Nachdem die diesjährige Festivalsaison ja schon vor anderthalb Monaten bei Rock im Park offiziell “eröffnet” wurde, geht sie für mich jetzt so richtig los. Die nächsten (mindestens) 6 Wochenenden werde ich auf Festivals verbringen. Und ich beantrage hiermit Hochsommer bis mindestens Mitte September!
Los ging’s jetzt also beim Happiness-Festival in Schwann bei Straubenhardt in der Nähe von Pforzheim. Wie man merkt, ein eher kleines Örtchen und dementsprechend auch ein kleines, gemütliches Festival. Ich war vor Jahren schon mal dort; damals handelte es sich noch um ein “Umsonst & Draußen”-Festival. Mittlerweile kostet es Eintritt (wobei 22 Euro für ein Festivalticket absolut nicht übertrieben ist) – sonst hat sich aber nichts verändert. Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist ein wunderschönes, kleines, familiäres Festival mit guter Stimmung und solider Organisation. Und mit toller Musik!
“Und die Hände gehen hoch wie bei Nazifesten!”
Da ich nicht in journalistischer Funktion unterwegs war, kamen wir an beiden Tagen erst gegen Abend zum Festival, ich kann also nur über die jeweils vier letzten Bands berichten. Am Samstag kamen wir zum Auftritt von Prinz Pi. Ich kenne ihn nur von seiner Kooperation mit Kaizers Orchestra und ein bisschen reinhören vor dem Festival, und ich fand den Auftritt nett. Die Lieder haben sich bei mir zwar nicht wirklich festgesetzt, aber es gab einige echt gute und überraschende Zeilen mittendrin (wie z.B. die oben). Allerdings werde ich solche Rapper, die quasi allein auf der Bühne stehen (Prinz Pi hatte noch einen “Organisten” und einen “Mitrapper” dabei, das war’s aber) und zur Konserve ihre Texte ablassen, wohl nie auf einer Stufe mit einer echten Band sehen können.
Als nächstes waren die Ohrbooten dran; auch die kannte ich gar nicht. Sie waren unterhaltsam, machten noch mehr Stimmung als Prinz Pi, hatten Spaß mit den Gummientchen, die auf die Bühne geworfen wurden, und brachten das Publikum problemlos dazu, “Alle meine Entchen” zu singen. Wunderbar. Sowas (und auch Prinz Pi) würde bei mir erst nachts um drei funktionieren, aber das Publikum war offensichtlich da, um zu feiern. Und zwar auch schon abends um acht. Schöööön! Wenn auch ein kleiner Kulturschock für uns, als die Ohrbooten dann endlich das langerwartete “Autobahn” spielten, alle um uns rum begeistert mitsangen und wir uns anguckten und noch nie auch nur irgendwas von diesem Lied gehört hatten. Oder von der Band. Spaß gemacht hat’s trotzdem, und wie!
Danach dann die Emil Bulls. Die kannte ich nun wiederum zumindest ein bisschen, und auch ihr Auftritt machte Spaß. Das Gelände war zu dem Zeitpunkt auch schon sehr gut gefüllt. Nur das Wetter spielte nicht ganz mit – es blieb zwar zum Glück trocken, aber es war ganz schön kalt. Und das Mitte Juli… pff. Unterhaltsam übrigens auch der Soundcheck von den Emil Bulls, bei dem der Backliner ständig “Check one, check two, check yeeeeaaaaah” ins Mikro rief, was das Publikum abfeierte. So sehr, dass das sogar am nächsten Tag noch DER Festivalruf war. Helga ist also offenbar tot.
Beim Headliner des Abends störte die Kälte dann aber nicht mehr, denn das waren Disco Ensemble. Für mich überhaupt der Grund, zum Festival zu kommen! Und sie lieferten einen gewohnt tollen Auftritt ab, mit relativ langer Spielzeit und guter Setliste. Es wirkte so, als hätten nicht viele der Anwesenden die Band vorher gekannt; und leider war es auch deutlich leerer als bei den Emil Bulls vorher. Aber alle, die da waren, hatten einen Heidenspaß und werden Disco Ensemble ganz sicher in die Liste ihrer Lieblingsbands aufnehmen. Kann gar nicht anders sein, bei so einem energiegeladenen und überzeugenden Auftritt!
“Drei Wörter: Gurke, Paprika, Gulaschkanone!”
Am nächsten Tag kamen wir pünktlich zum Auftritt von Yakuzi aufs Gelände. Oder genauer gesagt zu Kaizers Orchestra, die vorm Yakuzi-Auftritt in der Pausenmusik gespielt wurden. Yeah! Yakuzi waren dann… durchwachsen, leider. Ich kenne sie schon recht lange, fand sie immer total toll, und sie waren der Grund dafür, dass ich an beiden Tagen da war und nicht nur am Freitag. Aber so ganz gezündet hat es diesmal nicht. Zu Beginn gab’s böse Tonprobleme und teilweise gar keine Bläser über die PA. Dann spielten Yakuzi haufenweise neue Lieder, sodass ich schon dachte, ich hätte eine CD verpasst – hab ich aber nicht, die Lieder gibt’s halt nur noch nicht auf Platte. Und zuguterletzt war da noch der (neue?) Gitarrist, der auf der Bühne den Clown und den Liedern einen Funk-Touch gab. Nee, sorry; bei Yakuzi will ich Ska-Punk, keinen Funk. Und den dann bitte gut gespielt. Vielleicht doch eher darauf konzentrieren, die bestehenden Lieder ordentlich vorführen zu können, statt mehr und mehr neue zu schreiben? Klingt jetzt negativ, fühlte sich auch ein bisschen so an, aber: Spätestens bei “One to all” war alles wieder gut, und ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht.
Danach dann die Überraschung des Festivals. Der Name Bakkushan sagte mir zwar ein bisschen was, das Reinhören vorm Festival war vielversprechend, aber was die Band dann auf der Bühne ablieferte, übertraf die Erwartungen bei weitem. Wohoo! Ich mein, allein die erste Ansage à la “Oh, ich muss stimmen, Robert singt für euch jetzt das ABC!”… das sagt alles. Super Musik, Spaß, Selbstironie (“Ich weiß auch nicht mehr, was ich mir dabei gedacht hab, als ich den Refrain geschrieben hab…”), dennoch gute Texte. Und DaDa-Humor; oder welche andere Band würde mittendrin mehrfach in einem 1-Minuten-Lied Dosenfleisch, Gurken, Paprika und Gulaschkanonen besingen? (Nein, die ärzte gelten nicht. *g*)
Ein absolut genialer Auftritt jedenfalls, und wunderbare Laune überall. Und noch ein kleiner Kulturschock, weil die Kiddies die alle kannten und wir keinen Schimmer hatten.
Nun war es Zeit für ein bisschen Pause, denn Turbostaat hatten ihre Sympathien bei mir letztes Jahr beim Helfenstein-Festival verspielt. Zur Ehrenrettung sei berichtet, dass der Sänger auf der Bühne diesmal deutlich netter und freundlicher rüberkam – aber das Festival war ja auch größer und es standen mehr Leute vornedran, da lohnt das dann ja auch, ne? Musikalisch fand ich’s uninteressant, aber insgesamt wurde die Band auch sehr positiv aufgenommen.
Headliner des Abends (und klarer Headliner des ganzen Festivals – am Samstag war es doch SEHR viel voller als am Freitag!) waren dann Sum 41. Auch hier muss ich zugeben, dass ich relativ unvorbereitet ins Konzert ging, mit dem Hintergedanken, dass das so eine Band ist, “von der man eh alles kennt”. Nee, das stimmte definitiv nicht; erst gegen Ende des Konzertes wurden die bekannten Lieder ausgegraben. Vorher war’s musikalisch super, wenn auch nicht allzu abwechslungsreich. Ich persönlich fühlte mich aber sehr in meinen Vorurteilen gegenüber amerikanischen Bands bestätigt: seelenloses Herunterspielen, Professionalität, Unnahbarkeit. Verstärkt wurde das noch dadurch, dass Sum 41 einige Fans auf die Bühne holten – die dann in eine Bühnenecke gesteckt und nicht mal richtig begrüßt oder “gewürdigt” wurden. Sie standen halt das ganze Konzert da oben und konnten von hinten zugucken; was sicher eine tolle Erfahrung ist, aber andererseits macht das doch auch das “normale” Konzert kaputt. Aber nun ja, Amibands halt.
