Mitte Juli. Maximaltemperaturen von 15 Grad (ja, Celsius!). Dauerregen, so sehr dass andere Festivals komplett abgesagt werden müssen. Aber in der Wüste regnet es ja nicht, das Serengeti konnte also wie geplant stattfinden!
Ab in die Wüste
Also machte ich mich am Freitag morgen auf in Richtung Bielefeld. Im Gepäck: warme Klamotten, Gummistiefel und zum Texte-Auffrischen ein paar WIZO- und Bad-Religion-CDs. Die Anfahrt verlief problemlos, das Festival war gut ausgeschildert, die Parkgebühren vorab bekannt. Überrascht war ich über den doch recht überschaubaren Parkplatz – toll, das sah ganz danach aus, als wäre das Festival ein wenig kleiner, als die hochkarätigen Bands vermuten ließen! Und da ich ja allzu große Festivals ganz furchtbar unpersönlich finde, ließ das die Vorfreude natürlich noch mal steigen. Und zwar voll und ganz zu Recht, denn das Festival stand einerseits den großen Festivals in nichts nach, was Organisation und Bands anging, war andererseits aber überschaubar, gemütlich und entspannt. Die perfekte Mischung also!
Allerdings – und da fehlen mir leider die Hintergrundinfos – kam es mir fast “zu” entspannt vor. Das Festivalgelände war zwar wie erwähnt überschaubar, aber für die Menge an Menschen schön groß; sprich, es wurde eigentlich nie irgendwo eng. Es gab Wellenbrecher, die wurden aber seitlich (nach dem, was ich mitbekommen habe) fast nie zugemacht, denn es wurde selten zu voll vorne. Essensstände (mit guter Auswahl und fairen Preisen), Getränkeausschank und Toiletten gab es reichlich, und nirgendwo gab es irgendwelche Schlangen – die Wassertoiletten und die “Andenken-Stoffbändchen-Stelle” mal ausgenommmen. Wunderbar! Und fast zu schön, um wahr zu sein. Wenn das Festival für diese Anzahl an Besuchern ausgelegt war, dann: Alle Daumen hoch! So macht es richtig Spaß, und das ist echt mal Service! Allerdings fürchte ich fast, dass mehr Besucher erwartet/erhofft worden waren. Und das wäre schade – insbesondere für alle die, die das tolle Angebot des Festivals nicht angenommen haben, denn wie schon geschrieben: Organisation und Bands haben absolut gestimmt, das “Flair” auch, und der Preis ist für das, was geboten wird, voll und ganz gerechtfertigt.
“Hand hoch: Wem ist kalt?”
Aber nach soviel Lob muss auch Kritik erlaubt sein: Was ist denn das für ein $@#%§-Sommer? (frei nach Flix)
Kurz gesagt: Es war arschkalt. Von morgens bis nachts. Am Samstag kam zwar immer wieder die Sonne raus, was sehr sehr gut tat, aber zum wirklich aufwärmen reichte das auch nicht (nur zum Sonnenbrand im Gesicht…).
Aber: ES BLIEB TROCKEN! Wie oben schon geschrieben: In der Wüste regnet es nicht, und das Serengeti blieb fast vollständig verschont. Nur einen einzigen kleinen Regenguss gab es, und den in einer Umbaupause, sodass man sich ins Partyzelt oder auf den Zeltplatz retten konnte. Und danach machten die Schleusen auch schon wieder dicht, und es hielt bis zum frühen Sonntagmorgen.
Circle Pit, Wall of Death und Staublunge
Allerdings habe ich bis zuletzt nicht verstanden, wie ein vorab eigentlich gut durchnässter Boden SO stauben kann… Im ersten Wellenbrecher war es vor Staub teilweise kaum auszuhalten; wichtigstes Utensil im Mosh-Pit war ein Tuch vorm Gesicht; und selbst die Securities stürzten sich wie Raubtiere auf die feuchten Reinigungstücher, da man den Schmutz einfach nicht mehr loswurde.
Das Publikum ließ sich davon aber nicht abschrecken – zumindest nicht die, die vorne feiern wollten. Vor der Bühne war eigentlich immer gute Stimmung und viel Bewegung, und durch die Wellenbrecher war der “Pogo-Bereich” und der “Steh-Bereich” auch gut voneinander abgetrennt. Beste Voraussetzungen also für Circle Pits und Walls of Death!
Was allerdings auffällig war: Wenige Bands konnten das komplette Publikum begeistern. Meist war nur der Bereich vor dem ersten Wellenbrecher wirklich involviert. Bei den größeren Bands reichte der Enthusiasmus bis zum zweiten Wellenbrecher. Dahinter war durchaus Interesse zu verzeichnen; aber nicht mehr als das, und das war schade. Das Publikum wirkte teilweise doch sehr nach reinen Konsumenten – aber zu einem richtig guten Konzert gehören immer zwei Seiten. Die Bands auf der Bühne lieferten alle ihren Teil; das Publikum leider nicht immer. Schade!
Musik, Musik, Musik!
Nun aber genug Vorgeplänkel, jetzt zu den Bands und zur Musik! Die ersten beiden Bands am Freitag, Distance in Embrace und Your Demise, habe ich leider verpasst. Zu Pascow war ich dann auf dem Gelände; die habe ich früher schon ein paar Mal gesehen und fand sie nicht schlecht. Ähnlich auch diesmal, leider waren allerdings die Texte völlig unmöglich zu verstehen, was den Auftritt doch deutlich abwertete.
Als nächstes im Programm kamen War from a Harlots Mouth. Allerdings werde ich hier mal von meiner Gewohnheit, chronologisch von allen Bands zu berichten, abweichen. Konzertberichte sind immer subjektiv, und ich kann nicht mit allen Musikrichtungen etwas anfangen; insbesondere Hardcore reißt mich einfach nicht vom Hocker. Daher widme ich mich lieber ausführlicher den Bands, mit denen ich musikalisch mehr anfangen kann. Was definitiv nicht die Auftritte der anderen Bands abwerten soll!
War from a Harlots Mouth war eine der Bands, die bei mir mit ihrem Metalcore nicht punkten konnten, ähnlich wie am nächsten Tag Adept aus Schweden. Die hatten zusätzlich noch die schwere Aufgabe, als erstes die Ereignisse in Norwegen am Wochenende anzusprechen – was mich dann sowieso erst mal außer Gefecht setzte. =:-(
Boy Hits Car (auch am Samstag) gehören zwar nicht in die Hardcore-Ecke, sondern spielen Alternative Rock, konnten mich aber auch nicht wirklich überzeugen.
Caliban am Freitag und Agnostic Front am Samstag zogen ordentlich Publikum vor die Bühne. Die Stimmung bei beiden war fantastisch, und obwohl ich bei beiden Bands davon ausgegangen bin, dass sie mich nicht weiter interessieren würden, wurde ich positiv überrascht. Wenn ich auch nicht wirklich viel mit der Musik anfangen konnte, so war ich von der Energie beeindruckt – die, die von der Bühne kam, und die, die die Kiddies im Moshpit aufbrachten.
“Orgien! Wir wollen Orgien!”
Psychologisch ist es natürlich voll und ganz unklug, den Bericht mit den Bands zu beginnen, die man eher uninteressant fand. Also springen wir jetzt doch gleich mal zum anderen Extrem; und dieses hört auf den Namen “Wohnraumhelden“. Oder am Samstagmorgen auch auf den Namen “Frühschoppen formerly known as Wohnraumhelden”!
Eine geniale Idee, eine Liedermacher(klein)gruppe in den Umbaupausen auftreten zu lassen! Schade, dass dies nur am Freitag möglich war; dafür durften die beiden am Samstagmorgen den Frühschoppen bestreiten. Egal ob freitags in den Pausen oder samstags auf der Hauptbühne: Die beiden, unterwegs im Namen der Göttin der Musik, wussten zu begeistern! Mal ging’s um Fleisch, mal um gemiedenes Sonnenlicht, um Metrosexualität, Rock, Rauch und natürlich Helden. Sehr unterhaltsam das Ganze, und mit den entsprechenden Ansagen und Interaktionen (die auch schon morgens um 12 funktionierten) konnte es gar nicht langweilig werden. Diverse Circles of Love (nein, der wurde nicht von K.I.Z. erfunden!), SloMo-Pogo beim Frühschoppen (danke an alle Teilnehmer, der Anblick war KÖSTLICH!), “Stage”diven inkl. Bierholen (“Stage” in Anführungszeichen, da die beiden auf einem Mini-Lastwägelchen mit ausklappbarer Vorbühne auftraten), eine 1-Euro-Kraft an den Drums (auch bekannt als Drumcomputer) und eine atemberaubende Lightshow in Form eines Blinklichts – wer das verpasst hat, kann sich gepflegt in den Hintern beißen.
“Wir passen hier nicht rein, und genau deshalb sind wir hier richtig!”
Aber die beiden waren natürlich nicht das einzige Highlight, da gab es noch viele mehr. Die erste Überraschung war in meinen Augen The Creepshow. Wie die Sängerin bemerkte, traten sie am Freitag zwar viel zu früh auf und das Publikum war noch nicht wirklich warm; aber die Band ließ sich davon nicht beeindrucken und lieferte eine 1-A-Psychobilly-Punk-Show ab. Bands mit Kontrabass machen ja sowieso immer Spaß, und wenn die Frontfrau dann auch noch ins Publikum hüpft, kann man nur noch mitfeiern.
Die Kontrabass-Regel wurde am nächsten Tag auch von Mad Sin bestätigt. Auch die lieferten wie immer einen super Auftritt ab und machten Laune – leider fehlte ihnen offenbar der “Hingucker” (zugegeben: Creepshow-Sarah macht natürlich schon mehr her als Mad-Sin-Klöfte… *hüstel*). Das Resultat war ein mäßig begeistertes Publikum bis auf ein paar Fans vor der Bühne. Sehr sehr schade! Das bewog die Band dann auch zur Aussage, dass sie eben deshalb beim Festival dabei sein müssen, weil sie nicht ins Line-Up passen. Der Großteil des Publikums war da aber leider nicht sehr flexibel, und das, wo man bei einer Psychobilly-Show doch eigentlich tanzen MUSS!
Auch nicht unbedingt ins Bild passte die Letzte Instanz. Im Gegensatz zu Mad Sin kamen die jedoch sehr gut beim Publikum an und waren in gewisser Weise der “Eisbrecher” am Freitag. Als sie forderten “Kniet nieder”, ging der komplette erste Wellenbrecher auf die Knie, und auch das “Erhebet euch” wurde befolgt. Nur dass sie das Serengeti ständig als “Bielefeld” bezeichneten, kam allgemein nicht allzu gut an.
“Es mag kein Punk oder Metal sein, aber ihr müsst doch zugeben, dass es Spaß macht, oder?”
Es gab aber auch noch andere Bands, die nicht in das typische Metal- oder Punk-Schema passten. Allen voran House of Pain (von denen auch das obige Zitat stammt). Ja, auch ich brauchte erst eine Erinnerung, wer das denn ist. Aber “Jump around” kennt einfach jeder, und man muss kein Rap-Fan sein, um dazu einen tierischen Spaß zu haben – wie House of Pain bei ihrem Auftritt eindrucksvoll bewiesen. Und auch wenn offenbar viele der Besucher dieses Konzert als Auszeit zwischen Agnostic Front und Skindred nutzten und die Resonanz auf House of Pain daher doch sehr mau war, lieferten die “alten Herren” voll und ganz ab.
Auch K.I.Z. waren erwartet “anders”. Ihr Auftritt wurde von vielen heiß erwartet, und auch der Regenschauer in der Umbaupause konnte die Stimmung nicht trüben. K.I.Z. waren eine der wenigen Nachmittagsbands, die vorab mit Sprechchören gefordert wurden. Ihr Auftritt wurde gefeiert; ich persönlich hätte mir allerdings mehr durchgeknallte Feierlaune erhofft. Stattdessen gab es teilweise doch eher primitive Ansagen (wo oft nicht klar war, was Ironie sein sollte und was einfach doof war). “Drogen sind böse – werft sie auf die Bühne, wir vernichten sie für euch!” mag ‘ne lustige Ansage sein, aber Rapper, die mit Kippe in der Hand auf der Bühne stehen, sich Bier überkippen und erzählen, wie sie vor dem Konzert die Dixies “inspiriert” haben, wie das auch Peter Maffay (der mit den Freundschaftsbändchen) immer macht… äh ja. Die Mucke war okay, die Stimmung gut, und für die Ansagen bin ich vermutlich einfach zu alt. =;-)
A propos zu alt – Kraftklub fand ich hingegen richtig gut, auch wenn ich nicht zur Zielgruppen-Generation gehöre. Eine wilde Mischung aus Indie und Rap, dazu gute Texte. “Wir sind zu jung für Rock’n'Roll! Unsere Eltern kiffen mehr als wir – wie soll man rebellieren, egal wo wir hinkommen, unsere Eltern waren schon eher hier.” Für die Uhrzeit war auch richtig was los vor der Bühne, und die Jungs machten ordentlich Stimmung.
Für mich die größte Überraschung des Festivals waren jedoch Rotfront. Ein multikulturelle Band, Lieder auf Deutsch, Englisch, Ungarisch und Russisch, eine wilde Mischung aus Gypsy, Klezmer, Ska und Rap, bei der man definitiv nicht stillstehen KANN. Und nächstes Jahr treten sie für die Emigrantski Republic beim Eurovision Songcontest an (behaupten sie zumindest =;-)). Meine Stimme haben sie! Und die von allen Kiddies vor der Bühne ganz sicher auch, denn alle hatten einen Heidenspaß.
