Yakuzi

03-04.08.2012 Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)

Saturday, August 4th, 2012
03.08.2012 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)
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Mini-Rock-FestivalDas erste Wochenende im August – seit einigen Jahren fest reserviert für das Mini-Rock-Festival in Horb! Bisher habe ich es an drei unterschiedlichen Orten erlebt: der erste winzig, ziemlich improvisiert (Parken? Na, irgendwo an der Straße halt!), aber eine tolle Atmosphäre. Der zweite deutlich größer, Parken jwd mit Shuttle-Bus, dafür das Gelände deutlich größer, aber eigentlich genau wie das “alte” Gelände, schön übersichtlich; und auch hier wieder “professionelle Improvisation” und eine tolle Stimmung. Das dritte Gelände, erstmals mit zwei Bühnen, auch recht groß aber ziemlich verwinkelt, ist im letzten Jahr komplett “abgesoffen” und hat sich in ein Schlammbad verwandelt. Und dennoch: die Stimmung war super, die Orga rettete, was zu retten war, und die Zuschauer zuckten mit den Schultern, seufzten einmal tief und warfen sich dann halt in den Schlamm. 😉

Der Blick auf den Wetterbericht dieses Jahr sagte: Hmm. Kann gutgehen, kann auch schiefgehen. Auf jeden Fall sollte es sommerlich werden – und die Gewitterregen hatten wir ja letztes Jahr alle, die können diesmal doch auch an Horb vorbeiziehen, oder? Mini-Rock-FestivalUnd der Wettergott hatte diesmal ein Einsehen: Es blieb bis auf einen kurzen Guss direkt nach dem letzten Headliner trocken, war wunderbar warm und sonnig, aber nicht zu heiß – perfektes Festivalwetter! Und selbst wenn es geregnet hätte – die Organisatoren hatten volle Arbeit geleistet: Der komplette Boden vor der Hauptbühne und dem Zelteingang war mit Platten ausgelegt, sodass da nichts verschlammen kontte. Und auch die Zeltbühne bzw. das komplette Zelt hatte einen Holzfußboden bekommen.

Sonst hatte sich vom Aufbau her kaum etwas verändert – einige andere Stände und Sponsoren natürlich, die Ausfahrt führte nicht mehr am Haupteingang vorbei sondern auf Feldwegen durch die Pampa, und das Pressezelt war einfacher zu finden. 😉 Die Atmosphäre war auf jeden Fall immer noch “typisch Mini-Rock” – man kommt hin, fühlt sich wohl, und selbst wenn man kaum eine Band kennt, kriegt man ein wunderbar unterhaltsames Musikprogramm.

Mini-Rock-FestivalAuf der Hinfahrt überlegte ich, welche Band denn noch mal an welchem Tag spielte – für mich persönlich war das Line-Up in diesem Jahr vorab ein wenig “durchwachsen”, da es wenige echte Highlights enthielt. Kraftklub und Itchy Poopzkid sind natürlich klasse, die sieht man aber auch bei anderen Festivals. Yakuzi sind immer gut, und auf Wirtz freute ich mich auch sehr. Vom restlichen Line-Up kannte ich natürlich einige Namen, aber das waren alles keine Bands, auf die ich besonders “hingefiebert” hätte. Was aber auch nicht schlimm war – gerade beim Mini-Rock habe ich schon so viele neue Bands entdeckt, die ich mir sonst nie angehört hätte, die aber durch tolle Konzerte voll und ganz überzeugt haben. Daher war ich auch absolut nicht abgeschreckt, als ich unterwegs zum Ergebnis kam, dass außer Yakuzi alle meiner “Wunsch-Bands” erst am zweiten Tag dran waren. Also fing alles ganz entspannt mit viel neuer Musik an!

“Ist ja mehr so ein Hip-Hop-Festival hier, oder?” – Freitag, 3. August

Mini-Rock-FestivalNachdem ich TOS leider nur aus der Ferne beim Schlangestehen gehört habe (was schade war, denn das klang sehr vielversprechend, und die fünf Minuten, die ich dann noch zu sehen bekam, ließen vermuten, dass die Jungs ein tolles Konzert abgeliefert haben – keine Frage, wenn sie sich schon mit Glitzergirlanden-Kanonen verabschieden), waren Heißkalt im Zelt mein Festivalauftakt. Und zwar ein sehr vielversprechender Auftakt! Die “Lokalmatadoren” aus Stuttgart erinnerten mich stimmlich ein bisschen an Wirtz, kamen aber noch deutlich punkiger daher. Im Zelt ging es für die frühe Uhrzeit sehr turbulent zu – schon gleich zu Beginn landete ein Crowdsurfer im Graben, und die Band hatte offenbar ihre Fans für die vorderen Reihen mitgebracht. Eindrucksvoll, aber auch voll verdient, denn hier passten die Texte, die Musik und die Show – ob das nun ein trommelnder Bassist war, ein Gitarrist, der Jimi-Hendrix-like die Saiten mit der Zunge zupft oder die Aufforderung zur Wall of Death; es gab auf jeden Fall nicht nur einiges zu hören, sondern auch zu sehen. Der perfekte Einstieg!

Mini-Rock-FestivalAuf der Hauptbühne waren danach Kellermensch dran. Sagte mir gar nichts – umso überraschter war ich, als auf der Bühne dann ein Kontrabass und eine Orgel stand und angekündigt wurde, dass die Herren aus Dänemark kommen. Da stiegen die Erwartungen doch um einiges! Allerdings leider ein bisschen zu hoch … Kellermensch lieferten eine extravagante Show ab; zusätzlich zum Kontrabass gab’s auch noch eine Geige, der Organist begab sich mittendrin Screamo-mäßig ans Mikro, und sie versuchten sich an einer Art “melancholischem Metall”. Aber es zündete nicht. Vor der Bühne herrschte gähnende Leere, der Frontmann wirkte äußerst angespannt, und Interaktion mit dem Publikum gab es quasi nicht. Schade – da wäre viel mehr Potential dringewesen; allerdings passte vermutlich auch das Publikum nicht. Mal abgesehen davon, dass der Großteil des Publikums zu dem Zeitpunkt wohl auf dem Campingplatz weilte. 😉

Mini-Rock-FestivalAuch danach zeigte sich, dass die Hauptbühne am Nachmittag nicht unbedingt der bessere Auftrittsplatz ist. Im Zelt ging es nämlich mit Keule weiter, und die wurden umjubelt und abgefeiert wie sonst was. Sehr eindrucksvoll! Ich hatte die beiden bisher gar nicht auf dem Schirm, aber das war Comedy pur. Claus an der Gitarre, Sera am Gesang und “Banjo” (was allerdings gar nicht abgenommen wurde *g*), der Rest kam vom Band. Die deutschen Texte waren sehr unterhaltsam, perfekt für Festivals – insbesondere, da es natürlich bei jedem Lied bestimmte Interaktionen und “Choreos” gab, die das Publikum begeistert umsetzte. Richtig klasse, und mal wieder eine tolle Neuentdeckung! Und wie sagte Sera so schön: “Ich freue mich, dass wir uns jetzt kennenlernen. Jetzt sind wir noch nicht so berühmt, nicht so abgehoben, wie in ein paar Jahren.” Na, da sind wir doch gespannt!

Mini-Rock-FestivalDamit waren wir dann aber an dem Zeitpunkt, wo sich das Gewicht zwischen Haupt- und Zeltbühne wieder verlagerte, denn jetzt ging der Hip-Hop-Teil des “Hip-Hop-Tages” los. Und zwar mit Rockstah auf der Hauptbühne! Ich bin kein großer Hip-Hop-Fan, daher kann ich nicht mit Hintergrundwissen aufwarten. Rockstah bezeichnete sich jedenfalls als “Nerd-Rapper” und kam auch so rüber – was absolut nicht negativ zu verstehen ist! Die Texte waren durchdacht und amüsant, die Mucke kam zwar großenteils von DJs, war aber richtig gut, und die zahlreichen Fans vor der Bühne feierten. “Und noch mal die Hip-Hop-Arme, als wär’s das Splash!” – so schnell wurde das Mini-Rock zum Mini-Hip-Hop! Und wieder nicht negativ gemeint – genau diese Mischung macht das Mini-Rock zu einem solch tollen Festival. Und wie Casper letztes Jahr konnte sicher auch Rockstah dieses Jahr den einen oder anderen Rocker überzeugen, dass Hip-Hop eigentlich doch eine ganze Menge Spaß machen kann.