Fazit: Ein tolles musikalisches Programm mit vielen schönen Konzerten und einem Publikum, das einfach ALLES abgefeiert hat. So muss das sein!
Festival 2.0
Noch ein paar Worte zum Festival an sich. Zuerst mal ein großes Lob an die Organisation – alles lief glatt, alle Helfer waren extremst freundlich und gut gelaunt und mit viel Spaß bei der Sache, und es gibt keinerlei Kritikpunkte. Die Parkplätze entlang der Straße sind ein wenig unpraktisch (und vor allem erwartet man bei einem “benutzt die offiziellen Parkflächen” auf den Tickets doch irgendwie was anderes), aber auch das funktionierte ja alles. Traurig dagegen die Tatsache, dass die Polizei dann mit dem Zollstock durchläuft und genauestens überprüft, wieviel Platz zwischen den abgestellten Autos ist… schließlich kam man überall problemlos durch, und da man von zwei Seiten zum Festival hinkam und nur eine Seite als Parkfläche genutzt wurde, handelte es sich auch nicht um einen Rettungsweg. Überhaupt; die Polizeipräsenz war echt extrem. Dazu die Alkoholbannmeile – ich verstehe es einfach nicht. Wenn eine Gruppe Freiwilliger ein solch tolles Festival organisiert und soviel Arbeit reinsteckt, etwas für die Jugend in der Umgebung auf die Beine zu stellen, muss man denen dann wirklich möglichst viele Steine in den Weg legen?
Ach ja, zum Thema Kontrollen fällt mir dann doch noch ein kleiner Negativpunkt ein: Ich wurde nämlich noch nie auf Festivals so gründlich durchsucht (man könnte es auch “betatscht” nennen). Das an sich ist natürlich kein Kritikpunkt; erst in Kombination damit, dass mich nie jemand danach gefragt hat, was ich denn in der Hosentasche habe. Ohrstöpsel und Augentropfen kann man nämlich nicht einfach erfühlen… Und mein Bändchen hat auch nie jemand kontrolliert. Ich vermute ja, dass das Gelände genau deshalb am Samstag so viel voller war als am Freitag.
Das Publikum war insgesamt sehr sehr jung; mit >30 fielen wir doch sehr auf. Aber das war zu erwarten und auch nicht schlimm, und insgesamt empfand ich das Publikum als sehr angenehm. Die Kiddies waren zum Feiern da, alle waren nett und höflich, im Pogopit wurde aufeinander aufgepasst, ich hab keinerlei Streitereien mitbekommen. Alles lief gesittet ab, an den Ständen gab’s zwar Gedrängel, aber kein Gedrücke, fürs Dixie wurde brav in Zweierreihen angestanden, und alle über 25 wurden gesiezt (HEY! *lol*).
Und die Festivalkultur verändert sich offenbar. Wurde früher zwischen den Liedern nur applaudiert, hält heute einfach einer ein Schild mit aufgemaltem Daumen und “gefällt mir!” hoch, und das gesamte Publikum reckt den Daumen in die Luft. Und nächstes Jahr rufen sie vermutlich “+1″. Und solange zusätzlich noch weiter geklatscht und gejubelt wird, sag ich: Das gefällt mir!
Wenn ein Festival umziehen muss, kommen immer Zweifel auf. Wie wirkt sich der Umzug auf die Atmosphäre aus? Halten die Stammbesucher dem Festival die Treue? Wird die Infrastruktur wirklich verbessert, oder ist der Umzug nur nötig, um noch mehr Leute aufs Gelände quetschen zu können? Und vor allem: Wie finde ich nachts zurück zu meinem Zelt, wenn der Weg doch ganz anders ist als letztes Jahr?
Diese Fragen muss man sich beim Reload Festival dieses Jahr auch stellen, denn zum ersten Mal nach fünf Jahren in Twistringen findet das Festival dieses Jahr in Sulingen statt. Von Twistringen aus wird es aber ein Busshuttle geben, und das neue Gelände beschreiben die Organisatoren als wunderschön und ideal für das Festival: “Eine schöne Graswiese, von Bäumen umwachsen und die grünen Camping- bzw. Parkplätze sind direkt nebenan!” Das klingt doch durchaus vielversprechend, da kann man also gespannt sein!
Das Line-Up ist in diesem Jahr sehr stark und noch Metal- und Hardcore-lastiger als in den letzten Jahren. Als Headliner sind diesmal Hatebreed, Limp Bizkit und Papa Roach am Start. Aber auch im Nachmittags-Line-up finden sich einige Perlen wieder, wie z.B. die Emil Bulls, Dampfmaschine, Mr. Irish Bastard oder Fozzy. Das komplette Line-Up gibt es hier.
Mit 66,65 Euro sind die Festivaltickets durchaus erschwinglich. Man sollte sich aber ranhalten – denn die Verantwortlichen haben verkündet, dass bisher zehnmal so viele Tickets im Vorverkauf abgesetzt wurden wie im Vorjahr. Und wer den Bands ganz nahe kommen will und etwas mehr Geld im Festivalbudget hat, der kann sich ein VIP-Ticket fürs Festival sichern, mit dem man u.a. Zugang zum VIP-Bereich (inkl. Essen und Trinken versteht sich) erhält. Alle Infos zu den Tickets und zum ganzen Festival gibt es auf www.reload-festival.de.
Vom 1. bis zum 3. Juli 2011 fand im niedersächsischen Sulingen, etwa 50 Kilometer südlich von Bremen, zum ersten Mal das Reload-Festival statt. Bislang wurde dieses Rock- und Metal-Festival im 20 Kilometer entfernten Twistringen veranstaltet. Durch diese Verlagerung wuchs das „Reload“ in immenser Weise: Es hieß, bereits im Vorverkauf seien mehr als zehnmal mehr Tickets verkauft im Vergleich zu den Vorjahren. Diese Zahl konnte sich meiner Einschätzung nach letztendlich aber vermutlich nicht bestätigen. Das „Reload“ ist insgesamt ein eher kleines Festival. Laut einem Bericht der lokalen „Sulinger Kreiszeitung“ im Anschluss an das Festival heißt es, dass täglich etwa 7000 Besucher begrüßt werden konnten. In diesem Bericht kommen auch einige der Besucher zu Wort: Viele mögen es, dass es eine so kleine Veranstaltung ist. Dadurch wird es fast familiär – und so nah an die Musiker kommt man bei keinem anderen Festival heran. „Bitte nicht größer werden“, wird eine Besucherin zitiert.
Ich bin in Sulingen geboren und aufgewachsen und war als Fan von Rock und Metal froh, dass dieses Festival zu uns kam, wenngleich ich noch nie auf einem Festival war. Denn die Besetzung klang sehr überzeugend: Papa Roach, Hatebreed, Soilwork und als Hauptheadliner Limp Bizkit auf einem ihrer wenigen Deutschlandauftritte in Originalbesetzung! Für mich von besonderem Interesse war zudem Fozzy, die ich auch bereits kannte und schätzte. Dass diese Bands nach Sulingen kommen: Für mich unglaublich. Die anderen Bands sagten mir aber wenig bis gar nichts – mein erstes Festival eben. Ich war sehr gespannt und hatte sogar das Glück, eine Presseakkreditierung mit Fotopass zu bekommen, sodass ich direkt vorne in den Fotograben gehen konnte. Für mich als angehenden Journalisten eine sehr interessante Erfahrung.
Freitag, 15 Uhr fiel der Startschuss. Dummerweise waren zu dem Zeitpunkt noch keine Leute im Bühnenbereich, wohl ein kleiner Fehler in der Koordination mit den Security-Kräften. Die ersten Zuhörer kamen dann aber doch nach und nach, um Pay No Respect zu sehen. Das Pogen ging früh los. Der Tag war geprägt von Wetterschwankungen: Pünktlich um 15 Uhr fing es an zu regnen. Typisch Festival, oder? Der Regen hielt nicht lange. Als zweite Band betrat Sulingens Eigengewächs R.Y.O.T. – „Resist Your Own Thoughts“ die Bühne, in neuer Besetzung nach einer Weile Pause. Ein guter Auftritt und die Sulinger waren froh, ihre Band zu sehen. Nach dem Konzert traf ich R.Y.O.T.-Gitarrist Thomas Seebach. Auch er zeigte sich zufrieden mit ihrer Performance, sprach aber davon, dass er auf die Bühne ging und sich voll auf die Musik konzentrierte, quasi Tunnelblick. Viel drum herum habe er wohl nicht mitbekommen.