“Are you ready to bounce, Sir?”
Auch Skindred waren eine Überraschung – allerdings wohl nur für Besucher wie mich, die zum ersten Mal beim Serengeti waren. Laut Programmheft muss der letztjährige Auftritt der Band phänomenal gewesen sein. Und angesichts des diesjährigen Auftritts glaube ich das sofort! Vom ersten Song an wurde die Band abgefeiert ohne Ende, die Crowdsurfer kamen im Sekundentakt, und wenn tatsächlich mal jemand wagte, kurz stillzustehen und nicht mitzumachen, wurde er persönlich aufgefordert (siehe Zitat). Dementsprechend hüpfte der ganze Platz, und ich bereute innerhalb von Sekunden, dass ich letzte Woche doch kurzfristig aufs Anthrax-Konzert verzichtet habe – da spielten nämlich nicht nur Fozzy als Vorgruppe, sondern auch Skindred. Und die haben beim Serengeti sicher nicht nur mich als neuen Fan gewonnen.
Am Freitag spielten an gleicher Position Pennywise. Die sind natürlich Urgesteine des Punks; hier gab es also keinerlei Überraschungen, sondern ein solides Konzert, das insbesondere die älteren Besucher voll und ganz überzeugte. Pennywise zeigten sich dabei gewohnt engagiert und lobten immer wieder das europäische Publikum.
“Bullet loves you!” vs. “Was kriegt ihr hier für eine Scheiße?”
DIE Bands des Festivals waren für mich (und nach dem, was ich gehört habe, auch für viele andere) die jeweiligen Co-Heads: WIZO am Freitag und Bullet for my Valentine am Samstag. Unterschiedlicher können Bands fast nicht sein; aber beide Bands legten atemberaubende Konzerte hin und wurden bejubelt ohne Ende – und zwar voll und ganz zu Recht!
Zu WIZO braucht man wohl kaum etwas sagen, denn die sind Kult. Zurzeit eher in der Versenkung, aber umso mehr Spaß macht dann ein solch seltenes Konzert wie dieses (das einzige in Deutschland diesen Sommer). Das Besondere daran – vielleicht auch nur für mich, aber ich fand es eindrucksvoll -: Die Herren liefern ja gerne mal totalen Schwachsinn ab. Und dann stehen da haufenweise Menschen um die 30 im Publikum, die jeden Scheiß mitmachen, jedes Wort mitgrölen, und strahlend wildfremden Menschen in die Arme fallen, während sie von Attentaten, goldenen Scheißestücken oder geschlachteten Schweinen singen. Wie mag das nur auf Unbeteiligte wirken?! Keine Ahnung, denn Unbeteiligte gab es zumindest im ersten Wellenbrecher beim WIZO-Konzert nicht. Sondern nur glückselige, freudestrahlende Fans. WIZO versprachen, dann jetzt wirklich mal mit dem neuen Album weiterzukommen (“Wenn wir nur vorher an unsere Arbeitsscheue gedacht hätten…”), brachten das Publikum dazu, ihre T-Shirts in die Luft zu schwenken (“Helikopter – Hubschrauber!”) und sprachen sich politisch klar aus (“Wir sind gegen Grauzone!” – noch ein Zwergenaufstand, anyone? Nein, den Bandnamen schreibe ich hier nicht). Und nahmen sich bei allem so herzlich wenig ernst – als Axel im Katzenkostüm über die Bühne hüpfte und neben mir gerade einer zweifelnd sagte: “Also, jetzt haben sie mich abgehängt”, kam auch von der Bühne ein “Was kriegt ihr hier eigentlich für eine Scheiße?” Oh ja. Aber schöne, nostalgische Scheiße… =:-D
Die komplette Setlist kriege ich nicht mehr zusammen, aber dabei waren definitiv: Hey Thomas, Kopfschuss, Gute Freunde, W8iting 4 U, Quadrat im Kreis, Kopf ab Schwanz ab Has, Goldenes Stück Scheiße, Raum der Zeit, Hund, Nix und niemant, Diese Welt und ein neues Lied, Egal was war. Als Zugabe folgte dann natürlich noch das Lied, wegen dem sie viel Ärger hatten, was aber einfach extremst wichtig ist: Der Käfer. Gefolgt von Kein Gerede und Die letzte Sau, versteht sich.
Und nun der Sprung zum Samstagabend. Gleiche Zeit, gleicher Slot, aber Metal statt Punk, Wales statt Deutschland und ein deutlich jüngeres Publikum bei Bullet for my Valentine. Auch hier war das Publikum sehr enthusiastisch, und die Band lieferte ein energievolles und beeindruckendes Konzert. Statt mit Kult-, Nostalgie- und Spaßfaktor überzeugten Bullet durch ihre wundervollen Lieder und perfekte Darbietung (diese Gitarre!!), und auch sie wurden zu Recht gefeiert. Wenn auch ganz anders als WIZO, logisch. Was bei Skindred angefangen hatte, wurde bei Bullet fortgesetzt, und die Securities im Graben hatten alle Hände voll zu tun, die Crowdsurfer aufzusammeln. Schade war allerdings, dass das gesamte Publikum doch eher leise war, obwohl man sehen konnte, dass alle begeistert bei der Sache waren. Bullet mussten sich jeden Applaus erarbeiten; sie wirkten dabei aber durchaus zufrieden mit dem Konzert und betonten mehrfach: “Bullet loves you!”
Die Lieder (laut Setlist): Your betrayal, Pleasure and pain, Waking the demon, The last fight, 4 words (to choke upon), Say goodnight, Scream aim fire, Hand of blood, Tears don’t fall, Creeping death, Alone, Begging for mercy
“It’s past our bedtime!”
Die Headliner hatten nach den Co-Heads dann jeweils eine sehr schwere Aufgabe. Denn erstens war es kalt und zweitens müsste man um die Uhrzeit ja längst im Bett liegen und Serien-Wiederholungen gucken (Zitat Bad Religion)! Dennoch lieferten sowohl In Extremo als auch Bad Religion absolut beeindruckende und voll und ganz Headliner-würdige Auftritte ab; leider vor einem kleineren (im Vergleich zum Co-Head) und relativ lethargischen (oder auch “eingefrorenen”) Publikum. Beiden Bands merkte man an, dass sie wirklich arbeiten mussten, um das Publikum für sich zu gewinnen. In Extremo ließen sich professionell nichts anmerken, Bad Religion rutschten ein wenig in den Sarkasmus ab und strichen vermutlich sogar ein paar Songs aus der Setliste.
In Extremo hatte ich ja vor einigen Wochen schon bei Rock im Park gesehen; und obwohl der Auftritt dort um einiges größer war als beim Serengeti, fuhren sie diesmal genau die gleiche bombastische und professionelle Show auf. Sehr eindrucksvoll! Musikalisch ja sowieso, denn auch wenn man die Lieder nicht oder kaum kennt, sind sie sehr mitreißend; und auf der Bühne passiert ständig etwas. Feuerwerk und Flammenwerfer toppen das Ganze dann noch. Wirklich schade, dass die gesamte Resonanz ein wenig mau war, aber das lag sicher nicht am Auftritt, denn der war fantastisch!
Bad Religion am nächsten Abend dann ganz anders, aber genauso toll. Auf der Bühne nichts als “Normalos”, keine Show, keine Kostüme, keine Flammenwerfer. Nur Musik. Aber – ähnlich wie bei WIZO – spielte auch hier wieder der Kult-Faktor rein, und der Teil des Publikums, der mit Bad Religion aufgewachsen ist, hing an Greg Graffins Lippen. Die neueren Lieder schienen den meisten unbekannt zu sein (und da schließe ich mich ein), die alten wurden dafür gefeiert. Zumindest in den vorderen Reihen; weiter hinten war leider totale Funkstille. Daher auch ein relativ abrupter Abgang der Band, bevor sie dann noch zu zwei Zugaben zurückkamen – wobei die Zugaben kaum gefordert wurden, und das, obwohl das Publikum vor der Bühne blieb und offensichtlich noch mehr erwartete. Aber reiner Konsum funktioniert leider nicht… dennoch, die Zugaben bekamen wir. Und trotz mauer Stimmung haben Bad Religion mich nach einem doch eher schwachen Konzert bei Rock am See 2008 wieder voll und ganz überzeugt. (Und sie haben Generator gespielt!! Haaach… =:-))
Fazit
Tja, was kann man nun für ein Fazit ziehen? Mein persönliches Fazit: Schöööööön war’s! Der Kultfaktor bei WIZO und Bad Religion, die beeindruckenden Konzerte von In Extremo und Bullet for my Valentine, die Überraschungen von Rotfront, Letzte Instanz und Skindred, tolle “kleine” Konzerte von Mad Sin, Kraftklub und den Wohnraumhelden… Dazu ein top-organisiertes Festival mit einer quasi unglaublich guten Infrastruktur.
Einziges Minus dabei ein teilweise lethargisches Konsumenten-Publikum, was aber sicher auch zu einem großen Teil am Wetter lag – denn wer den ganzen Tag gefroren hat, will abends einfach nicht mehr klatschen. Ging mir ähnlich. Aber wenn ich schon friere, dann doch zumindest aus gutem Grund; und den hab ich durch wundervolle Konzerte bekommen!
It’s July. Maximum temperatures around 15 degrees (yes, Celsius!). So much rain that other festivals had to be cancelled completely. But it doesn’t rain in the desert, and so Serengeti could take place as planned!
Off to the desert
So I set my sails for Bielefeld on Friday morning. I had packed what I needed: warm clothes, wellies, and a couple of WIZO and Bad Religion CDs for the drive, to refresh the lyrics. No problem finding the festival grounds; the festival was clearly marked, and the parking fees were announced in advance. I was surprised that the parking seemed rather small – great, that looked like the festival was a bit smaller than expected, especially considering the bands that would play there! And since I’m not so fond of huge festivals because you just feel like a tiny grain in a sea of spectators, this let the anticipation grow even more. And rightfully so – because on the one hand, the festival was in no way inferior to the big festivals when it came to the organization and the bands, but on the other hand it was cozy, comfortable, and relaxed. And that’s the perfect mixture!
However – and unfortunately I lack the background information here – it felt almost “too” relaxed. The festival site wasn’t too big, as mentioned, but it was huge considering how many people were there. So it never got too crowded. There were barriers in the front, but they were hardly ever closed on the side (at least from what I’ve noticed), because it hardly happened that it got too crowded in the front. There were plenty of food booths (with a good selection and fair prices), bars, and toilets, and no queues at all – okay, not counting the water toilets and the place where you could get the fabric festival arm band. Awesome! And almost too good to be true. If the festival was actually planned to host this number of visitors, then: Thumbs up! That’s the way it’s gotta be, great service, and really enjoyable! However, I fear that the organizers expected (or at least hoped for) more visitors. And that would be a shame – especially for all those who didn’t accept the offer of such a nice festival, because as I wrote before: Both organization and bands were great, the atmosphere as well, and the price was absolutely justified for what was offered.
“Hands up: Who’s cold?”
But after so much praise, I guess I can also voice my criticism: What the hell is up with this $@#%§ summer?
To put it shortly: It was freezing cold. All day, from morning to night. On Saturday, th sun actually came out a few times (and that felt REALLY good), but it didn’t suffice to actually warm up. It WAS sufficient for a sunburn in the face though…
But: THERE WAS NO RAIN! As stated before: It doesn’t rain in the desert, and the Serengeti was spared the rain almost entirely. There was only one tiny rain shower, and that happened during a break between two bands, so everybody could get back to the campground or into the party tent for a couple of minutes. And that was it, it remained dry for the rest of the festival and until Sunday morning.
Circle pit, wall of death, and black lung
However, I didn’t manage to find out how the ground (which had gotten more than enough rain before the festival) could be as dusty as it was… In front of the stage the dust was almost unbearable at times; the most important thing in the mosh pit was a cloth over the mouth; and even the securities descended on a pack of wet wipes like hyenas, because it was just impossible to get the dirt off.
But the audience didn’t let that ruin the fun – at least not the people in the front who wanted to celebrate. In front of the stage, there was always a good crowd and an enthusiastic atmosphere, and because there were barriers, there was a clear split between the “pogo pit” and the “standing area”. Thus perfect conditions for circle pits and walls of death!
What was striking, however: Only very few of the bands could capture the entire audience. Usually, only the ones in front of the first barrier got really involved in the concert. The larger bands managed to get cheers up until the second barrier. Further back, people were interested in what was happening; but not more than that, and that was a pity. The audience seemed quite a bit like pure consumers – but for a really good concert, both sides must be involved. The bands on stage all delivered their part, the audience didn’t always. A pity!
Music, music, music!
But enough about the things surrounding the festival, let’s talk bands and music now! I missed the first two bands on Friday, Distance in Embrace and Your Demise, so I can’t report about them. I arrived at the festival grounds in time to see Pascow; I’d seen them before a couple of time, and I thought they were quite nice. And this time it was pretty much the same – nothing special, but not bad. Unfortunately, it was impossible to actually understand anything the singer was singing, and that ruined the concert a bit.
Next up were War from a Harlots Mouth. However, this time I won’t report chronologically (like I usually do). Concert reviews are always subjective, and I just don’t have opinions about every style of music. Especially hardcore is a style I just don’t care for. So this time, I’ll rather report more about the bands that I really liked. Which doesn’t mean the other bands are bad, of course! They’re just not my style.