Mini-Rock-FestivalIm Zelt hatten danach Findus die schwere Aufgabe, Turbostaat zu ersetzen, die kurzfristig abgesagt hatten – und zwar schon zum zweiten Mal. Nächstes Jahr müssen sie dann wohl mal als Ersatz für eine ausfallende Band einspringen. 😉 Und “schwere Aufgabe” ist in diesem Fall voll und ganz ernst gemeint. Kaum jemand kannte die Band, kaum jemand interessierte sich für sie, und diejenigen, die im Zelt waren, wollten vermutlich größtenteils nur mal gucken, was da denn als Ersatz gebucht wurde. Um es kurz zu machen: Ich fand’s toll! Meine Genre-Klassifizierung war “Neue deutsche Welle meets Punk”, das Ganze auf Deutsch (aber leider schlecht zu verstehen aufgrund des Sounds). Die fünf Hamburger lieferten trotz des recht spärlichen Publikums eine tolle und energievolle Show ab – was die Anwesenden im Publikum auch voll und ganz würdigten, indem sie ausgiebig tanzten. Oder den Holzfußboden als Trampolin missbrauchten. 😉 Für mich also auch eine tolle Neuentdeckung, und die liebevollen Lästereien über Cro sowie die Ausrede “Ist ja mehr so ein Hip-Hop-Festival hier” für das geringe Interesse machten sie gleich sympathisch.

Mini-Rock-FestivalCro war dann der klare Headliner des Abends, der die meisten Zuschauer vor die Hauptbühne ziehen konnte. Wie erwähnt – ich bin kein Hip-Hop-Fan. Dennoch ist mir natürlich bewusst, dass Cro zurzeit echt eine “Größe” der Szene ist, insofern kann ich voll und ganz nachvollziehen, dass sich dieses Konzert keiner entgehen lassen wollte. Aber – insbesondere auch im Vergleich zu Rockstah vorher – fand ich es nicht wirklich gelungen. Cro wirkte ziemlich abgehoben, und seine Publikumsinteraktion beschränkte sich größtenteils auf Phrasen wie “Alle Hände gehen hooooooch!” oder “Wer kann den Text?”. Und dann diese Panda-Maske … die Aufforderung, dass doch mal alle bitte ein Pandageräusch machen sollen, ging dann auch ein wenig in die Hose. 😉 Pluspunkte gibt’s aber dafür, dass er zumindest teilweise von Musikern live unterstützt wurde und nicht alles aus der Konserve kam. Und auch wenn ich nicht allzu begeistert war – das Publikum war es. Besonders vor der Bühne ging es richtig zur Sache und es sah nach einem ziemlichen Gequetsche und Geschiebe aus. Aber auch weiter hinten wurde noch enthusiastisch mitgesungen und getanzt. In der Zugabe durfte dann auch Rockstah noch mal für ein Lied mit auf die Bühne.

Mini-Rock-FestivalNach dem Hip-Hop ist vor dem Ska-Punk – damit ging’s nämlich im Zelt mit Yakuzi weiter. Die Jungs aus Pforzheim machen live immer Spaß (auch wenn ich bei ihnen ein chronischer “Früher war alles besser”-Finder bin), haben sich mittlerweile einen Namen gemacht und konnten das Zelt so einigermaßen füllen. Eindrucksvoll waren alle Mitsing-Teile – da merkte man dann, dass Yakuzi zu Recht den Headliner-Spot von Turbostaat übernommen hatten, denn die Texte saßen. Im Publikum zumindest. Auf der Bühne auch, aber nur, so lange das Publikum nicht plötzlich anfing, mit den Armen zu wedeln – “Hört auf zu winken, das irritiert mich!” Völlig nachvollziehbar, schließlich war der Hip-Hop-Teil ja auch abgeschlossen. 😉 Natürlich gab es auch wieder den Wutbauch – sehr zum Entsetzen der Security, die leicht panisch mitverfolgte, wie alle aufeinander einprügelten. Wobei ich das ja verständlich finde – im Gegensatz dazu, dass es in letzter Zeit auf allen Festivals aufs Strengste verboten zu sein scheint, sich bei anderen Leuten auf die Schultern zu setzen. Aber nun ja, wenn die Regeln so sind, dann muss man halt auf den Wutbauch ausweichen, um die Security zu ärgern.

Mini-Rock-FestivalAls Headliner des ersten Festivaltags standen nun Boysetsfire auf dem Programm. Hier bin ich vermutlich noch ungeeigneter, objektiv vom Konzert zu berichten, da ich mit Hardcore noch weniger anfangen kann als mit Hip-Hop … 😉 Was ich aber berichten kann, ist, dass die Jungs äußerst sympathisch rüberkamen. Auch wenn es einige technische Probleme gab und Sänger Nathan eigener Aussage nach “total schlecht mit Ansagen” ist – was dann aber auch zur Folge hatte, dass wir, im Gegensatz zu Cro, keinerlei leere Phrasen zu hören bekamen. Das Publikum feierte von Beginn an, und verständlicherweise ging es um einiges härter zu als bei den vorherigen Bands. Und das, obwohl insgesamt sichtbar weniger los war als bei Cro! Dennoch regnete es vorne im Graben nur so Crowdsurfer, und man konnte sehen, mit wie viel Enthusiasmus die Fans vor der Bühne bei der Sache waren. Ein toller Abschluss des Festivaltages!

“Rock am Ring ist ein Scheiß gegen euch, so sieht’s aus!” – Samstag, 4. August

Eine kurze Nacht später ging es in Horb auch schon weiter, und wie eigentlich immer gab es auch am Samstag wieder eine gute Mischung aus bekannt und unbekannt, mit gehörigen Überraschungen bei den mir unbekannten Bands und gewohnt tollen Konzerten bei den bekannten Namen!

Mini-Rock-FestivalBei Bender war ich leider noch unterwegs, aber pünktlich zu Die Zahnfee kam ich an der Zeltbühne an. Und wäre beinahe rückwärts wieder aus dem Zelt raus – war das gestern auch schon so extrem laut da drin? Oder hatte die Band den Mischer bestochen? 😉 Aber wofür gibt es Ohrstöpsel … Ein sehr schöner Auftritt der erst vor kurzem formierten Band, die deutschsprachigen Punk spielt. Sie hatten schon im Vorhinein viel Werbung betrieben, sowohl online als auch durch Aushänge auf dem Festival, die Marketing-Abteilung funktioniert also. Und auch die Bestechung der Zuschauer durch das Verteilen von Zahnbürsten (!!) zeigte sicher Wirkung. Verständlicherweise war im Zelt zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich viel los, aber wie immer beim Mini-Rock waren die Anwesenden interessiert und voll bei der Sache – ein sehr schöner Auftakt! Übrigens auch mit sehr gutem Sound, sodass man die Texte verstehen konnte.