Für mich die Überraschung des Freitags waren die Emil Bulls, klasse Musik, starke Performance. Die Leute gingen sehr gut mit. Definitiv der Eisbrecher des Tages und meine persönliche Entdeckung des gesamten Festivals. Hörempfehlung: „Nothing in this World“.
Passend zu Fiddlers Green, die ich nicht gesehen habe, kam die Sonne wieder hervor und wir hatten unseren Regenbogen, wahrscheinlich mit Töpfen voller Gold an den Enden: „The Luck of the Irish“, meinte ein Kumpel. Fiddlers Green und ihre Nachfolgerbands setzte ich aus, weil ich mit meinen Kumpels grillen wollte. Das war nicht unbedingt die beste Entscheidung. So verpassten wir Skindred, die wohl einen der besten Auftritte des ganzen Festivals hinlegten. Dies hörte ich von sehr vielen Anwesenden und ärgerte mich jedes Mal erneut. Und meine Kumpels hielten es mir auch andauernd vor. Ich dachte, die wären nicht so gut… Aus der Entfernung konnte man ein wenig über den Zaun lugen, die gute Stimmung war deutlich zu erkennen. Blöd gelaufen. Terror verpasste ich auch. Zu Blood for Blood war ich wieder vor Ort. Nicht unbedingt meine Musik, aber ein guter Auftritt. Erwähnenswert ist ein kleines Geburtstagsständchen, das für den Gitarristen Dylan gespielt wurde.
Wie bei Blood for Blood erwähnt, stehe ich eigentlich ja nicht so auf den wirklich harten Metal mit großen „Schreianteilen“ oder durchgängigem Geschreie ohne cleane Parts der Frontmänner, doch auf einem Festival kommt das trotzdem sehr geil rüber durch eine starke Atmosphäre und aktive Fans. Schließlich kam der Freitagsheadliner Hatebreed, der den musikalisch härtesten Tag des Festivals beenden sollte. Anderthalb Stunden sollten es werden – wurden es aber nicht. Bereits nach einer Stunde war die Band vorerst fertig, spielte dann noch vielleicht zehn Minuten Zugabe. In der Zugabe gab es dann die beiden einzigen Songs, die ich von Hatebreed kannte und dementsprechend hören wollte: „Destroy Everything“ und „I Will Be Heard“. Hatebreed machte jedenfalls den weiteren Bühnenbereich ziemlich voll, was die Zuschauer angeht.
Während des Hatebreed-Auftritts habe ich mich von der Einsatzleitung der Sanitäter briefen lassen, wie die Bilanz des ersten Tages aussah. Es gab etwa 40 Fälle für die Sanitäter, aber nur zweimal mussten Besucher ins Krankenhaus gefahren werden. Meistens waren es Lappalien. Es sei insgesamt im Rahmen gewesen, wurde mir mitgeteilt. Zuvor hatte ich gehört, dass jemand sich beide (!) Knöchel gebrochen haben soll. Dies wurde aber von den Offiziellen verneint.
An diesem ersten Tag konzentrierte ich mich in vielen Fällen auf das Fotografieren im Fotograben, eine für mich neue Erfahrung. Ich war während des gesamten Festivals überrascht, wie vernünftig die Fotografen alle miteinander umgingen, fast schon zuvorkommend. Ich hatte die Befürchtung, bei Limp Bizkit würde es am Samstagabend wegen des großen Interesses im Fotograben einen größeren „Moshpit“ geben als im Feld, aber es sollte eine leere Befürchtung sein. Zumal es besondere Regelungen gab, dass die Fotografen auch nur in zwei kleineren Gruppen in den Graben gelassen wurden.
The Ghost Inside spielten am Samstag. Sehr heftige Musik, die ich persönlich nicht wirklich mag. Anderen gefiel es sehr, es wurde viel gepogt. Am Ende des Auftritts wurde eine Zugabe gefordert und die Band hätte wohl gerne weitergemacht, doch der Zeitplan ließ offenbar nicht mehr zu. Eins noch: Hätte ich den Sänger von The Ghost Inside auf der Straße getroffen, hätte ich nie vermutet, dass er derartige Musik macht. Bei hochgekrempelten Ärmeln sah man zwar große Tattoos, doch ansonsten hat er doch eher einen Schwiegersohnlook: leicht gescheitelte kurze Haare, minimaler Bauchansatz, freundliches Lächeln…
Vor The Ghost Inside spielte noch die Band Dampfmaschine. Ich kam zwar erst inmitten des Auftritts hinzu, doch die Gruppe konnte meiner Meinung nach nicht sonderlich überzeugen. Das Publikum war ziemlich lahm. Und irgendwann auf dem Weg zur Bühne oder auf der Bühne haben die Musiker offenbar auf mysteriöse Weise ihre Shirts verloren. Dem Frontmann rutschte die Hose zudem fast herunter…
Völlig geweckt wurde das Publikum von 4Lyn, die am Samstag den Eisbrecher geben durfte. Klasse Performance, die Leute sind richtig gut mitgegangen, auch die, die 4Lyn vorher nicht kannten. Besonders der Song „Pearls & Beauty“, der zusammen mit den Besuchern gesungen wurde, wusste voll zu überzeugen. Die zweite tolle Entdeckung des Festivals!
An The Bones kann ich mich im Nachhinein kaum erinnern, war da wohl zu sehr aufs Fotografieren fixiert. Aber schlecht waren die wohl keinesfalls. Als Co-Headliner des Tages waren gegen Abend Ill Niño an der Reihe. Die konnten einem da vorne im Fotograben schon etwas Angst einjagen, besonders der Frontmann: Riesengroß, breit wie ein Schrank mit einer Rasterlockenmähne, mit der man jemanden beim Headbangen erschlagen könnte! Die haben auf jeden Fall einen Eindruck hinterlassen.
Dann war es Zeit für die größte Band des Reloads: Limp Bizkit auf einem ihrer wenigen Deutschlandauftritte in Originalbesetzung. Die haben die Hütte vollgemacht wie keine andere Band. Viele Fans waren vermutlich extra wegen Limp Bizkit da. Dementsprechend eine sensationelle Stimmung. „Das ist einfach nur traumhaft“, meinte ein Besucher, der neben mir stand, während des Auftritts. Starke Nummer, aber ich hatte besonders am Ende den Eindruck, dass Fred Durst nicht die ganz große Lust hatte, vielleicht wegen der eher kleinen Größe des Reloads. Untermauert wird dieser Eindruck davon, dass die Band auch früher Schluss gemacht hat als angekündigt war. Es wurde als Zugabe auch lediglich „Rollin‘“ gespielt, dann war Fred Durst fix von der Bühne verschwunden. Einigen Zuschauern gefiel das gar nicht. Ich hörte zudem Beschwerden, dass zu viel Zeit vom DJ an Mischpult und Platten geschunden wurde.
Einen Tag hatten wir dann noch auf der Agenda, der Sonntag, der von der Musik her softer sein und mich insgesamt am meisten interessieren sollte dank den Bands Fozzy, Soilwork und Papa Roach. Your Colorful Black Eyes und Mr. Irish Bastard habe ich verpasst, weil ich mich auf Fozzy vorbereiten musste. Fozzy spielte ab 14 Uhr, im Anschluss sollte ich noch die Möglichkeit erhalten, ein Interview mit Frontmann Chris Jericho zu führen. Manchen mag der Name Chris Jericho bekannt vorkommen. Seine Wurzeln liegen im professionellen Wrestling, im dem er sehr erfolgreich war und von dem er zumindest vorerst eine Auszeit nimmt. Wegen des Interviews verpasste ich auch Luxuslärm und Wirtz danach. Von Weitem konnte ich den zwei Band aber etwas zuhören und die machten soweit einen guten, sympathischen Eindruck. Leichtere Musik eben. Im weiteren Verlauf des Tages verpasste ich ebenfalls Agnostic Front.