War from a Harlots Mouth, playing metalcore, was one of the bands that couldn’t really score in my opinion, much like Adept from Sweden the day after. On top, Adept had to face the hard task to be the first to address the events in Norway that weekend – which put me out of action for a while anyway. =:-(
Boy Hits Car (also on Saturday) don’t play hardcore but alternative rock, but they didn’t convince me.
Caliban on Friday and Agnostic Front on Saturday managed to draw quite an audience to the stage. The atmosphere at both gigs was fantastic, and although I assumed for both bands that I wouldn’t really care for them, I was pleasantly surprised. Even though the music wasn’t my style, I was impressed by the energy – the one on stage and the one by the kiddies in the mosh pit.
“Orgies! We want orgies!”
Psychologically, it’s of course absolutely unwise for me to start the report with those bands that I found rather boring. So we’ll jump to the other extreme right now; and that one goes by the name of “Wohnraumhelden” (“Living Room Heroes” or something like that). On Saturday morning however, they went by the name “Frühschoppen formerly known Wohnraumhelden”.
A brilliant idea to have a (small) songwriter group play during the breaks! Too bad that this was only possible on Friday; but at least the two were allowed to play the “Frühschoppen” (“brunch concert”) on Saturday morning. No matter if during the breaks on Friday or on the main stage on Saturday: The two musicians, on a mission on behalf of the goddess of music, knew how to excite the audience! Singing about meat, shunning sunlight, metro-sexuality, rock, smoke, and of course heroes. Always very entertaining, and with all the talk and interaction (which also worked at 12 in the morning) inbetween, nobody could be bored. There were a few Circles of Love (no, it wasn’t invented by K.I.Z!), slo-mo pogo at the Frühschoppen (thanks to all participants, that was AWESOME to watch!), “stage”diving to get beer (“stage” in quotes because the two played on a tiny truck with a foldable stage in front), a 1 Euro extra on the drums (also known as a drum machine), and a stunning light show in the form of a flashing light – all who missed out on this should be kicking themselves now.
“We don’t fit in here, and that’s why we have to be here!”
Of course these two weren’t the only highlight, but there were many more. The first surprise in my eyes was The Creepshow. As the singer said, they were on way too early on Friday and the crowd wasn’t really warmed up yet; but the band didn’t let that stop them, and they delivered a 1st class psychobilly-punk show. Bands with a stand-up bass are always fun anyway, and if in addition, the lead singer hops into the audience, you just have to join the party.
The stand-up bass rule was confirmed the next day by Mad Sin. As always, they delivered a great and enjoyable gig – unfortunately, they obviously lacked the “eye-catcher” (granted, Creepshow’s Sarah was more of a treat than Mad Sin’s Klöfte… *uhem*). The result was an audience that was only moderately enthusiastic, except for a few fans in front of the stage. Too bad! That’s what caused the band to explain that the reason they must be part of this festival is that the don’t fit into the lineup. But it seemed that the majority of the audience wasn’t flexible enough for that. A pity, since you can’t do anything but dance at such a psychobilly show!
Another band that didn’t necessarily fit in was Letzte Instanz. However, in contrast to Mad Sin, they were received very well by the audience; and in a way they were the “icebreaker” on Friday. When they demanded the audience to “Kneel down”, everyone in front of stage did, and of course the audience followed the “Rise again” as well. The only thing that wasn’t received to well was them calling the Serengeti festival “Bielefeld” all the time…
“It might not be punk or metal, but you must admit it’s fun, right?”
There were more bands that didn’t fit the typical metal or punk scheme. For example House of Pain (who were responsible for the quotation above). Yes, I also needed a reminder who House of Pain is. But everybody knows “Jump around”, and you don’t need to be a rap fan to enjoy that song – something House of Pain managed to prove impressively during their performance. And even though it seemed that many of the visitors used this concert to take a break, between Agnostic Front and Skindred, and thus the response to House of Pain was rather meager, the “old guys” delivered a great show.
K.I.Z. were also “different”, as expected. A big part of the audience was eagerly awaiting their performance, and not even the rain shower in the break before their gig could dampen the mood. K.I.Z. was one of the few afternoon bands that people were calling out for before the concert. The audience loved their gig; personally, I would have hoped for more crazy party mood. Instead, there was some rather primitive talk between the songs (and often it wasn’t clear what was supposed to be irony and what was just plain out stupid). “Drugs are evil – throw them on the stage, we’ll destroy them for you!” might be good trash talk, but coming from rappers with cigarette in hand, pouring beer over themselves and telling how they “inspired” the toilets before the concert to make sure they are okay, just like Peter Maffay always does it (and they actually mixed up Peter Maffay with another guy there)… uh yeah. The music was okay, the atmosphere was good, and probably I’m just too old to deem the announcements funny. =;-)
Speaking of too old – I really liked Kraftklub, even though I don’t belong to the target generation. A wild mix of indie and rap, plus good lyrics. “We’re too young for rock’n'roll! Our parents smoke more pot than we do – how should we rebel, no matter where we go, our parents have been there before. ” They were playing pretty early on Saturday, but for that time, there was quite a crowd in front of the stage, and the audience liked what they saw.
The biggest surprise of the festival for me, however, was Rotfront. A multicultural band, songs in German, English, Hungarian, and Russian, a wild mix of gypsy, klezmer, ska, and rap. No way to stand still! And next year they’ll play at Eurovision Songcontest for the Emigrantski Republic (at least that’s what they claimed =;-)). And they’ll get my vote! And the one of all the kiddies in front of the stage as well I guess, because they all had a lot of fun.
“Are you ready to bounce, Sir?”
Skindred were another surprise – but probably only for visitors like me who attended Serengeti for the first time. According to the festival info, their performance last year must have been phenomenal. And judging from this year’s concert, I have no doubts that this is true! Right from the first song, the audience was celebrating. Crowd surfers were coming in all the time, and if someone actually dared to stand still for a moment instead of joining in, they got a personal invitation (see quote). Accordingly, the whole place was jumping, and within seconds I regretted that I had passed on the Anthrax concert last week – because they had not only Fozzy as support, but also Skindred. And I’m sure they didn’t win only me as a new fan at Serengeti!
At the same position on Friday, Pennywise were playing. They are the founding fathers of punk, so there were no surprises here; but a solid concert that impressed especially the older visitors, of course. As usual, Pennywise played a committed concert and continued to praise the European audience.
“Bullet loves you!” vs. “What kinda shit are you getting here?”
THE bands of the festival for me (and from what I’ve heard for many others as well) were the respective co-heads: WIZO on Friday and Bullet for my Valentine on Saturday. Bands can hardly be further apart; but both bands played amazing concerts, and both got great reactions from the audience – fully justified, of course!
I guess I don’t have to say much about WIZO, because they’re a classic. At least for Germans. At the moment, they aren’t really active, but that means that such a rare concert like this one (the only one in Germany this summer) is even more fun. The remarkable thing about it – and perhaps only for me, but I found it really impressive -: Those guys tend to deliver total bullshit. And then there’s tons of people in their 30s in the audience who join in with anything, who are screaming and singing along to every word, and embrace strangers, gleaming with joy, while singing about bombings, golden pieces of shit, or slaughtered pigs. How does that look to outsiders?! I got no idea, because there weren’t any outsiders at the WIZO concert, at least not in the front. But only excited fans, gleaming with joy. WIZO promised that they would really get to work on a new album now (“If only we had considered before that we detest any kind of work…”), made the audience swing their T-shirts in the air (“Helikopter – Hubschrauber!”), and voiced their political standing (“We are against any gray area!”). And above all, WIZO really didn’t take themselves serious. Just consider Axel jumping around on stage in a cat costume, and just when a guy next to me says: “Well, now they lost me somewhere”, they asked on stage: “What kinda shit are you getting here?”. Oh, yes. But beautiful, nostalgic shit… =:-D I can’t give the complete setlist now, but these songs were definitely played: Hey Thomas, Kopfschuss, Gute Freunde, W8iting 4 U, Quadrat im Kreis, Kopf ab Schwanz ab Has, Goldenes Stück Scheiße, Raum der Zeit, Hund, Nix und niemant, Diese Welt, and a new song, Egal was war. And of course they played a song as encore that had gotten them into a lot of trouble, but it is just so extremely important: Der Käfer. Followed by Kein Gerede and Die letzte Sau, of course.
Jumping to Saturday night now. Same time, same slot, but metal instead of punk, Wales instead of Germany, and a much younger audience for Bullet for my Valentine. Again, the audience was very enthusiastic, and the band delivered an energetic and impressive concert. Instead of a cult factor, nostalgia, and madness, Bullet impressed by their wonderful songs and perfect performance (this guitar!). And they were rightfully celebrated. Although very differently from WIZO, as figures. What had begun with Skindred was continued during Bullet’s concert, and the securities in front of the stage were more than busy picking out the crowd surfers. It was a pity though that the whole audience was rather quiet, even though it was obvious that everyone was following along. Bullet had to work hard for each applause; but they seemed quite happy with the concert and stressed several times that “Bullet loves you!” The songs (according to the setlist): Your betrayal, Pleasure and pain, Waking the demon, The last fight, 4 words (to choke upon), Say goodnight, Scream aim fire, Hand of blood, Tears don’t fall, Creeping death, Alone, Begging for mercy
“It’s past our bedtime!”
The headliners definitely had a hard task to accomplish after the co-heads. On the one hand because it was freezing cold, and on the other hand because everyone should have been in bed by that time, watching re-runs (quote Bad Religion)! Nevertheless, both In Extremo and Bad Religion delivered absolutely stunning and fully headliner-worthy gigs; but unfortunately in front of a smaller (compared to the co-heads) and relatively lethargic (or “frozen”) audience. It was obvious that both bands had to work hard to win over the audience. In Extremo didn’t let that show at all, very professionally; Bad Religion slipped a bit of sarcasm into their performance, and it seemed like they actually cut some songs from their setlist.
I had seen In Extremo a few weeks ago at Rock im Park, and although that performance was a lot bigger than the one at Serengeti, they delivered the same bombastic and professional show. Very impressive! They are great musically, and even if you do not or barely know the songs, In Extremo are exciting to see, and there’s constantly things happening on stage. Add in fireworks and flamethrowers to top the whole thing. Really a shame that the audience was quiet and quite lame, but that definitely wasn’t due to the performance, because that was awesome!
Bad Religion the next night, quite different, but equally great. They are so normal on stage; no show, no costumes, no flamethrowers. Only music. But – similar to WIZO – they are a classic; and the part of the audience that grew up with Bad Religion was hanging on Greg Graffin’s lips. Most people (me included) didn’t really know the new songs, but everyone loved the old ones. At least in the front rows; further in the back there was dead silence. That seemed to cause a pretty abrupt end of the concert, before they came back for two encores – even though hardly anyone was shouting for encores. Really strange, since people remained in front of the stage waiting for more; they just didn’t clap or shout. But pure consumption does not work… yet, we got the encores. And despite the quiet atmosphere, Bad Religion managed to absolutely convince me again, after a rather weak concert at Rock am See 2008. (And they played Generator! Haaach… =:-))
Conclusion
Well, so what’s the conclusion? My personal conclusion: Soooooo nice! The cult factor of WIZO and Bad Religion, the impressive concerts of In Extremo and Bullet for my Valentine, the surprises of Rotfront, Letzte Instanz, and Skindred, great “small” concerts of Mad Sin, Kraftklub, and Wohnraumhelden… In addition, a very well-organized festival with an almost unbelievably good infrastructure. The only negative point was a partially lethargic consumer audience, but I assume that this was at least partially due to the weather – because if you’re freezing all day, you just don’t want to clap anymore at night. I felt the same. But when I’m freezing anyway, then at least for a good reason; and I got that one through wonderful concerts!
Nachdem die diesjährige Festivalsaison ja schon vor anderthalb Monaten bei Rock im Park offiziell “eröffnet” wurde, geht sie für mich jetzt so richtig los. Die nächsten (mindestens) 6 Wochenenden werde ich auf Festivals verbringen. Und ich beantrage hiermit Hochsommer bis mindestens Mitte September!
Los ging’s jetzt also beim Happiness-Festival in Schwann bei Straubenhardt in der Nähe von Pforzheim. Wie man merkt, ein eher kleines Örtchen und dementsprechend auch ein kleines, gemütliches Festival. Ich war vor Jahren schon mal dort; damals handelte es sich noch um ein “Umsonst & Draußen”-Festival. Mittlerweile kostet es Eintritt (wobei 22 Euro für ein Festivalticket absolut nicht übertrieben ist) – sonst hat sich aber nichts verändert. Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist ein wunderschönes, kleines, familiäres Festival mit guter Stimmung und solider Organisation. Und mit toller Musik!
“Und die Hände gehen hoch wie bei Nazifesten!”
Da ich nicht in journalistischer Funktion unterwegs war, kamen wir an beiden Tagen erst gegen Abend zum Festival, ich kann also nur über die jeweils vier letzten Bands berichten. Am Samstag kamen wir zum Auftritt von Prinz Pi. Ich kenne ihn nur von seiner Kooperation mit Kaizers Orchestra und ein bisschen reinhören vor dem Festival, und ich fand den Auftritt nett. Die Lieder haben sich bei mir zwar nicht wirklich festgesetzt, aber es gab einige echt gute und überraschende Zeilen mittendrin (wie z.B. die oben). Allerdings werde ich solche Rapper, die quasi allein auf der Bühne stehen (Prinz Pi hatte noch einen “Organisten” und einen “Mitrapper” dabei, das war’s aber) und zur Konserve ihre Texte ablassen, wohl nie auf einer Stufe mit einer echten Band sehen können.