Auf der Hauptbühne danach die Überraschung des Festivals, zumindest für mich. Jamaram sagten mir überhaupt gar nichts, und um die Uhrzeit erwartete man ja eigentlich auch keinen Höhepunkt. Aber schon der Bühnenaufbau versprach einiges: 8 Leute, Bläser, die werden doch nicht …? Mini-Rock-FestivalDoch, sie spielten astreinen Reggae, teilweise Ska, mit Texten auf Deutsch, Spanisch, Englisch und Französisch. Natürlich passte das perfekt zum strahlenden Sonnenschein und riss alle Zuschauer voll und ganz mit – und lockte auch ganz offensichtlich viele an, denn vor der Bühne füllte es sich immer mehr, und alle waren voll und ganz dabei. Spätestens, als ein paar Leute auf die Bühne geholt wurden (“Du mit deinem Hasenkostüm, komm gefälligst sofort auf die Bühne!”) und zusammen mit der Band eine Choreo vortanzten, kam richtig Bewegung ins Publikum, und alle tanzten willenlos und enthusiastisch mit. Klasse, richtig toll! Und von da an gab es kein Halten mehr, es wurden Polonaisen getanzt (na ja, “gerannt” trifft es in dem Fall vielleicht eher ;-)), und es war wunderbar zu sehen, wie auch komplett schwarz gekleidete Rocker und Punker sich nicht davor wehren konnten (oder wollten), mit den Hüften zu wackeln und mitzutanzen. Und gute Tipps hatten die Jungs von Jamaram für uns auch parat, da es ja noch früh am Tag war und noch nicht das ganze Geld in Alkoholika umgesetzt war: “Ihr könnt euch den Kater ersparen und lieber ein paar CDs von uns mit nach Hause nehmen!” Aber gerne doch! Das letzte Lied spielte die Band dann einfach mitten im Publikum statt auf der Bühne – umringt von der feiernden Meute. So was nennt man dann wohl Triumphzug!

Mini-Rock-FestivalDamit hatte die nächste Band im Zelt natürlich einen sehr schweren Job. Sim Sin taten aber ihr Bestes und hatten auch einige Fans dabei, die begeistert bei der Sache waren. Wie üblich um diese Uhrzeit war im Zelt aber leider nicht allzu viel los, egal wie sehr Sim Sin sich ins Zeug warfen – und das taten sie! Allein ihr Auftreten mit freiem Oberkörper, Neon-Deko (inklusive neongelber Perlenkette) und Batman-Maske grenzte sie schon von anderen Bands ab, und auch ihr energievoller Auftritt blieb in Erinnerung. Da sie nur zu dritt waren und der Bassist teilweise den Schlagzeuger unterstützte, kam vermutlich ein guter Teil der Musik vom Band, was ich ja immer ungünstig finde. Auch wenn es hier absolut nicht auffiel, und die Energie auf der Bühne machte das voll und ganz wieder wett.

Mini-Rock-FestivalEigentlich wären danach Vierkanttretlager an der Reihe gewesen, die aber kurzfristig absagen mussten. Als Vertretung konnten die Organisatoren Mega! Mega! engagieren, die extra aus Berlin angereist waren. “Wir sind 700 Kilometer gefahren, um hier hinzukommen – mögt ihr die letzten zwei Meter nach vorne kommen?” – tat das Publikum natürlich auch, bzw. diejenigen, die vor Ort waren. Das war nämlich leider ein recht überschaubarer Haufen … sehr schade, insbesondere, wenn eine Band so kurzfristig einspringt. Mega! Mega! spielten Rock mit deutschen Texten, der vom Publikum gut angenommen wurde – richtig gezündet hat es aber nicht. Dennoch verkündete der Gitarrist mehrfach, dass er seine erste Tochter irgendwann “Horb” nennen wird. Da sind wir doch mal gespannt … 😉

Mini-Rock-FestivalIm Zelt war es danach Zeit für die einzige “internationale” Band des Tages, nämlich De Staat aus den Niederlanden. Für mich ein völlig unbeschriebenes Blatt, den Namen hatte ich noch nie gehört, aber sie sind definitiv in Erinnerung geblieben! Allein ihre Erscheinung unterschied sie schon stark von anderen Bands – in Hemden und Anzügen, mit Autohupen, und mit einem wunderbaren Humor. Sie hatten das – auch hier wieder nicht allzu umfangreiche – Publikum sofort in der Hand, sodass ohne jegliche Animation oder Aufforderung mitgeklatscht wurde (und getanzt ja sowieso). Sehr zur Freude der Band: “Clapping people are handsome people!” Musikalisch traue ich mich nicht, das Ganze einzuordnen. Los ging’s mit Rock, plötzlich spielten sie dann Dance/Techno (allerdings in normaler Band-Besetzung!), bevor’s mit A-capella-Chören weiterging, gefolgt von Stadionrock. Am ehesten würde ich die Musik wohl mit Cloroform oder ein bisschen mit Dúné vergleichen. Der Sänger kam jedenfalls ordentlich ins Schwitzen. Das Taschentuch, das er daraufhin gereicht bekam, gab er nach dem Schweißabwischen gleich wieder ins Publikum zurück: “Holy sweat! Go ahead, Sir, sell this one on the internet!” Köstlich!

Mini-Rock-FestivalUngewöhnlich früh waren dann Itchy Poopzkid auf der Hauptbühne dran, die einen gewohnt mitreißenden Auftritt ablieferten. Im Vergleich zu einigen anderen Bands kamen sie in ihren Ansagen aber teilweise ein wenig abwertend rüber – klar, Bananenkostüme und Ganzkörper-Anzüge gibt es auch auf anderen Festivals, aber sind sie deshalb weniger lustig? Und dann das Festival beinahe nach Herrenberg verlegen, ts ts ts … 😉 Und wenn man doch soooo festivalerfahren ist, dann kann einem doch nicht der grobe Schnitzer unterlaufen, dass man darum bittet, statt BHs doch lieber Socken auf die Bühne zu werfen … Sehr amüsant, denn natürlich regnete es danach Socken ohne Ende! Bis die Bitte kam, die Dinger immer nur paarweise zu werfen: “Sonst können wir nichts damit anfangen!” Natürlich gab es auch sonst jede Menge Blödeleien auf der Bühne, und natürlich einen Haufen guter Musik zum Tanzen und Pogen. Sie brachten ein riesiges (und ich MEINE riesiges) Circle Pit zustande, und danach wurde auch noch ganz brav gefragt, ob jemand was dagegen habe, wenn sie eine Wall of Death machen? Gut, das Ergebnis interessierte natürlich niemanden, denn natürlich gab es auch die Wall of Death und überhaupt einen gewohnt tollen Auftritt, der vom beeindruckend zahlreichen Publikum zu Recht umjubelt wurde.

Mini-Rock-FestivalDanach hatte ich eine kurze Pause eingeplant, da mir His Statue Falls nichts sagten. Aber kurz ins Zelt zum Fotos machen war natürlich noch drin – und zu dem Zeitpunkt war die Band noch voll und ganz mit dem Soundcheck beschäftigt, es waren aber schon eine ganze Menge Zuschauer versammelt, die sich in die ersten Reihen drängten. Dazu wurden wir Fotografen auch gleich gewarnt, dass wir uns verdrücken sollten, sobald es heftig wird. Ach herrje, was war denn hier zu erwarten?! Nun ja: eine Techcore-Band aus dem Saarland, die offenbar einen ordentlichen Bekanntheitsgrad hat und schon während des Soundchecks und der darauffolgenden Ansage (die der Sänger gleich mal zusammen mit der Moderatorin absolvierte) sehr sympathisch rüberkam. Meine Musik ist Hardcore nicht, aber dennoch war es absolut eindrucksvoll – sowohl die Masse an feiernden Menschen vor der Bühne als auch die druckvolle, gleichzeitig aber auch melodiöse Musik der Band. Zeit für eine Pause war es für mich trotzdem – die Ansage, dass das Mini-Rock besser ist als Rock am Ring, hörte man aber auch noch auf dem Parkplatz. 🙂