Kommen wir zu Fozzy. Das war ein sehr guter Auftritt, vergleichbar mit den Emil Bulls und 4Lyn. Die Besucher waren, da es ja noch relativ früh am Festivaltage war, zunächst eher wenige und auch relativ träge. Einige Wrestling-Fans, denen Chris Jericho noch bestens bekannt ist, riefen „Y2J“ in Anlehnung an Jerichos Spitznamen. Es kostete die Band und Chris Jericho eine Menge Arbeit, aber sie schafften es, das Publikum so langsam mitzureißen – durch Interaktionen mit dem Publikum, gute Musik und eine starke Performance (inklusive Gang ins Publikum und dem Erklimmen eines Metallträgers der Bühne und dem darauffolgenden Singen aus fünf Metern Höhe). Ein Auftritt, an den ich persönlich mich noch gerne erinnern werde mit Ausnahme dessen, dass die Fans nicht die ganze Zeit voll dabei waren. Entsprechend zu einer Aussage Jerichos während des Interviews: Hoffentlich sind viele Leute nach Hause gegangen und denken sich, dass beim Reload viele gute Bands waren, darunter aber auch Fozzy. Auch wenn man sie vorher nicht kannte, haben sie sich jetzt hier womöglich einen Namen gemacht, die Zuhörer des Reloads besuchen vielleicht weitere Konzerte und empfehlen die Band weiter.
Zwei gute Bands sollten am Sonntag noch folgen. Die eine von ihnen war Soilwork. Auf mich machten die einen guten Eindruck. Andere waren etwas enttäuscht, habe ich gehört. Ich kannte nicht so sonderlich viel, aber da gegen Ende „Stabbing the Drama“ und „Nerve“ gespielt wurden, bin ich für meinen Teil zufrieden.
Eine Band hatten wir dann noch, und zwar die Hauptband des Tages Papa Roach. Ich erwähne es dieses Mal vorweg: Auch dieser Auftritt war zu kurz und es gab keine Zugabe. Die haben sie zudem selber vorweggenommen und „Last Resort“ gespielt. Das erwähne ich bewusst vorab, denn das Konzert war der helle Wahnsinn. Es waren zwar etwas weniger Leute als bei Limp Bizkit da, aber die Stimmung war spitzenmäßig. Es gab etliche „Crowddiver“. Man kann sagen: Die anderen Bands haben lediglich die Möbel rausgebracht – Papa Roach hat die Hütte dann vollständig abgerissen! Papa Roach war die meiner Meinung nach vermutlich beste Band auf dem ganzen Reload-Festival und hat somit die drei Tage mit einem Knall beendet.
Vor dem Fazit noch zwei Kleinigkeiten, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind: Kreative Fans, die mit diversen Kostümen auffielen: Leute waren unter anderem verkleidet als Eisbär, Nonne oder mexikanischer Wrestler. Unterhaltsam fand ich auch, dass einige Besucher Seifenblasen gepustet haben.
Fazit: Dies war mein erstes Festival und ich bin begeistert. Drei tolle Tage, Auszeit vom Alltag, mit guten Kumpels, guter Musik und gutem Bier (ok, es war Billigbier…). Man konnte eine wirklich gute Zeit verbringen und für mich war es durch den Fotograben und das Interview eine wertvolle Erfahrung in journalistischer Hinsicht. Das Festival wird nächstes Jahr zwar während der Fußball-EM stattfinden (15. bis 17. Juni), aber es ist dennoch ein Pflichttermin für mich. Es wird überdies wieder auf der gleichen optimalen Location stattfinden wie dieses Jahr. Hoffentlich kommen wieder ähnlich hochkarätige Bands. Meine persönlichen Entdeckungen des Festivals waren die Emil Bulls und 4Lyn; Fozzy machte ebenfalls gute Eigenwerbung. Die drei Headliner Hatebreed, Limp Bizkit und Papa Roach spielten zwar alle nicht die vorher angekündigten anderthalb Stunden. Dennoch waren es gute bis sehr gute Auftritte und Papa Roach hat den wohl besten Auftritt des ganzen Reload-Festivals abgeliefert. Vielen Dank, gerne wieder!
Äh ja, wo fang ich an? Beim “Juchhu, endlich wieder Kaizers!”? Beim Schlamm? Beim Hoch auf die Sonnengötter?
Oder vielleicht doch lieber mit dem Disclaimer: Ich bin grundsätzlich kein Festivalfan. Da ich aber Konzertjunkie-bedingt doch immer wieder auf Festivals lande, kenne ich mich damit recht gut aus. Und eins ist völlig klar: Das Southside ist das am schlechtesten organisierte Großfestival in Deutschland! Sicherheit ist dort ein Fremdwort; bei meinen letzten Besuchen habe ich mehrfach Situationen erlebt, wo nur durch Glück niemand zerdrückt oder anders ernsthaft verletzt wurde. Dieses Jahr habe ich sowas Gott sei Dank nicht zu sehen bekommen, wobei ich aber auch nur knapp fünf Stunden da war.
In diesem Jahr war das Problem dafür der Schlamm (wie letztes Jahr übrigens auch schon). Es hatte den kompletten Freitag durchgeregnet, und dementsprechend aufgeweicht war natürlich der Boden. Und die Veranstalter taten NICHTS dagegen. Nein, ich erwarte kein schlammfreies Festival. Ja, ich hatte Gummistiefel, und ich hab nach anderen Festivals schon viel schlimmer ausgesehen. Aber dass es den Veranstaltern offenbar völlig egal war, dass alle Festivalbesucher auf den Hauptwegen durch knöcheltiefen Schlamm waten mussten, ist erschreckend. Es gibt Stroh, Matten, Platten – damit kann kein komplettes Gelände versorgt werden, aber man kann zumindest zeigen, dass man VERSUCHT, sich um die Besucher zu kümmern. Oder eben nicht.
So, genug gemeckert. Aber ein Southside-Bericht OHNE meckern geht halt leider nicht. *seufz* Immerhin war der gesamte Besuch diesmal sehr lustig und entspannt, im Gegensatz zum letzten “kommen wir hier lebend noch mal raus”.
Kaizers also! Nach zweieinhalb Monaten endlich wieder vor mir auf der Bühne! Vornedran füllte es sich ganz ordentlich, zumindest vor der linken Bühnenseite – vor der rechten war ein… See. (Nu ja, ich hab schon Bäume in der ersten Reihe stehen sehen, ich bin einiges gewohnt. *g*)
Los ging es mit dem Russian Dance als Intro – finde ich gut, dass sie den für die Festivals wieder verwenden. Und für mich erst mal die Erkenntnis, dass Festivalkonzerte halt doch nicht mit Club-Konzerten zu verwechseln sind. Im Publikum völlig tote Hose beim Intro, und auch als Omen mit Gasmaske auf die Bühne spazierte, regte sich nicht viel. Ein bisschen Applaus gab es, aber die ersten beiden Lieder (Ompa til du dør und Bøn fra helvete) wurden doch SEHR reserviert entgegengenommen. Das ließ mich Schlimmes befürchten…
Beim darauffolgenden Delikatessen wachte das Publikum dann aber doch langsam aber sicher auf. Und dann… kam die Sonne raus! Kaizers machten ihrem Ruf als Sonnengötter also wieder alle Ehre! Erste Reaktion: “Oh, das tut uns jetzt aber leid mit der Sonne, das ist immer so blöd, wenn man da reingucken muss…” Später im Konzert verkündete der Jackal dann aber, dass sie die Sonne extra für uns aus Norwegen mitgebracht hätten. “Ach, keine Ursache, nichts zu danken! Ihr könnt sie behalten!” Äh… danke! Ich bring sie dann zum Øya-Festival mit zurück, ja? =;-)
Weiter ging’s mit den neuen Liedern, zuerst “Din kjole lukter bensin, mor”, dann “Eins für das Orgel und eins für mich” (was absolut super ankam!) und zum Schluss noch “Svarte katter & flosshatter”. Die Stimmung war super, das Publikum extrem laut, und es wurde auch immer voller – wobei ich allerdings recht weit vorne stand und daher nicht so den Überblick hatte. Aber bei der Lautstärke müssen da EINIGE auf dem Weg zur anderen Bühne hängengeblieben sein… =:-D
Dann Kontroll på kontinentet mit ausführlicher Bandvorstellung und viel (und lautem) Mitsingen, bevor es Zeit für Gypsy war. Und es war offensichtlich, dass zumindest vorne viele genau darauf gewartet hatten. Dementsprechend ging es dann auch bei Sigøynerblod und Bak et halleluja ab, inklusive Klatschen, Singen und Schlammpogo, versteht sich! Zum Abschluss noch Maestro, was auch total gefeiert wurde, und 170.
Yeah! Und ein weiteres Festival im Sturm erobert. Da bin ich ja echt mal auf die Presse gespannt!