Als nächstes waren die Ohrbooten dran; auch die kannte ich gar nicht. Sie waren unterhaltsam, machten noch mehr Stimmung als Prinz Pi, hatten Spaß mit den Gummientchen, die auf die Bühne geworfen wurden, und brachten das Publikum problemlos dazu, “Alle meine Entchen” zu singen. Wunderbar. Sowas (und auch Prinz Pi) würde bei mir erst nachts um drei funktionieren, aber das Publikum war offensichtlich da, um zu feiern. Und zwar auch schon abends um acht. Schöööön! Wenn auch ein kleiner Kulturschock für uns, als die Ohrbooten dann endlich das langerwartete “Autobahn” spielten, alle um uns rum begeistert mitsangen und wir uns anguckten und noch nie auch nur irgendwas von diesem Lied gehört hatten. Oder von der Band. Spaß gemacht hat’s trotzdem, und wie!
Danach dann die Emil Bulls. Die kannte ich nun wiederum zumindest ein bisschen, und auch ihr Auftritt machte Spaß. Das Gelände war zu dem Zeitpunkt auch schon sehr gut gefüllt. Nur das Wetter spielte nicht ganz mit – es blieb zwar zum Glück trocken, aber es war ganz schön kalt. Und das Mitte Juli… pff. Unterhaltsam übrigens auch der Soundcheck von den Emil Bulls, bei dem der Backliner ständig “Check one, check two, check yeeeeaaaaah” ins Mikro rief, was das Publikum abfeierte. So sehr, dass das sogar am nächsten Tag noch DER Festivalruf war. Helga ist also offenbar tot.
Beim Headliner des Abends störte die Kälte dann aber nicht mehr, denn das waren Disco Ensemble. Für mich überhaupt der Grund, zum Festival zu kommen! Und sie lieferten einen gewohnt tollen Auftritt ab, mit relativ langer Spielzeit und guter Setliste. Es wirkte so, als hätten nicht viele der Anwesenden die Band vorher gekannt; und leider war es auch deutlich leerer als bei den Emil Bulls vorher. Aber alle, die da waren, hatten einen Heidenspaß und werden Disco Ensemble ganz sicher in die Liste ihrer Lieblingsbands aufnehmen. Kann gar nicht anders sein, bei so einem energiegeladenen und überzeugenden Auftritt!
“Drei Wörter: Gurke, Paprika, Gulaschkanone!”
Am nächsten Tag kamen wir pünktlich zum Auftritt von Yakuzi aufs Gelände. Oder genauer gesagt zu Kaizers Orchestra, die vorm Yakuzi-Auftritt in der Pausenmusik gespielt wurden. Yeah! Yakuzi waren dann… durchwachsen, leider. Ich kenne sie schon recht lange, fand sie immer total toll, und sie waren der Grund dafür, dass ich an beiden Tagen da war und nicht nur am Freitag. Aber so ganz gezündet hat es diesmal nicht. Zu Beginn gab’s böse Tonprobleme und teilweise gar keine Bläser über die PA. Dann spielten Yakuzi haufenweise neue Lieder, sodass ich schon dachte, ich hätte eine CD verpasst – hab ich aber nicht, die Lieder gibt’s halt nur noch nicht auf Platte. Und zuguterletzt war da noch der (neue?) Gitarrist, der auf der Bühne den Clown und den Liedern einen Funk-Touch gab. Nee, sorry; bei Yakuzi will ich Ska-Punk, keinen Funk. Und den dann bitte gut gespielt. Vielleicht doch eher darauf konzentrieren, die bestehenden Lieder ordentlich vorführen zu können, statt mehr und mehr neue zu schreiben? Klingt jetzt negativ, fühlte sich auch ein bisschen so an, aber: Spätestens bei “One to all” war alles wieder gut, und ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht.
Danach dann die Überraschung des Festivals. Der Name Bakkushan sagte mir zwar ein bisschen was, das Reinhören vorm Festival war vielversprechend, aber was die Band dann auf der Bühne ablieferte, übertraf die Erwartungen bei weitem. Wohoo! Ich mein, allein die erste Ansage à la “Oh, ich muss stimmen, Robert singt für euch jetzt das ABC!”… das sagt alles. Super Musik, Spaß, Selbstironie (“Ich weiß auch nicht mehr, was ich mir dabei gedacht hab, als ich den Refrain geschrieben hab…”), dennoch gute Texte. Und DaDa-Humor; oder welche andere Band würde mittendrin mehrfach in einem 1-Minuten-Lied Dosenfleisch, Gurken, Paprika und Gulaschkanonen besingen? (Nein, die ärzte gelten nicht. *g*)
Ein absolut genialer Auftritt jedenfalls, und wunderbare Laune überall. Und noch ein kleiner Kulturschock, weil die Kiddies die alle kannten und wir keinen Schimmer hatten.
Nun war es Zeit für ein bisschen Pause, denn Turbostaat hatten ihre Sympathien bei mir letztes Jahr beim Helfenstein-Festival verspielt. Zur Ehrenrettung sei berichtet, dass der Sänger auf der Bühne diesmal deutlich netter und freundlicher rüberkam – aber das Festival war ja auch größer und es standen mehr Leute vornedran, da lohnt das dann ja auch, ne? Musikalisch fand ich’s uninteressant, aber insgesamt wurde die Band auch sehr positiv aufgenommen.
Headliner des Abends (und klarer Headliner des ganzen Festivals – am Samstag war es doch SEHR viel voller als am Freitag!) waren dann Sum 41. Auch hier muss ich zugeben, dass ich relativ unvorbereitet ins Konzert ging, mit dem Hintergedanken, dass das so eine Band ist, “von der man eh alles kennt”. Nee, das stimmte definitiv nicht; erst gegen Ende des Konzertes wurden die bekannten Lieder ausgegraben. Vorher war’s musikalisch super, wenn auch nicht allzu abwechslungsreich. Ich persönlich fühlte mich aber sehr in meinen Vorurteilen gegenüber amerikanischen Bands bestätigt: seelenloses Herunterspielen, Professionalität, Unnahbarkeit. Verstärkt wurde das noch dadurch, dass Sum 41 einige Fans auf die Bühne holten – die dann in eine Bühnenecke gesteckt und nicht mal richtig begrüßt oder “gewürdigt” wurden. Sie standen halt das ganze Konzert da oben und konnten von hinten zugucken; was sicher eine tolle Erfahrung ist, aber andererseits macht das doch auch das “normale” Konzert kaputt. Aber nun ja, Amibands halt.
Fazit: Ein tolles musikalisches Programm mit vielen schönen Konzerten und einem Publikum, das einfach ALLES abgefeiert hat. So muss das sein!
Festival 2.0
Noch ein paar Worte zum Festival an sich. Zuerst mal ein großes Lob an die Organisation – alles lief glatt, alle Helfer waren extremst freundlich und gut gelaunt und mit viel Spaß bei der Sache, und es gibt keinerlei Kritikpunkte. Die Parkplätze entlang der Straße sind ein wenig unpraktisch (und vor allem erwartet man bei einem “benutzt die offiziellen Parkflächen” auf den Tickets doch irgendwie was anderes), aber auch das funktionierte ja alles. Traurig dagegen die Tatsache, dass die Polizei dann mit dem Zollstock durchläuft und genauestens überprüft, wieviel Platz zwischen den abgestellten Autos ist… schließlich kam man überall problemlos durch, und da man von zwei Seiten zum Festival hinkam und nur eine Seite als Parkfläche genutzt wurde, handelte es sich auch nicht um einen Rettungsweg. Überhaupt; die Polizeipräsenz war echt extrem. Dazu die Alkoholbannmeile – ich verstehe es einfach nicht. Wenn eine Gruppe Freiwilliger ein solch tolles Festival organisiert und soviel Arbeit reinsteckt, etwas für die Jugend in der Umgebung auf die Beine zu stellen, muss man denen dann wirklich möglichst viele Steine in den Weg legen?
Ach ja, zum Thema Kontrollen fällt mir dann doch noch ein kleiner Negativpunkt ein: Ich wurde nämlich noch nie auf Festivals so gründlich durchsucht (man könnte es auch “betatscht” nennen). Das an sich ist natürlich kein Kritikpunkt; erst in Kombination damit, dass mich nie jemand danach gefragt hat, was ich denn in der Hosentasche habe. Ohrstöpsel und Augentropfen kann man nämlich nicht einfach erfühlen… Und mein Bändchen hat auch nie jemand kontrolliert. Ich vermute ja, dass das Gelände genau deshalb am Samstag so viel voller war als am Freitag.
Das Publikum war insgesamt sehr sehr jung; mit >30 fielen wir doch sehr auf. Aber das war zu erwarten und auch nicht schlimm, und insgesamt empfand ich das Publikum als sehr angenehm. Die Kiddies waren zum Feiern da, alle waren nett und höflich, im Pogopit wurde aufeinander aufgepasst, ich hab keinerlei Streitereien mitbekommen. Alles lief gesittet ab, an den Ständen gab’s zwar Gedrängel, aber kein Gedrücke, fürs Dixie wurde brav in Zweierreihen angestanden, und alle über 25 wurden gesiezt (HEY! *lol*).
Und die Festivalkultur verändert sich offenbar. Wurde früher zwischen den Liedern nur applaudiert, hält heute einfach einer ein Schild mit aufgemaltem Daumen und “gefällt mir!” hoch, und das gesamte Publikum reckt den Daumen in die Luft. Und nächstes Jahr rufen sie vermutlich “+1″. Und solange zusätzlich noch weiter geklatscht und gejubelt wird, sag ich: Das gefällt mir!
Wenn ein Festival umziehen muss, kommen immer Zweifel auf. Wie wirkt sich der Umzug auf die Atmosphäre aus? Halten die Stammbesucher dem Festival die Treue? Wird die Infrastruktur wirklich verbessert, oder ist der Umzug nur nötig, um noch mehr Leute aufs Gelände quetschen zu können? Und vor allem: Wie finde ich nachts zurück zu meinem Zelt, wenn der Weg doch ganz anders ist als letztes Jahr?
Diese Fragen muss man sich beim Reload Festival dieses Jahr auch stellen, denn zum ersten Mal nach fünf Jahren in Twistringen findet das Festival dieses Jahr in Sulingen statt. Von Twistringen aus wird es aber ein Busshuttle geben, und das neue Gelände beschreiben die Organisatoren als wunderschön und ideal für das Festival: “Eine schöne Graswiese, von Bäumen umwachsen und die grünen Camping- bzw. Parkplätze sind direkt nebenan!” Das klingt doch durchaus vielversprechend, da kann man also gespannt sein!
Das Line-Up ist in diesem Jahr sehr stark und noch Metal- und Hardcore-lastiger als in den letzten Jahren. Als Headliner sind diesmal Hatebreed, Limp Bizkit und Papa Roach am Start. Aber auch im Nachmittags-Line-up finden sich einige Perlen wieder, wie z.B. die Emil Bulls, Dampfmaschine, Mr. Irish Bastard oder Fozzy. Das komplette Line-Up gibt es hier.
Mit 66,65 Euro sind die Festivaltickets durchaus erschwinglich. Man sollte sich aber ranhalten – denn die Verantwortlichen haben verkündet, dass bisher zehnmal so viele Tickets im Vorverkauf abgesetzt wurden wie im Vorjahr. Und wer den Bands ganz nahe kommen will und etwas mehr Geld im Festivalbudget hat, der kann sich ein VIP-Ticket fürs Festival sichern, mit dem man u.a. Zugang zum VIP-Bereich (inkl. Essen und Trinken versteht sich) erhält. Alle Infos zu den Tickets und zum ganzen Festival gibt es auf www.reload-festival.de.
Vom 1. bis zum 3. Juli 2011 fand im niedersächsischen Sulingen, etwa 50 Kilometer südlich von Bremen, zum ersten Mal das Reload-Festival statt. Bislang wurde dieses Rock- und Metal-Festival im 20 Kilometer entfernten Twistringen veranstaltet. Durch diese Verlagerung wuchs das „Reload“ in immenser Weise: Es hieß, bereits im Vorverkauf seien mehr als zehnmal mehr Tickets verkauft im Vergleich zu den Vorjahren. Diese Zahl konnte sich meiner Einschätzung nach letztendlich aber vermutlich nicht bestätigen. Das „Reload“ ist insgesamt ein eher kleines Festival. Laut einem Bericht der lokalen „Sulinger Kreiszeitung“ im Anschluss an das Festival heißt es, dass täglich etwa 7000 Besucher begrüßt werden konnten. In diesem Bericht kommen auch einige der Besucher zu Wort: Viele mögen es, dass es eine so kleine Veranstaltung ist. Dadurch wird es fast familiär – und so nah an die Musiker kommt man bei keinem anderen Festival heran. „Bitte nicht größer werden“, wird eine Besucherin zitiert.
Ich bin in Sulingen geboren und aufgewachsen und war als Fan von Rock und Metal froh, dass dieses Festival zu uns kam, wenngleich ich noch nie auf einem Festival war. Denn die Besetzung klang sehr überzeugend: Papa Roach, Hatebreed, Soilwork und als Hauptheadliner Limp Bizkit auf einem ihrer wenigen Deutschlandauftritte in Originalbesetzung! Für mich von besonderem Interesse war zudem Fozzy, die ich auch bereits kannte und schätzte. Dass diese Bands nach Sulingen kommen: Für mich unglaublich. Die anderen Bands sagten mir aber wenig bis gar nichts – mein erstes Festival eben. Ich war sehr gespannt und hatte sogar das Glück, eine Presseakkreditierung mit Fotopass zu bekommen, sodass ich direkt vorne in den Fotograben gehen konnte. Für mich als angehenden Journalisten eine sehr interessante Erfahrung.