Mini-Rock-Festival2011 noch eine der ersten Bands des Festivals im Zelt, 2012 Co-Head auf der Hauptbühne: Kraftklub! Da könnte man nun eine Band erwarten, deren Mitgliedern der Erfolg zu Kopf gestiegen ist und die einfach nur eins mehr ihrer zahlreichen Konzerte runterbetet – weit gefehlt. Die Jungs sind einfach sympathisch, machen wunderbare Musik und bringen das komplette Festival (was auch ziemlich vollzählig vor der Hauptbühne versammelt war) zum Tanzen und Hüpfen. Und zwar nicht wie andere Bands mit einem stumpfen “jetzt hüpft gefälligst alle”, sondern indem jeder einzeln angesprochen wurde: “Du da hinten mit dem Tanktop, der Typ hier vorne mit dem Computerkopf, ihr da drüben, mit denen wir eben auf dem Campingplatz ein Bier getrunken haben, …” Natürlich wurde zu Beginn erst mal gefragt, wer denn im letzten Jahr im Zelt alles dabei gewesen war – ich muss Sänger Felix aber Recht geben, so viele, wie sich gemeldet haben, waren definitiv nicht dort. 😉 Vor Randale mussten sich alle hinsetzen (und das funktionierte ausgezeichnet, bis sehr weit hinten), nach der Wall of Death sorgten sie sich ums Publikum (und ließen für die verlorene Brille auch gleich mal Licht im Publikum anmachen), und als ein Becher auf die Bühne flog, wurden wir nett darauf hingewiesen, dass es darauf doch Pfand gibt. Hach ja, einfach nur nett und sympathisch! 🙂 Auch wenn’s am Anfang einen kurzen Schreckmoment gab, als der Sänger beinahe kopfüber in den Graben gepurzelt wäre. Zum Glück nur beinahe … Ehrlich gesagt hatte ich mit einem ziemlichen Chaos im Publikum gerechnet bei diesem Auftritt, aber alles lief geordnet ab, obwohl es vor der Bühne gut voll war. Hoffen wir, dass das nächste Woche beim Taubertal genauso gut läuft …

Mini-Rock-FestivalIm Zelt waren zur vorletzten Band dort noch extra Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, mit Gittern zur Unterteilung in Ein- und Ausgang. Sicher sinnvoll, denn nun war es Zeit für die Emil Bulls! Wie erwartet wurde es auch gut voll, aber nie überfüllt; wobei ein großer Teil des Publikums sich auch noch draußen an den Fressständen und vor der Hauptbühne aufhielt. Die Stimmung bei den Bulls war wie gewohnt riesig – ich bin doch jedes Mal wieder überrascht, dass ich ihre Lieder kenne, dabei besitze ich keine Platte und sehe sie nur hin und wieder mal auf ‘nem Festival live … aber die Lieder sind eben einprägsam und die Konzerte eigentlich immer klasse!

Mini-Rock-FestivalHeadliner des Abends waren K.I.Z.. Disclaimer vorab: Ich kann K.I.Z. nicht ausstehen. Ich finde sie einfach nur primitiv, und auch die intelligentesten Texte können das nicht rausreißen, wenn man live kein Wort versteht und sich seine Meinung daher nur aufgrund der unterirdischen Ansagen bilden kann. Und die Überraschung des Abends: Der Sound war richtig, richtig gut, und man konnte tatsächlich etwas verstehen! Daher muss ich auch das Zugeständnis machen, dass die Texte wirklich gar nicht sooo schlecht sind. 😉 Das Publikum feierte auf jeden Fall und hatte einen riesigen Spaß beim Auftritt. Natürlich bieten die Jungs mit ihren Rauch-Sprühern, Geldkanonen und durchgehender Action auf der Bühne auch eine ordentliche Show – sie hatten den Slot also voll und ganz verdient und waren ein passender Abschluss fürs Festival, auch wenn ich mich mit ihnen wohl nie anfreunden können werde. Muss ich ja aber auch nicht – ein feierndes Publikum spricht schließlich für sich! Und dem konnten auch die paar Regentropfen in der Zugabe den Spaß nicht nehmen.

Mini-Rock-FestivalDer richtige Regen wartete zum Glück noch ein paar Minuten, bis sich alle, die noch nicht genug Musik hatten, im Zelt für die letzte Band eingefunden hatten. Dort stand zum Abschluss noch Wirtz auf der Bühne. Der erklärte zwar, dass Auftrittszeiten vor 10 Uhr morgens und nach Mitternacht meist eher unangenehm sind, aber schließlich kommt es ja immer darauf an, ob das Publikum Bock hat! Und das hatte es – wenn auch nur die ersten paar Reihen. Schade, dass sich so wenige richtig für diesen Auftritt interessiert haben, denn Wirtz lieferte ein eindrucks- und energievolles Konzert ab, genau richtig als Abschluss des Festivals. Und live kommen seine Lieder noch um einiges punkiger und rockiger rüber als auf Platte! Sehr schade allerdings, dass er am Ende quasi “abgewürgt” wurde und sein letztes Lied nicht mehr spielen durfte – okay, er war über die Zeit, aber als letzte Band des Abends sollte das doch egal sein. So kam das Ende ein wenig plötzlich, was doch einen leicht schalen Nachgeschmack hinterließ – aber insgesamt war der Abend so gut wie perfekt, daher war das zu verschmerzen.

Mini-Rock-FestivalInsgesamt hat das Mini-Rock also mal wieder voll abgeliefert – angefangen vom Booking mit vielen tollen Live-Bands, ganz egal, ob man die nun kannte oder nicht, über die Organisation, wo wie gewohnt alles passte und es kaum Verbesserungsvorschläge gibt (einzig: mehr Mülleimer!), bis hin zum perfekten Festivalwetter, für das das Mini-Rock-Team zwar nichts konnte, wo aber durch die verbesserte Infrastruktur sichergestellt war, dass auch ein früherer Regenguss das Festival nicht ins Verderben gestürzt hätte.

Was schade war, war die kurzfristige Absage der Autogrammstunden – dies war offenbar einem Kommunikationsproblem zwischen dem veranstaltenden Magazin und den Managements der Bands geschuldet. Sehr ärgerlich, aber es hilft nicht, hier den Schwarzen Peter hin und her zu schieben, hoffen wir, dass das nächstes Mal professioneller abläuft – das Mini-Rock-Team hatte hier jedenfalls gar nichts mit zu tun, außer dass sie am Ende Übermittler der schlechten Nachricht sein mussten …

Mini-Rock-FestivalInteressant fand ich die Publikumsstruktur: Im Gegensatz zu vielen anderen Festivals vor allem in Deutschland war das Publikum sehr gemischt und bestand nicht nur aus feiernden Teenagers – die machten natürlich den Großteil des Publikums aus, aber es gab auch viele ältere Besucher sowie Familien. Und genau das zeigt, dass das Mini-Rock mit seinem gemischten Programm einfach sehr viele Menschen anspricht, und man muss weder Fan einer Band noch Festivaljunkie sein, um in Horb zwei wunderschöne Festivaltage zu verbringen. Wir sehen uns 2013!

03.08.2012 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)

Saturday, August 4th, 2012
03.08.2012 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)
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15.-16.07.2011 Happiness-Festival (Straubenhardt)

Sunday, July 17th, 2011
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Nachdem die diesjährige Festivalsaison ja schon vor anderthalb Monaten bei Rock im Park offiziell “eröffnet” wurde, geht sie für mich jetzt so richtig los. Die nächsten (mindestens) 6 Wochenenden werde ich auf Festivals verbringen. Und ich beantrage hiermit Hochsommer bis mindestens Mitte September!

Los ging’s jetzt also beim Happiness-Festival in Schwann bei Straubenhardt in der Nähe von Pforzheim. Wie man merkt, ein eher kleines Örtchen und dementsprechend auch ein kleines, gemütliches Festival. Ich war vor Jahren schon mal dort; damals handelte es sich noch um ein “Umsonst & Draußen”-Festival. Mittlerweile kostet es Eintritt (wobei 22 Euro für ein Festivalticket absolut nicht übertrieben ist) – sonst hat sich aber nichts verändert. Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist ein wunderschönes, kleines, familiäres Festival mit guter Stimmung und solider Organisation. Und mit toller Musik!

“Und die Hände gehen hoch wie bei Nazifesten!”