Geredet wurde hauptsächlich übers Wetter, und natürlich wurde gefragt, wer Kaizers schon mal gesehen hatte, aber viel Berichtenswertes gab es da nicht. Brauchte es aber auch gar nicht, ich bin ja total happy, wenn Kaizers es mal wieder schaffen, ein Publikum innerhalb einer knappen Stunde voll und ganz für sich zu gewinnen. Und das haben sie wieder mal perfekt geschafft! Ach ja, was sehr schade war, war die Kameraführung bei Svarte Katter – in Omens “ich habe gerade ins Megaphon geschrien und kämme mir jetzt erst mal die Haare, bevor ich weiterspiele”-Pause wechselte die Kameraeinstellung zwar alle paar Sekunden… aber Omen war kein einziges Mal im Bild. Effekt versemmelt. =:-/
Ist aber niemandem aufgefallen. =;-) Genau wie das “… sold a few horses, got a decent name”. *lol* Und bevor ich jetzt anfange, alle Mini-Pannen aufzuzählen, betone ich lieber noch mal, wie schön es war, dass Kaizers durch harte Arbeit (denn am Anfang war’s echt nicht einfach!) das Publikum zu 100% von sich überzeugen konnten. Hach, sie haben’s halt drauf!
Ein riesiges Dankeschön noch an den netten Unbekannten, der uns auf dem Parkplatz aus der Patsche – äh, ich meine natürlich Matsche – geholfen hat. Und äh ja, viel Spaß an die armen Seelen, die noch einen Tag im Matsch verbringen müssen… =:-/
Okay, where to start? With a “yeah, finally Kaizers again!”? With the mud? With a cheer for the sun gods?
Or maybe better with the disclaimer: Generally, I just don’t like festivals. However, since I attend quite a few (being a concert junkie brings that with it…), I feel like I have a pretty good overview over festivals and their organisation. And one thing is crystal clear: Even though Southside is one of the largest festivals in Germany, it’s also the one that is worst organized. Security seems to be a foreign concept; during my last visits, I’ve seen a few situations where it was pure luck that no-one was crushed or otherwise seriously injured. This year, I didn’t see situations like that, luckily; but then I was there for only about five hours.
This year (just like last year, by the way), the problem was the mud. It had been raining all day Friday, and so the ground was soaked, of course. And the organizers didn’t do ANYTHING. No, I don’t expect a mud-free festival, not at all. Yes, I had wellies, and I definitely looked worse after other festivals. But obviously the organizers just don’t care at all about their visitors… if they don’t even try to do anything to spare everyone from walking through ankle-deep mud on all the main paths. There’s straw, mats, boards – none of these will be sufficient to keep a whole festival area mud-free, but at least the organizers could show that they care and TRY to do at least a bit. Or that they don’t.
Anyway, enough complaining. But a Southside report without complaining is just impossible… *sigh* Well, at least our whole visit to the festival was really funny and relaxed this time, nothing like our last, “will we get out of here alive?”
So, Kaizers! After two and a half months, I finally got to see them on stage again! It filled up quite well in the front – at least on the left side of the stage. On the right, there was a… lake. (Well, I’ve seen trees in the front row before, I don’t wonder about anything anymore. *g*)
As intro, they used the Russian Dance again. Nice that they are using that one for the festivals again. I was a bit overwhelmed in the beginning by the switch back from club shows to festival concerts; you just can’t compare these two. During the intro, the audience was just dead, and even when Omen entered the stage, with his gas mask on, there was hardly any reaction. A bit of applause of course, but that was it, and during the first two songs (Ompa til du dør and Bøn fra helvete), that didn’t really change much. The audience was really quiet and reserved. I was getting a bit afraid, I have to admit…
But then Kaizers played Delikatessen, and the audience started to wake up. Slowly, but steadily! And then – the sun came out! So Kaizers lived up to their reputation of being the sun gods, yeah! First reaction on stage: “Oh, I’m so sorry, now the sun is out… it’s so stupid if you have to look into the sun all the time…” But later in the concert, the Jackal explained that actually, they had brought the sun down with them from Norway, just for us. “Oh, don’t mention it, it’s nothing. You can keep it!” Uh… thanks! I’ll bring it back with me at Øya festival then, okay? =;-)
Kaizers continued with a couple of new songs, first “Din kjole lukter bensin, mor”, then “En for orgelet, en for meg” – or rather “Eins für das Orgel und eins für mich” (which got an AWESOME reception!), and finally “Svarte katter & flosshatter”. The atmosphere was just great, the audience extremely loud, and it filled up more and more. I was standing pretty much in the front, so I couldn’t really see the area; but judging by the loudness, a LOT of people obviously got stuck on the way to the other stage… =:-D
Next up was Kontroll på kontinentet with a vast band introduction and a lot (loud!) singing, before it was time for gypsy music. And it was obvious that people (at least in the front) had been waiting for just that. So accordingly, Sigøynerblod and Bak et halleluja were met with enthusiasm, and there were lots of clapping, singing, and of course mud pogo! As conclusion for the concert we got Maestro, which made people dance and sing as well, of course, and 170.
Yeah! And they conquered another festival, without any doubt. I’m really looking forward to the press reports here!
Hmm… not much talking during the concert, actually, mostly about the weather. And of course the question who had seen Kaizers before, but not a lot to report here. But there wasn’t any need for more. I was glad and happy about once again seeing Kaizers conquering a new audience in less than an hour, from zero to hero. And they did that, without any doubt! Oh, wait, I remember one thing that was quite sad, actually: During Svarte Katter, in Omen’s “I just shouted into the microphone and now I’ll have to comb my hair before I can continue playing the organ” break, the cameras were SO off. The pictures on the video walls changed all the time, but they didn’t manage to show Omen at all until he had sat down again. Messed up the effect completely… =:-/
But nobody noticed. =;-) Just like the “… sold a few horses, got a decent name”. *lol* And before I start giving away all the mini failures now, I’ll rather stress again how nice it was to see Kaizers gain and conquer the audience so quickly through hard work (’cause it can’t have been easy in the beginning…). Well, they just have it!
And finally, a huge THANK YOU to the nice stranger who helped us get out of the mud in the parking lot. And uhm… a shout-out to all the poor souls who have to spend another day in the mess… =:-/
Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich dieses Jahr einen Abstecher zu Rock im Park machen sollte. Meine To-Do-Liste ist zurzeit so überfüllt, dass ich jedes freie Wochenende brauche, und stattdessen dann in Regen und Kälte in einer Menschenmasse stehen? Aber verdammt, es gibt Tageskarten und da spielen System of a Down!
Als sich dann abzeichnete, dass das Wetter vielleicht doch ganz schön werden könnte, gewannen System dann endgültig die Oberhand. Los ging’s also am Samstag nach Nürnberg! Und ja, es war die absolut richtige Entscheidung, besser kann die Festivalsaison kaum losgehen. Nur ein kurzer Schauer (der aber eher erfrischend war), sonst strahlender Sonnenschein. Rock im Park war dieses Jahr nicht ausverkauft (daher auch die Tageskarten), was bedeutete, dass man auch samstags noch Parkplätze bekommen konnte, dass die Schlangen überall voll und ganz im vertretbaren Bereich waren und dass auch das Gedrängel sich in Grenzen hielt. Und genau so muss ein Festival aussehen! =:-)
Ich war zu Millencolin auf dem Gelände, deren Konzert gut ankam; war halt direkt nach dem Regenguss, daher war nicht allzu viel los. Danach ging es für mich kurz zur Alternastage – da spielte nämlich Duff McKagan’s Loaded. Und dazu muss ich zwei Dinge gestehen: 1. Noch nie was gehört von der Band. 2. Ich war Anfang der 90er unsterblich in Duff McKagan verknallt. Bzw. ich hab “So fine” von der “Use your Illusion II” so geliebt, dass ich es heute noch Wort für Wort in breitestem amerikanischen Dialekt mitsingen kann. Ich hatte ihn ja vor Jahren beim Pukkelpop schon mal live und faltig auf der Bühne bewundern dürfen – und irgendwie sah er diesmal gesünder aus als damals. Die Musik war austauschbar, aber hey… es geht halt doch nicht immer NUR um die Musik. *hüstel*
Danach machte ich mich auf den Weg zur Hauptbühne, um mich für den Wellenbrecher anzustellen. Avenged Sevenfold bekam ich daher nur über die Leinwände zu sehen, aber es sah durchaus vielversprechend aus! Nach einer Stunde Anstehen kam ich dann pünktlich zu Volbeat vorne rein. Die wurden mir schon mehrfach von den verschiedensten Leuten empfohlen, und: Daumen hoch! Die sind echt klasse – energievoll, aber trotzdem tanzbar. Ich hatte sie mir härter vorgestellt, aber die Mischung ist super. Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe.