Freitag, 15 Uhr fiel der Startschuss. Dummerweise waren zu dem Zeitpunkt noch keine Leute im Bühnenbereich, wohl ein kleiner Fehler in der Koordination mit den Security-Kräften. Die ersten Zuhörer kamen dann aber doch nach und nach, um Pay No Respect zu sehen. Das Pogen ging früh los. Der Tag war geprägt von Wetterschwankungen: Pünktlich um 15 Uhr fing es an zu regnen. Typisch Festival, oder? Der Regen hielt nicht lange. Als zweite Band betrat Sulingens Eigengewächs R.Y.O.T. – „Resist Your Own Thoughts“ die Bühne, in neuer Besetzung nach einer Weile Pause. Ein guter Auftritt und die Sulinger waren froh, ihre Band zu sehen. Nach dem Konzert traf ich R.Y.O.T.-Gitarrist Thomas Seebach. Auch er zeigte sich zufrieden mit ihrer Performance, sprach aber davon, dass er auf die Bühne ging und sich voll auf die Musik konzentrierte, quasi Tunnelblick. Viel drum herum habe er wohl nicht mitbekommen.
Für mich die Überraschung des Freitags waren die Emil Bulls, klasse Musik, starke Performance. Die Leute gingen sehr gut mit. Definitiv der Eisbrecher des Tages und meine persönliche Entdeckung des gesamten Festivals. Hörempfehlung: „Nothing in this World“.
Passend zu Fiddlers Green, die ich nicht gesehen habe, kam die Sonne wieder hervor und wir hatten unseren Regenbogen, wahrscheinlich mit Töpfen voller Gold an den Enden: „The Luck of the Irish“, meinte ein Kumpel. Fiddlers Green und ihre Nachfolgerbands setzte ich aus, weil ich mit meinen Kumpels grillen wollte. Das war nicht unbedingt die beste Entscheidung. So verpassten wir Skindred, die wohl einen der besten Auftritte des ganzen Festivals hinlegten. Dies hörte ich von sehr vielen Anwesenden und ärgerte mich jedes Mal erneut. Und meine Kumpels hielten es mir auch andauernd vor. Ich dachte, die wären nicht so gut… Aus der Entfernung konnte man ein wenig über den Zaun lugen, die gute Stimmung war deutlich zu erkennen. Blöd gelaufen. Terror verpasste ich auch. Zu Blood for Blood war ich wieder vor Ort. Nicht unbedingt meine Musik, aber ein guter Auftritt. Erwähnenswert ist ein kleines Geburtstagsständchen, das für den Gitarristen Dylan gespielt wurde.
Wie bei Blood for Blood erwähnt, stehe ich eigentlich ja nicht so auf den wirklich harten Metal mit großen „Schreianteilen“ oder durchgängigem Geschreie ohne cleane Parts der Frontmänner, doch auf einem Festival kommt das trotzdem sehr geil rüber durch eine starke Atmosphäre und aktive Fans. Schließlich kam der Freitagsheadliner Hatebreed, der den musikalisch härtesten Tag des Festivals beenden sollte. Anderthalb Stunden sollten es werden – wurden es aber nicht. Bereits nach einer Stunde war die Band vorerst fertig, spielte dann noch vielleicht zehn Minuten Zugabe. In der Zugabe gab es dann die beiden einzigen Songs, die ich von Hatebreed kannte und dementsprechend hören wollte: „Destroy Everything“ und „I Will Be Heard“. Hatebreed machte jedenfalls den weiteren Bühnenbereich ziemlich voll, was die Zuschauer angeht.
Während des Hatebreed-Auftritts habe ich mich von der Einsatzleitung der Sanitäter briefen lassen, wie die Bilanz des ersten Tages aussah. Es gab etwa 40 Fälle für die Sanitäter, aber nur zweimal mussten Besucher ins Krankenhaus gefahren werden. Meistens waren es Lappalien. Es sei insgesamt im Rahmen gewesen, wurde mir mitgeteilt. Zuvor hatte ich gehört, dass jemand sich beide (!) Knöchel gebrochen haben soll. Dies wurde aber von den Offiziellen verneint.
An diesem ersten Tag konzentrierte ich mich in vielen Fällen auf das Fotografieren im Fotograben, eine für mich neue Erfahrung. Ich war während des gesamten Festivals überrascht, wie vernünftig die Fotografen alle miteinander umgingen, fast schon zuvorkommend. Ich hatte die Befürchtung, bei Limp Bizkit würde es am Samstagabend wegen des großen Interesses im Fotograben einen größeren „Moshpit“ geben als im Feld, aber es sollte eine leere Befürchtung sein. Zumal es besondere Regelungen gab, dass die Fotografen auch nur in zwei kleineren Gruppen in den Graben gelassen wurden.
The Ghost Inside spielten am Samstag. Sehr heftige Musik, die ich persönlich nicht wirklich mag. Anderen gefiel es sehr, es wurde viel gepogt. Am Ende des Auftritts wurde eine Zugabe gefordert und die Band hätte wohl gerne weitergemacht, doch der Zeitplan ließ offenbar nicht mehr zu. Eins noch: Hätte ich den Sänger von The Ghost Inside auf der Straße getroffen, hätte ich nie vermutet, dass er derartige Musik macht. Bei hochgekrempelten Ärmeln sah man zwar große Tattoos, doch ansonsten hat er doch eher einen Schwiegersohnlook: leicht gescheitelte kurze Haare, minimaler Bauchansatz, freundliches Lächeln…
Vor The Ghost Inside spielte noch die Band Dampfmaschine. Ich kam zwar erst inmitten des Auftritts hinzu, doch die Gruppe konnte meiner Meinung nach nicht sonderlich überzeugen. Das Publikum war ziemlich lahm. Und irgendwann auf dem Weg zur Bühne oder auf der Bühne haben die Musiker offenbar auf mysteriöse Weise ihre Shirts verloren. Dem Frontmann rutschte die Hose zudem fast herunter…
Völlig geweckt wurde das Publikum von 4Lyn, die am Samstag den Eisbrecher geben durfte. Klasse Performance, die Leute sind richtig gut mitgegangen, auch die, die 4Lyn vorher nicht kannten. Besonders der Song „Pearls & Beauty“, der zusammen mit den Besuchern gesungen wurde, wusste voll zu überzeugen. Die zweite tolle Entdeckung des Festivals!
An The Bones kann ich mich im Nachhinein kaum erinnern, war da wohl zu sehr aufs Fotografieren fixiert. Aber schlecht waren die wohl keinesfalls. Als Co-Headliner des Tages waren gegen Abend Ill Niño an der Reihe. Die konnten einem da vorne im Fotograben schon etwas Angst einjagen, besonders der Frontmann: Riesengroß, breit wie ein Schrank mit einer Rasterlockenmähne, mit der man jemanden beim Headbangen erschlagen könnte! Die haben auf jeden Fall einen Eindruck hinterlassen.
Dann war es Zeit für die größte Band des Reloads: Limp Bizkit auf einem ihrer wenigen Deutschlandauftritte in Originalbesetzung. Die haben die Hütte vollgemacht wie keine andere Band. Viele Fans waren vermutlich extra wegen Limp Bizkit da. Dementsprechend eine sensationelle Stimmung. „Das ist einfach nur traumhaft“, meinte ein Besucher, der neben mir stand, während des Auftritts. Starke Nummer, aber ich hatte besonders am Ende den Eindruck, dass Fred Durst nicht die ganz große Lust hatte, vielleicht wegen der eher kleinen Größe des Reloads. Untermauert wird dieser Eindruck davon, dass die Band auch früher Schluss gemacht hat als angekündigt war. Es wurde als Zugabe auch lediglich „Rollin‘“ gespielt, dann war Fred Durst fix von der Bühne verschwunden. Einigen Zuschauern gefiel das gar nicht. Ich hörte zudem Beschwerden, dass zu viel Zeit vom DJ an Mischpult und Platten geschunden wurde.
Einen Tag hatten wir dann noch auf der Agenda, der Sonntag, der von der Musik her softer sein und mich insgesamt am meisten interessieren sollte dank den Bands Fozzy, Soilwork und Papa Roach. Your Colorful Black Eyes und Mr. Irish Bastard habe ich verpasst, weil ich mich auf Fozzy vorbereiten musste. Fozzy spielte ab 14 Uhr, im Anschluss sollte ich noch die Möglichkeit erhalten, ein Interview mit Frontmann Chris Jericho zu führen. Manchen mag der Name Chris Jericho bekannt vorkommen. Seine Wurzeln liegen im professionellen Wrestling, im dem er sehr erfolgreich war und von dem er zumindest vorerst eine Auszeit nimmt. Wegen des Interviews verpasste ich auch Luxuslärm und Wirtz danach. Von Weitem konnte ich den zwei Band aber etwas zuhören und die machten soweit einen guten, sympathischen Eindruck. Leichtere Musik eben. Im weiteren Verlauf des Tages verpasste ich ebenfalls Agnostic Front.
Kommen wir zu Fozzy. Das war ein sehr guter Auftritt, vergleichbar mit den Emil Bulls und 4Lyn. Die Besucher waren, da es ja noch relativ früh am Festivaltage war, zunächst eher wenige und auch relativ träge. Einige Wrestling-Fans, denen Chris Jericho noch bestens bekannt ist, riefen „Y2J“ in Anlehnung an Jerichos Spitznamen. Es kostete die Band und Chris Jericho eine Menge Arbeit, aber sie schafften es, das Publikum so langsam mitzureißen – durch Interaktionen mit dem Publikum, gute Musik und eine starke Performance (inklusive Gang ins Publikum und dem Erklimmen eines Metallträgers der Bühne und dem darauffolgenden Singen aus fünf Metern Höhe). Ein Auftritt, an den ich persönlich mich noch gerne erinnern werde mit Ausnahme dessen, dass die Fans nicht die ganze Zeit voll dabei waren. Entsprechend zu einer Aussage Jerichos während des Interviews: Hoffentlich sind viele Leute nach Hause gegangen und denken sich, dass beim Reload viele gute Bands waren, darunter aber auch Fozzy. Auch wenn man sie vorher nicht kannte, haben sie sich jetzt hier womöglich einen Namen gemacht, die Zuhörer des Reloads besuchen vielleicht weitere Konzerte und empfehlen die Band weiter.
Zwei gute Bands sollten am Sonntag noch folgen. Die eine von ihnen war Soilwork. Auf mich machten die einen guten Eindruck. Andere waren etwas enttäuscht, habe ich gehört. Ich kannte nicht so sonderlich viel, aber da gegen Ende „Stabbing the Drama“ und „Nerve“ gespielt wurden, bin ich für meinen Teil zufrieden.
Eine Band hatten wir dann noch, und zwar die Hauptband des Tages Papa Roach. Ich erwähne es dieses Mal vorweg: Auch dieser Auftritt war zu kurz und es gab keine Zugabe. Die haben sie zudem selber vorweggenommen und „Last Resort“ gespielt. Das erwähne ich bewusst vorab, denn das Konzert war der helle Wahnsinn. Es waren zwar etwas weniger Leute als bei Limp Bizkit da, aber die Stimmung war spitzenmäßig. Es gab etliche „Crowddiver“. Man kann sagen: Die anderen Bands haben lediglich die Möbel rausgebracht – Papa Roach hat die Hütte dann vollständig abgerissen! Papa Roach war die meiner Meinung nach vermutlich beste Band auf dem ganzen Reload-Festival und hat somit die drei Tage mit einem Knall beendet.
Vor dem Fazit noch zwei Kleinigkeiten, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind: Kreative Fans, die mit diversen Kostümen auffielen: Leute waren unter anderem verkleidet als Eisbär, Nonne oder mexikanischer Wrestler. Unterhaltsam fand ich auch, dass einige Besucher Seifenblasen gepustet haben.
Fazit: Dies war mein erstes Festival und ich bin begeistert. Drei tolle Tage, Auszeit vom Alltag, mit guten Kumpels, guter Musik und gutem Bier (ok, es war Billigbier…). Man konnte eine wirklich gute Zeit verbringen und für mich war es durch den Fotograben und das Interview eine wertvolle Erfahrung in journalistischer Hinsicht. Das Festival wird nächstes Jahr zwar während der Fußball-EM stattfinden (15. bis 17. Juni), aber es ist dennoch ein Pflichttermin für mich. Es wird überdies wieder auf der gleichen optimalen Location stattfinden wie dieses Jahr. Hoffentlich kommen wieder ähnlich hochkarätige Bands. Meine persönlichen Entdeckungen des Festivals waren die Emil Bulls und 4Lyn; Fozzy machte ebenfalls gute Eigenwerbung. Die drei Headliner Hatebreed, Limp Bizkit und Papa Roach spielten zwar alle nicht die vorher angekündigten anderthalb Stunden. Dennoch waren es gute bis sehr gute Auftritte und Papa Roach hat den wohl besten Auftritt des ganzen Reload-Festivals abgeliefert. Vielen Dank, gerne wieder!
Äh ja, wo fang ich an? Beim “Juchhu, endlich wieder Kaizers!”? Beim Schlamm? Beim Hoch auf die Sonnengötter?