Da ich nicht in journalistischer Funktion unterwegs war, kamen wir an beiden Tagen erst gegen Abend zum Festival, ich kann also nur über die jeweils vier letzten Bands berichten. Am Samstag kamen wir zum Auftritt von Prinz Pi. Ich kenne ihn nur von seiner Kooperation mit Kaizers Orchestra und ein bisschen reinhören vor dem Festival, und ich fand den Auftritt nett. Die Lieder haben sich bei mir zwar nicht wirklich festgesetzt, aber es gab einige echt gute und überraschende Zeilen mittendrin (wie z.B. die oben). Allerdings werde ich solche Rapper, die quasi allein auf der Bühne stehen (Prinz Pi hatte noch einen “Organisten” und einen “Mitrapper” dabei, das war’s aber) und zur Konserve ihre Texte ablassen, wohl nie auf einer Stufe mit einer echten Band sehen können.

Als nächstes waren die Ohrbooten dran; auch die kannte ich gar nicht. Sie waren unterhaltsam, machten noch mehr Stimmung als Prinz Pi, hatten Spaß mit den Gummientchen, die auf die Bühne geworfen wurden, und brachten das Publikum problemlos dazu, “Alle meine Entchen” zu singen. Wunderbar. Sowas (und auch Prinz Pi) würde bei mir erst nachts um drei funktionieren, aber das Publikum war offensichtlich da, um zu feiern. Und zwar auch schon abends um acht. Schöööön! Wenn auch ein kleiner Kulturschock für uns, als die Ohrbooten dann endlich das langerwartete “Autobahn” spielten, alle um uns rum begeistert mitsangen und wir uns anguckten und noch nie auch nur irgendwas von diesem Lied gehört hatten. Oder von der Band. 😉 Spaß gemacht hat’s trotzdem, und wie!

Danach dann die Emil Bulls. Die kannte ich nun wiederum zumindest ein bisschen, und auch ihr Auftritt machte Spaß. Das Gelände war zu dem Zeitpunkt auch schon sehr gut gefüllt. Nur das Wetter spielte nicht ganz mit – es blieb zwar zum Glück trocken, aber es war ganz schön kalt. Und das Mitte Juli… pff. Unterhaltsam übrigens auch der Soundcheck von den Emil Bulls, bei dem der Backliner ständig “Check one, check two, check yeeeeaaaaah” ins Mikro rief, was das Publikum abfeierte. So sehr, dass das sogar am nächsten Tag noch DER Festivalruf war. Helga ist also offenbar tot. 😉

Beim Headliner des Abends störte die Kälte dann aber nicht mehr, denn das waren Disco Ensemble. Für mich überhaupt der Grund, zum Festival zu kommen! Und sie lieferten einen gewohnt tollen Auftritt ab, mit relativ langer Spielzeit und guter Setliste. Es wirkte so, als hätten nicht viele der Anwesenden die Band vorher gekannt; und leider war es auch deutlich leerer als bei den Emil Bulls vorher. Aber alle, die da waren, hatten einen Heidenspaß und werden Disco Ensemble ganz sicher in die Liste ihrer Lieblingsbands aufnehmen. Kann gar nicht anders sein, bei so einem energiegeladenen und überzeugenden Auftritt!

“Drei Wörter: Gurke, Paprika, Gulaschkanone!”

Am nächsten Tag kamen wir pünktlich zum Auftritt von Yakuzi aufs Gelände. Oder genauer gesagt zu Kaizers Orchestra, die vorm Yakuzi-Auftritt in der Pausenmusik gespielt wurden. Yeah! 🙂 Yakuzi waren dann… durchwachsen, leider. Ich kenne sie schon recht lange, fand sie immer total toll, und sie waren der Grund dafür, dass ich an beiden Tagen da war und nicht nur am Freitag. Aber so ganz gezündet hat es diesmal nicht. Zu Beginn gab’s böse Tonprobleme und teilweise gar keine Bläser über die PA. Dann spielten Yakuzi haufenweise neue Lieder, sodass ich schon dachte, ich hätte eine CD verpasst – hab ich aber nicht, die Lieder gibt’s halt nur noch nicht auf Platte. Und zuguterletzt war da noch der (neue?) Gitarrist, der auf der Bühne den Clown und den Liedern einen Funk-Touch gab. Nee, sorry; bei Yakuzi will ich Ska-Punk, keinen Funk. Und den dann bitte gut gespielt. Vielleicht doch eher darauf konzentrieren, die bestehenden Lieder ordentlich vorführen zu können, statt mehr und mehr neue zu schreiben? Klingt jetzt negativ, fühlte sich auch ein bisschen so an, aber: Spätestens bei “One to all” war alles wieder gut, und ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht.

Danach dann die Überraschung des Festivals. Der Name Bakkushan sagte mir zwar ein bisschen was, das Reinhören vorm Festival war vielversprechend, aber was die Band dann auf der Bühne ablieferte, übertraf die Erwartungen bei weitem. Wohoo! Ich mein, allein die erste Ansage à la “Oh, ich muss stimmen, Robert singt für euch jetzt das ABC!”… das sagt alles. Super Musik, Spaß, Selbstironie (“Ich weiß auch nicht mehr, was ich mir dabei gedacht hab, als ich den Refrain geschrieben hab…”), dennoch gute Texte. Und DaDa-Humor; oder welche andere Band würde mittendrin mehrfach in einem 1-Minuten-Lied Dosenfleisch, Gurken, Paprika und Gulaschkanonen besingen? (Nein, die ärzte gelten nicht. *g*)
Ein absolut genialer Auftritt jedenfalls, und wunderbare Laune überall. Und noch ein kleiner Kulturschock, weil die Kiddies die alle kannten und wir keinen Schimmer hatten.

Nun war es Zeit für ein bisschen Pause, denn Turbostaat hatten ihre Sympathien bei mir letztes Jahr beim Helfenstein-Festival verspielt. Zur Ehrenrettung sei berichtet, dass der Sänger auf der Bühne diesmal deutlich netter und freundlicher rüberkam – aber das Festival war ja auch größer und es standen mehr Leute vornedran, da lohnt das dann ja auch, ne? Musikalisch fand ich’s uninteressant, aber insgesamt wurde die Band auch sehr positiv aufgenommen.

Headliner des Abends (und klarer Headliner des ganzen Festivals – am Samstag war es doch SEHR viel voller als am Freitag!) waren dann Sum 41. Auch hier muss ich zugeben, dass ich relativ unvorbereitet ins Konzert ging, mit dem Hintergedanken, dass das so eine Band ist, “von der man eh alles kennt”. Nee, das stimmte definitiv nicht; erst gegen Ende des Konzertes wurden die bekannten Lieder ausgegraben. Vorher war’s musikalisch super, wenn auch nicht allzu abwechslungsreich. Ich persönlich fühlte mich aber sehr in meinen Vorurteilen gegenüber amerikanischen Bands bestätigt: seelenloses Herunterspielen, Professionalität, Unnahbarkeit. Verstärkt wurde das noch dadurch, dass Sum 41 einige Fans auf die Bühne holten – die dann in eine Bühnenecke gesteckt und nicht mal richtig begrüßt oder “gewürdigt” wurden. Sie standen halt das ganze Konzert da oben und konnten von hinten zugucken; was sicher eine tolle Erfahrung ist, aber andererseits macht das doch auch das “normale” Konzert kaputt. Aber nun ja, Amibands halt. 😉

Fazit: Ein tolles musikalisches Programm mit vielen schönen Konzerten und einem Publikum, das einfach ALLES abgefeiert hat. So muss das sein!

Festival 2.0

Noch ein paar Worte zum Festival an sich. Zuerst mal ein großes Lob an die Organisation – alles lief glatt, alle Helfer waren extremst freundlich und gut gelaunt und mit viel Spaß bei der Sache, und es gibt keinerlei Kritikpunkte. Die Parkplätze entlang der Straße sind ein wenig unpraktisch (und vor allem erwartet man bei einem “benutzt die offiziellen Parkflächen” auf den Tickets doch irgendwie was anderes), aber auch das funktionierte ja alles. Traurig dagegen die Tatsache, dass die Polizei dann mit dem Zollstock durchläuft und genauestens überprüft, wieviel Platz zwischen den abgestellten Autos ist… schließlich kam man überall problemlos durch, und da man von zwei Seiten zum Festival hinkam und nur eine Seite als Parkfläche genutzt wurde, handelte es sich auch nicht um einen Rettungsweg. Überhaupt; die Polizeipräsenz war echt extrem. Dazu die Alkoholbannmeile – ich verstehe es einfach nicht. Wenn eine Gruppe Freiwilliger ein solch tolles Festival organisiert und soviel Arbeit reinsteckt, etwas für die Jugend in der Umgebung auf die Beine zu stellen, muss man denen dann wirklich möglichst viele Steine in den Weg legen?