Danach die Beatsteaks – ich persönlich bin ja der Meinung, dass sie mittlerweile so “groß” geworden sind, dass ihre Konzerte keinen Spaß mehr machen. Und doch, dabei bleibe ich auch nach ihrem RiP-Auftritt. Der hat zwar durchaus Spaß gemacht, aber lange nicht so viel, wie ein kleines Clubkonzert vor “normalem” Publikum (also keine Clubtour vor Hardcore-Fans) es tun würde. Schade! Aber objektiv betrachtet: Super Auftritt!
Schade war sowohl bei Volbeat als auch bei den Beatsteaks das typische Wellenbrecher-Phänomen: “Ich will den Headliner sehen, also campiere ich den ganzen Tag vorne.” Das ist verständlich. Das ist legitim. Genau deshalb war auch ich ab Volbeat vorne. Aber ich hab mir die “Vor-”Bands auch angesehen und nicht wie einige andere auf dem Boden gelegen und gepennt oder Zeitung gelesen. Das ist einfach voll und ganz respektlos!
Aber meiner Meinung nach sind da die Festivals gefragt, denn mit dieser Wellenbrecherlösung (übrigens an der Stelle ein großes Lob an die Wellenbrecherorganisation – im Gegensatz zum Southside hab ich bei RiP bisher nämlich nur einen top organisierten Wellenbrechereinlass erlebt!) ist das einfach vorprogrammiert. Vielleicht sollte der Wellenbrecher nach jeder Band geleert werden, oder es werden vorab Tickets für den vorderen Bereich bei bestimmten Bands vergeben. Aber wahrscheinlich gibt es einfach keine handhabbare Lösung…
Zeit für den Headliner! System of a Down… ich hatte sie einmal zuvor live gesehen. Oder besser gehört – denn das war beim Southside 2005, und da die Sicherheitsbedingungen schon nachmittags nicht verantwortbar waren, habe ich mich weit weg von der Bühne gehalten. Es ist dann auch während des Konzerts eine Absperrung eingebrochen, so dass das Konzert unterbrochen werden musste… Und trotz all dieser widrigen Umstände war das Konzert extrem eindrucksvoll.
Jetzt also eine zweite Chance – vorne im Wellenbrecher. Zwar recht weit hinten, aber immerhin konnte ich die Bühne sehen, und die Stimmung war fantastisch. Leider war ich weniger textsicher, als ich erwartet hatte (“So fine” von vor fast zwanzig Jahren kann ich noch auswendig, aber die Lieder, die bei mir “erst” seit fünf Jahren rauf und runter laufen nicht?!), aber das konnte das Gesamterlebnis kaum trüben. Ich kann gar nicht beschreiben, was mich an dieser Band so fasziniert. Ich glaube, es ist einfach die Glaubhaftigkeit, der Ernst, das Herzblut; die Lieder berühren mich einfach. Und nicht nur mich, ich glaube, das ist auch etwas Besonderes an dieser Band – irgendwie fühle ich mich all den anderen, denen diese Lieder so viel bedeuten, verbunden. So geht es mir mit anderen Bands eigentlich gar nicht. Auf jeden Fall war ihr Auftritt extrem beeindruckend und ich danach voll und ganz happy.
Zum Ausklang gab es dann noch In Extremo auf der Alternastage. Da war ich erst mal vom Gelände beeindruckt – bei Duff McKagan war ja kaum jemand da, sodass es egal war, ob man etwas sieht. Bei In Extremo war das Gelände natürlich voll; und trotzdem konnte man an der Seite nach vorne laufen, bis man super Sicht hatte. Wow! Wenn ich mich recht an meinen letzten RiP-Besuch erinnere, wurde einfach die Bühne umgedreht. Und plötzlich ist alles super! =:-)
In Extremo habe ich schon öfter gesehen. Ist zwar nicht meine Musik, aber es macht doch immer wieder Spaß, und man hat was zu gucken. Dennoch wollte ich … And you will know us by the Trail of Dead auf der Clubstage sehen – nach zwei Minuten stellte sich aber heraus, dass ich die entweder mit irgendeiner anderen Band verwechselt habe oder dass sie sich extremst verändert haben. Das, was in den ersten zwei Minuten passierte, war jedenfalls todlangweilig – also ging’s doch lieber noch mal zurück zu In Extremo.
Danach dann noch ein 45minütiger Marsch zurück ans Auto, zwei Stunden Heimfahrt und die Erkenntnis: Es hat sich voll und ganz gelohnt, und der Festivalsommer kann kommen!
Mein zweites und letztes Konzert der Laternen-Joe-Tour, diesmal in Ulm. Und diesmal bin ich ohne den Hintergedanken “Waah, ich muss berichten, ich muss mitschreiben, ich muss alles mitkriegen” reingegangen – und wups hat es mir um Klassen besser gefallen. Wobei es auch objektiv besser war, allerdings nur teilweise. Das Gequatsche war in Graz eigentlich amüsanter. Dafür griffen DÄ – äh, Verzeihung, LJ natürlich! – tiefer in die Schatzkiste alter Lieder und gruben viele Perlen aus. Die zwar größtenteils nur kurz angespielt wurden, aber hey: Currywurst, Wie ein Kind, Lied über Zensur, Rettet die Wale, Was hat der Junge doch für Nerven, Erna P… ok, letzteres war ganz “normal” im Set, toll ist es aber trotzdem!
Los ging’s schon damit, dass Bela (also, Julia, is’ klar… *g*) dem LJ-Intro-Song ein paar weitere Strophen hinzufügte. Das war doch schon mal vielversprechend! Im weiteren Verlauf passierte aber ungefähr… gar nichts. Sie spielten Lied nach Lied runter, das war nett, das war okay, die Stimmung war gut, aber es war halt absolut nichts Besonderes. Und dann kündigten sie das letzte Lied an, es war klar, dass Unrockbar folgen würde – und plötzlich war nichts mehr wie vorher. Plötzlich fingen sie wild an rumzuimprovisieren, es wurde richtig viel gequatscht, und ab dem Moment wurde das Konzert genial! Es gab Lady in Black – das Publikum sang mit. Daraufhin wurden weitere Uriah-Heep-Songs angespielt – das Publikum sang mit. Und auch diverse andere Oldies kamen super an. Irgendwann später, wir sind jetzt schon beim lustigen Astronauten, verschwand Rod plötzlich von der Bühne, und die beiden anderen sahen sich an: “Du, Farin, wir sind allein auf der Bühne!!” Farin wusste sofort Bescheid und es folgte Die Einsamkeit des Würstchens… waaah! Und danach ein wildes Medley mit allem Möglichen – u.a. Sultans of Swing und Dolannes Melodie. Hach, bin ich froh, dass ich die NUK-Tour verpasst habe. *lol*
Gut, das alles war auch u.a. deshalb so amüsant, weil direkt vor mir zwei Mädels standen, die bei genau zwei Liedern mitgesungen haben: bei Lied vom Scheitern und Himmelblau. (OK, vermutlich auch noch bei Junge, aber da hatte ich sie noch nicht wahrgenommen.) Und ja: Man konnte das Unverständnis und die Verwirrung sehen. *lol*
Beim Gequatsche ging’s diesmal hauptsächlich darum, dass die Band offenbar recht wenig Schlaf bekommen hatte, denn neben dem Hotel quäkten irgendwelche Seehunde oder Robben. (Die Lokalpresse erklärte das mit dem Circus Krone nebenan…) Und über Farins Zimmer war jemand zwei Stunden lang mit einem Stepper zugange… Klar, dieser “jemand” war natürlich Bela, und daraus lassen sich viiiieeeele Kalauer reimen und in Liedern unterbringen! Ach ja, und die Robben war natürlich auch nicht echt, sondern das war in Wirklichkeit Rod. *g*
Außerdem waren LJ dieses Mal natürlich aus Reutlingen, und Farin resp. Jealousy dolmetschte die Ansagen vom Berlinerischen ins Schwäbische. Was er zugegebenermaßen deutlich besser hinbekommen hat als Bela. Wobei das nicht schwer war. =;-)
Und falls sich irgendwer fragt, was der Unterschied zwischen Krautrock und Heavy Metal ist – das können LJ erklären. Beim Krautrock dauern die Lieder 18 Minuten (“Geil, da müssten wir nur drei Lieder spielen!”) und beginnen mit einem gesprochenen Intro auf Englisch mit deutschem Akzent. Und je nachdem, in welcher Tonlage dieses Intro gesprochen wird, handelt es sich um Krautrock oder Metal.