Oder vielleicht doch lieber mit dem Disclaimer: Ich bin grundsätzlich kein Festivalfan. Da ich aber Konzertjunkie-bedingt doch immer wieder auf Festivals lande, kenne ich mich damit recht gut aus. Und eins ist völlig klar: Das Southside ist das am schlechtesten organisierte Großfestival in Deutschland! Sicherheit ist dort ein Fremdwort; bei meinen letzten Besuchen habe ich mehrfach Situationen erlebt, wo nur durch Glück niemand zerdrückt oder anders ernsthaft verletzt wurde. Dieses Jahr habe ich sowas Gott sei Dank nicht zu sehen bekommen, wobei ich aber auch nur knapp fünf Stunden da war.
In diesem Jahr war das Problem dafür der Schlamm (wie letztes Jahr übrigens auch schon). Es hatte den kompletten Freitag durchgeregnet, und dementsprechend aufgeweicht war natürlich der Boden. Und die Veranstalter taten NICHTS dagegen. Nein, ich erwarte kein schlammfreies Festival. Ja, ich hatte Gummistiefel, und ich hab nach anderen Festivals schon viel schlimmer ausgesehen. Aber dass es den Veranstaltern offenbar völlig egal war, dass alle Festivalbesucher auf den Hauptwegen durch knöcheltiefen Schlamm waten mussten, ist erschreckend. Es gibt Stroh, Matten, Platten – damit kann kein komplettes Gelände versorgt werden, aber man kann zumindest zeigen, dass man VERSUCHT, sich um die Besucher zu kümmern. Oder eben nicht.
So, genug gemeckert. Aber ein Southside-Bericht OHNE meckern geht halt leider nicht. *seufz* Immerhin war der gesamte Besuch diesmal sehr lustig und entspannt, im Gegensatz zum letzten “kommen wir hier lebend noch mal raus”.
Kaizers also! Nach zweieinhalb Monaten endlich wieder vor mir auf der Bühne! Vornedran füllte es sich ganz ordentlich, zumindest vor der linken Bühnenseite – vor der rechten war ein… See. (Nu ja, ich hab schon Bäume in der ersten Reihe stehen sehen, ich bin einiges gewohnt. *g*)
Los ging es mit dem Russian Dance als Intro – finde ich gut, dass sie den für die Festivals wieder verwenden. Und für mich erst mal die Erkenntnis, dass Festivalkonzerte halt doch nicht mit Club-Konzerten zu verwechseln sind. Im Publikum völlig tote Hose beim Intro, und auch als Omen mit Gasmaske auf die Bühne spazierte, regte sich nicht viel. Ein bisschen Applaus gab es, aber die ersten beiden Lieder (Ompa til du dør und Bøn fra helvete) wurden doch SEHR reserviert entgegengenommen. Das ließ mich Schlimmes befürchten…
Beim darauffolgenden Delikatessen wachte das Publikum dann aber doch langsam aber sicher auf. Und dann… kam die Sonne raus! Kaizers machten ihrem Ruf als Sonnengötter also wieder alle Ehre! Erste Reaktion: “Oh, das tut uns jetzt aber leid mit der Sonne, das ist immer so blöd, wenn man da reingucken muss…” Später im Konzert verkündete der Jackal dann aber, dass sie die Sonne extra für uns aus Norwegen mitgebracht hätten. “Ach, keine Ursache, nichts zu danken! Ihr könnt sie behalten!” Äh… danke! Ich bring sie dann zum Øya-Festival mit zurück, ja? =;-)
Weiter ging’s mit den neuen Liedern, zuerst “Din kjole lukter bensin, mor”, dann “Eins für das Orgel und eins für mich” (was absolut super ankam!) und zum Schluss noch “Svarte katter & flosshatter”. Die Stimmung war super, das Publikum extrem laut, und es wurde auch immer voller – wobei ich allerdings recht weit vorne stand und daher nicht so den Überblick hatte. Aber bei der Lautstärke müssen da EINIGE auf dem Weg zur anderen Bühne hängengeblieben sein… =:-D
Dann Kontroll på kontinentet mit ausführlicher Bandvorstellung und viel (und lautem) Mitsingen, bevor es Zeit für Gypsy war. Und es war offensichtlich, dass zumindest vorne viele genau darauf gewartet hatten. Dementsprechend ging es dann auch bei Sigøynerblod und Bak et halleluja ab, inklusive Klatschen, Singen und Schlammpogo, versteht sich! Zum Abschluss noch Maestro, was auch total gefeiert wurde, und 170.
Yeah! Und ein weiteres Festival im Sturm erobert. Da bin ich ja echt mal auf die Presse gespannt!
Geredet wurde hauptsächlich übers Wetter, und natürlich wurde gefragt, wer Kaizers schon mal gesehen hatte, aber viel Berichtenswertes gab es da nicht. Brauchte es aber auch gar nicht, ich bin ja total happy, wenn Kaizers es mal wieder schaffen, ein Publikum innerhalb einer knappen Stunde voll und ganz für sich zu gewinnen. Und das haben sie wieder mal perfekt geschafft! Ach ja, was sehr schade war, war die Kameraführung bei Svarte Katter – in Omens “ich habe gerade ins Megaphon geschrien und kämme mir jetzt erst mal die Haare, bevor ich weiterspiele”-Pause wechselte die Kameraeinstellung zwar alle paar Sekunden… aber Omen war kein einziges Mal im Bild. Effekt versemmelt. =:-/
Ist aber niemandem aufgefallen. =;-) Genau wie das “… sold a few horses, got a decent name”. *lol* Und bevor ich jetzt anfange, alle Mini-Pannen aufzuzählen, betone ich lieber noch mal, wie schön es war, dass Kaizers durch harte Arbeit (denn am Anfang war’s echt nicht einfach!) das Publikum zu 100% von sich überzeugen konnten. Hach, sie haben’s halt drauf!
Ein riesiges Dankeschön noch an den netten Unbekannten, der uns auf dem Parkplatz aus der Patsche – äh, ich meine natürlich Matsche – geholfen hat. Und äh ja, viel Spaß an die armen Seelen, die noch einen Tag im Matsch verbringen müssen… =:-/
Okay, where to start? With a “yeah, finally Kaizers again!”? With the mud? With a cheer for the sun gods?
Or maybe better with the disclaimer: Generally, I just don’t like festivals. However, since I attend quite a few (being a concert junkie brings that with it…), I feel like I have a pretty good overview over festivals and their organisation. And one thing is crystal clear: Even though Southside is one of the largest festivals in Germany, it’s also the one that is worst organized. Security seems to be a foreign concept; during my last visits, I’ve seen a few situations where it was pure luck that no-one was crushed or otherwise seriously injured. This year, I didn’t see situations like that, luckily; but then I was there for only about five hours.
This year (just like last year, by the way), the problem was the mud. It had been raining all day Friday, and so the ground was soaked, of course. And the organizers didn’t do ANYTHING. No, I don’t expect a mud-free festival, not at all. Yes, I had wellies, and I definitely looked worse after other festivals. But obviously the organizers just don’t care at all about their visitors… if they don’t even try to do anything to spare everyone from walking through ankle-deep mud on all the main paths. There’s straw, mats, boards – none of these will be sufficient to keep a whole festival area mud-free, but at least the organizers could show that they care and TRY to do at least a bit. Or that they don’t.
Anyway, enough complaining. But a Southside report without complaining is just impossible… *sigh* Well, at least our whole visit to the festival was really funny and relaxed this time, nothing like our last, “will we get out of here alive?”
So, Kaizers! After two and a half months, I finally got to see them on stage again! It filled up quite well in the front – at least on the left side of the stage. On the right, there was a… lake. (Well, I’ve seen trees in the front row before, I don’t wonder about anything anymore. *g*)
As intro, they used the Russian Dance again. Nice that they are using that one for the festivals again. I was a bit overwhelmed in the beginning by the switch back from club shows to festival concerts; you just can’t compare these two. During the intro, the audience was just dead, and even when Omen entered the stage, with his gas mask on, there was hardly any reaction. A bit of applause of course, but that was it, and during the first two songs (Ompa til du dør and Bøn fra helvete), that didn’t really change much. The audience was really quiet and reserved. I was getting a bit afraid, I have to admit…
But then Kaizers played Delikatessen, and the audience started to wake up. Slowly, but steadily! And then – the sun came out! So Kaizers lived up to their reputation of being the sun gods, yeah! First reaction on stage: “Oh, I’m so sorry, now the sun is out… it’s so stupid if you have to look into the sun all the time…” But later in the concert, the Jackal explained that actually, they had brought the sun down with them from Norway, just for us. “Oh, don’t mention it, it’s nothing. You can keep it!” Uh… thanks! I’ll bring it back with me at Øya festival then, okay? =;-)
Kaizers continued with a couple of new songs, first “Din kjole lukter bensin, mor”, then “En for orgelet, en for meg” – or rather “Eins für das Orgel und eins für mich” (which got an AWESOME reception!), and finally “Svarte katter & flosshatter”. The atmosphere was just great, the audience extremely loud, and it filled up more and more. I was standing pretty much in the front, so I couldn’t really see the area; but judging by the loudness, a LOT of people obviously got stuck on the way to the other stage… =:-D
Next up was Kontroll på kontinentet with a vast band introduction and a lot (loud!) singing, before it was time for gypsy music. And it was obvious that people (at least in the front) had been waiting for just that. So accordingly, Sigøynerblod and Bak et halleluja were met with enthusiasm, and there were lots of clapping, singing, and of course mud pogo! As conclusion for the concert we got Maestro, which made people dance and sing as well, of course, and 170.
Yeah! And they conquered another festival, without any doubt. I’m really looking forward to the press reports here!
Hmm… not much talking during the concert, actually, mostly about the weather. And of course the question who had seen Kaizers before, but not a lot to report here. But there wasn’t any need for more. I was glad and happy about once again seeing Kaizers conquering a new audience in less than an hour, from zero to hero. And they did that, without any doubt! Oh, wait, I remember one thing that was quite sad, actually: During Svarte Katter, in Omen’s “I just shouted into the microphone and now I’ll have to comb my hair before I can continue playing the organ” break, the cameras were SO off. The pictures on the video walls changed all the time, but they didn’t manage to show Omen at all until he had sat down again. Messed up the effect completely… =:-/
But nobody noticed. =;-) Just like the “… sold a few horses, got a decent name”. *lol* And before I start giving away all the mini failures now, I’ll rather stress again how nice it was to see Kaizers gain and conquer the audience so quickly through hard work (’cause it can’t have been easy in the beginning…). Well, they just have it!
And finally, a huge THANK YOU to the nice stranger who helped us get out of the mud in the parking lot. And uhm… a shout-out to all the poor souls who have to spend another day in the mess… =:-/
Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich dieses Jahr einen Abstecher zu Rock im Park machen sollte. Meine To-Do-Liste ist zurzeit so überfüllt, dass ich jedes freie Wochenende brauche, und stattdessen dann in Regen und Kälte in einer Menschenmasse stehen? Aber verdammt, es gibt Tageskarten und da spielen System of a Down!
Als sich dann abzeichnete, dass das Wetter vielleicht doch ganz schön werden könnte, gewannen System dann endgültig die Oberhand. Los ging’s also am Samstag nach Nürnberg! Und ja, es war die absolut richtige Entscheidung, besser kann die Festivalsaison kaum losgehen. Nur ein kurzer Schauer (der aber eher erfrischend war), sonst strahlender Sonnenschein. Rock im Park war dieses Jahr nicht ausverkauft (daher auch die Tageskarten), was bedeutete, dass man auch samstags noch Parkplätze bekommen konnte, dass die Schlangen überall voll und ganz im vertretbaren Bereich waren und dass auch das Gedrängel sich in Grenzen hielt. Und genau so muss ein Festival aussehen! =:-)
Ich war zu Millencolin auf dem Gelände, deren Konzert gut ankam; war halt direkt nach dem Regenguss, daher war nicht allzu viel los. Danach ging es für mich kurz zur Alternastage – da spielte nämlich Duff McKagan’s Loaded. Und dazu muss ich zwei Dinge gestehen: 1. Noch nie was gehört von der Band. 2. Ich war Anfang der 90er unsterblich in Duff McKagan verknallt. Bzw. ich hab “So fine” von der “Use your Illusion II” so geliebt, dass ich es heute noch Wort für Wort in breitestem amerikanischen Dialekt mitsingen kann. Ich hatte ihn ja vor Jahren beim Pukkelpop schon mal live und faltig auf der Bühne bewundern dürfen – und irgendwie sah er diesmal gesünder aus als damals. Die Musik war austauschbar, aber hey… es geht halt doch nicht immer NUR um die Musik. *hüstel*
Danach machte ich mich auf den Weg zur Hauptbühne, um mich für den Wellenbrecher anzustellen. Avenged Sevenfold bekam ich daher nur über die Leinwände zu sehen, aber es sah durchaus vielversprechend aus! Nach einer Stunde Anstehen kam ich dann pünktlich zu Volbeat vorne rein. Die wurden mir schon mehrfach von den verschiedensten Leuten empfohlen, und: Daumen hoch! Die sind echt klasse – energievoll, aber trotzdem tanzbar. Ich hatte sie mir härter vorgestellt, aber die Mischung ist super. Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe.
Danach die Beatsteaks – ich persönlich bin ja der Meinung, dass sie mittlerweile so “groß” geworden sind, dass ihre Konzerte keinen Spaß mehr machen. Und doch, dabei bleibe ich auch nach ihrem RiP-Auftritt. Der hat zwar durchaus Spaß gemacht, aber lange nicht so viel, wie ein kleines Clubkonzert vor “normalem” Publikum (also keine Clubtour vor Hardcore-Fans) es tun würde. Schade! Aber objektiv betrachtet: Super Auftritt!