Ach ja, zum Thema Kontrollen fällt mir dann doch noch ein kleiner Negativpunkt ein: Ich wurde nämlich noch nie auf Festivals so gründlich durchsucht (man könnte es auch “betatscht” nennen). Das an sich ist natürlich kein Kritikpunkt; erst in Kombination damit, dass mich nie jemand danach gefragt hat, was ich denn in der Hosentasche habe. Ohrstöpsel und Augentropfen kann man nämlich nicht einfach erfühlen… Und mein Bändchen hat auch nie jemand kontrolliert. Ich vermute ja, dass das Gelände genau deshalb am Samstag so viel voller war als am Freitag.

Das Publikum war insgesamt sehr sehr jung; mit >30 fielen wir doch sehr auf. Aber das war zu erwarten und auch nicht schlimm, und insgesamt empfand ich das Publikum als sehr angenehm. Die Kiddies waren zum Feiern da, alle waren nett und höflich, im Pogopit wurde aufeinander aufgepasst, ich hab keinerlei Streitereien mitbekommen. Alles lief gesittet ab, an den Ständen gab’s zwar Gedrängel, aber kein Gedrücke, fürs Dixie wurde brav in Zweierreihen angestanden, und alle über 25 wurden gesiezt (HEY! *lol*).

Und die Festivalkultur verändert sich offenbar. Wurde früher zwischen den Liedern nur applaudiert, hält heute einfach einer ein Schild mit aufgemaltem Daumen und “gefällt mir!” hoch, und das gesamte Publikum reckt den Daumen in die Luft. Und nächstes Jahr rufen sie vermutlich “+1”. Und solange zusätzlich noch weiter geklatscht und gejubelt wird, sag ich: Das gefällt mir! 🙂

Danke Happiness!

06-07.08.2010 Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)

Monday, August 9th, 2010
06-07.08.2010 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)
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Das Mini-Rock-Festival in Horb war in den letzten Jahren ein wunderschönes kleines, teilweise leicht improvisiert wirkendes (was aber absolut positiv zu verstehen ist!) Festival mit einem durchweg tollen, alternativen Line-Up. Für dieses Jahr stand ein Umzug und damit eine Vergrößerung des ganzen Festivals an. Fettes Brot als Headliner am Samstagabend stellten die bisherigen Headliner klar in den Schatten, und das Gelände bot nun bis zu 12.000 Besuchern Platz, statt wie bisher “nur” maximal 8.000.

Die BühneEine solche Vergößerung geht ja leider gerne mal nach hinten los, wenn damit der Charme eines Festivals verloren geht oder wenn die Organisation den größeren Aufwand einfach nicht stemmen kann. Im Falle Mini-Rock waren diese Befürchtungen aber zum Glück völlig unbegründet!

Schon der erste Eindruck vom Gelände war äußerst positiv – sehr weiträumig (das Konzertgelände wirkte mindestens doppelt so groß wie beim alten Gelände, und die Campingplätze waren deutlich geräumiger), gleichzeitig aber trotzdem übersichtlich, so dass die Besucher Platz hatten, sich zu verteilen, dass man aber trotzdem von überall eine gute Sicht zur Bühne hatte und sich auch hinten noch “nah dran am Geschehen” fühlte. Der Boden vor der Bühne, der vom Dauerregen vor dem Festival (an beiden Festivaltagen blieb es durchgehend trocken) aufgeweicht war, war großzügig mit Stroh abgedeckt, so dass die Gummistiefel zu Hause bleiben konnten. Und nachdem das Stroh am ersten Abend willkommenes, wenn auch unangenehmes Wurfmaterial war und am zweiten Tag aufgrund des schönen Wetters eh nicht mehr gebraucht wurde, wurde es fein säuberlich wieder aufgesammelt. Lange Warteschlangen gab es weder am Einlass noch an den Essens- und Getränkeständen. Beim Essen war die Auswahl nicht allzu groß – aber es reichte zum sattwerden, und bei einem Festival dieser Größenordnung würde ich eher mit weniger als mit mehr Auswahl rechnen.

Stroh-EinsammelnAn der Organisation gab es also nichts zu bemängeln – wobei ich sagen muss, dass ich weder gezeltet noch auf dem offiziellen Festivalparkplatz geparkt habe, so dass ich zum Camping und zum Shuttlebus nichts sagen kann. Dass eine Parkgebühr von 8 Euro pro PKW nicht gerade gut ankommen würde, war zu erwarten – zumal ja das Festivalticket dieses Jahr fast 20 Euro mehr kostete als noch 2009, und damals war das Parken inklusive. Teurer ist das Festival durch den Umzug also auf jeden Fall geworden – aber es wurde auch deutlich aufgewertet und wirkte deutlich professioneller.

Gleichzeitig war das Festival aber weiterhin typisch “das Mini-Rock”. (Wobei Mini-Rock jetzt eigentlich ein Understatement ist. Aber “Medium-Rock” klingt ja doof, und “Maxi-Rock” wäre zum Glück noch übertrieben. =;-)) Ich kann nicht genau in Worte fassen, wo der Charme des Festivals liegt – teilweise sicher in der Tatsache, dass das Line-Up sehr gemischt ist und sich daher Punk-, Pop-, Hardcore-, Ska- und HipHop-Bands abwechseln. Das bedeutet natürlich auch, dass wohl kaum einer der Zuschauer sich für alle Bands begeistern kann und viele vermutlich auch nur einen Bruchteil der Bands überhaupt kennen. Dementsprechend “geht man halt mal gucken” und lässt sich bei Gefallen von der Musik hinreißen. Gedrängel vor der Bühne gab es höchstens bei den Headlinern, sonst konnte man auch ganz vorne unbedrängt tanzen.

MatschmenschenAllerdings – und das ist mein einziger Kritikpunkt am Festival, für den aber die Macher absolut nichts können und der sich auch nicht durch die Vergrößerung ergeben hat, sondern vorher schon ganz genauso war: Ein Großteil des Publikums hat definitiv Koordinationsschwierigkeiten und/oder noch nie etwas von Distanzzonen gehört. Mag jetzt seltsam klingen, und ich nehme auch klar diejenigen aus, die aufgrund von Alkohol/sonstigen Drogen sowieso nicht mehr wissen, wo sie hinlaufen, aber ich habe noch kein anderes Festival erlebt, wo ich so oft und penetrant von Leuten umgerannt/angerempelt wurde wie beim Mini-Rock. Man kann alleine dastehen, rund herum anderthalb Meter Platz, und trotzdem wird man von jedem zweiten, der vorbeikommt, angerempelt, oder ein anderer stellt sich einem direkt vor die Nase. Ich weiß absolut nicht, woran es liegt, dass das für mich gerade fürs Mini-Rock-Festival “typisch” geworden ist – vielleicht einfach daran, dass das Gelände viel Platz bietet und daher nie gerammelt voll ist/war, und da fällt es dann natürlich besonders auf.

Das ist aber durchaus verschmerzbar. Mit der Zeit wird man immer besser im Ausweichen. =;-) Natürlich gab es auch andere Kritikpunkte bezüglich des Publikums – hauptsächlich, dass ständig Dinge Richtung Bühne geworfen wurden. Ob das nun am ersten Abend das Stroh war oder sonst Becher und Schuhe – eigentlich sollte mittlerweile jeder wissen, dass das extrem schlechter Stil ist. Aber sowas hat man nunmal immer. Und genauso gab es die wunderschönen Aspekte eines Festivalpublikums: verträumt tanzende Fans vor der Bühne, bunte Kostümierungen, Begeisterung auch für völlig unbekannte Bands.