A propos gesprochen – Unrockbar sollte es eigentlich in gesprochener Version geben, allerdings scheiterte Bela dabei grandios. Und das kurz nachdem er seinen eigenen Text nicht mehr wusste, er Farin aber auch das Vorsagen verboten hatte… *hüstel*
Ach ja, und die Freundin hat die Außerirdischen als Freunde geadded, nachdem sie statt eines Briefes einen Tweet geschickt hat. =;-)
Und das Fazit: Insgesamt hat das Konzert 20 Minuten gedauert – aber jede davon war 10 Euro wert!
Last June, when I saw Xutos & Pontapés in Évora, I would have NEVER expected to see them again two more times in less than a year. But in February, they played in Switzerland, and now they played in Luxembourg!
And well… even though I loved the concert in Switzerland, now I know that it sucked. Big time. At least compared to what Xutos delivered in Luxembourg, yeah! =:-D
First of all, I was impressed by the size. I attended a concert at Rockhal just a month ago, and it was a rather small venue. OK, I knew that they had another hall as well, and I expected that to be maybe twice the size, but that would still be small. Well… turned out that the big hall was actually about ten times the size of the small one, and the small one was actually used as cloakroom this time. (No, I’m not kidding…) My guess is that there were about 5000 people at the concert. Which means 5000 Portuguese, somewhere in Luxembourg… I’m still amazed by that. =:-)
So a huge hall, lots of people, sunshine outside, great atmosphere inside. There was a support band as well, playing hard rock/metal, didn’t get their name though. It was nice as support, but nothing really special.
Then, at a quarter past ten, the lights went out again and it was time for Xutos! As I noticed that a lot of people were googling for the setlist of the Switzerland concert, I had decided to try and get a setlist after the concert, so I could post it here – didn’t manage to get one though, sorry… =:-( So here’s just a list of songs that I’m pretty sure they played. It’s definitely not complete though:
Ai se ele cai, Sémen, Não sou o único, À minha maneira, O mundo ao contrário, Perfeito vazio, Superjacto, Homem do leme, Para ti Maria, Chuva dissolvente, Dia de S. Receber, Alta rotação, Circo de feras, Contentores, Quem é quem, Classe de 79, Alegre casinha, Para sempre
The concert lasted almost two hours. Unlike in Switzerland, Xutos didn’t play as many new songs in the beginning but started with well-known songs – a good idea, I think. And the audience loved it right from the beginning! Somehow, it seemed much more like a concert to me and less like some kind of “happening”, as it was in Switzerland. So the atmosphere was great right from the start, and the band seemed happy to give us all they had in store. Just amazing!
In the middle, we got a little acoustic set, just like they did it last year in Évora. That was nice – however, I think it was a pity they played Maria during that part of the concert. I mean, everybody was waiting for that song, and we enjoyed it as well, but then… the “real” version rocks so much more! It felt a bit like an economy version of the song. =:-/ But then they went back to the “real rock” afterwards, with a gigantic speaker on the backdrop and “Alta rotação”. So I’m not gonna complain. =;-)
Xutos did play some of the new songs as well, of course, at the beginning of the encores. And it was obvious that a big part of the audience didn’t know them, and the reaction was close to zero. That was sad! Especially because it really doesn’t take much to like these songs… I mean, they played Classe de 79. My Portuguese is really pretty bad, but when I first heard that song live, I loved it right away. So if you actually understand what they are singing about, how can you just stand there and wait for the song to be over?!?
But apart from that, the concert was just amazing! =:-D Thank you for coming to Europe, Xutos! Now, how about a little concert in Germany next? *gg*
Und mal wieder ein “Doppelbericht” – die detaillierte Konzertbeschreibung gibt’s vermutlich in der nächsten Prawda; die schreib ich jetzt nicht noch mal. Daher vielleicht eher das subjektive Empfinden, denn das war… hmm… ich weiß auch nicht?
Graz war toll – wunderbares Wetter, ein prima Hotel (obwohl’s eigentlich ein Jugendgästehaus war), strahlender Sonnenschein (hab ich mit “wunderbares Wetter” zwar eigentlich schon abgedeckt, aber es war so toll, dass man’s zweimal sagen muss *g*) und noch genug Zeit vor dem Konzert, um sich was Essbares zu suchen und sogar noch ein Eis hinterherzuschieben. Denn das muss bei solchen Sommertemperaturen einfach sein!
Dann ging’s zum Orpheum. Das Publikum passte klar zum Ärzte-Konzert, ich fühlte mich “zu Hause”, drinnen war’s winzig, aber nicht überfüllt – und dennoch, ich war so gar nicht in Ärzte-Konzert-Stimmung… Und das war insgesamt mein Problem mit dem Konzert. Objektiv betrachtet war das Konzert klasse. Ich hab ja gerade den “Detailbericht” geschrieben, und hey – die drei waren in bester Quatsch- und Laberlaune, und es war echt zum Schreien komisch. Und ja, ich hab mich amüsiert. Und ich war auch nicht genervt vom Publikum um mich rum, was mir sonst oft Konzerte versaut, wenn ich gerade nicht in Konzertstimmung bin. Nein, eigentlich war alles super… aber irgendwie fragte ich mich mittendrin mehrfach, was ich hier eigentlich mache… =:-/
Ich vermute, dass das zumindest teilweise mit der Kaizerstour zusammenhängt, die gerade zu Ende gegangen ist. Denn Kaizers- und Ärzte-Konzerte könnten unterschiedlicher nicht sein, und ich bin eben noch im Kaizermodus… Kaizers nehmen das, was sie auf der Bühne tun, zu 100% ernst und setzen ihre volle Energie ein, um dem Publikum eine perfekte Show zu bieten. Die Ärzte kommen auf die Bühne und unterhalten mit Schwachsinn und Dilettantismus. Um’s jetzt mal ganz krass zu formulieren. =;-) Das ist zwar auch super, und hey – ich liebe diese Band!, aber irgendwie… im Vergleich zu “echten”, ernsthaften Bands mag das unterhaltsam sein, aber auch irgendwie unfair. Ach mann, ich weiß auch nicht, einfach seltsam…
Andererseits kann es auch daran liegen, dass ich wahnsinnig viel Zeit und Arbeit in diese Band investiere. Und wenn die dann nach ausgiebiger Pause endlich zurückkommt und mit 90-Minuten-Konzerten quasi Arbeitsverweigerung betreibt (denn ja, gemessen wird an früheren Leistungen!) und ich mich außerdem mit Teilen der Fans weder identifizieren kann noch identifizieren will, dann frage ich mich schon ab und an, ob es das noch wert ist. Und ob es nicht viel einfacher wäre, nur auf Konzerte in der näheren Umgebung zu gehen, statt mal kurz nach Graz zu fahren (wobei der Auslöser dafür ja ehrlich gesagt in nicht unerheblichem Maße das hier war *hüstel*), und das Konzert einfach nur mit ausgeschaltetem Hirn zu genießen, statt im Hinterkopf zu haben, dass man ja darüber berichten muss und besser mitbekommen sollte, was passiert und gesagt wird und was wie ankommt und wie das Publikum reagiert und und und.
Hrmpf. Resultat war jedenfalls, dass ich nach dem Konzert einerseits begeistert war, da es objektiv betrachtet ein wirklich tolles Konzert war, dass ich subjektiv aber keinen Bock auf weitere Konzerte hatte; ohne wirklich zu wissen warum. Sehr seltsam. Mal gucken – vielleicht ist das nach dem Ulm-Konzert anders. Ich HOFFE ja, dass es simpel und einfach am Kaizers-Tourloch liegt, dass das Ärzte-Konzert nicht so gezündet hat… denn irgendwo liebe ich DÄ ja doch, ganz klar. Und jetzt denke ich erst mal über das kleine Babykamel nach! =;-)
Manno… da schreibt man über Jahre hinweg für jedes Ärzte-Konzert einen Bericht. Und dann gerät man ins Fanclub-Team und schreibt nach Konzerten “offizielle” Berichte – und zweimal übers gleiche Konzert schreiben ist ja irgendwie doof. =:-/
Daher fasse ich mich kurz, denn hier gibt es ja schon einen ausführlicheren Bericht.