Schade war sowohl bei Volbeat als auch bei den Beatsteaks das typische Wellenbrecher-Phänomen: “Ich will den Headliner sehen, also campiere ich den ganzen Tag vorne.” Das ist verständlich. Das ist legitim. Genau deshalb war auch ich ab Volbeat vorne. Aber ich hab mir die “Vor-”Bands auch angesehen und nicht wie einige andere auf dem Boden gelegen und gepennt oder Zeitung gelesen. Das ist einfach voll und ganz respektlos!
Aber meiner Meinung nach sind da die Festivals gefragt, denn mit dieser Wellenbrecherlösung (übrigens an der Stelle ein großes Lob an die Wellenbrecherorganisation – im Gegensatz zum Southside hab ich bei RiP bisher nämlich nur einen top organisierten Wellenbrechereinlass erlebt!) ist das einfach vorprogrammiert. Vielleicht sollte der Wellenbrecher nach jeder Band geleert werden, oder es werden vorab Tickets für den vorderen Bereich bei bestimmten Bands vergeben. Aber wahrscheinlich gibt es einfach keine handhabbare Lösung…
Zeit für den Headliner! System of a Down… ich hatte sie einmal zuvor live gesehen. Oder besser gehört – denn das war beim Southside 2005, und da die Sicherheitsbedingungen schon nachmittags nicht verantwortbar waren, habe ich mich weit weg von der Bühne gehalten. Es ist dann auch während des Konzerts eine Absperrung eingebrochen, so dass das Konzert unterbrochen werden musste… Und trotz all dieser widrigen Umstände war das Konzert extrem eindrucksvoll.
Jetzt also eine zweite Chance – vorne im Wellenbrecher. Zwar recht weit hinten, aber immerhin konnte ich die Bühne sehen, und die Stimmung war fantastisch. Leider war ich weniger textsicher, als ich erwartet hatte (“So fine” von vor fast zwanzig Jahren kann ich noch auswendig, aber die Lieder, die bei mir “erst” seit fünf Jahren rauf und runter laufen nicht?!), aber das konnte das Gesamterlebnis kaum trüben. Ich kann gar nicht beschreiben, was mich an dieser Band so fasziniert. Ich glaube, es ist einfach die Glaubhaftigkeit, der Ernst, das Herzblut; die Lieder berühren mich einfach. Und nicht nur mich, ich glaube, das ist auch etwas Besonderes an dieser Band – irgendwie fühle ich mich all den anderen, denen diese Lieder so viel bedeuten, verbunden. So geht es mir mit anderen Bands eigentlich gar nicht. Auf jeden Fall war ihr Auftritt extrem beeindruckend und ich danach voll und ganz happy.
Zum Ausklang gab es dann noch In Extremo auf der Alternastage. Da war ich erst mal vom Gelände beeindruckt – bei Duff McKagan war ja kaum jemand da, sodass es egal war, ob man etwas sieht. Bei In Extremo war das Gelände natürlich voll; und trotzdem konnte man an der Seite nach vorne laufen, bis man super Sicht hatte. Wow! Wenn ich mich recht an meinen letzten RiP-Besuch erinnere, wurde einfach die Bühne umgedreht. Und plötzlich ist alles super! =:-)
In Extremo habe ich schon öfter gesehen. Ist zwar nicht meine Musik, aber es macht doch immer wieder Spaß, und man hat was zu gucken. Dennoch wollte ich … And you will know us by the Trail of Dead auf der Clubstage sehen – nach zwei Minuten stellte sich aber heraus, dass ich die entweder mit irgendeiner anderen Band verwechselt habe oder dass sie sich extremst verändert haben. Das, was in den ersten zwei Minuten passierte, war jedenfalls todlangweilig – also ging’s doch lieber noch mal zurück zu In Extremo.
Danach dann noch ein 45minütiger Marsch zurück ans Auto, zwei Stunden Heimfahrt und die Erkenntnis: Es hat sich voll und ganz gelohnt, und der Festivalsommer kann kommen!
Mein zweites und letztes Konzert der Laternen-Joe-Tour, diesmal in Ulm. Und diesmal bin ich ohne den Hintergedanken “Waah, ich muss berichten, ich muss mitschreiben, ich muss alles mitkriegen” reingegangen – und wups hat es mir um Klassen besser gefallen. Wobei es auch objektiv besser war, allerdings nur teilweise. Das Gequatsche war in Graz eigentlich amüsanter. Dafür griffen DÄ – äh, Verzeihung, LJ natürlich! – tiefer in die Schatzkiste alter Lieder und gruben viele Perlen aus. Die zwar größtenteils nur kurz angespielt wurden, aber hey: Currywurst, Wie ein Kind, Lied über Zensur, Rettet die Wale, Was hat der Junge doch für Nerven, Erna P… ok, letzteres war ganz “normal” im Set, toll ist es aber trotzdem!
Los ging’s schon damit, dass Bela (also, Julia, is’ klar… *g*) dem LJ-Intro-Song ein paar weitere Strophen hinzufügte. Das war doch schon mal vielversprechend! Im weiteren Verlauf passierte aber ungefähr… gar nichts. Sie spielten Lied nach Lied runter, das war nett, das war okay, die Stimmung war gut, aber es war halt absolut nichts Besonderes. Und dann kündigten sie das letzte Lied an, es war klar, dass Unrockbar folgen würde – und plötzlich war nichts mehr wie vorher. Plötzlich fingen sie wild an rumzuimprovisieren, es wurde richtig viel gequatscht, und ab dem Moment wurde das Konzert genial! Es gab Lady in Black – das Publikum sang mit. Daraufhin wurden weitere Uriah-Heep-Songs angespielt – das Publikum sang mit. Und auch diverse andere Oldies kamen super an. Irgendwann später, wir sind jetzt schon beim lustigen Astronauten, verschwand Rod plötzlich von der Bühne, und die beiden anderen sahen sich an: “Du, Farin, wir sind allein auf der Bühne!!” Farin wusste sofort Bescheid und es folgte Die Einsamkeit des Würstchens… waaah! Und danach ein wildes Medley mit allem Möglichen – u.a. Sultans of Swing und Dolannes Melodie. Hach, bin ich froh, dass ich die NUK-Tour verpasst habe. *lol*
Gut, das alles war auch u.a. deshalb so amüsant, weil direkt vor mir zwei Mädels standen, die bei genau zwei Liedern mitgesungen haben: bei Lied vom Scheitern und Himmelblau. (OK, vermutlich auch noch bei Junge, aber da hatte ich sie noch nicht wahrgenommen.) Und ja: Man konnte das Unverständnis und die Verwirrung sehen. *lol*
Beim Gequatsche ging’s diesmal hauptsächlich darum, dass die Band offenbar recht wenig Schlaf bekommen hatte, denn neben dem Hotel quäkten irgendwelche Seehunde oder Robben. (Die Lokalpresse erklärte das mit dem Circus Krone nebenan…) Und über Farins Zimmer war jemand zwei Stunden lang mit einem Stepper zugange… Klar, dieser “jemand” war natürlich Bela, und daraus lassen sich viiiieeeele Kalauer reimen und in Liedern unterbringen! Ach ja, und die Robben war natürlich auch nicht echt, sondern das war in Wirklichkeit Rod. *g*
Außerdem waren LJ dieses Mal natürlich aus Reutlingen, und Farin resp. Jealousy dolmetschte die Ansagen vom Berlinerischen ins Schwäbische. Was er zugegebenermaßen deutlich besser hinbekommen hat als Bela. Wobei das nicht schwer war. =;-)
Und falls sich irgendwer fragt, was der Unterschied zwischen Krautrock und Heavy Metal ist – das können LJ erklären. Beim Krautrock dauern die Lieder 18 Minuten (“Geil, da müssten wir nur drei Lieder spielen!”) und beginnen mit einem gesprochenen Intro auf Englisch mit deutschem Akzent. Und je nachdem, in welcher Tonlage dieses Intro gesprochen wird, handelt es sich um Krautrock oder Metal.
A propos gesprochen – Unrockbar sollte es eigentlich in gesprochener Version geben, allerdings scheiterte Bela dabei grandios. Und das kurz nachdem er seinen eigenen Text nicht mehr wusste, er Farin aber auch das Vorsagen verboten hatte… *hüstel*
Ach ja, und die Freundin hat die Außerirdischen als Freunde geadded, nachdem sie statt eines Briefes einen Tweet geschickt hat. =;-)
Und das Fazit: Insgesamt hat das Konzert 20 Minuten gedauert – aber jede davon war 10 Euro wert!
Last June, when I saw Xutos & Pontapés in Évora, I would have NEVER expected to see them again two more times in less than a year. But in February, they played in Switzerland, and now they played in Luxembourg!
And well… even though I loved the concert in Switzerland, now I know that it sucked. Big time. At least compared to what Xutos delivered in Luxembourg, yeah! =:-D
First of all, I was impressed by the size. I attended a concert at Rockhal just a month ago, and it was a rather small venue. OK, I knew that they had another hall as well, and I expected that to be maybe twice the size, but that would still be small. Well… turned out that the big hall was actually about ten times the size of the small one, and the small one was actually used as cloakroom this time. (No, I’m not kidding…) My guess is that there were about 5000 people at the concert. Which means 5000 Portuguese, somewhere in Luxembourg… I’m still amazed by that. =:-)
So a huge hall, lots of people, sunshine outside, great atmosphere inside. There was a support band as well, playing hard rock/metal, didn’t get their name though. It was nice as support, but nothing really special.
Then, at a quarter past ten, the lights went out again and it was time for Xutos! As I noticed that a lot of people were googling for the setlist of the Switzerland concert, I had decided to try and get a setlist after the concert, so I could post it here – didn’t manage to get one though, sorry… =:-( So here’s just a list of songs that I’m pretty sure they played. It’s definitely not complete though:
Ai se ele cai, Sémen, Não sou o único, À minha maneira, O mundo ao contrário, Perfeito vazio, Superjacto, Homem do leme, Para ti Maria, Chuva dissolvente, Dia de S. Receber, Alta rotação, Circo de feras, Contentores, Quem é quem, Classe de 79, Alegre casinha, Para sempre
The concert lasted almost two hours. Unlike in Switzerland, Xutos didn’t play as many new songs in the beginning but started with well-known songs – a good idea, I think. And the audience loved it right from the beginning! Somehow, it seemed much more like a concert to me and less like some kind of “happening”, as it was in Switzerland. So the atmosphere was great right from the start, and the band seemed happy to give us all they had in store. Just amazing!
In the middle, we got a little acoustic set, just like they did it last year in Évora. That was nice – however, I think it was a pity they played Maria during that part of the concert. I mean, everybody was waiting for that song, and we enjoyed it as well, but then… the “real” version rocks so much more! It felt a bit like an economy version of the song. =:-/ But then they went back to the “real rock” afterwards, with a gigantic speaker on the backdrop and “Alta rotação”. So I’m not gonna complain. =;-)
Xutos did play some of the new songs as well, of course, at the beginning of the encores. And it was obvious that a big part of the audience didn’t know them, and the reaction was close to zero. That was sad! Especially because it really doesn’t take much to like these songs… I mean, they played Classe de 79. My Portuguese is really pretty bad, but when I first heard that song live, I loved it right away. So if you actually understand what they are singing about, how can you just stand there and wait for the song to be over?!?
But apart from that, the concert was just amazing! =:-D Thank you for coming to Europe, Xutos! Now, how about a little concert in Germany next? *gg*
Und mal wieder ein “Doppelbericht” – die detaillierte Konzertbeschreibung gibt’s vermutlich in der nächsten Prawda; die schreib ich jetzt nicht noch mal. Daher vielleicht eher das subjektive Empfinden, denn das war… hmm… ich weiß auch nicht?
Graz war toll – wunderbares Wetter, ein prima Hotel (obwohl’s eigentlich ein Jugendgästehaus war), strahlender Sonnenschein (hab ich mit “wunderbares Wetter” zwar eigentlich schon abgedeckt, aber es war so toll, dass man’s zweimal sagen muss *g*) und noch genug Zeit vor dem Konzert, um sich was Essbares zu suchen und sogar noch ein Eis hinterherzuschieben. Denn das muss bei solchen Sommertemperaturen einfach sein!
Dann ging’s zum Orpheum. Das Publikum passte klar zum Ärzte-Konzert, ich fühlte mich “zu Hause”, drinnen war’s winzig, aber nicht überfüllt – und dennoch, ich war so gar nicht in Ärzte-Konzert-Stimmung… Und das war insgesamt mein Problem mit dem Konzert. Objektiv betrachtet war das Konzert klasse. Ich hab ja gerade den “Detailbericht” geschrieben, und hey – die drei waren in bester Quatsch- und Laberlaune, und es war echt zum Schreien komisch. Und ja, ich hab mich amüsiert. Und ich war auch nicht genervt vom Publikum um mich rum, was mir sonst oft Konzerte versaut, wenn ich gerade nicht in Konzertstimmung bin. Nein, eigentlich war alles super… aber irgendwie fragte ich mich mittendrin mehrfach, was ich hier eigentlich mache… =:-/
Ich vermute, dass das zumindest teilweise mit der Kaizerstour zusammenhängt, die gerade zu Ende gegangen ist. Denn Kaizers- und Ärzte-Konzerte könnten unterschiedlicher nicht sein, und ich bin eben noch im Kaizermodus… Kaizers nehmen das, was sie auf der Bühne tun, zu 100% ernst und setzen ihre volle Energie ein, um dem Publikum eine perfekte Show zu bieten. Die Ärzte kommen auf die Bühne und unterhalten mit Schwachsinn und Dilettantismus. Um’s jetzt mal ganz krass zu formulieren. =;-) Das ist zwar auch super, und hey – ich liebe diese Band!, aber irgendwie… im Vergleich zu “echten”, ernsthaften Bands mag das unterhaltsam sein, aber auch irgendwie unfair. Ach mann, ich weiß auch nicht, einfach seltsam…
Andererseits kann es auch daran liegen, dass ich wahnsinnig viel Zeit und Arbeit in diese Band investiere. Und wenn die dann nach ausgiebiger Pause endlich zurückkommt und mit 90-Minuten-Konzerten quasi Arbeitsverweigerung betreibt (denn ja, gemessen wird an früheren Leistungen!) und ich mich außerdem mit Teilen der Fans weder identifizieren kann noch identifizieren will, dann frage ich mich schon ab und an, ob es das noch wert ist. Und ob es nicht viel einfacher wäre, nur auf Konzerte in der näheren Umgebung zu gehen, statt mal kurz nach Graz zu fahren (wobei der Auslöser dafür ja ehrlich gesagt in nicht unerheblichem Maße das hier war *hüstel*), und das Konzert einfach nur mit ausgeschaltetem Hirn zu genießen, statt im Hinterkopf zu haben, dass man ja darüber berichten muss und besser mitbekommen sollte, was passiert und gesagt wird und was wie ankommt und wie das Publikum reagiert und und und.