Nun aber, nach langer Vorbetrachtung, zum eigentlichen Festivalbericht! An beiden Tagen kam ich leider erst zur zweiten Band aufs Gelände, kann daher also über die ersten Bands nicht berichten – sorry dafür.

Freitag, 6. August

The JerksLos ging es am Freitag mit The Jerks. Die Stuttgarter Alternative-Rocker konnten leider nicht allzu viele Zuschauer vor die Bühne locken, obwohl die Musik absolut vielversprechend war. Die Band wirkte sehr routiniert und störte sich auch nicht daran, dass noch nicht allzu viel los war. Die Zuschauer, die da waren, feierten dafür auch richtig, es gab sogar erste Crowdsurfing-Versuche. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass das irgendetwas mit The Jerks zu tun hatte; im Gegenteil, das Publikum schien sich leider eher wenig dafür zu interessieren, was auf der Bühne passierte.

ScumbucketAls nächste Band waren dann Scumbucket an der Reihe. Und im Gegensatz zu den Jerks war hier klar, dass sie Fans im Publikum hatten. Das merkte man nicht nur daran, dass der Altersschnitt im Publikum wie auf der Bühne merklich nach oben ging, sondern hauptsächlich daran, dass begeistert mitgegangen und -gesungen wurde. Auch wenn auch hier das Publikum sehr überschaubar war…
In eigener Sache sie mir noch kurz die Bemerkung erlaubt, dass es für einen Skambankt-Fan (wie mich) total irritierend ist, wenn auf der Bühne eines deutschen Festivals plötzlich “Skamba…cket” angekündigt wird. =;-)

The Black Box RevelationDanach kam dann eine Band, von der ich noch nie auch nur den Namen gehört hatte, nämlich The Black Box Revelation. Offenbar ging das aber nur mir so, denn die beiden Belgier kamen sehr gut an. Nur mit Gitarre und Schlagzeug brachten die beiden das Publikum zum Tanzen und Feiern.

CalibanZum Auftritt von Caliban wurde es auf dem Gelände dann erstmals richtig voll. Da ich mit Hardcore überhaupt gar nichts anfangen kann, kann ich den Auftritt nicht bewerten, aber das Publikum hatte seinen Spaß mit diversen Walls of Death und Circle Pits – und zwar nicht nur vorne vor der Bühne, sondern über das halbe Gelände, was schon eindrucksvoll war, auch wenn man wie ich mit der Musik nichts anfangen konnte. Und dass der Sänger aussah wie Sheamus, nur mit schwarzen Haaren, ist total unsachlich und gehört daher nicht in diesen Bericht. =;-)

Life of AgonyAls nächstes spielten Life of Agony, die ich vorab unwissenderweise in eine ähnliche Ecke wie Caliban gesteckt hatte. Damit lag ich aber völlig falsch – die Amerikaner präsentierten melodiösen Metal und eine absolut professionelle Show. Die Musik gefiel mir sehr gut, die Show selbst war allerdings in meinen Augen ein wenig zu professionell – typisch amerikanisch eigentlich. Die Band wirkte ein wenig desinteressiert und schien mir einfach nur ihr Programm herunterzuspielen. Vielleicht hatten sie ein größeres Publikum erwartet, vielleicht sind sie es gewöhnt, dass auch ein Festivalpublikum sie kennt und mitsingen kann – keine Ahnung. Auf jeden Fall spielten sie ihr Konzert und verschwanden schon zehn Minuten zu früh ohne Zugabe. Schade.

JohnosseHeadliner des Abends waren dann The Sounds aus Schweden. Auch hier hatte ich ein wenig das Gefühl, dass die Band mit höheren Erwartungen an das Konzert herangegangen ist. Aber bei einem Festival mit einem solch gemischten Programm wie dem Mini-Rock, wo es außerdem ein großes “Stammpublikum” gibt, kann nunmal auch der Headliner nicht erwarten, dass das Publikum alle Lieder kennt und mitsingen kann. Dass dem nicht so war, schien Frontfrau Maja ein wenig zu irritieren. Die Band schaffte es zwar, das Publikum zu begeistern, aber auch hier wirkte es für mich eher nach professionell heruntergespieltem Konzert als nach Spaß auf der Bühne.



Samstag, 7. August

KleinstadtheldenDer nächste Tag begann dann im strahlenden Sonnenschein mit den Kleinstadthelden. Die vier Jungs aus dem Norden hatten offenbar einige Fans im Publikum, die begeistert mitfeierten – obwohl es zu dieser Uhrzeit noch nicht viele Zuschauer aufs Konzertgelände verschlagen hatte. Die Band verteilte jedenfalls eine “1 plus Sternchen” für das Publikum und versprach, die Zeugnisse nachher am Merchstand auszustellen.

YakuziWeiter ging es mit den lokal sehr beliebten Yakuzi, die wie immer ihren eigenen Fanblock dabeihatten. Oder aber den gemeinen Mini-Rock-Zuschauer mittlerweile zum Yakuzi-Fan erzogen haben, was auch nicht weiter verwunderlich wäre. =;-) Im Konzert wussten sie jedenfalls mit ihrer Spielfreude zu überzeugen (wie immer), und auch wenn meiner Meinung nach die Setlist nicht wirklich ideal war (ich fand, dass viele “untypische” Stücke dabei waren – aber es ist schließlich immer noch die Band selbst, die definiert, was “typisch” ist =;-)), kamen sie bestens an, und das Publikum bekam schon früh am Nachmittag genügend Möglichkeit zum Tanzen. Höhepunkt war natürlich wie immer der “Wutbauch”, der im Publikum – auch wie immer – begeistert niedergemetzelt wurde. Die Hymne “One to all” wurde am Ende des Konzertes dann lautstark mitgesungen – noch ein Zeichen dafür, dass das Mini-Rock von einem Haufen Yakuzi-Fans besucht wurde und die Band daher durchaus eine spätere Spielzeit verdient gehabt hätte.

The Blackout ArgumentEs folgte The Blackout Argument aus München, die mich sehr stark an Disco Ensemble erinnerten. Allerdings ohne “das gewisse Etwas” – wobei ich den Finger nicht drauf legen konnte, was denn dieses mysteriöse Etwas war. Die Musik klang sehr ähnlich, Sänger Raphael könnte jederzeit als Kopie von Miikka von Disco Ensemble durchgehen, und auch in Energie und Kraft standen sie ihren Vorbildern (wie ich jetzt einfach mal unterstelle =;-)) in nichts nach. Trotzdem waren die Publikumsreaktionen eher mau. Das geforderte Circle Pit war zwar groß, aber von maximal zehn Leuten bevölkert, die dann mal zwei Runden Dauerlauf machten. Hmm… ein durchwachsener Auftritt, warum auch immer.

Stomin' SoulsDanach kam dann für mich die Überraschung des Festivals: Stompin’ Souls. Von dieser schwedischen Band hatte ich noch nie etwas gehört, aber sie überzeugten mich innerhalb weniger Minuten mit ihrem tanzbaren Rock. Bei den (wieder mal recht wenigen) anwesenden Zuschauern schien die Band gar nicht mal so unbekannt zu sein – und insgesamt sehr beliebt. Dementsprechend wirkte die Band beim Konzert auch sehr spielfreudig und hinterließ einen absolut positiven Eindruck. Einzig die Ansagen von Frontmann Thomas waren verbesserungswürdig. “And now we play something different… another song!” Nun ja… =;-) Kann natürlich auch einfach daran gelegen haben, dass er die Ansagen auf Englisch machen musste. Hin und wieder rutschte er dabei auch (versehentlich?) ins Schwedische.