Nein, wir wussten wirklich von nichts. Im Nachhinein betrachtet ist es fast peinlich, dass wir selbst als wir schon vor der Columbiahalle standen noch nicht wirklich gerallt haben, was jetzt passieren wird – denn da war es ja doch _eigentlich_ offensichtlich. Aber nu ja, “eigentlich” halt nur. =;-)
Über Bonaparte hab ich mich sehr gefreut – die hatte ich damals beim Sonnenrot verpasst und mir danach vorgenommen, sie mir unbedingt mal anzugucken, was aber bisher nicht möglich war. Heute sollte es dann also soweit sein – und um gleich mal vorzugreifen (wer sagt eigentlich, dass Konzertberichte chronologisch sein müssen?): Sie waren definitiv klasse. Leider war der Tag zu diesem Zeitpunkt schon ein wenig lang, ich entsprechend fertig und mein Hirn nicht mehr wirklich aufnahmefähig, daher empfand ich das Konzert ganz klar als “too much”. Obwohl, ob das Hirn da irgendwas mit zu tun hat? Ohne Hirn (also z.B. nachts um drei auf einem Festival) sind Bonaparte vermutlich genau die richtige Band, um abzufeiern. Also, bei normalen Konzerten wahrscheinlich auch, aber da sind sie mir halt doch einfach eine Spur zu chaotisch und wild. Reizüberflutung. Wenn man vor lauter Action auf der Bühne die Musik nicht mehr wahrnimmt, ist es einfach zu viel… Das ist jetzt aber absolut nicht negativ gemeint, denn mir hat das Konzert sehr gut gefallen, auch wenn ich es anstrengend fand. =:-)
Aber eigentlich war für mich ja doch eher das Vorprogramm das Hauptprogramm. Wir kamen rein, Blick zur Bühne: Schweden und Fahrstuhl auf den Gitarrenverstärkern. Damit war’s klar! OK, man hätte natürlich auch nach dem Skelett am Schlagzeug gucken können, und der Neue hat sicher auch irgendwelche eindeutig identifizierbaren Details, aber nu ja… *gg*
Los ging’s mit einem Einzug durchs Publikum, wo unter anderem auch Zu spät angespielt wurde und wo insbesondere Farin sich ein wenig unwohl zu fühlen schien. Aber egal, da mussten sie durch. =;-) Und auf der Bühne war dann auch gleich alles wie immer! =:-)
Die Setlist bot keine größeren Überraschungen – die Wikingjugend war eine, Mysteryland freute mich auch – aber klar, einem Überraschungspublikum müssen natürlich die Standardlieder präsentiert werden. Und ich war überrascht, wie sehr ich mich doch über den Opener Himmelblau gefreut habe… Also, weder über das Lied selbst noch darüber, dass sie das Konzert wieder mit diesem Lied begonnen haben, aber es war halt ein Sprung zurück zur letzten Tour, und das ist doch immer toll! =:-) Allerdings war das auch der einzige Moment, wo ich so richtig “geflasht” war. Es war toll, sie wieder auf der Bühne zu sehen. Und beim Gequatsche lag ich vor Lachen am Boden und war begeistert. Aber die Lieder hätten sie von mir aus alle weglassen können… *hüstel*
Das lag vermutlich auch zumindest teilweise daran, dass ich gerade von einer Kaizerstour zurück war und daher total im Konzertmodus – aber das waren halt nicht Kaizers, die da standen, sondern die Ärzte, und dann mit Standardliedern. Daher blieb die absolute Begeisterung und das willenlose Ergebensein aus. Das wurde aber durch den Überraschungseffekt (denn klar, wir haben uns NATÜRLICH gedacht, dass wir einen Warm-Up-Gig zu sehen bekommen würden, aber man glaubt es ja nicht, bevor es passiert, ne? *g*) und die Vorfreude auf die Laternen-Joe-Konzerte voll und ganz wieder ausgeglichen!
Ein wenig erschreckend war allerdings, wie wenig ich nach dem Konzert noch von den Sprüchen und Überleitungen zusammengekriegt habe. *hüstel* Das muss sich ändern! Wie soll ich sonst Berichte (jeweils zwei *argh*) über die Konzerte in Graz und Ulm zusammenkriegen?!?
Das sagenumwobene Spektrum-Konzert… 9000 Leute, über ein Jahr im Voraus angekündigt und der krönende Abschluss der Violeta-Violeta-Vol.-I-Tour!
Dazu musste es natürlich auch eine besondere Berichterstattung geben, und die gab es auch. Nämlich live via Twitter. Und da ich a) vor lauter twittern kaum was vom Konzert mitgekriegt habe (was mir aber vorher voll und ganz klar war, hat mich also nicht gestört *g*) und b) es sonst sowieso nichts mehr zu sagen gibt, gibt’s hier also das Live-Protokoll von Twitter!
Meine Einschätzung des Konzertes: Es war toll, Kaizers in so einer riesigen Halle zu sehen, und es hat absolut funktioniert! Der Abschluss mit Die Polizei war absolut atemberaubend – und ich freue mich auf die DVD… Das Konzert selbst war nichts wirklich besonderes, da haben sie während der Europatour teilweise noch mehr Energie und Witz ausgepackt; aber die Atmosphäre machte das Spektrum-Konzert natürlich absolut einzigartig.
08:19:47: Live report from Kaizers Orchestra’s Oslo concert starting in about 10 hours here – if everything works as planned. Cross your fingers!
19:33:26: So, here we go! Sorry for being late, but now everything is set up. And the lights just went out – Micke from Sweden is on stage!
19:34:25: Kaizers told him he’s got 15 minutes before they throw him off stage. =;-)
19:38:00: “It’s like in the old times, in the war – they always send the old guys out first!” Micke from Sweden
19:38:57: Micke wanted to be part of Kaizers Orchestra – warming up for them is the closest he got. He’s known them for ten years now!
19:45:45: Spektrum isn’t filled yet, but Micke gets the audience to sing along – and they do so loudly!
19:51:00: Micke is done – and Geoff Berner just went on stage! Starting with the Maginot Line! Stupid, stupid!
19:52:28: Geoff seems satisfied: “Very good, gigantic mob of people!”
23:10:18: Kaizers chants now instead of the singing…
23:11:00: And now the lights went on – so that’s the end…
23:12:18: An amazing concert! Thanks a lot to Kaizers and to ALL Kaizer fans out there!
23:15:00: So thanks for following – let me know if you liked it! And after all the work it’s now time for partying, so I’ll call it a day.
23:15:18: Have a great night, all of you!
The legendary Spektrum concert… 9000 people in the audience, announced more than a year in advance, and the grand finale of the Violeta Violeta Vol. I tour!
Of course there had to be some special reporting for this concert. And there was – live via Twitter! And since I couldn’t really follow the concert while tweeting (which I had known beforehand, so I didn’t mind *g*) and there’s not really anything else to say anyway, here’s the live report from Twitter for you!
My judgment of the concert: It was amazing to see Kaizers in such a huge venue, and it really fit them! The conclusion with Die Polizei was just breathtaking – and I’m really looking forward to the DVD… The concert itself wasn’t really anything special. Actually, several concerts in Europe topped this one, regarding energy and humor on stage; but the atmosphere at Spektrum made up for all of that, so this concert was definitely a one-of-a-kind.
08:19:47: Live report from Kaizers Orchestra’s Oslo concert starting in about 10 hours here – if everything works as planned. Cross your fingers!
19:33:26: So, here we go! Sorry for being late, but now everything is set up. And the lights just went out – Micke from Sweden is on stage!
19:34:25: Kaizers told him he’s got 15 minutes before they throw him off stage. =;-)
19:38:00: “It’s like in the old times, in the war – they always send the old guys out first!” Micke from Sweden
19:38:57: Micke wanted to be part of Kaizers Orchestra – warming up for them is the closest he got. He’s known them for ten years now!
19:45:45: Spektrum isn’t filled yet, but Micke gets the audience to sing along – and they do so loudly!
19:51:00: Micke is done – and Geoff Berner just went on stage! Starting with the Maginot Line! Stupid, stupid!
19:52:28: Geoff seems satisfied: “Very good, gigantic mob of people!”