Hrmpf. Resultat war jedenfalls, dass ich nach dem Konzert einerseits begeistert war, da es objektiv betrachtet ein wirklich tolles Konzert war, dass ich subjektiv aber keinen Bock auf weitere Konzerte hatte; ohne wirklich zu wissen warum. Sehr seltsam. Mal gucken – vielleicht ist das nach dem Ulm-Konzert anders. Ich HOFFE ja, dass es simpel und einfach am Kaizers-Tourloch liegt, dass das Ärzte-Konzert nicht so gezündet hat… denn irgendwo liebe ich DÄ ja doch, ganz klar. Und jetzt denke ich erst mal über das kleine Babykamel nach! =;-)
Meine letzte WWE-Liveveranstaltung ist gerade mal ein halbes Jahr her; das war mein erstes Live-Event seit Ewigkeiten und dementsprechend toll und eindrucksvoll! Aber: Es war eine Show des Smackdown-Brands, den ich kaum verfolge und der zurzeit ja doch mit relativ wenig großen Stars auskommen muss. Daher hatte ich die aktuelle Tour eigentlich schon abgehakt, denn das brauchte ich jetzt nicht gleich noch einmal. Obwohl… eine RAW-Show wäre natürlich toll…
Kurzfristig ergab es sich, dass ich am Donnerstag nach Österreich musste. Und wenn ich eh durch Salzburg fahre, dann kann ich natürlich auch einfach einen Tag früher hin und die WrestleMania Revenge Tour mitnehmen! Tickets gab es noch zu Genüge, und so machte ich mich auf die Reise.
An der Salzburgarena angekommen wunderte ich mich erst mal, wie klein die Halle war – deutlich kleiner als die SAP-Arena in Mannheim! Richtig “familiär”, und man hatte von überall das Gefühl, richtig nah am Geschehen dran zu sein. Klasse! Ausverkauft war die Halle allerdings bei weitem nicht. Selbst unten rund um den Ring waren noch Plätze unbesetzt, und oben auf den Rängen blieben ganze Blöcke leer. Wirklich schade, aber ich vermute, dass das an den doch recht happigen Ticketpreisen lag.
Am Einlass war ich überrascht über die strengen Kontrollen. Fotoapparate waren absolut tabu, und die Taschen wurde gründlichst durchsucht. Aber man hat ja nicht umsonst Konzerterfahrung… In der Halle selbst interessierten die Fotoapparate dann aber wiederum niemanden mehr, und man konnte jederzeit ungestört knipsen und filmen. Ein wenig inkonsequent – aber warum soll man den Zuschauern auch das Fotografieren verbieten?
Kurz nach acht ging das Licht aus und der Ringsprecher betrat den Ring, um das erste Match anzukündigen. Und dann… stand er minutenlang verlegen im Ring herum und wartete darauf, dass die Musik abgespielt wurde. Das klappte aber offenbar nicht! Irgendwann startete dann zumindest die Lichtshow (Kommentar: “Oh, at least we got lights now!”), und nach einiger weiterer Verwirrung kam John Morrison ohne Musik zum Ring. Sein Gegner: Dolph Ziggler! Auf halbem Weg zum Ring klappte es dann auch mit seiner Musik, und den Rest des Abends blieben wir von technischen Pannen verschont. Das Match war ein toller und langer Opener, der sehr schön anzusehen war. Es ging zwar auch einiges daneben (was man in live und relativ nah dran sehr viel deutlicher mitbekommt als im Fernsehen), aber die Athletik der beiden ist beeindruckend. Nach mehreren Starship-Pain-Ansätzen schaffte es Morrison dann schließlich, Ziggler zu besiegen.
Als nächstes stand ein Tag-Team-Match auf dem Programm: Die Uso-Brothers gegen Santino Marella und Vladimir Kozlov, begleitet von Tamina. Auch dieses Match war unterhaltsam, wenn auch – wenig überraschend – auf einem ganz anderen Niveau als der Opener. Am Ende schaffte Marella nach seiner Cobra den Pin.
Danach eine Überraschung: Der erste Protagonist des nächsten Matches war kein Geringerer als William Regal! Die Reaktion auf ihn war allerdings sehr verhalten. Ich muss gestehen, ich war mir selbst unsicher, ob er nun gerade Heel oder Face ist, aber um mich rum fielen Sätze wie “Ich kenn den gar nicht?!” Sein Gegner war allerdings allen bekannt, und Evan Bourne war natürlich der klare Publikumsliebling im folgenden Match. Nach den ersten paar Aktionen von Bourne erwartete ich schon das Match des Abends – es entwickelte sich aber leider eher zum Gegenteil. Außer Schlägen und Tritten gab es fast nichts zu sehen, und Bournes Selling bestand größtenteils darin, möglichst viel und möglichst hoch in die Luft zu spucken. Keine Ahnung, wer von den beiden die “Schuld” am schlechten Match hatte, aber ich empfand den Airbourne und darauffolgenden Pin dann doch ein wenig als Erlösung…
Weiter ging es mit Ted DiBiase gegen Mark Henry. Offenbar ein Lückenfüller? Denn Wrestling gab es eigentlich nicht zu sehen… Ted DiBiase war köstlich in seiner Rolle als feiger Heel, der nicht in den Ring will und stattdessen das Publikum beschimpft. Mark Henry wurde von einem Teil des Publikums bejubelt, von einem überraschend großen Teil jedoch auch ausgebuht. Beruhigend, dass nicht nur ich ihn als 2-Kubikmeter-Schlaftablette empfinde… Wie dem auch sei, das “Match” endete – fast bevor es überhaupt angefangen hatte – damit, dass DiBiase Henry eine Ohrfeige verpasste und dieser ihn dann nach einem Slam pinnte.
Vor der Pause stand noch Highflying auf dem Programm: Primo Colon gegen Sin Cara. Ich gestehe, dass mir Primo nicht wirklich etwas sagt – und die Reaktion in der Halle war genauso mau. Genauer gesagt gab es überhaupt keine Reaktion auf seinen Einzug… Im Ring angekommen schnappte Primo sich ein Mikro und erklärte, dass Österreich ihn gefälligst würdigen solle, aber auch das brachte nicht wirklich eine Reaktion hervor. Ehrlich gesagt konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, warum gerade Primo vor seinem Match eine Promo hielt? Sin Cara wurde dann, obwohl er ja noch nicht wirklich etabliert ist, vom Publikum gefeiert, und das Match war definitiv ein Highlight. Viel Highflying-Action natürlich! Auch wenn auch hier einige Aktionen unsauber durchgeführt waren und man klar sehen konnte, wie Aktionen, die völlig ins Leere gingen, als Treffer verkauft wurden. Und dennoch: eindrucksvoll! Natürlich konnte am Ende Sin Cara den Sieg einfahren.
Nach diesem Match ging es in die Pause, die sehr kurz gehalten wurde. Vermutlich deshalb, weil es sowieso nur einen einzigen Merchandise-Stand gab (was mich sehr gewundert hat), an dem zudem nur sehr wenige Artikel zu erwerben waren. Darunter T-Shirts, bei denen man erst mal raten musste, welchen Superstar sie wohl bewerben sollen… (Meine Vermutung war HHH und Undertaker, aber ohne Garantie.)
Weiter ging es dann mit dem unvermeidlichen Diven-Match, diesmal als Tag-Team-Action. Maryse und Alicia Fox auf der einen Seite standen Natalya und Eve Torres gegenüber. Wie zu erwarten bekamen wir ein wildes Haarezerren zu sehen, sowie Diven, die es nicht mal hinbekommen, sich richtig einzuwechseln oder elegant aus dem Ring zu rollen. Aber für die männlichen Besucher war es sicherlich ein Augenschmaus. Und überraschenderweise wurde das Diven-Match genauso abgefeiert wie die restliche Show! Siegreich waren – natürlich – die Face-Diven Natalya und Eve Torres.
Nun war es Zeit für ein Titelmatch, denn Sheamus musste seinen US-Title gegen Daniel Bryan aufs Spiel setzen. Ein richtig gutes Match, das Sheamus nach einem Tritt gegen Bryans Kopf für sich entscheiden konnte. Meiner Meinung nach war dieses Match das “echteste” des Abends, denn die Aktionen saßen und trafen. Und an Sheamus roten Flecken konnte man auch genau sehen, wo Bryans Chops ihn getroffen hatten. Sehr interessant fand ich hier die Position des Publikums, denn Sheamus bekam weitaus mehr Zuspruch, als man für einen Heel erwarten konnte. Natürlich wurden die Aktionen von Bryan stärker bejubelt; aber es gab mehrfach Sheamus-Sprechchöre, und auch er erntete Applaus für seine Aktionen. Völlig zurecht, wie ich finde!
Und schon wurde der Main Event des Abends angekündigt – sehr schade, denn ich hätte gerne zwei Einzelmatches gesehen, anstatt dass alle Main-Eventer in einem Kampf “verbraten” werden. Aber wir bekamen stattdessen ein Tag-Team-Match. The Miz (natürlich mit Alex Riley) war der erste, der heraus kam. Er schnappte sich gleich ein Mikro und erklärte… ganz… langsam… damit… wir… ihn… auch… verstehen… (äh ja, ich schreib dann mal normal weiter, okay? ), dass er ja der Champion sei und sich aussuchen könne, wann und wie er antritt, und ob alleine oder als Tag-Team oder im Triple-Threat-Match, in jedem Fall werde er gewinnen, denn er sei nun mal der Champion und überhaupt. Für seine Catch-Phrase erwartete er dann völlige Stille – die er natürlich trotz einem “dirigierenden” Riley nicht bekam. Awesome ist er trotzdem! Als nächstes kam CM Punk zum Ring. Und ich ganz persönlich fand es wunderbar zu sehen, wieviel Spaß derweil die Herren im Ring hatten… Miz funktionierte kurzerhand seinen Championship-Gürtel zur Luftgitarre um und sang lauthals mit (übrigens auch noch, als später Randy Ortons Musik erklang), und als CM Punk im Ring angekommen war, mussten erst mal beide die Seile testen und liefen kreuz und quer durch den Ring. Als Riley auch noch mitspielen wollte, wurde ihnen das aber offenbar zu kompliziert. Als letzter kam dann noch John Cena zum Ring – natürlich zu ohrenbetäubendem Jubel. Cena warf Kappe und T-Shirt ins Publikum, da konnten Miz und CM Punk natürlich nicht nachstehen; allerdings wurden deren beide T-Shirts von Alex Riley gefangen, der sich freute wie ein Schneekönig. Tatsächlich folgte dann auch noch ein Match! Aber… äh ja, also… da stand Miz vor mir im Ring! Ich war also irgendwie abgelenkt, uhem. Jedenfalls wurde Riley nach mehrfachem Eingreifen aus der Halle geschmissen. Es gab einen Superplex vom dritten Seil von Orton gegen Miz und als Revanche ein Skullcrushing Finale von Miz gegen Orton. Irgendwann ging der Ringrichter KO, Orton wollte CM Punk den Punt verpassen, was Miz aber verhindern konnte. Plötzlich war Riley wieder im Ring, hatte aber keine Chance gegen den plötzlich wiederauferstandenen Cena und den unverwundbaren Orton, und dann war der Ringrichter wieder wach und zählte den Pin. Warum plötzlich ein Schuh in die Luft flog und der Ringrichter nachher auf Socken nach hinten lief, wurde mir zwar nicht klar – aber wie erwartet konnten Cena und Orton den Sieg einfahren.
Die beiden ließen sich dann noch ein wenig feiern – allerdings wirklich nur ein wenig, ich hätte da doch erwartet, dass auch ein paar Autogramme geschrieben werden! Aber das passierte gar nicht. Und es zeigte sich, warum man nicht Fan der Heels sein sollte, denn Miz und CM Punk waren nach dem Match einfach plötzlich weg. Schade!
Dennoch insgesamt ein tolles Erlebnis! Für mich kein Vergleich zur Smackdown-Houseshow im November; einerseits aufgrund des doch sehr viel größeren Star-Aufgebots, andererseits auch durch die kleinere Halle und damit das Gefühl, so richtig nah dran an der Action zu sein. Nächstes Mal also wieder RAW, und gerne auch wieder eine kleine Halle!