Karamelo SantoDass Karamelo Santo dann der erste Headliner des Abends sein würden, war von Anfang an klar und bestätigte sich, als sich der Platz vor der Bühne pünktlich zu ihrem Auftritt füllte. Wie zu erwarten wurde dem Mini-Rock bei immer noch tropischen Temperaturen ordentlich eingeheizt mit argentinischem Skapunk. Mehr braucht man dazu eigentlich nicht schreiben – die Energie auf der Bühne übertrug sich sofort aufs Publikum und es wurde ausgelassen getanzt und gefeiert. Genau so, wie es bei einer Band wie Karamelo Santo sein muss!

JohnossiAuch Johnossi wurden vom Publikum heiß erwartet. Sobald die beiden (auch hierbei handelte es sich wieder um eine Band bestehend aus “nur” Schlagzeug und Gitarre) auf die Bühne kamen, wurden sie gefeiert und umjubelt – leider nur für wenige Sekunden, denn dann verabschiedete sich die Gitarre von John… was bei einer Zwei-Instrumente-Band natürlich fatal ist. Nach kurzer Unterbrechung schien das Problem behoben – allerdings nur bis zur Hälfte des zweiten Songs, wo die Gitarre wieder den Dienst versagte. Es war mehr als nachvollziehbar, wie sehr sich John darüber ärgerte… die beiden verließen erst einmal die Bühne, und nach fünf Minuten war dann zum Glück auch alles gerichtet. Allerdings hatte es natürlich wertvolle Spielzeit gekostet. Der Rest des Konzertes konnte dann wie geplant ablaufen, allerdings wirkten die beiden ein wenig gereizt, und so ganz konnte der Funke nicht überspringen, auch wenn das Publikum die Songs absolut abfeierte.

Fettes BrotUnd dann war es Zeit für den Höhepunkt des Festivals: Fettes Brot! Trotz der Verzögerung bei Johnossi und des nicht gerade unaufwendigen Bühnenaufbaus kamen sie fast pünktlich auf die Bühne. Der Platz vor der Bühne war – wie zu erwarten – gut gefüllt, und die Stimmung war bestens. Auch wie zu erwarten wurden natürlich die Hits von allen gefeiert und lauthals mitgegröhlt, während die eher unbekannteren/älteren Stücke eher “interessiert verfolgt” wurden. Kurz gesagt also ein typisches Festivalkonzert. =;-) Fettes Brot waren gut aufgelegt, rissen (natürlich!) diverse Witze zum Thema Minirock, improvisierten lustig vor sich hin und brachten die Highlights ihrer Hallentour. Ein absolut würdiger Abschluss für ein tolles Festival!

PublikumZuguterletzt noch ein kurzes Fazit: Das Mini-Rock hat den Sprung zum “Medium-Rock” definitiv geschafft, ohne dabei an Charme einzubüßen. Die Organisation läuft top und wirkt noch professioneller als bei der kleinen Ausgabe. Ausbaumöglichkeit gäbe es eventuell noch in Form einer zweiten Bühne, so dass zwei Bühnen abwechselnd bespielt werden können und somit die Aufbauzeiten überbrückt werden – allerdings ist dies natürlich noch mal ein großer Schritt, der vielleicht auch gar nicht gewünscht ist. In meinen Augen sollte das Festival erst mal einige Jahre im Ausmaß von diesem Jahr weitermachen und somit dem Publikum die Möglichkeit geben, sich an das veränderte Festival anzupassen. Denn ein wenig wirkt es so, als wäre das Publikum in Gedanken noch beim “alten” Festival, bei dem es mehr ums Festival an sich als um die Bands ging. Jetzt, in dieser Größe, wäre es wünschenswert, wenn sich auch mehr Zuschauer für die Bands interessieren würden und bei den ersten Bands des Tages nicht gähnende Leere vor der Bühne herrschen würde. Denn das ist für die auftretenden Bands natürlich schade – das Programm war durchaus hochwertig, und jede einzelne der Bands hätte ein großes Publikum verdient gehabt. Bei den Headlinern (zu denen ich jetzt jeweils die letzten drei Bands des Tages zähle) war dann alles so, wie es bei einem Festival dieser Größenordnung aussehen muss. Also Daumen hoch fürs Mini-Rock – wir sehen uns nächstes Jahr!

06-07.08.2010 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)

Monday, August 9th, 2010
06-07.08.2010 – Photos Mini-Rock-Festival (Horb am Neckar)

06-07.08.2010 Preview Mini-Rock-Festival (Horb)

Wednesday, July 28th, 2010
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Anfang August steht wieder das Mini-Rock-Festival in Horb an – ein Festival, um das man kaum drumherum kommt, wenn man in der Gegend wohnt. Denn obwohl das Mini-Rock-Festival klar zu den kleineren Festivals gehört, ist das Line-Up doch jedes Jahr spitze. Sicherlich nicht allzu hochkarätig besetzt (das würde sich finanziell wohl kaum lohnen), dafür sind aber immer einige “Perlen” dabei: Bands, die früh gebucht und seitdem bekannter wurden, solche, die eine vielleicht nicht riesige, dafür aber etablierte und treue Fanbasis mitbringen und zusätzlich lokale Bands, die super Stimmung verbreiten.

Ich war 2006 und 2008 für jeweils einen Tag auf dem Festival (Headliner waren damals La Vela Puerca, Disco Ensemble und Madsen). In den anderen Jahren hielten mich nur andere Festivals davon ab, dem Mini Rock einen Besuch abzustatten – denn das Booking war immer ausgezeichnet. Und die Stimmung und Atmosphäre des Festivals ist auch super: Alles ist klein und familiär, kein Gedränge vor der Bühne, dafür ein sehr lockeres und gut gelauntes, feierwütiges Publikum. Also alles genau so, wie man es sich wünscht!

Dieses Jahr könnte alles anders sein – und hoffentlich noch besser! Das Festival ist nämlich umgezogen und findet jetzt auf den Neckarwiesen statt. Der Plan verspricht ein deutlich größeres Gelände. Außerdem gibt es jetzt einen (kostenpflichtigen) Parkplatz mit Shuttlebus (also kein Parken am Schwimmbad mehr ;)). Das Festival wurde außerdem um einen “Warm-up-Tag” am Donnerstag erweitert.

Und das Line-Up? Mit Fettes Brot hat sich das Mini-Rock-Festival dieses Jahr einen Headliner geangelt, der um einiges größer ist als die bisherigen Headliner. Die anderen Hauptbands, The Sounds, Life Of Agony und Johnossi, sind dann schon eher die “gewohnten” Kaliber. Und auch das restliche Line-Up ist mit Bands wie u.a. Caliban, Karamelo Santo und Yakuzi wieder vom Allerfeinsten. Stellt sich die Frage, inwieweit da Fettes Brot reinpassen – sowohl stilistisch als auch vom vermutlich deutlich größeren Andrang als in anderen Jahren. (Wobei dem Andrang insofern Rechnung getragen wird, als dass es dieses Jahr erstmalig Tagestickets für die einzelnen Tage gibt – statt wie bisher “allgemeine” Tagestickets, die beliebig an einem der beiden Tage verwendet werden konnten -, und dass diese nur an der Tageskasse verkauft werden.)

Ich freue mich sehr darauf, die Brote in Horb zu sehen, und drücke die Daumen, dass die Stimmung des Festivals auf dem neuen Gelände und mit der etwas größeren Ausrichtung so schön bleibt wie bisher. Aber so, wie ich in den vergangenen Jahren Publikum und Verantwortliche erlebt habe, habe ich keine großen Bedenken – sicher wird das Mini Rock auch diesmal wieder ein riesiges Fest!

 

19.1.2007 – Photos The Busters+Yakuzi (Sudhaus, Tübingen)

Friday, January 19th, 2007
19.1.2007 – Photos The Busters+Yakuzi (Sudhaus, Tübingen)

19.1.2007 The Busters+Yakuzi (Sudhaus, Tübingen)

Friday, January 19th, 2007
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Hach ja, schön war’s! Die Busters machen immer wieder Spaß, und Yakuzi auch.
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23.9.2006 Yakuzi (Substage, Karlsruhe)

Saturday, September 23rd, 2006
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Tja. Warum sind eigentlich alle Bands Ende September aktiv? *grmbl*
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