll eine Band nicht auf ein Lied reduzieren. Tu ich auch nicht. Ist ja auch nicht von ihnen. Und nein, ich warte auch nicht den ganzen Abend darauf. Aber das war halt unser gottverdammtes Abi-Lied, da darf man doch wohl sentimental werden, oder?

Zumal es ja vorher und nachher mit allem möglichen höchst-amüsanten Mist wieder ausgeglichen wird. *g* Verdammt, die sind geil. Nächstes Mal spar ich mir den “brauch ich nicht, kenn ich schon”-Umweg. =:-)